{"id":22475,"date":"2023-07-13T15:21:39","date_gmt":"2023-07-13T13:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18994-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:39","slug":"18994-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18994-01\/","title":{"rendered":"Abwasserw\u00e4rme zur alternativen Beheizung von Geb\u00e4uden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit der W\u00e4rme, die im Abwasser enthalten ist, k\u00f6nnten in Deutschland bis zu 10% aller Geb\u00e4ude beheizt werden. Mit den im Laufe der letzten Jahre in der Schweiz entwickelten Technologien ist eine breite Erschlie\u00dfung dieses Potenzials m\u00f6glich. Die Bedingungen f\u00fcr eine verbreitete Nutzung dieser innovativen Technologie sind in Deutschland g\u00fcnstig, da die technischen Voraussetzungen an Zehntausenden von Standorten gegeben sind, diese Technologie an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit steht, und die Elektrizit\u00e4tsversorgungsunternehmen (EVU) bereits Interesse an einem Contracting solcher Anlagen zeigen und damit das h\u00e4ufig vorhandene Problem der Investitionsfinanzierung l\u00f6sen.<br \/>\nIn der Schweiz wird dies seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt. Inzwischen wurden rund 50 Abwasserw\u00e4rmepumpen realisiert. Da in Deutschland  keine grunds\u00e4tzlich anderen technischer Voraussetzungen und Randbedingungen herrschen, werden entsprechende Umsetzungserfolge erwartet. Dazu m\u00fcssen zun\u00e4chst drei Probleme gel\u00f6st werden: Die Abwasserw\u00e4rmenutzung muss bekannt gemacht, das Vertrauen der Bauherren in diese neue Technologie geschaffen und das notwendige Fachwissen verbreitet werden.<br \/>\nDie W\u00e4rme aus dem Abwasser wird mittels W\u00e4rmepumpen zu Heizzwecken nutzbar gemacht. Da Abwasser im Winter g\u00fcnstige Temperaturen von 10 &#8211; 15\u00b0C aufweist, erreichen W\u00e4rmepumpen &#8211; im Gegensatz etwa zur W\u00e4rmequelle Luft &#8211; mit Abwasser sehr hohe Jahresarbeitszahlen von 4 &#8211; 5 (Messwerte Schweiz). Abwasser-W\u00e4rmepumpen k\u00f6nnen damit den Prim\u00e4renergieverbrauch und CO2-Aussto\u00df der versorgten Geb\u00e4ude halbieren.<br \/>\nZwecks Umsetzung werden Kommunen, potenzielle Bauherren und Ingenieure angesprochen, um<br \/>\n\u00b7\tdiese innovative Technologie bei Beh\u00f6rden, Kommunen und Bauherren bekannt zu machen,<br \/>\n\u00b7\tVertrauen\/Akzeptanz mit Erfahrungsnachweis und Anschauungsbeispielen zu schaffen<br \/>\n\u00b7\tund das Fachwissen bei entsprechenden Ingenieuren zu verbreiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie geplanten Schritte, um obige Ziele rasch und effizient zu erreichen, sind:<br \/>\n1.\tErstellung einer Brosch\u00fcre f\u00fcr Kommunen und Bauherren:<br \/>\n&#8211;\tKriterien f\u00fcr einen sinnvollen und wirtschaftlichen Einsatz aufzeigen<br \/>\n&#8211;\tCheckliste zur ersten Einsch\u00e4tzung der M\u00f6glichkeiten der Abw\u00e4rmenutzung erstellen<br \/>\n&#8211;\tAnschauliche Musterbeispiele darstellen<br \/>\n2.\tErarbeiten eines Leitfadens f\u00fcr Ingenieure:<br \/>\n&#8211;\tVorgehen bei Erstellung von Grobanalysen und Machbarkeitsstudien aufzeigen.<br \/>\n&#8211;\tFachwissen und Praxiserfahrungen vermitteln.<br \/>\n3.\tDurchf\u00fchrung von 10 &#8211; 15 Grobanalysen:<br \/>\n&#8211;\tEinsatzkriterien, Checkliste, Arbeitsinstrumente f\u00fcr Ingenieure in Praxis testen.<br \/>\n&#8211;\tRealisierung von Anlagen zu Demonstrationszwecken ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bauherreninformation ist aus unserer Sicht umfassend und gelungen. Auf die Wirtschaftlichkeit und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten z. B. \u00fcber W\u00e4rmeliefer-Contracting wird ausf\u00fchrlich eingegangen. Ebenso auf eine m\u00f6gliche Vorreiterrolle der Kommune als Motor f\u00fcr Innovation. Wir freuen uns auf den offensiven Einsatz der Brosch\u00fcre.