{"id":22826,"date":"2023-07-14T10:32:59","date_gmt":"2023-07-14T08:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19563-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:32:59","modified_gmt":"2023-07-14T08:32:59","slug":"19563-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19563-01\/","title":{"rendered":"Facility Management und Umweltschutz im Handwerk &#8211; Untersuchung und Evaluierung des Einflusses von umweltschutzbezogenen Aspekten bei der Initiierung eines Facility Management-Projektes am Beispiel eines Modellvorhabens"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr Facility Management-Vorhaben ist die Zentralisierung und Optimierung von Entscheidungsprozessen, die den Betrieb und die Unterhaltung des jeweiligen Objekts betreffen. Von Facility Management-Anbietern werden in der Praxis bislang \u00fcblicherweise Kostenargumente angef\u00fchrt, um f\u00fcr die Vorteile vom Facility Management-Projekten zu werben. Als weiches Argument wird in der Regel der Vorteil dargestellt, dass sich der Kunde auf sein Kerngesch\u00e4ft konzentrieren kann.<br \/>\nDer Grundgedanke des Projektes beruht darauf, neue Argumente zusammenzustellen, die die m\u00f6glichen \u00f6kologischen Vorteile von Facility Management-Ma\u00dfnahmen beschreiben. Diese Argumente sollen &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; bei einem konkreten Facility Management-Projekt verifiziert und quantifiziert werden, um eine neue Argumentationskette in die Akquisition von Facility Management-Projekten einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliederte sich, wie im Projektantrag beschrieben, in die drei Phasen: Marktanalyse, \u00dcbertragung der Ergebnisse und Verbreitung der Ergebnisse. In der ersten Phase des Projekts wurde eine Anbieterrecherche durchgef\u00fchrt. Von den 160 registrierten Anbietern wurden 24 Facility Management-Unternehmen ausf\u00fchrlich zu diesem Themenkomplex befragt. Diese Interviews dienten u. a. dazu, die aktuelle Marktsituation und den m\u00f6glichen Einfluss von \u00f6kologischen Effekten besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Bei einem als Modellprojekt vorgesehenen Facility Management-Vorhaben der FMN GmbH wurde die gesamte Akquisitionsphase begleitet. Da es bei diesem Projekt nicht zu einer Beauftragung kam, wurden Projekte mit einzelnen Optimierungsma\u00dfnahmen bei der Bewirtschaftung von Immobilien recherchiert, ausgewertet und zu einem virtuellen Facility Management-Modellprojekt zusammengefasst. Auf diese Weise konnten f\u00fcr 27 typische Ma\u00dfnahmen Kennzahlen entwickelt werden, die die \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Auswirkungen einzelner Optimierungsschritte beschreiben.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes sind in einem Leitfaden mit dem Titel Facility Management &#8211; Kosten oder Qualit\u00e4t zusammengestellt worden. F\u00fcr die Darstellung der Kennzahlen wurde eine EDV-gest\u00fctzte Animation einer Muster GmbH gew\u00e4hlt. Der Leitfaden und die Animation der Muster GmbH wurden zusammen mit den Ergebnissen anderer Projekte auf einer abschlie\u00dfenden Fachveranstaltung vorgestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Marktanalyse lieferte zwei wesentliche Ergebnisse, die f\u00fcr das weitere Vorgehen und f\u00fcr den Projektverlauf von besonderer Bedeutung waren.<br \/>\nDie meisten der befragten Anbieter gehen davon aus, dass ihre Position im Kundengespr\u00e4ch durch Umweltschutzargumente gest\u00e4rkt w\u00fcrde. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass Umweltschutzaspekte bei Akquisitionsgespr\u00e4chen &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; an letzter Stelle der Argumentationskette aufgef\u00fchrt werden.<br \/>\nBei den Interviews wurde deutlich, dass Kennzahlen, die w\u00e4hrend des Kundengespr\u00e4chs eine schnelle Einordnung von Objekten und Ma\u00dfnahmen erlauben, im Facility Management-Bereich kaum vorhanden sind. Einzelne der angesprochenen Unternehmen verf\u00fcgen bereits \u00fcber objektbezogene Kennzahlen (Benchmarks). Dagegen liegen ma\u00dfnahmenbezogene Kennzahlen, mit deren Hilfe auch die \u00f6kologischen Auswirkungen bei der Einf\u00fchrung von Facility Management-Dienstleistungen bewertet werden k\u00f6nnen, bei den befragten Unternehmen nicht vor.