{"id":22530,"date":"2023-07-13T15:21:42","date_gmt":"2023-07-13T13:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19073-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:42","slug":"19073-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19073-01\/","title":{"rendered":"Workshop Private Finanzierung von internationalem Naturschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr Schutzgebiete mit weltweiter Bedeutung f\u00fcr den Erhalt biologischer Vielfalt stehen immer weniger staatliche Mittel zur Verf\u00fcgung. Auch durch die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit k\u00f6nnen Schutzgebiete nicht wirklich nachhaltig gesichert werden, da finanzielle Mittel an kurzfristige Projektzeitr\u00e4ume gebunden sind.<br \/>\nDer WWF Deutschland versucht vor diesem Hintergrund, neue M\u00f6glichkeiten der Finanzierung von internationalen Naturschutzvorhaben zu finden. Im Zentrum der \u00dcberlegungen stehen hierbei M\u00f6glichkeiten von renditeversprechenden Investitionsprojekten durch privatwirtschaftliche Unternehmen wie etwa Jagd- und \u00d6kotourismus. Eine Darstellung des Potenzials privater Finanzierung von internationalem Naturschutz gibt es f\u00fcr Deutschland bislang nicht.<br \/>\nDie F\u00f6rderung bezog sich auf einen Workshop zum Thema Private Finanzierung von internationalem Naturschutz, in dem die Grundlagen f\u00fcr eine anschlie\u00dfende Machbarkeitsstudie zum gleichen Thema erarbeitet werden sollten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGef\u00f6rdert aus den Mitteln der Umweltstiftung fand der eint\u00e4gige Workshop zum Thema Private Finanzierung von internationalem Naturschutz am 13. M\u00e4rz 2002 in Frankfurt am Main statt.<br \/>\nZu diesem Workshop wurden Vertreter von Banken, von privatwirtschaftlichen Unternehmen, aus der Entwicklungszusammenarbeit und der Umweltstiftung WWF Deutschland geladen. Der Kreis der Spezialisten wurde au\u00dferdem durch Teilnehmer aus den Bereichen \u00d6kotourismus und Politik erg\u00e4nzt.<br \/>\nDer Workshop wies eine strategische Zweiteilung auf. Im ersten Teil wurden Projekte und theoretische Ans\u00e4tze in 30 min. Vortr\u00e4gen dargestellt. Im zweiten Teil des Workshops wurden unter kompetenter Leitung eines Moderators die Fragen entwickelt, die zur Erstellung der nachgeschalteten Studie bearbeitet werden solle. Besonderes Augenmerk wurden hierbei darauf gerichtet, m\u00f6glichst konkrete Fragen zu erstellen und darauf, dass alle in der Diskussion vorgetragenen Aspekte Ber\u00fccksichtigung fanden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der WWF-Workshop best\u00e4tigte die Erfahrung, dass im Bereich der Naturschutzfinanzierung bislang nur wenige Beispiele aus Deutschland existieren, die Merkmale einer renditeorientierten unternehmerischen Investition aufweisen. Charakteristisch f\u00fcr die bereits existierenden unternehmerischen Aktivit\u00e4ten ist, dass sie sich auf nur eine Nutzungsform beschr\u00e4nken. Einen unternehmerischen Ansatz, der anstrebt, verschiedene Nutzungsformen zu kombinieren, mit dem Ziel Naturschutz in Entwicklungsl\u00e4ndern zu f\u00f6r-dern, gibt es noch nicht.<br \/>\nDer Workshop machte klar, dass die geplante Studie eine Studie f\u00fcr die unternehmerische Praxis darstellen muss. Zielgruppe sind in erster Linie internationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland, f\u00fcr die die Studie sehr klare Empfehlungen bereithalten muss. Teilnehmer des WWF und der entwicklungspolitischen Organisationen (GTZ und KfW) machten klar, dass umwelt- und entwicklungspolitische Erfordernisse ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, um Fehlenentwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit zu verhindern. Diesen Erfordernissen m\u00fcssen sich die privatwirtschaftlichen Interessen unterordnen.