{"id":22439,"date":"2023-07-13T15:21:35","date_gmt":"2023-07-13T13:21:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18941-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:37","slug":"18941-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18941-01\/","title":{"rendered":"Die Integration Zoologischer G\u00e4rten in Deutschland in den globalen Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bereits 1993 haben Zoologische G\u00e4rten in der World-Zoo-Conservation-Strategy (WZCS) dokumentiert, dass sie sich ihrer Bedeutung f\u00fcr den weltweiten Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz bewusst sind. Trotz erheblicher Anstrengungen aller Beteiligten scheint eine zeitnahe Anpassung an die ver\u00e4nderten Aufgabenstellungen auf der Grundlage herk\u00f6mmlicher Strategien kaum m\u00f6glich. Im Mittelpunkt des Projektes steht deshalb die Analyse verschiedener L\u00f6sungsans\u00e4tze und Unternehmensstrategien Zoologischer G\u00e4rten und deren Wirkungsweise auf die Gestaltungskompetenz ihrer Besucher und anderer gesellschaftlicher Gruppen zum Thema Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas hier vorgestellte Projekt basiert auf einem interdisziplin\u00e4ren Forschungsansatz. Die in der Auseinandersetzung mit Natur- und Sozialwissenschaftlern gewonnenen Erkenntnisse \u00fcber den wissenschaftlichen Umgang mit \u00d6kosystemen und den allgemeinen wie soziologischen Systemtheorien dienen als Grundlage f\u00fcr eine differenzierte Analyse der Handlungsspielr\u00e4ume Zoologischer G\u00e4rten in einem komplexen gesellschaftlichen Geflecht. Zur Erhebung der notwendigen Daten werden neben hypothesenpr\u00fcfenden auch rekonstruktive Verfahren angewendet. Insbesondere die rekonstruktiven Erhebungsmethoden sollen eine fr\u00fchzeitige Einbindung aller Beteiligten in den Forschungsprozess erm\u00f6glichen. Unter-sucht werden neben den bisherigen Handlungsstrategien auch die Schnittstellen zu anderen Akteuren des Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutzes wie politischen Gremien, Naturschutzorganisationen, Forschungs- und Bildungsst\u00e4tten sowie Wirtschaftsunternehmen. Analysiert werden des weiteren die Um-weltbildungsbem\u00fchungen Zoologischer G\u00e4rten und deren Wirkung auf die Handlungskompetenz ihrer Besucher im Bereich Natur- und Artenschutz, die Unternehmensstrukturen Zoologischer G\u00e4rten und deren Potential f\u00fcr eine st\u00e4rkere Einbindung in den Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz, die regionalen und globalen Natur- und Artenschutzbem\u00fchungen unter Mitwirkung von Zoologischen G\u00e4rten und die multimedialen Kommunikationsstrategien Zoologischer G\u00e4rten, deren Wirkungsweise und inhaltliche Ausrichtung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vorliegende Untersuchung best\u00e4tigt, dass die von der Mehrzahl Deutscher Zoos eingeschlagenen Strategien zur Umsetzung der in der WZCS beschriebenen Zielsetzungen kaum tauglich sind, um deren Potential f\u00fcr die Einbindung breiter Besuchergruppen in die Belange des nationalen und internationalen Biodiversit\u00e4tsschutzes zu nutzen.<br \/>\nZoologischen G\u00e4rten mangelt es an tragf\u00e4higen Grundlagenkonzepten, die eine stufenweise, aufeinander abgestimmte, am Biodiversit\u00e4tsschutz ausgerichtete Umstrukturierung \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machen. Die mittel- und langfristigen Planungen Zoologischer G\u00e4rten werden weiterhin von tierg\u00e4rtnerischen  \u00dcberlegungen dominiert. Aspekte des Biodiversit\u00e4tsschutzes spielen hierbei eine untergeordnete Rolle.<br \/>\nZoologische G\u00e4rten beschr\u00e4nken sich in der Regel auf die Beteiligung an Europ\u00e4ischen Erhaltungszuchtprogrammen und die finanzielle Unterst\u00fctzung einzelner Artenschutzprojekte. Komplexe am Biodiversit\u00e4tsschutz ausgerichtete Kommunikationsstrategien, die zugleich die besondere Stellung Zoologischer G\u00e4rten in einer sich rasant ver\u00e4ndernden Freizeit- und Medienlandschaft ber\u00fccksichtigen, sind nicht vorhanden. Die durch den Eintrittspreis abgedeckte Angebotspalette hat so gut wie keinen am Na-turschutz ausgerichteten Unterhaltungswert, die Besucher werden bis auf wenige Ausnahmen mit ihrer Tierbegegnung alleine gelassen. Pr\u00e4sentationskonzepte, die nicht mehr alleine das Tier in den Mittelpunkt stellen sondern dessen gesamten Lebensraum mit allen \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und kulturellen Bez\u00fcgen thematisieren, konnten ansatzweise lediglich in zwei Zoos ermittelt werden.