{"id":22466,"date":"2023-07-13T15:21:35","date_gmt":"2023-07-13T13:21:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18973-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:38","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:38","slug":"18973-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18973-01\/","title":{"rendered":"Bau und Erprobung eines mit Weiden bewachsenen Beetes zur N\u00e4hrstoffnutzung und Verdunstung von vorgereinigten Abw\u00e4ssern aus einem Backhaus auf dem Stadtteilbauernhof Hannover-Sahlkamp im \u00d6ko-Technik-Park Hannover"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel war der Bau und Betrieb einer Anlage, mit der Abwasser aus dem Siedlungsbereich auf \u00f6kologische Weise lokal und kosteng\u00fcnstig dem globalen Wasserkreislauf wieder zugef\u00fchrt werden konnte und in der die eingeleiteten N\u00e4hrstoffe aus dem Abwasser zu 100 % verwertet werden konnten.<br \/>\nDie Nutzung der Anlage zur Verdeutlichung \u00f6kologischer Zusammenh\u00e4nge im Rahmen der sozial- und umweltp\u00e4dagogischen Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen stand ebenfalls im Fokus.<br \/>\nAnlass des Vorhabens war der Ausbau des \u00d6ko-Technik-Parks Hannover, in dem schon seit 7 Jahren Technologien zur Trennung, Reduzierung und zum Recycling von Abwasserstr\u00f6men erprobt und dargestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf dem Gel\u00e4nde des Stadtteilbauernhofes Sahlkamp in Hannover im \u00d6ko-Technik-Park wurde im Jahr 2001\/2002 ein etwa 36 m\u00b3 gro\u00dfes Backhaus errichtet. Neben zwei Holzback\u00f6fen ist in diesem Geb\u00e4ude auch eine K\u00fcche untergebracht, die an Wochenenden als Betriebsk\u00fcche des Bauernhof-Caf\u00e9s dient.<br \/>\nDie LEB der Landwirtschaftskammer hat mit einer Jugendlichengruppe im Jahr 2001\/2002 die ausf\u00fchrenden Arbeiten am Weidenbeet im Rahmen einer Qualifizierungsma\u00dfnahme \u00fcbernommen. Angeleitet wurde diese Gruppe von Diplomingenieur J\u00fcrgen Weiler.<br \/>\nDas gesamte Abwasser aus der K\u00fcche wird \u00fcber eine neben dem Backhaus liegende Weidenplantage verdunstet. Die Weidenplantage ist etwa 12 m lang und 3 m breit.<br \/>\nDer ebenerdige Bodenk\u00f6rper der Anlage ist in einem Meter Tiefe durch eine Folie vom Grundwasser getrennt. Auf der Anlage sind rund 120 Weidenstecklinge gepflanzt.<br \/>\nDas frische Abwasser wird zuerst in einen au\u00dfenliegenden Vorschacht abgeleitet, in dem das Wasser durch ein Sieb gef\u00fchrt wird und in dem sich Grobpartikel sammeln k\u00f6nnen. Von dort wird das Abwasser mit einer Pumpe in einen Pumpen- und Absetzschacht eingeleitet.<br \/>\n\u00dcber eine Tauchpumpe wird das Abwasser aus dem Absetzschacht durch eine Rohrleitung in die mittlere Schicht des Beetes in etwa 50 cm Tiefe gepumpt. Dort durchtr\u00e4nkt es den Wurzelraum der Weidenpflanzen.<br \/>\nDie tieferen Sand- und Kiesschichten stehen f\u00fcr die Wasserspeicherung im Winter zur Verf\u00fcgung. \u00dcber ein Drainrohr im unteren Bereich des Bodenk\u00f6rpers kann das Wasser zur\u00fcck in den Absetzschacht flie\u00dfen, von dem aus es zweimal am Tag \u00fcber die Tauchpumpe zur\u00fcck ins Weidenbeet gepumpt wird, um einer F\u00e4ulnisbildung entgegenzuwirken.<br \/>\nDie Verdunstungsleistung dieser Anlage betr\u00e4gt rund 43 m\u00b3\/Jahr (durchschnittlich ca. 110 Liter pro Tag, davon im Winter etwa 40 Liter pro Tag, im Sommer etwa 200 Liter pro Tag).