{"id":22349,"date":"2024-11-27T10:42:28","date_gmt":"2024-11-27T09:42:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33250-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:42:32","modified_gmt":"2024-11-27T09:42:32","slug":"33250-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33250-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges F\u00f6rderprogramm zur Fl\u00e4cheninanspruchnahme und Geb\u00e4udebegr\u00fcnung am Beispiel der Landeshauptstadt Hannover"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der prognostizierte Klimawandel sowie der steigende Fl\u00e4chenverbrauch in einer Gro\u00dfstadt mit einhergehender<br \/>\nVersiegelungsintensit\u00e4t des Bodens erfordern Kompensationsma\u00dfnahmen, um die Biodiversit\u00e4t<br \/>\nzu erhalten und um das st\u00e4dtische Kleinklima ertr\u00e4glich zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen ist es<br \/>\nnotwendig, Vegetationsfl\u00e4chen zu gewinnen. Diese erh\u00f6hen die Biodiversit\u00e4t im urbanen Raum und verbessern<br \/>\ndas Stadtklima. Das ist auch \u00fcber Sekund\u00e4rbiotope wie Dach- oder Fassadenbegr\u00fcnungen sowie<br \/>\ndurch \u00d6ffnen unn\u00f6tig versiegelter Fl\u00e4chen m\u00f6glich. Die verschiedenen Ma\u00dfnahmen werden in diesem<br \/>\nProjekt mit Hilfe eines innovativen F\u00f6rderprogramms zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt umfasst mehrere Ma\u00dfnahmen (Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegr\u00fcnung sowie fl\u00e4chenschonende Planung), die in einem F\u00f6rderprogramm zusammengefasst wurden. Projektgebiet ist die Landeshauptstadt Hannover. Zum Ma\u00dfnahmenkatalog geh\u00f6rten die Erarbeitung von F\u00f6rderkriterien, die Bewerbung des F\u00f6rderangebotes, Beratungen, Betreuung sowie die Kontrolle der umgesetzten (Begr\u00fcnungs-) Ma\u00dfnahmen. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover wurden die F\u00f6rdergrunds\u00e4tze erarbeitet und Projektprozesse abgestimmt. Ein wichtiger Punkt f\u00fcr den Erfolg ist neben einer zielgruppen spezifischen Bewerbung die Informations- und Aufkl\u00e4rungsarbeit. Zielgruppen sind u. a. private Haus und Grundeigent\u00fcmer, Gewerbetreibende, Wohnungsbauunternehmen\/-genossenschaften und Multiplikatoren (u.a. Architekten, Fachfirmen). F\u00fcr eine effiziente PR-Arbeit waren u. a. Pressemitteilungen, Vortragsveranstaltungen, F\u00fchrungen und Informationsst\u00e4nde vorgesehen. Au\u00dferdem unterst\u00fctzten das Projekt Ehrenamtliche. Im Rahmen des F\u00f6rderprogramms wurden f\u00fcr die Begr\u00fcnungsma\u00dfnahmen Zusch\u00fcsse gew\u00e4hrt. L\u00e4ngerfristig sollen Haus- und Grundeigent\u00fcmer motiviert werden (Geb\u00e4ude- )Begr\u00fcnungen und Entsiegelungen ohne finanzielle F\u00f6rderung vorzunehmen. F\u00fcr die Antragsbearbeitung werden Formulare entwickelt, die Antragsteller*innen zusammen mit den Antragsunterlagen einreichen mussten. Die umgesetzten Ma\u00dfnahmen wurden vor Ort kontrolliert und gepr\u00fcft, ob die F\u00f6rderbedingungen eingehalten wurden. Anschlie\u00dfend wurde die F\u00f6rdersumme ermittelt und ausgezahlt. Die einzelnen Schritte wurden dokumentiert. Das Konzept und die Erfahrungen des Projektes wurden in Form eines