{"id":22574,"date":"2023-07-27T10:32:02","date_gmt":"2023-07-27T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19151-01\/"},"modified":"2023-07-27T10:32:05","modified_gmt":"2023-07-27T08:32:05","slug":"19151-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19151-01\/","title":{"rendered":"Sichtweisenintegrierende Kommunikation und Information von multifunktionalen Umweltleistungen naturnaher Landnutzung, untersucht an ausgew\u00e4hlten Zielsetzungs-, Vereinbarungs- und Planungsszenarien in kommunalen Forstbetrieben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass sind die negativen Entwicklungen am Holzmarkt, Entstehung neuer Gro\u00dfanlagen bei der Holzverwertung, erh\u00f6hte Technisierung in Holzernte und Logistik, und infolge gravierende Rationalisierungen und Privatisierungsbestrebungen im Bereich der \u00f6ffentlichen Forstbetriebe. Um \u00f6ffentliche W\u00e4lder vor dem direkten Zugriff der Industrie zu sch\u00fctzen und ihr multifunktionales Leistungsspektrum zu st\u00e4rken, wird ein \u00f6ffentlicher Wald- und Landschaftsnutzungsdiskurs mittels Internettechniken vorgeschlagen. Zielsetzung des Projektes war es, das am Beispiel der Selbstdarstellung eines kommunalen Forstbetriebes zu untersuchen, daf\u00fcr ein Paket geeigneter Softwaretools prototypenhaft zu testen und eine konzeptionelle Untersuchung der kommunikativen Problemstellung vorzunehmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Eingangsdaten f\u00fcr die Selbstdarstellung im Internet entstammen vor allem zwei Quellen: den vorhan-denen Forsteinrichtungsunterlagen des blieskasteler Forstbetriebs (Forsteinrichtung, Waldbiotopkartierung, Karten, Orthophotos etc.) und eigene digitale Bilder und Texte zu Objekten, Szenarien und Einzelthemen im blieskasteler Wald. Es wurden \u00f6ffentlich t\u00e4tige F\u00f6rster der Region zu Einzelthemen des Projektes befragt, insb. zu ihrer Einsch\u00e4tzung der aktuellen Entwicklung in den Betrieben. Die Softwarefamilie ZOPE \/ CMS\/ PLONE wurde protytypenhaft eingesetzt (f\u00fcr Pr\u00e4sentation und Organisation der Objekt- und Themeninhalt des WEB-Auftritts), sowie MapServer (f\u00fcr interaktive Kartographie, Luftbilder etc.). Umfangreiche Betrachtungen der kommunikativen (= gesellschaftlichen) Problemstellung wurden vorgenommen. Dazu wurde der systemtheoretische Ansatz von LUHMANN angewendet. Ein konzeptioneller Vorschlag zur Kommunikation mittels Internet wurde entworfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Sorge um die \u00f6ffentlichen Forstbetriebe scheint begr\u00fcndet. Nicht nur Forstbetriebe und ihr Wald sind betroffen, sondern auch die offene Landschaft, aus der sich in den Mittelgebirgen die Landwirtschaft zur\u00fcckzieht. L\u00f6sungen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Landnutzung m\u00fcssen gefunden werden. Ein kommunikativer Weg, bei dem gezielt das Internet eingesetzt wird, scheint hier angemessen zu sein.<br \/>\nDie aktuellen kommunalen M\u00f6glichkeiten zu Internetplattformen sind relativ ern\u00fcchternd: die kommunale Internetnutzung ist im Bereich kleiner und mittelgro\u00dfer Gemeinden aus personellen und finanziellen Gr\u00fcnde unterentwickelt. Internetforen zu Wald und Landschaft stehen z.Zt. nicht in der Priorit\u00e4tenliste. Die Selbstpr\u00e4sentation des Forstbetriebs im Internet h\u00e4tte ein Chance, wenn sie als Teil der periodischen Forsteinrichtungen und anderer Wald- und Landschaftsplanungen mitbearbeitet werden w\u00fcrde.<br \/>\nAus dem Opensource-Bereich stehen sehr leistungsf\u00e4hige kostenlose Softwaretools zur Verf\u00fcgung. ZO-PE und die darauf aufsetzenden Systeme ContentManagementSystem (CMS) und PLONE (zur Gestaltung von Standard-Internetplattformen) sind ausgereift, inzwischen gut dokumentiert und zuverl\u00e4ssig be-nutzbar &#8211; auch f\u00fcr andere kommunale IT-Anwendungen. F\u00fcr die Internetkartographie eignet sich das Opensource-verf\u00fcgbare MapServer. Es kann inzwischen direkt in ZOPE, respektive CMS und PLONE, integriert werden. Kommunale WEB-Auftritte sind trotzdem weiterhin kostspielige Unternehmungen, weil sie professioneller IT-Begleitung und laufender inhaltlicher Pflege bed\u00fcrfen.