<br \/>\nDie Diskussion im Plenum ergab, dass sich die Studie sich inhaltlich auf wenige (vielversprechende) Projekte konzentrieren sollte. Hierf\u00fcr wurden f\u00fcnf Projekttypen identifiziert, die f\u00fcr eine solche Analyse geeignet erscheinen:<br \/>\n&#8211;\tNaturwald- und Plantagenbewirtschaftung nach den Kriterien des FSC (Beispiel Precious Wood AG\/ Costa Rica\/ Brasilien)<br \/>\n&#8211;\tAufforstungsvorhaben auf degradierten Fl\u00e4chen mit Ziel der FSC-Zertifizierung (Beispiel Firma Schrader Forest Management\/Malaysia);<br \/>\n&#8211;\tRegenwald-\u00d6kotourismusprojekte (Beispiele auf dem Workshop wurden genannt f\u00fcr Belize, Ekuador, Republik S\u00fcdafrika)<br \/>\n&#8211;\tNachhaltige Wildtiernutzung im s\u00fcdlichen Afrika (Jagdtourismus)<br \/>\n&#8211;\tPotenziale des Emissionshandels durch Aufforstungen nach dem Kyoto Protokoll und den Ergebnissen der CoP7 in Marrakesch.<br \/>\nDas angestrebte Ziel des Workshops, Empfehlungen f\u00fcr die Ausgestaltung der Machbarkeitsstudie zu erhalten wurde voll erreicht. Dar\u00fcber hinaus erkl\u00e4rten sich einige Workshopteilnehmer bereit, auch nach dem Workshop die Studie und nachfolgende Aktivit\u00e4ten zu unterst\u00fctzen. Basierend auf den Empfehlun-gen von Workshopteilnehmern wurde eine erste Arbeitsbeschreibung (Struktur, Inhalt, Methodik) zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie inzwischen erstellt. Die Projektskizze zu dieser Machbarkeitstudie wurde inzwischen (Stand September 2002) der DBU vorgestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Workshop wurde in einem deutschsprachigen Tagungsband dokumentiert. Die Printversion daf\u00fcr befindet sich in Vorbereitung. Die elektronische Version im pdf-Format ist beim WWF Deutschland erh\u00e4ltlich.<br \/>\nDer Workshop ist als Beginn der eigentlichen Initiative zu sehen, das Konzept der privaten Finanzierung von internationalem Naturschutz durch eine Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen und mit Hilfe dieser Studie erste Investoren aus der Privatwirtschaft zu gewinnen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Workshop war ein gutes Instrument, um bereits im Vorfeld der Machbarkeitsstudie wichtige Fragen zu diskutieren. F\u00fcr die Thematik der zu untersuchenden Investitionsprojekte brachte er wertvolle Ergebnisse (Beschr\u00e4nkung auf etwa 5 Themen, Portfoliocharakter, alle Projekte von einer Hand verwaltet, Ausrichtung an entwicklungs- und naturschutzpolitischen Nachhaltigkeitskriterien). Am Workshop selbst h\u00e4tten allerdings noch mehr Vertreter von Finanzinstitutionen beteiligt sein sollen. Ihr Input h\u00e4tte der Runde noch weitere Erkenntnisse dar\u00fcber bringen k\u00f6nnen, welche Risikoabw\u00e4gungen in den Bereichen Venture-Kapital oder Fondsmanagement f\u00fcr Investitionsentscheidungen ma\u00dfgeblich sind. Bei der Vorbereitung der Machbarkeitsstudie zeigt sich, dass die Zielgruppe internationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland nur auf ein qualitativ hochwertiges Produkt einer renommierten Gutachterfirma reagieren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr Schutzgebiete mit weltweiter Bedeutung f\u00fcr den Erhalt biologischer Vielfalt stehen immer weniger staatliche Mittel zur Verf\u00fcgung. Auch durch die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit k\u00f6nnen Schutzgebiete nicht wirklich nachhaltig gesichert werden, da finanzielle Mittel an kurzfristige Projektzeitr\u00e4ume gebunden sind. 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