{"id":22734,"date":"2023-08-07T10:32:02","date_gmt":"2023-08-07T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19383-01\/"},"modified":"2023-08-07T10:32:03","modified_gmt":"2023-08-07T08:32:03","slug":"19383-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19383-01\/","title":{"rendered":"Forschungs- und Kommunikationsprogramm zur Verbesserung der Entscheidungsgrundlagen bez\u00fcglich Mobilfunkanlagen auf kirchlichen Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es sollte versucht werden, in mehreren Schritten Voraussetzungen zu schaffen, um zuk\u00fcnftig die Entscheidungsgrundlagen hinsichtlich der Installation von Mobilfunksendeanlagen zun\u00e4chst f\u00fcr kirchliche Entscheidungstr\u00e4ger zu verbessern. Die Ergebnisse der Arbeitsschritte k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr kommunale und private Entscheidungstr\u00e4ger hilfreich sein.<br \/>\nDas Projekt sollte aber auch dazu beitragen, die Informationslage in der Bev\u00f6lkerung insgesamt zu verbessern, denn die allgemeinverst\u00e4ndlichen Informationen \u00fcber die physikalischen Grundlagen und die dargestellten Fallbeispiele sind keine kirchenspezifischen Fakten. Dies gilt ebenso f\u00fcr die bisher nicht sehr ausgepr\u00e4gte Risikokommunikation.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden(1)\tDarstellung der gegenw\u00e4rtigen Beschlusslage im Bereich der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Di\u00f6zesen; dazu wird eine fl\u00e4chendeckende Umfrage durchgef\u00fchrt. F\u00fcr einzelne Landeskirchen und Di\u00f6zesen wird eine detailliertere Bestandsaufnahme erarbeitet.<br \/>\n(geplant Februar bis Juli 2002).<br \/>\n(2)\tErarbeitung einer Brosch\u00fcre (Handreichung), in der auf folgende Aspekte eingegangen wird:<br \/>\n&#8211;\tdie neuere technische Entwicklung;<br \/>\n&#8211;\tder derzeitige Stand der Erkenntnisse bez\u00fcglich Gesundheitsrisiken;<br \/>\n&#8211;\tdie wichtigsten Argumentationslinien der ethischen, gesellschaftlichen, \u00f6konomischen Diskussion;<br \/>\n&#8211;\tPr\u00fcfkriterien f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger<br \/>\n(geplant April bis Oktober 2002, realisiert: April 2002 bis April 2003).<br \/>\n(3)\tEinf\u00fchrung der Brosch\u00fcre mithilfe von Workshops mit Entscheidungstr\u00e4gern, Interessierten und Betroffenen;<br \/>\nErarbeitung eines Mustervortrags; teilnehmende Beobachtung und Beratung bei Entscheidungsprozessen;<br \/>\nDetaillierte Analysen von Konfliktf\u00e4llen und Erarbeitung von Empfehlungen; Pr\u00e4sentation der Ergebnisse in den richtliniengebenden Gremien auf der Ebene von EKD und Deutscher Bischofskonferenz<br \/>\n(geplant September 2002 bis Oktober 2003), realisiert: April 2003 bis Dezember 2004).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>(1)\tDie Bestandsaufnahme der gegenw\u00e4rtigen Beschlusslage im Bereich der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Di\u00f6zesen wurde in Form einer Landkarte dargestellt, die die unterschiedliche Haltung der Kirchen\/Di\u00f6zesen wiedergibt; diese Landkarte musste im Laufe des Projektes revi-diert werden, da sich die Beschlusslagen teilweise \u00e4nderten.<br \/>\n(2)\tDie Brosch\u00fcre wurde wie geplant erstellt; allerdings konnte sie erst zum \u00d6kumenischen Kirchentag im Mai 2003 vorgelegt werden, da sich im Laufe der Erarbeitung der Brosch\u00fcre ein erheblicher Diskussionsbedarf ergab, um die zum Teil sehr divergenten Einsch\u00e4tzungen der Bewertungen der Risiken der Mobilfunktechniken ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Um die Brosch\u00fcre m\u00f6glichst gut abzusichern, was die Darstellung der technischen Zusammenh\u00e4nge betrifft, wurde ein zeitaufw\u00e4ndiges, mehrstufiges Begutachtungsverfahren der f\u00fcr die Brosch\u00fcre vorgesehenen Texte durchgef\u00fchrt.