{"id":22555,"date":"2023-07-24T10:32:05","date_gmt":"2023-07-24T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19126-01\/"},"modified":"2023-07-24T10:32:06","modified_gmt":"2023-07-24T08:32:06","slug":"19126-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19126-01\/","title":{"rendered":"Internationale Tagung im November 2001 Biomasse in KWK-Anlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der globalen Klima- und Energiedebatte nimmt das Thema Biomasse als Energietr\u00e4ger in der Energie-, Umwelt-, Agrar- und Klimaschutzpolitik der Bundesrepublik einen hohen Stellenwert ein. Zugenommen hat die Bedeutung dieser Thematik noch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das am 1. April 2000 in Kraft trat, und die 2001 in Kraft getretene Biomassenverordnung. Durch diese gesetzlichen Vorgaben haben sich auch die Schwerpunkte innerhalb des Themas Energie aus Biomasse verschoben. Diente die Biomasse fr\u00fcher prim\u00e4r der W\u00e4rmebereitstellung, r\u00fcckt jetzt die Stromerzeugung oft in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung (KWK) immer mehr in den Vordergrund. Zus\u00e4tzlich steht insbesondere die Biogasgewinnung &#8211; aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden prim\u00e4r in Ko-Fermentation oft mit G\u00fclle als prim\u00e4rem Substrat &#8211; im Blickpunkt des Interesses. Last but not least gewinnt die Stromerzeugung aus gebrauchtem Holz &#8211; ob mit oder ohne Kraft-W\u00e4rme-Kopplung &#8211; an Bedeutung. So wurde das Thema Kraft-W\u00e4rme-Kopplung aus Biomasse der meistdiskutierte und \u00f6konomisch interessanteste Aspekt auf dem Gebiet der Biomasse in der letzten Zeit. Allerdings liegen die W\u00fcnsche und die Wirklichkeit oft weit auseinander, so dass eine Aufarbeitung dieses teilweise sehr emotional diskutierten Themas angeraten erscheint. Ziel der Tagung ist es daher, den Stand und die Perspektiven der Nutzung von Bio-masse in KWK-Anlagen zu analysieren, zu diskutieren und zu bewerten, den internationalen Know-how-Transfer zu f\u00f6rdern und so die Nutzung regenerativer Energien in Deutschland zu forcieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm der Zielvorgabe gerecht zu werden, ist die Tagung in vier Sektionen untergliedert. Am Vormittag des ersten Tages werden die grunds\u00e4tzlichen Fragen der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung aus Biomasse unter energie-, umwelt-, agrar- und wirtschaftspolitischen Aspekten analysiert. Am Nachmittag werden verschiedene M\u00f6glichkeiten der KWK auf Basis fester Biomasse anhand konkreter Projekte aufgezeigt. Die abschlie\u00dfende Podiumsdiskussion greift die Themen der Referate noch einmal auf. Der zweite Tag beginnt mit Vortr\u00e4gen zur energetischen Nutzung von Pflanzen\u00f6len, also fl\u00fcssiger Biomasse, in KWK-Anlagen. Darauf aufbauend erfolgt die Darstellung konkreter Projekte. Auch das Thema Einsatz gasf\u00f6rmiger Bioenergietr\u00e4ger wird mit einem \u00dcberblicksvortrag eingeleitet, durch die Pr\u00e4sentation praktischer Anwendungsm\u00f6glichkeiten vertieft und mit einem Ausblick abgeschlossen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im ersten Veranstaltungsblock, in dem grunds\u00e4tzliche Fragen der Kraft-W\u00e4rme-Kopplung aus Biomasse unter energie-, umwelt-, agrar- und wirtschaftspolitischen Aspekten diskutiert wurden, herrschte Einigkeit dar\u00fcber, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz die energetische Nutzung von Biomasse befl\u00fcgelt hat. Bem\u00e4ngelt wurde allerdings insbesondere seitens des Bundesverbandes Kraft-W\u00e4rme-Kopplung, dass sich das EEG darauf beschr\u00e4nke, Anreize f\u00fcr den Einsatz erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung zu setzen. Es gebe jedoch keinerlei Anreize, diese effizient in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung zu nutzen.<br \/>\nIn den technisch orientierten Veranstaltungsblocks wurde die verschiedenen Technologien (Dampfkraftprozesse, Stirling-Motor, ORC-Prozesse, Pflanzen\u00f6l-Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen oder Biogasanlagen) zur energetischen Nutzung von Biomasse pr\u00e4sentiert und diskutiert. Die Teilnehmer waren sich weitgehend einig, dass inzwischen alle diese Technologien technisch beherrschbar seien. Ziel der gegenw\u00e4rtigen (Weiter-)Entwicklungen seien deshalb Effizienzsteigerungen, um die entsprechenden Anla-gen wirtschaftlich bzw. wirtschaftlicher betreiben zu k\u00f6nnen. Genau an diesem Punkt werde die Kraft-W\u00e4rme-Kopplung interessant. Denn viele Anlagen w\u00fcrden, so die vorherrschende Meinung, trotz F\u00f6rderung durch das EEG erst dann \u00f6konomisch tragf\u00e4hig, wenn neben dem Strom auch die anfallende Prozessw\u00e4rme genutzt werden kann.