{"id":22805,"date":"2023-07-13T15:22:00","date_gmt":"2023-07-13T13:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19518-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:02","slug":"19518-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19518-01\/","title":{"rendered":"Know-how Transfer zur Abwasserreinigung mit Pflanzenkl\u00e4ranlagen im l\u00e4ndlichen Raum des Baltikums"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziele des Projektes waren der Erfahrungsaustausch, Kooperation und Know-how Transfer zwischen Kommunen, Beh\u00f6rden, Planern und Forschungseinrichtungen zu technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen einer angepassten Abwasserbehandlung unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Pflanzenkl\u00e4ranlagen-Technologie im l\u00e4ndlichen Raum Estlands, Lettlands und Litauens. Das Projekt wurde als Erg\u00e4nzung zu einem Kooperationsprojekt zwischen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Lettischen Umweltschutzfond konzipiert, in dem Planung, Bau und wissenschaftliche Betreuung von Pflanzenkl\u00e4ranlagen in einer lettischen Kommune gef\u00f6rdert wurden (DBU, Az 18061).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum Erfahrungsaustausch \u00fcber den Stand der Abwasserbehandlung in Estland, Lettland, Litauen und Deutschland und der gesetzlichen und wirtschaftlichen Situation wurden Seminare in den beteiligten L\u00e4ndern veranstaltet. Fachexkursionen dienten der praxisnahen Beantwortung von Fragen nach Planung, Bau und Betrieb von nat\u00fcrlichen Kl\u00e4rverfahren. Auf dem Kick-Off-Meeting in Deutschland wurden der Arbeits- und Zeitplan abgestimmt und der Abschluss der Kooperationsvertr\u00e4ge vorbereitet. An Fachthemen wurde die Abwasserwirtschaft in Deutschland, insbesondere die Erfahrungen mit der weitgehend abgeschlossenen Abwasserbehandlung im l\u00e4ndlichen Raum und technische Regelwerke vorgestellt sowie der Stand der Technik der fl\u00e4chigen Kl\u00e4rverfahren vor Ort demonstriert. In Workshops wurde auf Grundlage von beispielhaften ingenieurtechnischen Entwurfsplanungen, die Anwendung nat\u00fcrlicher Kl\u00e4rverfahren unter Einbeziehung vorhandener Abwasseranlagen in l\u00e4ndlichen Gemeinden der Partnerl\u00e4nder fachlich diskutiert. Zur \u00f6ffentlichen Darstellung des Projektes und als Diskussionsforum wurde eine Website im Internet aufgebaut.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der fachlich intensive und offene Erfahrungsaustausch w\u00e4hrend der Seminare hat das Interesse der baltischen Projektpartner, der Vertreter von Ministerien, Kommunen und planenden Ingenieuren geweckt und damit den Grundstein f\u00fcr eine Intensivierung der Anwendung der Technik der Abwasserreinigung in Teichen und Bodenfiltern gelegt. Insgesamt \u00e4u\u00dferten sich die Projektpartner sehr positiv \u00fcber diese Ini-tiative, den Kontakt zwischen deutschen und baltischen Partnern herzustellen und die weit gestreuten und unterschiedlichsten Erfahrungen mit dieser Technologie zusammenzuf\u00fchren, zur Diskussion zu stellen und weiterzuentwickeln. Die hohe Effektivit\u00e4t des Projektes lag in seiner Dreigliederung, in einen Vortragsteil (Seminare), eine praxisnahe kooperative Planung (Workshops) und der Diskussion vor Ort an bestehenden Anlagen (Fachexkursionen) begr\u00fcndet. Gerade die Fachexkursionen haben entscheidend zum gegenseitigen Verstehen beigetragen und wesentliche Anregungen f\u00fcr die Entwicklung eigener ingenieurtechnischer L\u00f6sungen geliefert. Aufgrund der Sprachenvielfalt und der unterschiedlichen ingenieurtechnischen Erfahrungen der Projektpartner war es allerdings nicht immer m\u00f6glich, alle Fragen in der w\u00fcnschenswerten Tiefe zu behandeln. Die Umsetzung weiterer konkreter Projekte erfordert das Engagement der baltischen Partner, die sich mit der Suche nach bauwilligen Gemeinden, der Aquisition von F\u00f6rdermitteln und Fragen der Antragsgenehmigung befassen m\u00fcssen. F\u00fcr im Rahmen dieses Pro-jektes ausgearbeitete Planungsentw\u00fcrfe und weitere Standorte wurden inzwischen Finanzierungsantr\u00e4ge bei den zust\u00e4ndigen Stellen eingereicht. Die litauischen Projektpartner konnten bereits auf Grundlage dieses Know-how Transfers zwei kleinere, f\u00fcr Litauen technisch neue Bodenfilteranlagen errichten und die Betriebssicherheit und gute Reinigungsleistung best\u00e4tigen. \u00dcber die Projektziele hinaus, haben sich also bereits interessante neue Aspekte und Handlungsinitiativen ergeben. Die im Rahmen dieses Projektes erstellten ersten technischen Hinweise f\u00fcr die Anwendung von nat\u00fcrlichen Kl\u00e4rverfahren in den drei baltischen Staaten, sind ein weiterer wichtiger Baustein f\u00fcr die breitere Fachdiskussion dieser Technologie.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wird seit Oktober 2002 im Internet unter www.baltic-soilfilters.de in den Projektsprachen Englisch, Deutsch, Estnisch, Lettisch und Litauisch der Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt und dient den Projektbeteiligten als Diskussionsforum. Die Internetseite soll nach Ende der Projektlaufzeit weitergef\u00fchrt werden. Pr\u00e4sentationen wurden auf zwei internationalen Tagungen im April 2003 in L\u00fcbeck, Deutschland und in Tartu, Estland im September 2003 vorgestellt. In Zeitungsartikeln und Informationsbl\u00e4ttern wurden Beh\u00f6rden, planende Ingenieure und interessierte Kommunen auf das Projekt aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektpartner kommen zu dem Schluss, dass im l\u00e4ndlichen Raum des Baltikums die technisch einfachen und zuverl\u00e4ssigen naturnahen Kl\u00e4rverfahren verst\u00e4rkt eingesetzt werden sollten, da g\u00fcnstige Jahreskosten erzielt werden k\u00f6nnen. Um \u00fcber die in diesem Projekt geleistete Pionierarbeit hinaus, die Etablierung der naturnahen Abwasserreinigungsverfahren am Markt zu erreichen, ist der Bau von weiteren Anlagen in Kooperation mit erfahrenen Planungsingenieuren und Bauleitern erforderlich. Die Sammlung weiterer einschl\u00e4giger Betriebserfahrungen ist f\u00fcr die Aufstellung von begr\u00fcndeten technischen Planungs- und Bauhinweisen unabdingbar. Ohne die Inanspruchnahme von F\u00f6rdermitteln und geeigneten Kooperationen wird auf absehbare Zeit f\u00fcr Planungsb\u00fcros mit dem Standort Deutschland ein wirtschaftliches Engagement allerdings kaum m\u00f6glich sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziele des Projektes waren der Erfahrungsaustausch, Kooperation und Know-how Transfer zwischen Kommunen, Beh\u00f6rden, Planern und Forschungseinrichtungen zu technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen einer angepassten Abwasserbehandlung unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Pflanzenkl\u00e4ranlagen-Technologie im l\u00e4ndlichen Raum Estlands, Lettlands und Litauens. 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