{"id":22424,"date":"2023-07-13T15:31:21","date_gmt":"2023-07-13T13:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33414-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:31:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:31:23","slug":"33414-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33414-01\/","title":{"rendered":"Historische \u00d6kosystemleistungen von Naturerbefl\u00e4chen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die meisten Naturerbefl\u00e4chen sind, als Teil der historischen Kulturlandschaft, Ergebnis einer jahrhundertelangen Nutzung durch den Menschen. Dabei wurden die Landschaften so gestaltet, dass sie verschiedenste \u00d6kosystemleistungen zur Verf\u00fcgung stellen. Weidenutzung zur Produktion von Fleisch und Wolle oder aber Holznutzung geh\u00f6ren dabei genauso zu den historischen \u00d6kosystemleistungen wie die milit\u00e4rische Nutzung der Fl\u00e4chen, die ebenfalls zur Entwicklung des heutigen Zustands beigetragen hat. Durch diese Nutzungsformen hat sich ein Reichtum an heimischen Tier- und Pflanzenarten in unterschiedlichen Lebensr\u00e4umen gebildet. Heute haben sich die Anspr\u00fcche an die Fl\u00e4chen wieder ver\u00e4ndert. Neben Regulationsleistungen, wie beispielsweise Kohlenstoffspeicherung werden M\u00f6glichkeiten zur Erholung auf den Naturerbefl\u00e4chen wahrgenommen.<br \/>\nDie TEEB DE Studie zu \u00d6kosystemleistungen in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen (Naturkapital Deutschland \u0096 TEEB DE, 2016) zeigt aber beispielsweise auch, dass das Gef\u00fchl von Heimat und die Identifikation mit der Region oft mit dem Erleben vertrauter Landschaften sowie regional-typischen Tier- und Pflanzenarten verbunden ist. Eine besondere Rolle spiel in diesem Zusammenhang auch der Existenzwert der Tier- und Pflanzenarten, definiert als der Wert, der aus der blo\u00dfen Existenz resultiert und uns Befriedigung und Wohlbefinden bringt, auch wenn wir dieses Gut heute und auch k\u00fcnftig nicht nutzen. Die zunehmende Bedeutung des Existenzwerts l\u00e4sst sich gut an den beiden Schutzzielen f\u00fcr Naturerbefl\u00e4chen erkennen. Basierend auf bestimmten Existenzwerten dieser Fl\u00e4chen sollen erstens durch den dynamischen Naturschutz von Wald- und Feuchtgebieten viele von ihnen wieder in einen m\u00f6glichst naturnahen Zustand gebracht werden. Zweitens sollen die durch menschliche Nutzung entstanden Offenfl\u00e4chen durch eine dauerhafte Pflege als R\u00fcckzugsgebiete f\u00fcr viele weitere bedrohte Tier- und Pflanzenarten erhalten werden. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass kulturelle Praktiken, wie beispielsweise bestimmte Formen der Beweidung wiederbelebt werden, um einen bestimmten Zustand der \u00d6kosysteme zu erhalten. Das Wissen um diese kulturellen Praktiken, um regional-typischen Tier- und Pflanzenarten und ihre Bedeutung ist aber vielerorts genauso bedroht, wie die Arten selbst, da immer weniger Menschen darum wissen und das Wissen mit ihrem Tod endg\u00fcltig verloren. Damit einher geht auch oft ein Verlust von historischen Dokumenten, die die Bedeutung der Fl\u00e4chen zu verschiedenen Zeitpunkten beschreiben.<br \/>\nDer Wandel der unterschiedlichen Anspr\u00fcche an die \u00d6kosysteme hinsichtlich ihrer Leistungen macht aber auch deutlich, dass der Begriff \u0084Naturerbe\u0093 unter Umst\u00e4nden verschiedene und sogar konflikthafte Bedeutungen haben kann.  Um innovative Ma\u00dfnahmen zur L\u00f6sung von m\u00f6glichen Konflikten im Schnittbereich Natur- und Kulturlandschaftsschutz f\u00fcr Naturerbefl\u00e4chen zu entwickeln, ist es daher sinnvoll historisch bedeutende (Natur)Denkm\u00e4ler, \u00d6kosystemleistungen, und Praktiken zu erfassen und den Wandel der Bedeutung der Fl\u00e4chen f\u00fcr verschiedene Nutzergruppen zu verstehen. <\/p>\n<p>Hier setzt das hier vorgeschlagene Projekt an. Es soll ein Methodenleitfaden mit Praxisbeispielen entwickelt werden, der verschiedenen Personengruppen, in Naturerbefl\u00e4chen oder vergleichbaren R\u00e4umen Unterst\u00fctzung bietet. Hierzu z\u00e4hlen insbesondere Akteure aus dem b\u00fcrgerschaftlichen Engagement wie Heimat- und Geschichtsvereine, Naturschutzvereine, oder Interessierte aus dem Bereich Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung. Dar\u00fcber hinaus sind Akteure aus Landwirtschaft, Forst und Bildung angesprochen. Die Arbeitshilfe erlaubt es, den Kontext zwischen den kulturhistorisch wirksamen Kr\u00e4ften, die die Fl\u00e4chen pr\u00e4gten und ihren \u00d6kosystemleistungen zu erfassen. Mit dem hier beantragten Projekt kann daher auch ein beispielgebender Beitrag hinsichtlich der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes geleistet werden.<\/p>\n<p>Der Zeitraum, der analysiert werden soll, bezieht sich auf die letzten 100 Jahre. Au\u00dferdem soll der Leitfaden erm\u00f6glichen, das traditionelle \u00f6kologische Wissen um die Nutzung und Erhaltung bestimmter \u00f6kologischer Zust\u00e4nde und regional-typischer Tier- und Pflanzenarten von Akteuren vor Ort festzuhalten. Wir verstehen ihn damit als Beitrag zum Weiterqualifizierungsangebot im Bereich des nachhaltigen Schutzes von historischen Kulturlandschaften einschlie\u00dflich der Naturerbefl\u00e4chen. Das hei\u00dft, der Leitfaden wird zun\u00e4chst von uns entwickelt, in der Praxis getestet und die Erfahrungen so aufbereitet, dass die verschiedenen Methoden beispielsweise f\u00fcr die oben genannten Zielgruppen eigenst\u00e4ndig nutzbar sind und als Anregung zur Entwicklung weiterer Methoden dient. Gleichzeitig soll dieses Projekt aber auch als Machbarkeitsstudie dienen, um Bedarfe, Potentiale und Rahmenbedingungen f\u00fcr die Erfassung der Bedeutung f\u00fcr alle Naturerbefl\u00e4chen auszuloten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die meisten Naturerbefl\u00e4chen sind, als Teil der historischen Kulturlandschaft, Ergebnis einer jahrhundertelangen Nutzung durch den Menschen. Dabei wurden die Landschaften so gestaltet, dass sie verschiedenste \u00d6kosystemleistungen zur Verf\u00fcgung stellen. 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