{"id":22501,"date":"2023-07-13T15:21:39","date_gmt":"2023-07-13T13:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19045-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:40","slug":"19045-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19045-01\/","title":{"rendered":"L\u00e4rmminderung an Gebl\u00e4sen  und Verdichtern unter Verwendung von Recycling-Material"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war die Entwicklung einer hochwirksamen, problemangepassten Schallschutzkapsel f\u00fcr Gebl\u00e4se auf Kl\u00e4ranlagen unter Verwendung eines Bl\u00e4hglasgranulates (REAPOR) aus Altglas als Absorber. Eine solche Kapsel kann bei entsprechender Anpassung auch f\u00fcr die Reduzierung der Ger\u00e4uschemission anderer Maschinen Verwendung finden. Mit diesem Projekt sollten gleichzeitig Einsatzm\u00f6glichkeiten von REAPOR im Bereich der Maschinenakustik getestet werden.<br \/>\nDas Projekt greift damit zwei aktuelle Probleme des Umweltschutzes auf, die Verminderung der Ger\u00e4uschbelastung in der Nachbarschaft industrieller Anlagen und die sinnvolle Verwertung von Recyclingmaterial.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZun\u00e4chst waren umfangreiche Untersuchungen hinsichtlich der gegenw\u00e4rtig in der Industrie eingesetzten Absorbermaterialien f\u00fcr die Auskleidung von SchallschutzkapseIw\u00e4nden erforderlich. Damit wurden Vergleiche in Bezug auf das im Projektrahmen untersuchte akustische Verhalten von REAPOR und der herk\u00f6mmlichen Absorbermaterialien m\u00f6glich.<br \/>\nUm einen \u00dcberblick \u00fcber das akustische Verhalten der zur Zeit auf Kl\u00e4ranlagen im Einsatz befindlichen Gebl\u00e4se und deren Kapselungen zu bekommen, wurden Ger\u00e4uschmessungen auf mehreren Kl\u00e4ranlagen in der Region Mittweida durchgef\u00fchrt. Dabei konnten f\u00fcr die einzelnen Gebl\u00e4setypen Frequenzbereiche abgeleitet werden, bei denen mit Problemen bei der Ger\u00e4uschminderung zu rechnen war.<br \/>\nDie Bestimmung der Hauptschallquellen der Gebl\u00e4se erfolgte mittels Schallintensit\u00e4tsmesstechnik.<br \/>\nAls ma\u00dfgebliche Quelle wurde die Luftansaug\u00f6ffnung erkannt. Hier wurde der Versuch unternommen, mit Hilfe eines Antischallsystems den Schalldruckpegel zu vermindern.<br \/>\nF\u00fcr weitere Untersuchungen wurde ein Gebl\u00e4se als Referenzanlage ausgew\u00e4hlt. Dieser Gebl\u00e4setyp sollte als Grundlage f\u00fcr die zu entwickelnde und als Prototyp zu bauende Schallschutzkapsel dienen. Durch Rechnungen wurde nachgewiesen, dass die Schallschutzkapsel mit schallged\u00e4mmten Kan\u00e4len ausgestattet werden muss, um trotz der notwendigen \u00d6ffnungsfl\u00e4chen die erforderliche Schalldruckpegelminderung zu erreichen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Projekt wurde eine hochwirksame, problemangepasste Schallschutzkapsel f\u00fcr Gebl\u00e4se und Verdichter  unter Verwendung eines Bl\u00e4hgranulates aus Altglas (REAPOR) als Absorbermaterial entwickelt. Diese Kapsel eignet sich dar\u00fcber hinaus ausgezeichnet f\u00fcr andere untersuchte Maschinentypen. Im Gegensatz zu Sch\u00e4umen und Mineralwolle als Absorber werden zufriedenstellende Ergebnisse bereits im mittleren Frequenzbereich erzielt. Daf\u00fcr sind Materialst\u00e4rken von 5 cm zu empfehlen, die bereits ab 300 &#8230; 500 Hz eine deutliche Absorption bewirken. Als mechanischer Schutz ist eine Beschichtung mit Vlies bzw. eine Abdeckung mit Lochblech vorteilhaft. Eine Vliesabdeckung dient auch als Rieselschutz, welcher besonders bei Verwendung in Bereichen str\u00f6mender Luft zu empfehlen ist.