{"id":22789,"date":"2025-06-25T10:32:17","date_gmt":"2025-06-25T08:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19477-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:19","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:19","slug":"19477-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19477-01\/","title":{"rendered":"Netzwerk und Haus der Nachhaltigkeit &#8211; Bildung und Information in einem Netzwerk f\u00fcr die Nachhaltigkeit im grenz\u00fcberschreitenden Biosph\u00e4renreservat Naturpark Pf\u00e4lzer Wald"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr das Vorhaben war einerseits die durch Umfragen belegbare Unkenntnis der regionalen Bev\u00f6lkerung \u00fcber den Biosph\u00e4renreservatsstatus des Pf\u00e4lzerwaldes und das damit zusammenh\u00e4ngende Fehlen eines Bewusstseins f\u00fcr die Chancen und Aufgaben in dieser UNESCO-Modellregion. Andererseits f\u00fchlt sich der Initiator Landesforsten Rheinland-Pfalz aufgrund der sehr hohen Bewaldungsdichte des Betrachtungsgebiets betroffen und verpflichtet zugleich, sich in den nachhaltigen Entwicklungsprozess beispielhaft einzubringen.<br \/>\nDas Projekt leistet einen Beitrag zur Erf\u00fcllung der logistischen Aufgabe im Biosph\u00e4renreservat Pf\u00e4lzerwald &#8211; Nordvogesen f\u00fcr die Bereiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Bildung und Ausbildung im Pf\u00e4lzerwald. Es fokussiert die Installation eines regionalen Netzwerks f\u00fcr die Nachhaltigkeit, das die Forst\u00e4mter des Projektgebietes als dezentrale Strukturen nutzt und durch ein Haus der Nachhaltigkeit als zentrale Einrichtung erg\u00e4nzt wird. Oberziel ist, den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit in eine allgemeinverst\u00e4ndliche Sprache zu \u00fcbersetzen und in der Folge auch nutzbringende Projekte umzusetzen.<br \/>\nEs konzentriert sich auf die vakanten Handlungsbereiche Walderholung, Umweltbildung, Rohstoffe\/Energie, Biotop- und Artenschutz sowie Kommunikation und richtet sich vor allem an die Zielgruppen der kommunalen Entscheidungstr\u00e4ger, Umweltverb\u00e4nde, Touristen und Erholungssuchende, Bildungstreibende, sowie an die regionale Bev\u00f6lkerung und schlie\u00dft die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft mit ein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt kann grob vereinfachend in die k\u00f6rperliche und inhaltliche Installation des Netzwerks sowie die Errichtung eines neuen Informations- und Dienstleistungszentrums gegliedert werden. Zentrale Grundbestandteile, um im Netzwerk arbeitsf\u00e4hig zu sein, sind das Geb\u00e4ude selbst, eine dort befindliche Dauerausstellung, eine Internet-Plattform, ein Veranstaltungskalender und klassische Printmedien.<br \/>\nBeim methodischen Ansatz st\u00fctzt man sich auf die f\u00fcnf Handlungsprinzipien Regionalisierung, Partizipation, Betroffenheit, Modellhaftigkeit und Entwicklungsm\u00f6glichkeit.<br \/>\nVon zentraler Bedeutung f\u00fcr den Erfolg des Projekts ist die dauerhafte Integration von Partnern und bestehenden Einrichtungen mit dem Ziel, einen gemeinsamen Nutzen zu stiften.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Aufbau eines Netzwerks der Nachhaltigkeit wurden wesentliche Teile realisiert. Zun\u00e4chst erhielten f\u00fcnf Forst\u00e4mter Produktleiter zur Entwicklung des Biosph\u00e4renreservates, die in der Folge f\u00fcr ihre Aufgabe qualifiziert und mit Netzwerkprojekten beauftragt wurden. An den Forst\u00e4mtern und am Haus der Nachhaltigkeit sind erste formale, aber auch informelle Partnerzirkel entstanden. Wichtig ist die intensive Beteiligung von Landesforsten bei dem Prozess zur Erarbeitung eines touristischen Leitbilds f\u00fcr die EU-Charta f\u00fcr nachhaltigen Tourismus, der vom Kooperationspartner im Projekt gesteuert wurde. Landesforsten hat bei insgesamt sieben f\u00fcr das Gesamtgebiet relevanten Einzelma\u00dfnahmen die Steuerung \u00fcbernommen.<br \/>\nIn siebzehnmonatiger Bauzeit ist das Haus der Nachhaltigkeit als Netzwerkknoten am symboltr\u00e4chtigen Standort Johanniskreuz entstanden. Das Geb\u00e4ude aus Holz, Buntsandstein und Lehm wurde nach einem \u00f6kologisch optimierten Konzept gebaut. Es ist ein modernes Abbild der Region. Das Umfeld ist in verschiedene Zonen gegliedert und folgt dem Leitbild \u0082Spielen und Ruhen. Ausstellungsbereiche, B\u00fcros, ein Seminarraum und ein Regionalladen sind die wesentlichen Funktionsbereiche des Netzwerkknotens. Zwei Mitarbeiter des Hauses haben einen forstwirtschaftlichen Fachhochschulhintergrund. Au\u00dferdem arbeiten hier eine Angestellte, sowie eine Reinigungskraft und es gibt eine F\u00d6J-Stelle.