<br \/>\nDiese Meinung wurde durch die Vortr\u00e4ger zweier Anlagenbetreiber gest\u00fctzt und durch praktische Erfahrungen untermauert. Beide Referenten konnten positive Bilanzen aus dem Betrieb ihrer Anlagen ziehen. Dass diese Bilanzen auch \u00f6konomisch positiv sind, sei allerdings nach \u00fcbereinstimmender Aussage beider Anlagenbetreiber darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass man die anfallende W\u00e4rme im eigenen Unternehmen nutzen k\u00f6nne.Ebenfalls von Seiten der Praktiker wurde Kritik am rechtlichen Rahmen des Betriebs von Biogasanlagen laut. Zwar habe das EEG zweifellos positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen, aber diese Aspekte w\u00fcrden vielfach von anderen Gesetzen, die den Betrieb solcher Anlagen betreffen, konterkariert. Beim Praktiker entstehe gelegentlich der Eindruck, das die linke Hand des Gesetzgebers nicht wisse, was die rechte tue.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Alle von den Referenten eingereichten Vortragsmanuskripte wurden in einem Tagungsband ver\u00f6ffent-licht und allen Konferenzteilnehmern zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Tagungsband ist im Erich-Schmidt-Verlag unter der ISBN 3-503-07008-7 erschienen und steht somit auch der interessierten (Fach-) \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nVorab eingereichte Kurzfassungen der meisten Tagungsbeitr\u00e4ge waren und sind bis heute im Internet auf der homepage des Instituts f\u00fcr Energetik und Umwelt gGmbH (www.ie-leipzig.de) kostenlos \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<br \/>\nLast but not least haben regionale Tageszeitungen und Fachzeitschriften die Veranstaltung angek\u00fcndigt und \u00fcber ihren Verlauf informiert. Als Beispiele seien Energie &#038; Management sowie et &#8211; Energiewirtschaftliche Tagesfragen genannt. Die beiden renommierten Fachzeitschriften haben ausf\u00fchrliche Tagungsberichte abgedruckt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der Veranstaltung wurden der Stand und die Perspektiven der Nutzung von Biomasse in KWK-Anlagen ausgiebig analysiert und diskutiert. Dies war insbesondere deshalb f\u00fcr alle Beteiligten sehr informativ und nutzbringend, weil Experten mit Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen der energetischen Nutzung von Biomasse in KWK-Anlagen vertreten waren. So trafen Vertreter der Verwaltung und der Verb\u00e4nde auf Wissenschaftler, Techniker und Anlagenbetreiber. Auf diese Weise konnte jeder Kon-ferenzteilnehmer seine Kenntnisse in einen gr\u00f6\u00dferen Gesamtzusammenhang einordnen. Zudem waren Teilnehmer insbesondere aus \u00d6sterreich, aber auch aus Belgien und D\u00e4nemark auf der Konferenz, so dass die deutschen Erfahrungen in einen internationalen Kontext gestellt werden konnten und auch die ausl\u00e4ndischen Teilnehmer von den deutschen Erfahrungen profitierten. Auf diese Weise konnte der internationale Know-how-Transfer, ein Ziel der Veranstaltung, unterst\u00fctzt und ausgeweitet werden.<br \/>\nDie Veranstaltung brachte sowohl f\u00fcr die anwesenden Teilnehmer einen Nutzen als auch f\u00fcr das Promotion des Konferenzthemas an sich. Durch Publikationen auf verschiedenen Ebenen wurde eine relativ breite \u00d6ffentlichkeit erreicht und f\u00fcr das Thema sensibilisiert. Die energetische Nutzung von Biomasse in Kraft-W\u00e4rme-Kopplung wurde positiv in die \u00d6ffentlichkeit getragen, was sich positiv auf k\u00fcnftige legislati-ve Entwicklungen auswirken sollte.<br \/>\nAlles in allem kann festgestellt werden, dass das Hauptziel der Veranstaltung, die Nutzung regenerativer Energien in Deutschland zu forcieren, im Rahmen der M\u00f6glichkeiten erreicht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vor dem Hintergrund der globalen Klima- und Energiedebatte nimmt das Thema Biomasse als Energietr\u00e4ger in der Energie-, Umwelt-, Agrar- und Klimaschutzpolitik der Bundesrepublik einen hohen Stellenwert ein. Zugenommen hat die Bedeutung dieser Thematik noch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das am 1. 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