<br \/>\nIm Rahmen eines studentischen Projekts der Fachhochschule Hannover zeigte sich, dass Facility Management-Unternehmen bei der Vorbereitung, Durchf\u00fchrung und Analyse von Kundengespr\u00e4chen eine sehr starke Orientierung auf technische oder kaufm\u00e4nnische Fragestellungen zeigen. Eine Analyse der Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen sowie eine entsprechende Vorbereitung und Steuerung von Kundengespr\u00e4chen findet \u00fcblicherweise nicht statt. Diese Einsch\u00e4tzung wurde auch bei der Auswertung der Gespr\u00e4che und der internen Diskussionen best\u00e4tigt, die bei der Vorbereitung des geplanten Modellvorhabens im Stephansstift in Hannover vom Zentrum f\u00fcr Umweltschutz der Handwerkskammer Hannover begleitet wurden.<br \/>\nIm R\u00fcckblick betrachtet erwies es sich als vorteilhaft, an Stelle eines Modellprojekts ein virtuelles Facility Management-Projekt zu entwickeln, das es erlaubt, eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zahl von ma\u00dfnahmenbezogenen Kennzahlen darzustellen. Die Auswertung von zahlreichen dokumentierten Projekten und Ma\u00dfnahmen im Geb\u00e4udebestand lieferte f\u00fcr jedes Umweltmedium (Abfall, Energie, Wasser und Betriebsmittel) eine ausreichende Zahl von Beispielen und Daten. Auf Grundlage dieser Daten konnten f\u00fcr 27 Ma\u00dfnahmen Kennzahlen ermittelt werden, die die \u00f6kologischen und die \u00f6konomischen Auswirkungen dieser Ma\u00dfnahmen beschreiben.<br \/>\nDabei zeigte sich, dass es f\u00fcr jedes Umweltmedium eine Reihe von Ma\u00dfnahmen gibt, die nicht nur \u00f6kologisch vorteilhaft sind sondern auch relativ kurzfristig rentierlich sein k\u00f6nnen. Andererseits wurde auch deutlich, dass es nicht m\u00f6glich ist, generelle Aussagen \u00fcber den Effekt von Energiesparma\u00dfnahmen an der Geb\u00e4udeh\u00fclle bei Nicht-Wohngeb\u00e4uden mit der erforderlichen Sicherheit zu treffen. Die ermittelten Kennzahlen sowie die Vorgehensweise bei der Ermittlung von Kennzahlen sind im Leitfaden und der Animation ausf\u00fchrlich dargestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 24. November 2005 wurde im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation in Osnabr\u00fcck eine Fachtagung durchgef\u00fchrt, auf der die Projektergebnisse vorgestellt wurden, die im Leitfaden Facility Management &#8211; Qualit\u00e4t oder Kosten und in der Animation der Muster GmbH zusammengefasst sind. Der Leitfaden steht im Internet unter http:\/\/www.hwk-hannover.de\/webview23\/view?pnr=335&#038;onr=23 als kostenloser Download zur Verf\u00fcgung. Hier finden Sie auch die Animation der Muster GmbH.<br \/>\nW\u00e4hrend des Projekts wurden im Juni 2005 im Rahmen eines DHKT-Seminars technische Betriebsberater der Handwerkskammern und Verb\u00e4nde \u00fcber das Projekt und wichtige Ergebnisse informiert. Bereits im April 2005 wurden die Mitglieder der Synergiegemeinschaft der FMN GmbH \u00fcber die ersten Zwischenergebnisse aus dem Projekt informiert. Nach Abschluss der Projektlaufzeit sind weitere Seminare und Informationsveranstaltungen geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt sich, dass die Projektziele mit geringen Einschr\u00e4nkungen erreicht werden konnten. Es erwies sich als m\u00f6glich, die Umwelteffekte von einzelnen Ma\u00dfnahmen zur Optimierung des Betriebs von Liegenschaften auch quantitativ zu erfassen und sie so aufzubereiten, dass sie als Kennzahlen im Kun-dengespr\u00e4ch eingesetzt werden k\u00f6nnen. Nicht m\u00f6glich war die geplante Begleitung eines Facility Management-Projekts von der Akquisitionsphase bis zur ersten Umsetzung. Es zeigte sich aber, dass es f\u00fcr die Ermittlung von Kennzahlen sogar sinnvoller ist, statt eines einzelnen Modellprojekts m\u00f6glichst viele Projekte auszuwerten und so eine belastbarere statistische Grundlage f\u00fcr Kennzahlen zu schaffen.<br \/>\nNach den Erfahrungen des Projekts und vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen \u00fcber die Steigerung der Energie- und Materialeffizienz halten wir es f\u00fcr sinnvoll, wenn die DBU den Gedanken der Entwicklung von ma\u00dfnahmenbezogenen Kennzahlen weiter fortf\u00fchren w\u00fcrde. Das Zentrum f\u00fcr Umweltschutz wird zur Unterst\u00fctzung dieses Gedankens die erstellten Kennzahlen pflegen und diese Datengrundlage weiter ausbauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Kennzeichnend f\u00fcr Facility Management-Vorhaben ist die Zentralisierung und Optimierung von Entscheidungsprozessen, die den Betrieb und die Unterhaltung des jeweiligen Objekts betreffen. 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