{"id":22553,"date":"2024-11-27T10:36:13","date_gmt":"2024-11-27T09:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-18\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:18","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:18","slug":"17400-18","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-18\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung von Planungsleistungen f\u00fcr das geplante Projekt: Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Bonn-Matreier-H\u00fctte (2.750 m \u00fc. NN) in der s\u00fcdlichen Venedigergruppe, Osttirol[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Bonn-Matreier H\u00fctte war im Hinblick auf umweltrelevante H\u00fcttentechnik sehr unzureichend ausgestattet. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung entsprachen nicht dem geforderten Stand der Technik. Als Stromlieferant stand ein Dieselaggregat ohne Nutzung der Abw\u00e4rme zur Verf\u00fcgung. Ziel der Planungsphase war es, Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung in den umweltrelevanten Bereichen aufzuzeigen und L\u00f6sungsvarianten darzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Bereiche sollten im Rahmen der Planungsleistungen erfasst werden: Energie, Haustechnik, Geb\u00e4udetechnik, Wasser. Da bez\u00fcglich Abwasserentsorgung bereits ein von \u00f6sterreichischen Stellen bewilligtes Projekt vorlag und dieses zwischenzeitlich auch teilweise umgesetzt wurde, wurde hierauf nur am Rande eingegangen.<br \/>\nDatenerhebung: Gemeinsam mit dem H\u00fcttenwirt sollten zuerst die allgemeinen Daten der H\u00fctte, wie z. B. Lage und H\u00f6he, Bewirtschaftungszeitraum, \u00dcbernachtungspl\u00e4tze, H\u00fcttenpersonal, \u00dcbernachtungsg\u00e4ste, aufgenommen werden. Sodann wurden die geb\u00e4udetechnischen Werte, wie W\u00e4rmed\u00e4mmwerte, Baumaterialien ermittelt. Im Bezug auf den Energieverbrauch wurden die derzeitigen W\u00e4rmeerzeugungsaggregate mit allen Heizger\u00e4ten, der Prim\u00e4renergieverbrauch und der derzeitige Bedarf an elektrischem Strom mit allen vorhandenen elektrischen Verbrauchern aufgenommen. Ebenso sollte der Wasserverbrauch dokumentiert und das Abfallaufkommen festgehalten werden. Alle diese Daten wurden in einem Ergeb-nisbericht festgehalten und mit den zuk\u00fcnftigen Entwicklungen abgestimmt.<br \/>\nKonzeptentwicklung und Variantenvergleich: Im Bereich Energie wurde das Energiespar- und Emissionsminderungspotenzial ermittelt. Verschiedene Varianten der Energieerzeugung (Hybrid-Systeme) sollten miteinander verglichen werden, wie z. B. Kleinwasserkraftwerk in Kooperation mit den Almbauern, Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Raps\u00f6l-BHKW. Danach erfolgte die Bewertung und Darstellung der Vorzugsvariante, die Erstellung eines Blockschaltbildes, die Aufstellung \u00fcber Prim\u00e4r-Energieverbrauch, eine Planerstellung f\u00fcr die zeitliche Umsetzung sowie die Erstellung der Kostenplanung. Im Bereich der Wasserversorgung sollte ein Konzept entsprechend dem Stand der Technik erstellt werden. Im Bereich Abfall war das m\u00f6gliche Vermeidungspotenzial samt Logistik aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>12Oberhalb der Bonn-Matreier H\u00fctte wurde auf 2.775 m \u00fc. NN ein neuer Hochbeh\u00e4lter aus Stahlbeton mit einem Fassungsverm\u00f6gen von 30 m3 zur Speicherung des Trinkwassers installiert. Daneben befindet sich ein \u00e4lterer Beh\u00e4lter aus L\u00e4rchenholz (15 m3 Volumen), der als Notwasserspeicher in nieder-schlagsarmen Zeiten in Betrieb genommen werden kann. Das Trinkwasser, das aus einer Quelle auf 2.740 m \u00fc. NN bezogen wird, wird \u00fcber einen Tiefbeh\u00e4lter mit Hilfe eines Pumpwerkes mit Druckrohrlei-tung zum Hochbeh\u00e4lter gef\u00f6rdert. Zus\u00e4tzlich wird in der kalten Jahreszeit Schmelzwasser von den umlie-genden Schneefeldern in den Hochbeh\u00e4lter geleitet.<br \/>\nDie Abwasserentsorgung ist auf der Bonn-Matreier H\u00fctte auf gutem Niveau geregelt. 2002 erhielt die H\u00fctte eine Abwasserreinigungsanlage, die aus einer zweistrassigen Filtersackanlage besteht und in einer winterfesten Einhausung aus L\u00e4rchenholz s\u00fcdlich der H\u00fctte aufgestellt ist. Die gef\u00fcllten Filters\u00e4cke werden nach ihrer Trocknung mit der Seilbahn ins Tal verbracht. Die Anlage ging 2003 in Betrieb.