Handbuches (bzw. Leitfadens) zusammengefasst. Geplant ist das Handbuch bestimmten Nutzergruppen (z. B. Kommunen) zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des gemeinsamen F\u00f6rderprogrammes von BUND und der Landeshauptstadt Hannover (LHH) zur Dach- und Fassadenbegr\u00fcnung sowie zur Fl\u00e4chenentsiegelungen konnten in dem Zeitraum vom 1. April 2017 bis zum 30. September 2019 Antr\u00e4ge eingereicht werden. Die f\u00f6rderf\u00e4higen Begr\u00fcnungsma\u00dfnahmen wurden einerseits umgesetzt andererseits die Vorteile von Geb\u00e4udebegr\u00fcnungen und Fl\u00e4chenentsiegelung in Veranstaltungen und Gespr\u00e4chen mit potenziellen Stakeholdern aus Wohnungswirtschaft, Verwaltung und interessierter \u00d6ffentlichkeit beworben und diskutiert. Es zeigte sich, dass Dachbegr\u00fcnungen, als etabliertes Begr\u00fcnungsmittel weitgehend akzeptiert ist und meist nur statische M\u00e4ngel der Geb\u00e4udestruktur eine Realisierung einschr\u00e4nken. Die h\u00e4ufigsten beantragten Objekte, mit je etwa einem Drittel der 48 gef\u00f6rderten Begr\u00fcnungen entfiel auf D\u00e4cher von Einfamilienh\u00e4user und Garagen\/Carports, die alle einen extensiven Bewuchs erhielten und so die Dachstruktur am geringsten belasteten. Nachholbedarf besteht beim Wissen \u00fcber die sinnvolle Kombination mit Solaranlagen. Fassadenbegr\u00fcnungen wurden trotz intensiver Werbung nur sieben Mal realisiert, nachdem 23 vor Ort Beratungen durchgef\u00fchrt wurden. Obwohl Au\u00dfenstehende gr\u00fcne Fassaden in der Regel sehr positiv bewerten, gibt es bei den potentiellen Eigent\u00fcmer*innen begr\u00fcnter Geb\u00e4ude im Vorfeld eine Reihe von Vorbehalte als auch fehlende Motivation, diese herzustellen. Solange die F\u00f6rderung nur die vergleichsweise geringen Investitionskosten unterst\u00fctzt und die Pflegekosten gerade gro\u00dfer begr\u00fcnter Fl\u00e4chen nicht im Blick hat, ist der finanzielle Zuschuss kein ausreichender Anreiz Fassaden intensiv zu begr\u00fcnen, die zur Verbesserung des Kleinklimas beitragen k\u00f6nnen. Die Entsiegelungen von betonierten Hoffl\u00e4chen nahm im Laufe der Projektjahre analog zu der m\u00f6glichen Ber\u00fccksichtigung von befestigten Versickerungsfl\u00e4chen zu, die nicht f\u00fcr die Herstellung von Vegetationsfl\u00e4chen geeignet sind. Der hohe Anspruch vollentsiegelte begr\u00fcnte Fl\u00e4chen zu erreichen konnte nur bei Teilfl\u00e4chen realisiert werden, da viele Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer*innen auf begehbare Bel\u00e4ge nicht verzichten wollen. Mit der Aufnahme der versickerungsf\u00e4higen und befestigten Fl\u00e4chen wie z. B. Porenpflaster in die F\u00f6rderbedingungen wurde erreicht, dass Entsiegelungen mehr beauftragt wurden und auch Vegetationsfl\u00e4chen entstanden. Mit einer Ausweitung der F\u00f6rderung f\u00fcr befestigte Fl\u00e4chen mit Gr\u00fcnanteilen wie Rasengittersteine oder Schotterrasen k\u00f6nnten weitere Entsiegelungsfl\u00e4chen gewonnen werden. Insgesamt wurden 11 Entsiegelungen gef\u00f6rdert, mit einer steigenden Tendenz. Als besonders zielf\u00fchrend \u0096 wie bei der Geb\u00e4udebegr\u00fcnung als auch bei den Entsiegelungen \u0096 hat sich der Kontakt zu der Vielzahl der Hauseigent\u00fcmer*innen \u00fcber deren Organisation \u0082Haus und Grundeigentum Hannover e. V.