{"id":22348,"date":"2023-07-13T15:21:32","date_gmt":"2023-07-13T13:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18814-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:32","slug":"18814-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18814-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung eines Ausstellungsschwerpunktes Landschaft und Umwelt im historischen Kontext"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Neukonzeption der Dauerausstellung f\u00fcr Varusschlacht im Osnabr\u00fccker Land &#8211; Museum und Park Kalkriese sollte die Bedeutung der Umwelt als schlachtentscheidender Faktor hervorgehoben werden. Dabei standen drei Themenbereiche im Mittelpunkt: die Rekonstruktion der Altlandschaft vor 2000 Jahren, der Beitrag der verschiedenen Umwelt- und Naturwissenschaften f\u00fcr die Rekonstruktion der Altlandschaft und die Ver\u00e4nderung der Landschaft in den letzten 2000 Jahren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie thematische Darstellung erfolgte in drei unterschiedlichen R\u00e4umen. So steht im Au\u00dfengel\u00e4nde die Rekonstruktion der Altlandschaft und die Wahrnehmung der seither eingetretenen landschaftlichen Ver\u00e4nderungen im Mittelpunkt. In der Ausstellung dominiert der methodische Aspekt, ausgehend von jenen ausgew\u00e4hlten Ergebnissen, die als erste Indizien, die Umwelt als schlachtentscheidenden Faktor nachvollziehbar werden lassen. Im Turm regen Hinweise zur Wahrnehmung der heutigen Landschaft an.<br \/>\nIm ersten Schritt wurden die R\u00e4ume und jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte definiert (09\/2001). Darauf folgte, vor dem Hintergrund der Einbettung in das Gesamtkonzept, die Beschreibung der einzelnen Inhalte, und daraus abgeleiteten inhaltlichen Stationen, die Definition der Informations- und Wirkungsziele sowie die Diskussion der zur Vermittlung eingesetzten Instrumente bzw. Medien (09\/2001). Es folgte, die \u00dcberpr\u00fcfung der inhaltlichen und technischen Machbarkeit und auf der Grundlage der hierbei erzielten Ergebnisse, die jeweilige Anpassung auf inhaltlicher respektiver vermittlungstechnischer Seite (10\/2001). Auf der Grundlage der daraufhin erfolgenden Werkplanung &#8211; Bildauswahl, Texterstellung, grafischer und architektonischer Entwurf &#8211; erfolgte die Ausschreibung (10\/2001), die Vergabe sowie Produktion (11-12\/2001) und Installation (02-03\/ 2002) der einzelnen Elemente vor Ort.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgehend von den zu vermittelnden Umweltaspekten wurden f\u00fcr die einzelnen R\u00e4ume unterschiedliche Zielstellungen definiert. Im Au\u00dfengel\u00e4nde standen Informationsziele im Vordergrund &#8211; also die konkrete Darstellung der Altlandschaft mit Information zur landschaftlichen Gliederung und zu den Faktoren der landschaftlichen Ver\u00e4nderung, wie z.B. der Plaggenwirtschaft.<br \/>\nIm Ausstellungsbereich wurde die Darstellung einerseits der Leitidee der Spurensuche untergeordnet. Andererseits wurde als konkreter Ausgangspunkt die clich\u00e9ehafte Darstellung von Tacitus gew\u00e4hlt, die sich zugleich mit der Vorstellung vieler Besucher deckt: Vor 2000 Jahren war die Landschaft ein wilder Urwald. Hieraus wurde die Ausgangsfrage f\u00fcr die Spurensuche abgeleitet, vorgestellt von Herrn Stahnke: War das wirklich so? Die Darstellung der Ergebnisse der einzelnen Naturwissenschaften erfolgt in Form einzelner Indizien und Spuren, erg\u00e4nzt durch allgemeine Erl\u00e4uterungen zur Methode. Um diese Idee visuell zu unterst\u00fctzen und Spurensuche auch praktisch erfahrbar werden zu lassen, wurden f\u00fcr jene Naturwissenschaften, die Mikroskope einsetzen, entsprechende Guckrohre als Suchmedium eingesetzt oder wie bei der Phosphatanalyse eine labor\u00e4hnliche Situation nachempfunden. Die verwendeten Ergebnisgrafiken (Phosphatanalyse, Pollendiagramm) wurden so