<br \/>\nDer Ingenieurleitfaden ist ebenfalls ein sehr umfassendes, ins Detail gehendes Werk, das interessierten Planern als wichtiges Handwerkszeug dienen kann. Ausf\u00fchrlich wird auf den Einfluss der Abwasserw\u00e4rmenutzung auf die Kl\u00e4ranlage eingegangen. Durch die Zusammenarbeit mit einem der renommiertesten deutschen Abwasserfachleute ist es gelungen, konkrete Grenzwerte festzulegen, bei deren Einhaltung die Abwasserw\u00e4rmenutzung unbedenklich ist. Im technischen Teil wird ausf\u00fchrlich auf die W\u00e4rmetauschersysteme sowie auf W\u00e4rmepumpen eingegangen. Schlie\u00dflich werden auch hier die Themen Contracting, Wirtschaftlichkeit, Umweltbilanz sowie vertragliche Regelungen und Standortanalysen behandelt.<br \/>\nDie Muster-Grobanalyse setzt einen klaren Qualit\u00e4tsstandard f\u00fcr die Durchf\u00fchrung zuk\u00fcnftiger Untersuchungen, der bei Auftragserteilung zwischen Bauherr und Planer vereinbart werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurde eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit betrieben. Es gab Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften (ka Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall; Contracting &#038; W\u00e4rmedienst; Energie, Wasser, Praxis), zahlreiche Vortr\u00e4ge auf Fachtagungen (VDI-GET-Tagung Entwicklungslinien der Energietechnik, Tagung der th\u00fcringischen Energieberater in Weimar, VDI-Tagung Fortschrittliche Energiewandlung und -anwendung, DBU-Projekt Jugend recherchiert Umwelt &#8211; 100 Schulen im Dialog, Vortrag bei den Berliner Wasserbetrieben, Vortrag Technikforum Berliner Energietage) sowie Mailing-Aktionen und Flyer.<br \/>\nEs ist uns gelungen f\u00fcr Druck und Verbreitung der Bauherrenbrosch\u00fcre den Branchenverband BWP-Bundesverband W\u00e4rmepumpen zu gewinnen. Die Erstauflage der Bauherrenbrosch\u00fcre erfolgt im 2. Halbjahr 2005 in einer Auflage von mehreren Tausend Exemplaren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglichen Ziele wurden weitgehend erreicht. Unsere \u00d6ffentlichkeitsarbeit hat dazu beigetragen, das Thema und die Technologie der Abwasserw\u00e4rmenutzung in Deutschland bekannter zu machen. Inzwischen wurden wir sogar schon von Entw\u00e4sserungsbetrieben angesprochen, ob nicht in Ihrem Kanalnetz geeignete Einsatzm\u00f6glichkeiten vorhanden sind. An mehreren Standorten, die Grobanalysen unter-zogen wurden, soll die Realisierung weiterverfolgt werden. Allerdings gibt es dort teilweise noch Randbedingungen mit aufschiebender Wirkung, wie z. B. Abh\u00e4ngigkeit von der Finanzierung von Neubauprojekten.<br \/>\nBei der Umsetzung zeigt sich, dass ein konkurrenzf\u00e4higer Preis gegen\u00fcber Erdgas f\u00fcr den Betreiber in der Regel zwingende Voraussetzung ist. Die ersten Pilotanlagen werden daher eine Investitionsf\u00f6rderung ben\u00f6tigen. Bei weiterhin steigenden Gas- und \u00d6lpreisen und Kostendegression bei den Abwasser-W\u00e4rmetauschern wird die Abwasserw\u00e4rme auch ohne F\u00f6rderung wirtschaftlich konkurrenzf\u00e4hig sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit der W\u00e4rme, die im Abwasser enthalten ist, k\u00f6nnten in Deutschland bis zu 10% aller Geb\u00e4ude beheizt werden. Mit den im Laufe der letzten Jahre in der Schweiz entwickelten Technologien ist eine breite Erschlie\u00dfung dieses Potenzials m\u00f6glich. 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