{"id":22668,"date":"2023-07-13T15:21:49","date_gmt":"2023-07-13T13:21:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19272-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:51","slug":"19272-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19272-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Erprobung von Calsithermplatten zur Entsalzung umweltgesch\u00e4digten Mauerwerks am Beispiel des Marstalls in Babelsberg und der Guts\u00f6konomie in Branitz (Brandenburg)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, die Frage zu kl\u00e4ren, ob der Einsatz von hochpor\u00f6sem Calciumsilikat f\u00fcr die Kompressenentsalzung von versalzenen Baustoffen sinnvoll ist. Dieses Problem sollte durch Laborversuche und Untersuchungen an versalzenen Objekten gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Labor wurden verschiedene Bauprodukte wie Ziegel, Kalksandsteine und Sandsteinplatten mit verschiedenen Salzl\u00f6sungen wie Natriumchlorid, Natriumsulfat und Kaliumnitrat beaufschlagt. Die so versalzenen Bauprodukte wurden \u00fcber die verschiedenen Kontaktmittel wie Filterpapier, Polierstaub der Klimaplatten und kommerzielles Kompressenmaterial mit Klimaplatten belegt. Die Wasserzufuhr erfolgte \u00fcber Plaster\u00f6hrchen direkt in die Bauprodukte. Durch die Abdichtung der Versuchsk\u00f6rper konnte die Verdunstung des zugef\u00fchrten destillierten Wassers nur \u00fcber die Klimaplatten erfolgen. Die Salzgehalte der Bauprodukte wurden vor und nach der Entsalzung photometrisch bestimmt. In einem weiteren Laborversuch wurde untersucht, ob es auch m\u00f6glich ist, Teilfl\u00e4chen zu entsalzen, die nicht mit Kompressenmaterial direkt belegt werden. Hierf\u00fcr und f\u00fcr den Einsatz eines Kompressenputzes, in der vom Hochwasser des Sommers 2002 gesch\u00e4digten Klosterkirche Pirna, erfolgten numerische Simulationsberechnungen an der Fachhochschule Lausitz. Sowohl f\u00fcr die Verwendung des Klimaplattenabriebes als Entfeuchtungsputz und Salzspeicher als auch f\u00fcr die Untersuchungen zur kontaktlosen Entsalzung erhaltenswerter Oberfl\u00e4chen sind umfangreiche Berechnungsvarianten in der Vorbereitungs- und Auswertungsphase von Messungen erdacht und systematisch durchgef\u00fchrt worden.<br \/>\nAn Versuchsfl\u00e4chen im Pferdestall der Guts\u00f6konomie Branitz und des Marstalls Babelsberg wurde die Entsalzung mit Hilfe von Klimaplatten erprobt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch die Laborversuche konnte nachgewiesen, dass die Klimaplatte durch ihr gro\u00dfes Porenvolumen Salze speichern kann. Die verwendeten Bauprodukte Ziegel, Kalksandsteine und Sandsteinplatten sowie die Kopplungsmittel Filterpapier, Klimaplattenabrieb und kommerzielles Kompressenmaterial haben keinen Einflu\u00df auf die Salzreduktion. Allerdings ist zu beachten dass die Salzaufnahme der Klimaplatten bei Sulfaten im Mittel deutlich geringer ist als bei den leicht beweglichen Chlorid- und Nitrationen.<br \/>\nDie Entsalzung einer Sandsteinplatte, bei der eine Teilfl\u00e4che nicht mit Kompressenmaterial belegt war, sondern mit einer Glasscheibe abgedeckt wurde, ist an dieser Teilfl\u00e4che nur eine Salzreduktion an der Oberfl\u00e4che der Sandsteinplatte zu verzeichnen. In der Schichttiefe von 2 &#8211; 4 cm betrug die Salzreduktion nur 10 Masseprozent, w\u00e4hrend an den Messstellen die mit Kompressenmaterial belegt waren die Salzreduktion im Mittel 70 Masseprozent betrug.<br \/>\nDie Entsalzungsversuche an den Objekten Klosterkirche Pirna, Guts\u00f6konomie Branitz und Marstall Babelsberg haben gezeigt, dass der Einsatz von Klimaplatten zur Kompressenentsalzung sinnvoll ist. G\u00fcnstiger als der Einsatz der Klimaplatten \u00fcber ein Kopplungsmittel, hat sich die Verwendung eines Kompressenputzes auf der Basis des Klimaplattenabriebes herausgestellt. Bei den Klimaplatten haben sich auf der Oberfl\u00e4che an den feinen Celluloseteilchen Schimmelpilze angesiedelt. Bei dem Kompressenputz war durch das Abziehen des Putzes die Oberfl\u00e4che glatt und durch den pH Wert von 10 &#8211; 11 eine Schimmelpilzbildung nicht zu beobachten.