<br \/>\nF\u00fcr den Fall, dass die Anlage einmal zu viel Wasser erhalten sollte, ist ein weiterer Wasserspeicher als \u00dcberlaufschacht installiert, der \u00fcbersch\u00fcssiges Wasser aus dem Pumpenschacht \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bis heute hat die Verdunstungsanlage die in sie gesetzten abwassertechnischen Erwartungen im vollen Umfang erf\u00fcllt. Die berechnete Verdunstungsleistung hat sich eingestellt, das Pflanzenwachstum ist hervorragend und die Wasserqualit\u00e4t innerhalb der Anlage auch. Das gute Betriebsergebnis der Anlage liegt u.a. auch an der gewissenhaften Arbeit der Anlagenbetreiber begr\u00fcndet: Die Vorgaben des Planers \u00fcber eine maximale Abwasserbelastung von 15 Liter pro Tag  wurde geflissentlich beachtet und kontrolliert. Auch wurde Obacht gegeben, dass die Anlage im Sommer nicht austrocknete. Sie wurde bei Bedarf \u00fcber einen Brunnen gew\u00e4ssert.<br \/>\nProblematischer waren im Projekt der Stromverbrauch sowie die Wartungs- und Instandhaltungskosten zu bewerten. Zum einen f\u00fchrte das Konzept mit der Vorschachtanlage und der vorhandenen Pumpensteuerung zu hohen Stromverbrauchswerten. Zum anderen war die Beauftragung von Fremdfirmen f\u00fcr Wartungs- und Instandhaltungsma\u00dfnahmen in einem solchen Projekt auch eine finanzielle Belastung f\u00fcr den Stadtteilbauernhof e.V.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben ist eingebettet im \u00d6ko-Technik-Park Hannover. Der \u00d6ko-Technik-Park Hannover ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtwerke Hannover AG, BauBeCon AG, Epiphanias Kirchengemeinde, Stadtteilbauernhof Sahlkamp, Grundschule H\u00e4gewiesen und Ingenieurb\u00fcro Aquaplaner.<br \/>\nDas Ingenieurb\u00fcro Aquaplaner f\u00fchrte die \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr den \u00d6ko-Technik-Park in den letzten zwei Jahren durch.<br \/>\nIn rund 120 deutsch- und englischsprachigen F\u00fchrungen wurden 1.500 Personen fachkundig durch die Anlage gef\u00fchrt, Brosch\u00fcren versand und Pressemitteilungen verfasst. Das Projekt wurde in zwei internationale Kongresse eingebettet. In 20 weiteren Veranstaltungen mit insgesamt 2.500 Teilnehmern wurden Fachleute aus der ganzen Welt auf das Projekt hingewiesen.<br \/>\nDer \u00d6ko-Technik-Park ist unter www.Oeko-Technik-Park.de im Internet dargestellt. Insgesamt haben bisher rund 10.000 Menschen den \u00d6ko-Technik-Park virtuell besucht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Betrieb der Abwasserverdunstungsanlage am Stadtteilbauernhof hat gezeigt, dass diese Verfahrenstechnik funktioniert. Jedoch sind bei einer genaueren Betrachtung der Ergebnisse Sachverhalte (Energieeinsatz f\u00fcr die Pumpen; regelm\u00e4\u00dfige Wartung\/Kontrolle der Anlage; Ernte des Holzes alle drei Jahre) aufgefallen, die f\u00fcr einen langfristig tragf\u00e4higen Betrieb, der insbesondere auch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens ber\u00fccksichtigt, zu beachten w\u00e4ren. Die Untersuchungen am Abwasserverdunstungsbeet zeigten, dass die Belastungsgrenze, bis zu der eine vollst\u00e4ndige Verdunstung der anfallenden Wassermengen ohne eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Anreicherung von N\u00e4hrstoffen im Beetk\u00f6rper geleistet werden kann, nicht erreicht wurde. Die behandelten Wassermengen, die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen und der Zustand des Bodenk\u00f6rpers belegen dies.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel war der Bau und Betrieb einer Anlage, mit der Abwasser aus dem Siedlungsbereich auf \u00f6kologische Weise lokal und kosteng\u00fcnstig dem globalen Wasserkreislauf wieder zugef\u00fchrt werden konnte und in der die eingeleiteten N\u00e4hrstoffe aus dem Abwasser zu 100 % verwertet werden konnten. 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