wenig wie m\u00f6glich nachbearbeitet, um dem Besucher einen Eindruck von der Art der jeweils erzielten Ergebnisse und deren Komplexit\u00e4t zu vermitteln. Allgemeine Kommentare erl\u00e4utern zwar die Ergebnisse, die konkreten Indizien sind in den Diagrammen eigenst\u00e4ndig zu suchen (Stichwort: Spurensuche). Da auch die naturwissenschaftliche Untersuchung in Kalkriese noch lange nicht abgeschlossen ist, wurde ferner beschlossen, die vorliegenden Ergebnisse als erste Indizien aufzufassen. Sie wurden deshalb als kleine K\u00e4rtchen gestaltet. Ihre Abfolge bildet eine unterbrochene Linie \u00fcber eine Wand, deren gro\u00dfformatige Hintergrundillustration eine Collage aus verschiedenen m\u00f6glichen Landschaftsformen darstellt. Im Verlauf der n\u00e4chsten Jahre werden die Indizien und Hinweise auf landschaftsrelevante Aspekte weiter zunehmen und die Gestaltung der Wand sozusagen mit der Forschung mitwachsen. Damit soll zugleich der fragmentarische Charakter unseres Wissens verdeutlicht werden. Neben diesen Kernelementen gibt es weitere Stationen, die den Prozess wissenschaftlicher Forschung (z.B. Grabungstagebuch), oder umweltspezifische Aspekte, wie zum Bei-spiel die Menge an M\u00fcll und Eisenschrott im Ackerboden, verdeutlichen. Historische Photos zur Plaggenwirtschaft in der Bibliothek zeigen, dass Umweltnutzung und deren Zerst\u00f6rung nicht auf die Gegenwart beschr\u00e4nkt ist, \u00e4hnliche Sachverhalte lassen sich bei gesteigertem Interesse auch aus dem Pollendiagramm herauslesen.<br \/>\nF\u00fcr den Bereich des Turmtreppenhauses wurden ausschlie\u00dflich Assoziationsziele definiert. Die Kombination bestimmte Aussichten oder Durchblicke mit gezielt ausgew\u00e4hlten Textzitaten sollte zum kurzen In-nehalten, Schmunzeln oder Nachdenken einladen. Auf der Turmplattform selber stehen dagegen wiederum Informationsziele im Vordergrund. Die gegebenen Hinweise sollen die Orientierung vereinfachen. Deshalb wurde eine Auswahl heutiger Orte, Landmarken und Gel\u00e4ndepunkte und historisch relevanter Fixpunkte getroffen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Zuge der Pressearbeit wurde die Zusammenarbeit mit der DBU in insgesamt 20 Pressenachrichten, darunter zwei dpa-Meldungen gew\u00fcrdigt. Der bodenkundliche Ausstellungsbereich wurde in einem Referat auf der Jahrestagung 2002 der Bodenkundler in Greifswald vorgestellt und gleichfalls publiziert. Dar\u00fcber hinaus wurde eine ausf\u00fchrliche Projektbeschreibung f\u00fcr das Handbuch der DBU vorbereitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr die Darstellung des Themas Landschaft und Umwelt in Kalkriese wurden eingangs sowohl Informations- als auch Wirkungsziele definiert und diese in den drei verschiedenen Pr\u00e4sentationsr\u00e4umen mit hierauf abgestimmten Vermittlungsmedien umgesetzt. Dabei stehen drei Sachverhalte im Vordergrund: die Darstellung der Landschaft vor 2000 Jahren sowie die Ursachen der seither eingetretenen Ver\u00e4nderungen und die Pr\u00e4sentation der naturwissenschaftlichen Methoden die zur Beantwortung dieser Fragen in den letzten Jahren einen wissenschaftlichen Beitrag geliefert haben.<br \/>\nVor diesem Hintergrund erfolgt die Vermittlung im Park mit Hilfe einer konkreten Rekonstruktion und konventioneller Informationsmedien &#8211; Texttafeln. Im Ausstellungsbereich wurden zur Unterst\u00fctzung der Leitidee Spurensuche zus\u00e4tzlich Guckrohre, verschiedene Bild- und Textebenen und Computer eingesetzt. Die Er\u00f6ffnung des Gesamtprojektes erfolgte plangem\u00e4\u00df am 21. April 2002.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anl\u00e4sslich der Neukonzeption der Dauerausstellung f\u00fcr Varusschlacht im Osnabr\u00fccker Land &#8211; Museum und Park Kalkriese sollte die Bedeutung der Umwelt als schlachtentscheidender Faktor hervorgehoben werden. 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