<br \/>\nDie Beheizung der H\u00fctte erfolgt haupts\u00e4chlich mit Brennholz (Fichte und L\u00e4rche) sowie mit einem geringen Anteil an Steinkohle in Form von Briketts. Der Brennstoffver brauch an Holz liegt pro Saison bei 16-18 m3. Die K\u00fcche wird mit dem Holzherd beheizt, die Gastr\u00e4ume mit Kachel\u00f6fen und einem Gasofen, der nur eine geringe W\u00e4rmeleistung hat. Der Trockenraum wird derzeit mittels eines Elektro-Schnellheizers (2 kW Anschlussleistung) beheizt. Die Bereitstellung von Warmwasser erfolgt ausschlie\u00dflich mittels de-zentraler Gasboilersysteme. Der Verbrauch liegt bei 6 St\u00fcck 33-kg-Gasflaschen pro Saison. Als Prim\u00e4renergie zum Kochen und Warmhalten von Speisen wird Holz und Gas eingesetzt (Jahres-Verbr\u00e4uche: 11 m3 Holz, 11 St\u00fcck 33-kg-Gasflaschen). Die Beleuchtung der K\u00fcche, der Gastr\u00e4ume, der WC- und Dusch-Anlagen sowie der Lagerr\u00e4ume im Kellergeschoss erfolgt bislang mit einer \u00fcberalterten Gasbeleuchtung (Jahresverbrauch 2 St\u00fcck 33-kg-Gasflaschen) sowie mit elektrischer Energie. Die Elektroger\u00e4-te werden zum Gro\u00df teil \u00fcber ein bestehendes altes 24 kW-Dieselaggregat, das haupts\u00e4chlich die Energieversorgung der Materialseilbahn sicherstellt, versorgt. Die elektrischen Anlagen befinden sich insgesamt in einem desolaten Zustand. Am Dach der H\u00fctte befindet sich eine Photovoltaikanlage mit 2 Modulen \u00e0 50 W, welche die 12 V-Notbeleuchtungsanlage in den Stiegenh\u00e4usern und WC-Anlagen ver-sorgt. Die produzierte \u00dcberschussenergie wird in konventionellen Bleibatterien gespeichert. An der S\u00fcd-seite der H\u00fctte ist eine Funk-Telefonanlage installiert, die \u00fcber eine PV-Anlage gespeist wird.<br \/>\nK\u00fcnftige Situation: K\u00fcnftig wird die Trinkwasserquelle im unmittelbaren Bereich der Fassung gegen Zutritt von Oberfl\u00e4chenwasser gesichert. Dazu wird diese Zone mit Steinplatten und einer Schutzfolie, welche mit Steinen belegt wird, abgedeckt. Des Weiteren wird der Tiefbeh\u00e4lter durch eine Steinabdeckung gegen Schneedruck und W\u00e4rmeeinstrahlung gesch\u00fctzt. Um bakteriologische Verunreinigungen des Was-sers aus dem Hochbeh\u00e4lter zu minimieren, wird in der H\u00fctte eine UV-Desinfektionsanlage installiert.<br \/>\nZiel des entwickelten Energieversorgungskonzeptes ist es, die Energieversorgung so zu modernisie-ren, dass die Umweltbelastung auf ein Minimum reduziert wird. Dazu wurden zwei Energieversorgungsvarianten betrachtet: die Erzeugung der ben\u00f6tigten Energie mit Hilfe der Wasserkraft und der Einbau ei-nes BHKW mit PV-Anlage bei Nutzung der thermischen Energie zur Heizung\/Warmwasserbereitung.<br \/>\nNach den Variantenvergleichen erscheint die Errichtung eines Kleinwasserkraftwerkes am \u0082Nilbach un-ter \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Kriterien als beste L\u00f6sung. Die Niedrigwasserabflussmenge des Nilbaches wird auf 50-60 Liter pro Sekunde gesch\u00e4tzt. Eine Wasserkraftanlage mit einer Spitzenleistung von<br \/>\n40 kW (30 l\/s) soll daher k\u00fcnftig den Bedarf der Bonn-Matreier H\u00fctte an elektrischer Energie abdecken. Das Krafthaus wird in 2.320 m \u00fc. NN errichtet. Kostenintensive Erneuerungen bestehender Verbraucher sind bei dieser L\u00f6sung nicht notwendig. Auch die Raumheizung kann \u00fcber Elektro-Direktheizpanelen und die Warmwasserversorgung durch einfachen Austausch der jetzigen Gasboiler gegen Elektroboiler erfolgen. Gekocht wird ebenfalls k\u00fcnftig mit elektrischer Energie. Daraus ergeben sich folgende Einsparpotenziale von Prim\u00e4renergiearten:<br \/>\n&#8211;\tv\u00f6lliger Verzicht auf die Gasversorgung (Transporte der Gasflaschen entfallen);<br \/>\n&#8211;\tReduktion des Holzverbrauches auf 1 m3 pro Saison als Notheizenergie;<br \/>\n&#8211;\tVerzicht auf weiteren Prim\u00e4renergietr\u00e4ger (Briketts);<br \/>\n&#8211;\tVerzicht auf die Dieselversorgung, Demontage und Abtransport des alten Aggregates.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Naturschutzrechtliche Bewilligung, Baubewilligung und wasserrechtliche Bewilligung der Bezirks- hauptmannschaft Lienz lag f\u00fcr die Umsetzung der geplanten Ma\u00dfnahmen im Rahmen des Folgeprojektes AZ 17400\/53 vor. Zur Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse ist der Druck von Faltbl\u00e4ttern und eine fest installierte Infotafel auf der H\u00fctte vorgesehen. Dar\u00fcber hinaus soll die Schutzh\u00fctte ins Internet eingestellt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen der Planungsphase wurden ein neues Energiekonzept sowie wasserversorgungstechnische Ver\u00e4nderungen auf der Bonn-Matreier H\u00fctte mit Variantenbetrachtungen qualifiziert integral geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Bonn-Matreier H\u00fctte war im Hinblick auf umweltrelevante H\u00fcttentechnik sehr unzureichend ausgestattet. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung entsprachen nicht dem geforderten Stand der Technik. Als Stromlieferant stand ein Dieselaggregat ohne Nutzung der Abw\u00e4rme zur Verf\u00fcgung. Ziel der Planungsphase war es, Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung in den umweltrelevanten Bereichen aufzuzeigen und L\u00f6sungsvarianten darzustellen. 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