<br \/>\nIn Ermangelung eigenst\u00e4ndiger, am Biodiversit\u00e4tsschutz ausgerichteter Unternehmensstrategien f\u00e4llt es Zoologischen G\u00e4rten schwer, die Schnittstellen zu Mitbewerbern aus dem Kulturbereich, der Erwachsenenbildung, der Forschung, den Medien und des Naturschutzes ergebnisorientiert zu thematisieren. L\u00e4ngerfristige Kooperationsvereinbarungen zur Schaffung von Synergieeffekten sind deshalb die Ausnahme.<br \/>\nF\u00fchrungskr\u00e4fte deutscher Zoos greifen in der Regel auf Ausbildungsinhalte als Naturwissenschaftler zur\u00fcck, Inhalte die zur Umstrukturierung traditionell gef\u00fchrter Zoologischer G\u00e4rten in besucherorientierte Naturschutzzentren nur eingeschr\u00e4nkt tauglich sind. Eine Anpassung der Anforderungs- und Leistungsprofile f\u00fchrender Mitarbeiter an die ver\u00e4nderten Aufgabenstellungen in Zoologischen G\u00e4rten konnte ge-nauso wenig festgestellt werden wie die Anpassung der Organisationsstrukturen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Anbetracht der vorliegenden Untersuchungsergebnisse haben wir uns entschlossen, die gewonnenen Erkenntnisse in Form eines Ergebnisberichtes zu pr\u00e4sentieren, der an alle leitenden Zoomitarbeiter verschickt wird.<br \/>\nZiel ist es, Zoologische G\u00e4rten in die Lage zu versetzen, ihre bisher gew\u00e4hlten Strategien mit den von uns gemachten Beobachtungen abzugleichen und gegebenenfalls Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um ihre Vorgehensweise auf der Grundlage besucherorientierter, am Erhalt biologischer Vielfalt ausgerichteter, Unternehmens- und Kommunikationskonzepte zu modifizieren.<br \/>\nUm den Zoos eine auf ihre spezielle Situation ausgerichtete Auseinandersetzung mit dem Thema zu erleichtern, bieten wir jeder interessierten Einrichtung ein individuelles Arbeitsgespr\u00e4ch an. Wir erhoffen uns von diesem Zusatzangebot, leichter handlungsrelevante Impulse f\u00fcr eine am Ist-Zustand ausgerichtete Ver\u00e4nderung hin zu besucherorientierten Themenparks setzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIn einem nachfolgenden Schritt werden die Ergebnisse der Arbeit einem breiteren, an Natur- und Artenschutz interessierten Publikum im Internet pr\u00e4sentiert und zur Diskussion gestellt. Als Plattform hierf\u00fcr sollen, wenn m\u00f6glich, Webseiten von Organisationen genutzt werden, die seit l\u00e4ngerem in der Zoowelt f\u00fcr ihr Engagement im Natur- und Artenschutz im Bereich Zoologischer G\u00e4rten bekannt sind.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die vorliegende Arbeit verdeutlicht, dass eine Reihe flankierender Ma\u00dfnahmen notwendig sein werden, um Zoologische G\u00e4rten tats\u00e4chlich in die Lage zu versetzen, eine nachhaltige, am Besucher orientierte Naturschutzarbeit leisten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEs gilt, den ganzen Zoo als unterhaltsame B\u00fchne zu entdecken, als B\u00fchne f\u00fcr ein auf Verst\u00e4ndnis basierendes, um Interessensausgleich bem\u00fchtes Miteinander verschiedener Kulturen und Lebenswelten.<br \/>\nWir halten es deshalb f\u00fcr hilfreich, in Kooperation mit ausgew\u00e4hlten Zoos, Botanischen G\u00e4rten, Naturschutzorganisationen und anderen Kultur- und Medienschaffenden modellhaft geeignete Grundlagenkon-zepte und Kommunikationsstrategien zu entwickeln und deren stufenweise Integration in den Zooalltag zu betreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bereits 1993 haben Zoologische G\u00e4rten in der World-Zoo-Conservation-Strategy (WZCS) dokumentiert, dass sie sich ihrer Bedeutung f\u00fcr den weltweiten Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz bewusst sind. 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