{"id":22628,"date":"2023-07-13T15:13:09","date_gmt":"2023-07-13T13:13:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09000-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:09","slug":"09000-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09000-01\/","title":{"rendered":"Bewahrung national wertvoller Kulturg\u00fcter aus Baumberger Kalksandstein vor Umweltbelastungen mittels Tr\u00e4nkungsverfahren und vergleichender Methoden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zahlreiche Objekte aus Baumberger Kalksandstein in den Bundesl\u00e4ndern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind heute in einem Zustand, in dem herk\u00f6mmliche Verfahren zur Steinkonservierung langzeitlich keinen Schutz darstellen und dar\u00fcber hinaus eine Unterbringung in Innenr\u00e4umen nicht m\u00f6glich ist. Im Rahmen eines praxisorientierten Forschungsprojektes soll gekl\u00e4rt werden, welche Exponate aus Baumberger Kalksandstein mit dem Acrylharzvolltr\u00e4nkungs-Verfahren (AVT) langzeitlich gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen und wieweit eine Verfahrensoptimierung selbst zu einer Verbesserung der AVT-Behandlung beitragen kann. Stellvertretend wurden hierzu die Kreuzwegstationen in Welbergen (NRW) und die Wappenreliefs an der Schelenburg (Niedersachsen) als Untersuchungsobjekte ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Projektphase wurde der Ist-Zustand der Objekte von Mitarbeitern des Pal\u00e4ontologischen Institutes in Erlangen und des Deutschen Bergbau-Museums, FB Denkmalschutz\/Materialkunde aufgenommen. Hierzu geh\u00f6rte eine detaillierte Darstellung der Schadensph\u00e4nomene. Verdeckte Schadensbereiche sollten mit Hilfe zerst\u00f6rungsfreier Pr\u00fcfmethoden (z. B. Ultraschall) dargestellt werden. Zur n\u00e4heren Charakterisierung der verwandten Baumberger Sandsteinvariet\u00e4ten wurden mikroskopische D\u00fcnnschliffuntersuchungen, Karbonatbestimmungen, Messungen zur hygrischen Dehnung, Porosit\u00e4ts- und Permeabilit\u00e4tskennwerte, Tonmineral- und R\u00f6ntgenfeinstrukturanalysen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIm Anschluss an diese Untersuchungen fand eine Test-AVT (Projektphase 2) an repr\u00e4sentativen Proben aus ann\u00e4hernd in gleichem Ma\u00dfe verwitterten Material sowie an einsetzbaren Erg\u00e4nzungsmassen statt (Fa. Jbach).<br \/>\nNach Abschluss der Test-AVT wurden in der dritten Projektphase die zu tr\u00e4nkenden Exponate restauratorisch \u00fcberarbeitet und anschlie\u00dfend mit der AVT behandelt. Zwei Exponate der Kreuzwegstationen Welbergen wurden nach ihrer Restaurierung wieder vor Ort aufgestellt. Bei den Wappenreliefs wurde von einem Relief eine Kopie angefertigt und das Original zum Schutz im Innenraum der Burg aufgebaut.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>An den Kreuzwegstationen 1 &#8211; 11 in Welbergen traten die Schadensph\u00e4nomene abgefallene Schale, Abschuppungen und Fehlstellen am h\u00e4ufigsten auf und f\u00fchrten dort gleichzeitig zur gr\u00f6\u00dften Schadensintensit\u00e4t. Dabei waren die Kreuzwegstationen 4 und 7 am st\u00e4rksten verwittert. Die Stationen 9 &#8211; 11 wiesen die geringsten Sch\u00e4den auf.<br \/>\nDie Wappenreliefs zeigten die Schadensph\u00e4nomene Abbl\u00e4ttern, Fehlstellen, abgefallene Schale, Schalenbildungen und Risse.