<br \/>\nF\u00fcr die Anwendung im industriellen Bereich ist REAPOR vor allem deshalb geeignet, weil es formbest\u00e4ndig und nicht brennbar ist. Weiterhin ist sowohl unter \u00f6konomischen als auch \u00f6kologischen Ge-sichtspunkten vorteilhaft, dass es ein Recyclingmaterial ist und selbst auch wieder recycelbar ist. Der Nachteil gegen\u00fcber Faserabsorbern und Sch\u00e4umen liegt im aufwendigeren Zuschnitt.<br \/>\nIm Zusammenhang mit industriellen Anwendungen ist auch die Frage des Einflusses von Verunreinigungen, z. B. durch Wasser\/Feuchtigkeit oder \u00d6l, von Interesse: Verunreinigungen durch Wasser und \u00d6l k\u00f6nnen den Absorptionsgrad von REAPOR stark verschlechtern. Bei Wasser wirkt dieser Effekt aber nur kurzzeitig, nach Trocknung wird der Ausgangszustand wieder erreicht. Wenn die Gefahr einer Verunreinigung mit \u00d6l oder eines l\u00e4nger andauernden Wassereinflusses besteht, wird alternativ bzw. erg\u00e4nzend zur Beschichtung mit Vlies die Abdeckung mit einer sehr d\u00fcnnen Folie empfohlen. Die ohnehin sehr guten akustischen Eigenschaften der entwickelten und prototypisch realisierten Kapsel &#8211; es wurden je nach Maschinenart Pegelminderungen von 20 bis 31 dB(A) erreicht &#8211; k\u00f6nnen weiter verbessert werden, wenn anstelle des einfachen Stahlbleches entdr\u00f6hntes Material f\u00fcr die Kapselau\u00dfenhaut verwendet wird oder bei erh\u00f6htem Fertigungsaufwand ein Luftpolster zwischen Stahlblech und D\u00e4mmung verbleibt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>1)\tA. Siegemund, K. K\u00fcnzel, D. Schulz: Offenzelliger Glasschaum als passives Absorbermaterial;<br \/>\nProc. 16th Scientific Conference ,p. 6-9, University of Applied Sciences; Mittweida, 2003<br \/>\n2)\tK. K\u00fcnzel, D. Schulz, A. Siegemund: Schallschutzkapseln mit alternativen Absorberwerkstoffen<br \/>\nFortschritte der Akustik, DAGA 05, 14. &#8211; 17. 03. 2005, M\u00fcnchen, 2005 (Proceedings in preparation)<br \/>\n3)\tD. Schulz, K. K\u00fcnzel, M. Klemm, S. Schr\u00f6ter: Beeinflussung der Ger\u00e4uschqualit\u00e4t von Gebl\u00e4sen durch Kapselung;<br \/>\nFortschritte der Akustik, DAGA 05, 14. &#8211; 17. 03. 2005, M\u00fcnchen, 2005 (Proceedings in preparation)<br \/>\n4)\tK. K\u00fcnzel, D. Schulz, A. Siegemund: Sound Insulation of Blowers and Compressors by means of Recycling Material;<br \/>\nInter Noise 07-10 August 2005, Rio de Janeiro, Brazil; Publication in Proceedings.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt wurde trotz widriger Umst\u00e4nde (\u00c4nderung des Bewilligungsempf\u00e4ngers und damit verbundener personeller und finanzieller Schwierigkeiten) zum einem sehr positiven Ergebnis gef\u00fchrt. Insbesondere ist zu bemerken, dass eine universell einsetzbare Maschinenkapsel entwickelt worden ist. Einzelheiten sind im Abschlussbericht dargestellt. Perspektivisch sollten Schwingungsprobleme der Au\u00dfenhaut (Beblechung) und eine schwingungsisolierte Aufstellung einer solchen Kapsel weiter untersucht werden. Wie weiterf\u00fchrende Untersuchungen in ersten Messergebnissen zeigen, k\u00f6nnte dadurch eine Verbesserung des Einf\u00fcgungsd\u00e4mmma\u00dfes besonders im tieffrequenten Bereich erzielt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war die Entwicklung einer hochwirksamen, problemangepassten Schallschutzkapsel f\u00fcr Gebl\u00e4se auf Kl\u00e4ranlagen unter Verwendung eines Bl\u00e4hglasgranulates (REAPOR) aus Altglas als Absorber. Eine solche Kapsel kann bei entsprechender Anpassung auch f\u00fcr die Reduzierung der Ger\u00e4uschemission anderer Maschinen Verwendung finden. 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