{"id":22308,"date":"2023-07-14T10:32:54","date_gmt":"2023-07-14T08:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18730-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:32:55","modified_gmt":"2023-07-14T08:32:55","slug":"18730-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18730-01\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt zur F\u00f6rderung einer nachhaltigen Entwicklung in Kliniken &#8211; Analyse der Umsetzungshemmnisse"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist es, systematisch zu untersuchen, welche Bedingungen in Krankenh\u00e4usern geschaffen werden m\u00fcssen, damit Umweltschutzma\u00dfnahmen nachhaltig implementiert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDieses Pilotprojektes soll, mittels einer systematischen, auf Verfahren der empirischen Sozialforschung begr\u00fcndeten Hemmnisanalyse in deutschen Krankenh\u00e4usern strukturelle, \u00f6konomische, organisatorische und personelle (psychische, soziale) Faktoren f\u00fcr solche Hemmnisse eruieren, im Wirkzusammenhang analysieren und m\u00f6gliche Konzepte und Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBedingungsanalyse mit halbstandardisiertem Fragebogen<br \/>\nBefragung aller im Krankenhaus relevanten Berufsgruppen mit einem halbstandardisierten Fragebogen, der postalisch einer statistisch relevanten Stichprobe der Besch\u00e4ftigten zugesandt wird.<br \/>\nAus der Teilmenge der Befragten wird mittels Telefoninterview um ausf\u00fchrlichere Stellungnahmen gebeten. In einem weiteren Schritt wird ein pers\u00f6nliches Experteninterview vor Ort durchgef\u00fchrt. Diesen Kliniken wird gleichzeitig ein Fragebogen zur Situation des Umweltschutzes in ihrem Haus zugesandt.<br \/>\nAnalyse der Hemmnisse<br \/>\nAus den Ergebnissen der Befragungen werden die Hemmnisfaktoren herausgefiltert. Diese Ergebnisse bilden die Diskussionsgrundlage f\u00fcr den geplanten Workshop.<br \/>\nWorkshop<br \/>\nEinladung aller Interessierten unter Einbeziehung relevanter Krankenhausorganisationen. Vorstellen der Ergebnisse aus den Befragungen. um Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung der Ergebnisse zu entwickeln.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bisher werden in der Fachliteratur und auf Tagungen weitgehend nur subjektive Meinungen \u00fcber die Hemmnisse zur Umsetzung des systematischen Umweltschutzes in Krankenh\u00e4usern ge\u00e4u\u00dfert. Eine objektivierende Analyse bzw. Entwicklung von Strategien und Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung der Hemmnisse stand bis jetzt noch aus.<br \/>\nIm Rahmen dieses Projektes wurde f\u00fcr das Gesundheitswesen eine systematische Hemmnisanalyse mit sozialwissenschaftlichen Methoden und Instrumenten durchgef\u00fchrt. Sie erm\u00f6glicht zum einen eine quan-titative und qualitative Analyse und zum anderen die Entwicklung von Ma\u00dfnahmen und Strategien zur Hemmnisbew\u00e4ltigung.<br \/>\nDie Ergebnisse der Analyse haben gezeigt, dass die am st\u00e4rksten (statistisch signifikant) wahrgenommenen Hemmnisse im Bereich Management liegen. Es liegt nicht am fehlenden Umweltbewusstsein der Besch\u00e4ftigten das eine ineffiziente Umsetzung von Umweltschutzma\u00dfnahmen bewirkt, sondern an organisatorischen Defiziten.<br \/>\nErst die Entscheidung der Unternehmensf\u00fchrung, dem Umweltschutz in der Organisationsstruktur und in der Unternehmensphilosophie fest zu verankern, erleichtert es den MitarbeiterInnen umweltbewusst zu handeln.<br \/>\nDieses Ergebnis wurde sowohl bei der Expertenbefragung als auch in der Diskussion w\u00e4hrend des Workshops best\u00e4tigt. Beinhalten die Unternehmensziele ebenfalls Umweltziele, nimmt also die Umweltpolitik in der Unternehmenspolitik einen wichtigen Platz ein, so sind die Voraussetzungen gegeben, unter denen in einem Krankenhaus nachhaltiger Umweltschutz betrieben werden kann.