\u0091 mit ihrer Mitgliederzeitschrift \u0082WohnArt\u0091 und bei den gro\u00dfen Wohnungsbaugesellschaften eine direkte Ansprache herausgestellt. Letztere konnten vereinzelt erst im letzten Projektjahr erreicht werden. Deren zentral gemanagter Wohnungsbestand und die Neubauaktivit\u00e4ten bieten ein enormes Potential an Begr\u00fcnungsm\u00f6glichkeiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einbeziehen von Architekten, die am Planungsprozess beteiligt sind. Diese konnten f\u00fcr eine gemeinsame Veranstaltung gewonnen werden. Die Steigerung der Antr\u00e4ge bei Dachbegr\u00fcnungen und Entsiegelungen im letzten Projektjahr, kann auch in der \u00c4nderung des gesellschaftlichen Klimas zu mehr gr\u00fcner Umwelt und deren Schutz begr\u00fcndet sein. Mit der \u0082Fridaysforfuture\u0091-Bewegung haben deren Aussagen 2018\/2019 gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz erfahren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprogramm wurde umfangreich und zielgruppenorientiert beworben. Hierzu wurden bew\u00e4hrte Ma\u00dfnahmen und erg\u00e4nzende Angebote wie neue Medien eingesetzt. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzeugen wurden die Vorteile und die positiven Auswirkungen von Geb\u00e4udebegr\u00fcnungen und Entsiegelungen auf das Stadtklima sowie die Biodiversit\u00e4t vermittelt. F\u00fcr eine Verstetigung wurde u. a. ein Netzwerk aus Akteuren aufgebaut, die an der Planung beteiligt sind oder einen gro\u00dfen Geb\u00e4udebestand besitzen, um Begr\u00fcnungsm\u00f6glichkeiten und einem minimiertem Fl\u00e4chenverbrauch voranzutreiben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die finanzielle F\u00f6rderung von Geb\u00e4udebegr\u00fcnungen hat einen differenzierten Einfluss auf die Bereitschaft, diese zu realisieren. Kann es bei Dachbegr\u00fcnungen den letzten Ansto\u00df geben, diese umzusetzen, so braucht es bei den Fassadenbegr\u00fcnungen intensive Beratung, gute \u00fcberzeugende \u00f6ffentliche Beispiele und Wertsch\u00e4tzung vor allem bei den jahrelangen Pflegema\u00dfnahmen. Gef\u00f6rderte Entsiegelungen werden vor allem dann nachgefragt, wenn die anschlie\u00dfende Nutzung der Fl\u00e4chen auch den Anspr\u00fcchen hinsichtlich z. B. der Befahrbarkeit entspricht (Teilentsiegelung). Die Vorteile und Erfolge des F\u00f6rderprogramms hat in 2020 die Region Hannover aufgegriffen und F\u00f6rdermittel f\u00fcr Geb\u00e4udebegr\u00fcnungen zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Landeshauptstadt Hannover will in Zukunft den Focus auf die noch ausbauf\u00e4hige F\u00f6rderung von Entsiegelungsma\u00dfnahmen legen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der prognostizierte Klimawandel sowie der steigende Fl\u00e4chenverbrauch in einer Gro\u00dfstadt mit einhergehender Versiegelungsintensit\u00e4t des Bodens erfordern Kompensationsma\u00dfnahmen, um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten und um das st\u00e4dtische Kleinklima ertr\u00e4glich zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen ist es notwendig, Vegetationsfl\u00e4chen zu gewinnen. 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