<\/p>\n<p>Die Ultraschallmessungen der Kreuzwegstationen ergaben deutlich bis stark gesch\u00e4digte Oberfl\u00e4chenbereiche. Die Messergebnisse lassen aber auch deutlich werden, dass es zwingend notwendig ist, verschiedene Messmethoden zur Schadensaufnahme zu kombinieren, um eindeutige Schadensinterpretationen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Aufgrund der sedimentologischen, mineralogischen und gesteinsphysikalischen Untersuchungen war es m\u00f6glich, die verschiedenen Typen des Baumberger Kalksandsteins, die bei den untersuchten Objekten angetroffen wurden, zu definieren und ihre Qualit\u00e4t im Hinblick auf eine Konservierungsmethode unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der AVT in folgende Qualit\u00e4tsklassen zu fassen:<br \/>\na)\tunproblematisch f\u00fcr eine AVT (daraus ergibt sich eine sofortige Volltr\u00e4nkung);<br \/>\nb)\teventuell problematisch (daraus folgt ein Tr\u00e4nkungsversuch von vergleichbarem Material);<br \/>\nc)\twahrscheinlich problematisch (Entscheidung \u00fcber eine AVT oder andere Ma\u00dfnahme unter Einbeziehung aller Untersuchungsergebnisse der beteiligten Forschergruppen; Diskussion).<\/p>\n<p>Verschiedene Versuche, dem Baumberger Kalksandstein die Feuchte zu entziehen, haben gezeigt, dass nur mithilfe einer gepulsten Vakuumunterst\u00fctzung w\u00e4hrend der Trocknungsphase eine f\u00fcr die AVT-Behandlung ausreichende Entfeuchtung m\u00f6glich ist.<br \/>\nTesttr\u00e4nkungen an Versuchspr\u00fcfk\u00f6rpern aus Baumberger Kalksandstein lassen eine gute Metymetacrylat-Aufnahme erwarten.<\/p>\n<p>Aufgrund der Schadensaufnahme, der petrografischen und materialkundlichen Untersuchungen wurde bei den Kreuzwegstationen 9 und 10 auf eine AVT verzichtet. Die beiden Exponate wurden restaurato-risch \u00fcberarbeitet und vor Ort wieder aufgestellt. Bei den Wappenreliefs der Schelenburg wurde das Wappen 3 de van Rutenbarge nicht getr\u00e4nkt, da aufgrund der petrografischen und bauphysikalischen Kennwerte eine Tr\u00e4nkung als nicht empfehlenswert angesehen wurde. Es wurde daher eine Kopie angefertigt und das Original im Treppenaufgang im Inneren der Schelenburg eingebaut.<\/p>\n<p>Exemplarisch durchgef\u00fchrte Ultraschalluntersuchungen (Schalllaufzeitmessungen) an den Kreuzwegstationen, die mit der AVT behandelt wurden, wiesen eine gleichm\u00e4\u00dfige Durchtr\u00e4nkung auf. Zur Endkontrolle wurden an Minimalproben von den getr\u00e4nkten Kreuzwegstationen D\u00fcnnschliffe angefertigt, mittels derer die Durchtr\u00e4nkung optisch nachgewiesen werden konnte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Herbst 1998: Zwischenergebnisse vorgestellt bei dem deutsch-tschechischen Symposium Natursteine, Raesfeld; Vortragsveranstaltungen in der Fachhochschule K\u00f6ln, Fachbereich Restaurierung, Steinmetzausbildungsst\u00e4tten K\u00f6nigslutter und Wunsiedel; Tag der offenen T\u00fcr bei der Firma Jbach Steinkonservierung, Sche\u00dflitz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, sind f\u00fcr die Entscheidung, ob und wie ein Exponat aus Baumberger Kalksandstein instand gesetzt wird und ob hierzu die Acrylharzvolltr\u00e4nkung geeignet ist, immer von ausgew\u00e4hlten Voruntersuchungen abh\u00e4ngig. Es wurde daher im Rahmen des Projektes ein Untersuchungsschema entwickelt, in dem die notwendigen Untersuchungsmethoden genannt werden, um eine Beurteilung des Baumberger Kalksandsteins im Hinblick auf die AVT-Behandlung durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Zum Abschluss des Ma\u00dfnahmenkonzeptes sollte grunds\u00e4tzlich eine zeitlich wiederkehrende Nachsorge eingeplant werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zahlreiche Objekte aus Baumberger Kalksandstein in den Bundesl\u00e4ndern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind heute in einem Zustand, in dem herk\u00f6mmliche Verfahren zur Steinkonservierung langzeitlich keinen Schutz darstellen und dar\u00fcber hinaus eine Unterbringung in Innenr\u00e4umen nicht m\u00f6glich ist. 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