<br \/>\nEin weiteres Problem stellt der Salztransport aus den Mauerwerksw\u00e4nden in das Kompressenmaterial dar. Die Salze m\u00fcssen durch Wasser gel\u00f6st werden und k\u00f6nnen nur durch dieses an die Verdunstungsfl\u00e4chen transportiert werden. Die besten Ergebnisse wurden deshalb an der Klosterkirche Pirna erzielt, die durch das Elbehochwasser im Sommer 2002 bis zu einer H\u00f6he von 2,50 m durchfeuchtet war.<br \/>\nDie diskontinuierliche Wasserzugabe \u00fcber Plaster\u00f6hrchen an den zwei anderen Objekten hat wahrscheinlich nicht zur gleichm\u00e4\u00dfigen Durchfeuchtung des Mauerwerkes gef\u00fchrt. Allerdings kann durch diese Anordnung destilliertes Wasser in die zu entsalzene Mauer gegeben werden, ohne dass eine R\u00fcckwanderung der Salzionen aus dem Kompressenmaterial erfolgen kann.<br \/>\nTDR-Sonden auf der Basis von  Laufzeiteffekten (Time-Domain-Reflectometry) erweisen sich f\u00fcr die Bestimmung von Materialfeuchten in Calciumsilikat als nicht einsetzbar. Auch Messger\u00e4te in Form von Oberfl\u00e4chensonden oder Bohrlochapplikatoren unter Verwendung der Mikrowellend\u00e4mpfung liefern weder die in den Datenbl\u00e4ttern ausgewiesene Genauigkeit noch Reproduzierbarkeit. Insgesamt betrachtet, bleibt die Materialfeuchtemessung weit hinter den in der t\u00e4glichen Messpraxis an sie gestellten Anforderungen zur\u00fcck. Mangelhafte Materialfeuchtemesstechnik behinderte auch in diesem Projekt oftmals die t\u00e4gliche Arbeit. Die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Um- bzw. Parallelnutzung der Lambdanadeltechnologie zur W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeitsbestimmung f\u00fcr die Materialfeuchtebestimmung sind ermutigend. Die Ergebnisse sollten Anlass sein, mit der Ger\u00e4teindustrie Kontakte aufzunehmen. Abgesehen von der M\u00f6glichkeit, mit Hilfe von spezifisch eingemessenen Lambdanadelsonden absolute Feuchten bestimmen zu k\u00f6nnen, wenn auch mit einem sehr hohen zeitlichen Aufwand, empfiehlt sich die Technologie zum Er-fassen von zeitlichen Feuchte\u00e4nderungen und zum Detektieren von Feuchteverteilungen in Calciumsilikatplatten sowie anderen einstichbaren Materialien mit einer Mindestdicke von 30 mm.<br \/>\nVarianten von Konstruktions- und Materialparametern in systematischen Berechnungen mittels numerischer Simulation belegen, dass es einen Entfeuchtungsputz an sich nicht geben wird. Jede Beschichtung einer feuchten, versalzten Konstruktion bedeutet, unabh\u00e4ngig von ihren kapillaren Eigenschaften, eine Verschlechterung des Austrocknungsverhaltens. Jedoch lassen sich die Unterschiede im Trocknungsprozess zwischen einer verputzten und einer unverputzten Wand durch eine g\u00fcnstige Wahl der Materialfunktionen auf ein Minimum reduzieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden auf Arbeitsgruppensitzung der WTA vorgestellt. Publikationen werden zur Zeit vorbereitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Verwendung von hochpor\u00f6sem Calciumsilikat zur Entsalzung von Mauerwerksw\u00e4nden ist sinnvoll. Die Firma Westox OHG Europa beabsichtigt Kompressen auf der Basis von Klimaplattenabrieb zu vermarkten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war es, die Frage zu kl\u00e4ren, ob der Einsatz von hochpor\u00f6sem Calciumsilikat f\u00fcr die Kompressenentsalzung von versalzenen Baustoffen sinnvoll ist. Dieses Problem sollte durch Laborversuche und Untersuchungen an versalzenen Objekten gekl\u00e4rt werden. 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