<br \/>\nBei der Erarbeitung der Brosch\u00fcre wurden mehrere Problemfelder offenkundig, die in der Folge bearbeitet wurden. Dazu geh\u00f6rten unter anderem<br \/>\n(a)\tAnregungen zur \u00dcberarbeitung des sogenannten Mustervertrages der EKD,<br \/>\n(b)\tdie Zusammenarbeit mit der Evangelischen Fachstelle f\u00fcr Arbeitssicherheit (EFAS) zur Verbesserung der Kennzeichnung von Kircht\u00fcrmen mit Mobilfunkantennen und<br \/>\n(c)\tdie Formulierung eines weiteres Forschungsbedarfs bez\u00fcglich der Folgen von Mobilfunkantennen auf Kircht\u00fcrmen f\u00fcr die Populationen von Tieren auf den T\u00fcrmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Brosch\u00fcre wurde in einer Auflage von 6.500 Exemplaren gedruckt; sie ist seit September 2004 vergriffen. Um die nach wie vor bestehende Nachfrage zu decken, wurde eine CD-ROM-Version der Brosch\u00fcre erstellt, die jetzt nach Bedarf gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben werden kann.<br \/>\nAuf dem \u00d6kumenischen Kirchentag wurde das Thema am gemeinsamen Stand von DBU und ev.\/kath. Umweltbeauftragten behandelt. Insgesamt haben in der bis Ende 2004 verl\u00e4ngerten Projektlaufzeit mindestens acht ein- bis zweit\u00e4gige Veranstaltungen stattgefunden, auf denen die Brosch\u00fcre und die M\u00f6glichkeit, mit dieser Brosch\u00fcre zu arbeiten, im Mittelpunkt standen. Eine einzige Veranstaltung- die in Verbindung mit der Kinderumwelt GmbH in Osnabr\u00fcck im November 2004 vorgesehen war -musste aufgrund einer zu niedrigen Zahl von Anmeldungen abgesagt werden.<br \/>\nAu\u00dferdem wurden weitere Konsultationen mit Fachleuten sowie Gespr\u00e4che mit Betreibern durchgef\u00fchrt. Die Brosch\u00fcre wurden auch, wie vorgesehen, in den richtliniengebenden Gremien auf der Ebene von EKD und Deutscher Bischofskonferenz diskutiert, f\u00fcr die \u00dcberarbeitung des EKD-Mustervertrages wurde sie mit herangezogen.<br \/>\nSeit Erscheinen der Brosch\u00fcre verwenden die ev. und kath. Umweltbeauftragten die Brosch\u00fcre als Unterlage in ihren Beratungen in vielen Streitschlichtungsf\u00e4llen; die Verfasser der Brosch\u00fcre wurden seitdem verst\u00e4rkt in derartige F\u00e4lle einbezogen.<br \/>\nAuch die Folien Mustervortrag wurden zahlreich angefordert und kommen bei dieser Arbeit zum Einsatz.<br \/>\nDas Thema ist in den F\u00e4llen, in denen es zu scharfen Auseinandersetzungen in Kirchengemeinden kam, jedoch so sensibel, dass die Gemeinden es ablehnten, dass ihr Fall f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere \u00d6ffentlichkeit publiziert wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt konnte inhaltlich wie geplant durchgef\u00fchrt werden, die Bearbeitungszeit war jedoch erheblich l\u00e4nger als zun\u00e4chst vorgesehen. Die erarbeiteten Materialien haben eine hohe Nachfrage gefunden und sind zum Bestandteil der Arbeitsgrundlagen kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geworden; sie haben sich in einer ganzen Reihe von aktuellen Entscheidungssituationen bew\u00e4hrt. Allerdings zeigt sich, dass die Positionen radikaler Mobilfunkgegner auf der einen und uneingeschr\u00e4nkten Bef\u00fcrwortern moderner Technik auf der anderen Seite nicht zu vers\u00f6hnen sind.<br \/>\nDie Aufmerksamkeit und die Intensit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung ist derzeit etwas niedriger, kann durch die Diskussion um UMTS aber wieder neu an Bedeutung gewinnen.<br \/>\nDas Projekt wird von den Beteiligten deshalb als unver\u00e4ndert wichtig eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es sollte versucht werden, in mehreren Schritten Voraussetzungen zu schaffen, um zuk\u00fcnftig die Entscheidungsgrundlagen hinsichtlich der Installation von Mobilfunksendeanlagen zun\u00e4chst f\u00fcr kirchliche Entscheidungstr\u00e4ger zu verbessern. Die Ergebnisse der Arbeitsschritte k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr kommunale und private Entscheidungstr\u00e4ger hilfreich sein. 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