<br \/>\nDer systemtheoretische Ansatz von LUHMANN \u00fcber die gesellschaftliche Ausdifferenzierung autopoietischer funktionaler Kommunikationssysteme eignet sich zur Erkl\u00e4rung von einzelfunktionaler und multifunktionaler Kommunikation \u00fcber Wald- und Landnutzung. Auf dem Hintergrund der aktuellen Ver\u00e4nderungen findet quasi zwangsl\u00e4ufig eine permanente Verst\u00e4rkung der  forstlichenbetrieblichen Kommunikation um die Rohstofffunktion des Waldes statt. Dadurch werden die anderen Waldfunktionen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Das Projekt besch\u00e4ftigt sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit der Rolle der \u00f6kologischen Waldfunktion im Walddiskurs. Hierzu werden am Beispiel von todholzbewohnenden Arten die \u00f6kologischen Geltungsanspr\u00fcche an den Wald gesondert ausgearbeitet. Da die funktionalen Kommunikationssysteme nicht unter-einander gekoppelt sind, scheint eine multifunktionale Kommunikation nur m\u00f6glich, wenn Multifunktionali-t\u00e4t neben die drei Waldhauptfunktionen als vierte eigenst\u00e4ndige Funktion gesetzt wird. In der Multifunktions-Kommunikation sollte als prim\u00e4re Zielsetzung der naturnahe Wald selbst (aus der \u00d6kologiefunktion abgeleitet) integriert werden, und nicht nur ein naturnaher Waldbau (der, aus der Rohstofffunktion abgeleitet, ja lediglich zum funktionalen Gesellschafts-Teilssystem Wirtschaft geh\u00f6rt).<br \/>\nAbschlie\u00dfend wird aus dem luhmannschen Konzept der Kommunikationssysteme ein Vorgehensvor-schlag f\u00fcr den regionalen einzel- und multifunktionalen Landschafts- und Waldnutzungsdiskurs abgeleitet. Dabei sollte eine Moderation stattfinden, die die Einzelthemen der verschiedenen Funktionen f\u00fcr brei-te Gruppen kommunikativ attraktiv verarbeitet. Das Projekt schl\u00e4gt ein Gesch\u00e4ftsmodell in Anlehnung an die Massenmedien vor.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kommunen kleiner und mittlerer Gr\u00f6\u00dfenordnung haben erhebliche Schwierigkeiten mit komplexen und l\u00e4ngerfristigen Internetanwendungen. Es wurde versucht, mit den IT-Verantwortlichen der Kommunen zusammenzuarbeiten. Dazu fanden verschiedene Gespr\u00e4che mit einzelnen Kommunalvertretern und mehrfach Pr\u00e4sentationen der angesprochen Softwareinstrumente mit kommunalen Anwendungen statt. In einem bundesweiten Verbundprojekt zur Waldforschung wurde anl\u00e4sslich von Workshops (G\u00f6ttingen, Eberswalde) ein Konzept zur Internetkommunikation in Forschungsverbunden mit Hilfe der im Projekt eingesetzten Internettechniken vorgeschlagen, sowie erste Versuche mit Internetkommunikation zwischen den \u00fcber die Bundesrepublik verteilten Gruppen durchgef\u00fchrt.<br \/>\nEin waldspezifischer Anwendungsversuch des Kommunikationskonzeptes fand auf einem WebPortal http:\/\/landford.landford.de statt. Das  Projektkonzept und eine erste Internetanwendung wurden auf der CBIT 2003 pr\u00e4sentiert.<br \/>\nMit einer regionalen Arbeitsgruppe zur Ausweisung einer Biosph\u00e4renregion Bliesgau (Saarland) wird z.Zt. ein weiterer Internet-Anwendungsversuch vorbereitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die IT-Voraussetzungen f\u00fcr eine internetbasierte einzel- und multifunktionale Wald- und Landnutzungskommunikation sind durchaus gegeben. Erhebliche M\u00e4ngel bestehen aber weiterhin auf institutioneller Ebene (wenige kommunale Internetanwendung, geringe einzelthematische Erfahrungen) Theoretische sozialwissenschaftliche Ans\u00e4tze (systemtheoretisches Gesellschaftsmodell von LUHMANN) k\u00f6nnen helfen, das Problem der multifunktionalen Kommunikation besser zu verstehen und f\u00fcr die internetbasierte Kommunikation zu formalisieren. Es besteht weiter Bedarf nach konkreten Realisierungsbeispielen, Erfahrungen mit dem Betrieb kommunikativer Internetanwendungen u. \u00e4. Integrative Moderation und Orien-tierung an Gesch\u00e4ftsmodellen von Massenmedien k\u00f6nnen hier ggf. einen Ausweg finden helfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass sind die negativen Entwicklungen am Holzmarkt, Entstehung neuer Gro\u00dfanlagen bei der Holzverwertung, erh\u00f6hte Technisierung in Holzernte und Logistik, und infolge gravierende Rationalisierungen und Privatisierungsbestrebungen im Bereich der \u00f6ffentlichen Forstbetriebe. 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