<br \/>\nDas Haus der Nachhaltigkeit tritt in einem modernen medialen Design auf. Internetauftritt, diverse Printmedien und ein digitaler Newsletter sind konsequent in einem eigenen Erscheinungsbild gehalten.<br \/>\n\u00dcber einen im Internet abrufbaren Veranstaltungskalender k\u00f6nnen die Naturerlebnisangebote im Biosph\u00e4renreservat erstmals zentral abgerufen werden. Der Internetauftritt informiert zun\u00e4chst \u00fcber das Biosph\u00e4renreservat und das Haus der Nachhaltigkeit. K\u00fcnftig werden zwei Hauptzug\u00e4nge konkrete Fakten zum nachhaltigen Leben in der Region f\u00fcr Einheimische und Touristen bereitstellen.<br \/>\nDie Dauerausstellung auf 160 m\u00b2 stellt Alltagsbez\u00fcge zwischen den Besuchern und dem Thema Nachhaltigkeit im Sinne einer Orientierung her.<br \/>\nAm Standort Johanniskreuz wurden 2005 rund 28.000 Besucher erreicht, die das Infozentrum und die angebotenen Veranstaltungen besucht haben. Die meisten Besucher kamen im Fr\u00fchjahr und Herbst, vorzugsweise zwischen 14:00 und 16:00 Uhr. Bedeutendste Gruppe sind die G\u00e4ste im Alter von 31 bis 65 Jahren. Kinder und Jugendliche sind unterrepr\u00e4sentiert.<br \/>\nDer Seminarraum, Treffpunkt im Biosph\u00e4renreservat, wurde 140 Mal f\u00fcr zusammen 4.400 G\u00e4ste gebucht! Bei 104 Hausf\u00fchrungen wurden 2.400 Personen erreicht.<br \/>\nEs fanden insgesamt 20 Gro\u00dfveranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen statt. Herausragend war ein Adventsmarkt der nachhaltigen Art, die Romantische Waldweihnacht, mit 8.000 G\u00e4sten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt fand in der \u00d6ffentlichkeit und bei den Medien ein breites Interesse. Insbesondere Zeitungen, aber auch H\u00f6rfunk und Fernsehen berichten bis zum heutigen Tag intensiv \u00fcber das gesamte Vorhaben.<br \/>\nBesondere Informationsveranstaltungen stellten das Projekt einem ausgew\u00e4hlten Kreis vor und warben um die Beteiligung als Partner. Markante Bauabschnitte des Geb\u00e4udes wurden mit Gro\u00dfveranstaltungen gew\u00fcrdigt. Die gesamte Bauphase wurde filmisch dokumentiert. Ein bisher in acht Ausgaben erschienener Newsletter, der nur digital verbreitet wird, findet eine breite Zustimmung. Es existiert ein erster Internetauftritt, bei dem besonders oft auf den News-Bereich und die Veranstaltungen zugegriffen wird. Im Jahr 2005 wurden 50.000 Hausprospekte, 15.000 Veranstaltungsflyer und 2.000 Plakate verteilt. Es wurde damit begonnen, Werbeanzeigen in \u00fcberregional erscheinenden Medien der Hauptquellgebiete der Ausfl\u00fcgler in Johanniskreuz zu schalten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Netzwerkansatz, der regional-dezentral \u00fcber die Filialen des Hauses der Nachhaltigkeit organisiert ist und der Partner, vor allem aus der Wirtschaft und dem sozialen Bereich integriert, wird Neuland betreten. Genauso verh\u00e4lt es sich mit der inhaltlichen Orientierung des Projektes am Thema Nachhaltigkeit, dessen Bez\u00fcge zum Alltag der Menschen und damit zu Verbraucherthemen. Das Anbieten von Entscheidungshilfen und das Stiften von konkretem Nutzen, eingebettet in Infotainment, kommt an.<br \/>\nDass sich Forstleute dieser Aufgabe annehmen und in erheblichem Umfang Personalressourcen daf\u00fcr einsetzen, ist ebenfalls neu. Nach anf\u00e4nglich kritischer Betrachtung kann heute festgestellt werden, dass es eine breite Zustimmung zu dem Projekt gibt. Gutachten und Leitbilder sprechen von der besonderen Bedeutung des Projekts f\u00fcr die nachhaltige Regionalentwicklung. F\u00fcr die Architektur wurde ein Preis verliehen. Erfreulich ist, dass die angebotenen Informationen aus dem Biosph\u00e4renreservat dankbare Adressaten gefunden haben und die Zahl derer w\u00e4chst, die an dem Netzwerk teilhaben wollen. Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass mit dem Projekt in der Region erstmals eine intensive \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit stattgefunden hat und immer noch stattfindet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass f\u00fcr das Vorhaben war einerseits die durch Umfragen belegbare Unkenntnis der regionalen Bev\u00f6lkerung \u00fcber den Biosph\u00e4renreservatsstatus des Pf\u00e4lzerwaldes und das damit zusammenh\u00e4ngende Fehlen eines Bewusstseins f\u00fcr die Chancen und Aufgaben in dieser UNESCO-Modellregion. 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