<br \/>\nEin weiterer, statistisch ermittelter Einflussfaktor ist die pers\u00f6nliche Einbeziehung in Umweltschutzma\u00dfnahmen. Personen, die nicht pers\u00f6nlich involviert sind, beurteilen den Stand des Umweltschutzes am Krankenhaus schlechter als solche, die an Ma\u00dfnahmen beteiligt waren. Dies zeigt sehr deutlich, dass Informationen \u00fcber Umweltschutzrelevante Themen und \u00fcber bereits umgesetzte Ma\u00dfnahmen von gro\u00dfer Bedeutung sind. Informationen zu Umweltschutzthemen machen die einzelnen MitarbeiterInnen mit umweltbewusstem Denken vertraut. Mit Veranstaltungen und Seminaren, Brosch\u00fcren, Info-Tafeln und Zeitungsberichten k\u00f6nnen die meisten Besch\u00e4ftigten erreicht werden.<br \/>\nAuch strukturelle Gegebenheiten beeinflussen die Einsch\u00e4tzung des Stellenwertes der Umweltschutzma\u00dfnahmen. Ma\u00dfgeblich ist hierbei die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems. Die Ernennung eines Umweltbeauftragten, die Einberufung einer Umweltkommission und Durchf\u00fchrung von Umweltaudits sind z. B. geeignete Lenkungsinstrumente. Die geschaffenen Strukturen bieten jedem\/jeder Be-sch\u00e4ftigten die M\u00f6glichkeit, sich zu engagieren.<br \/>\nStatistisch gesehen ist auch die Betriebszugeh\u00f6rigkeit ein Parameter, der den Stand des Umweltschutzes am Krankenhaus positiv bewerten l\u00e4sst. Langj\u00e4hrige MitarbeiterInnen identifizieren sich eher mit dem Arbeitgeber, sie besetzen meist eine h\u00f6here Position und sie \u00fcberblicken einen gewissen Erfah-rungszeitraum. Ausschlaggebend ist dieser Faktor jedoch nicht.<br \/>\nDie Kernaussage, dass die Bereitschaft f\u00fcr Umweltschutz vom Krankenhausmanagement ausgehen muss, wurde in den vertiefenden Telefoninterviews, den Expertengespr\u00e4chen und im abschlie\u00dfenden Workshop best\u00e4tigt.<br \/>\nDie Befragung der Auszubildenden und Studierenden machte deutlich, dass gerade im Medizinstudium, im Bereich Umweltschutz eine Informationsl\u00fccke besteht. Hierin ist dann auch der entscheidende Ansatzpunkt zu sehen, will man zuk\u00fcnftig f\u00fcr Umweltschutzbelange sensibilisiertes Personal im Krankenhaus besch\u00e4ftigt wissen.<br \/>\nInteressant war auch, dass das Einflusspotenzial auf Umweltschutzma\u00dfnahmen im Krankenhaus vor allem im nicht medizinischen Bereich, Hauswirtschaft, Technik, Verwaltung, gesehen wurde. Dieser Trend findet sich auch im dem Ergebnis der vom Umweltbundesamt durchgef\u00fchrten Befragung zum Umwelt-bewusstsein der Deutschen 2004 wieder: Nie war das Umweltwissen so gro\u00df wie heute, doch die Verantwortung sieht man nicht bei seinem eigenen Verhalten, sondern extern, z. B. bei technischen L\u00f6sun-gen. Umweltschutz ja bitte, aber nicht bei mir.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Verbreitung der Ergebnisse auf Tagungen\/Fachkongressen mittels Poster bzw. Vortr\u00e4ge (sofern sie vom Veranstalter akzeptiert werden):<br \/>\nDGMS (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Med. Soziologie); 2. &#8211; 4. Juni in Bochum<br \/>\nTreffen der L\u00e4nderarbeitskreise f\u00fcr Umweltschutz im Krankenhaus; 21. Juni in Leipzig<br \/>\nEurop\u00e4ische Medizin und Soziologen Tagung, 2. &#8211; 4. September in Bologna<br \/>\n18. Symposium f\u00fcr Arbeitsmedizin im Gesundheitsdienst; 15. &#8211; 17. September in Freiburg<br \/>\nVerbreitung \u00fcber die Homepage des Institutes. Der Zwischenbericht ist dort bereits abgelegt. (http:\/\/www.iuk-freiburg.de\/kh_oekologie\/)<br \/>\nVerbreitung der Ergebnisse durch Einbeziehung der Kooperationspartner Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Fachvereinigung Krankenhaustechnik e. V. (FKT), Ver.di<br \/>\nE-Mail-Information an die Umweltbeauftragten (\u00fcber den Verteiler der Deutschen Krankenhausgesellschaft).<br \/>\nVersenden des Abschlussberichtes an die medizinischen Fakult\u00e4ten, an den Verband der Krankenhausdirektoren und an den Verband der leitenden Krankenhaus\u00e4rzte.<br \/>\nPublikation der Endergebnisse in krankenhausrelevanten Fachzeitschriften, z. B. :<br \/>\nKlinikmanagement aktuell (Zielgruppe: Verwaltung und Technik) Die Schwester\/Der Pfleger (Zielgruppe: Krankenpflege)Klinikarzt (Zielgruppe: \u00c4rzte)<br \/>\nVerbreitung der Ergebnisse mittels Experten-Workshop<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die beiden wichtigsten Punkte f\u00fcr Umweltschutz im Krankenhaus sind: Die Unterst\u00fctzung durch das Management und das pers\u00f6nliche Engagement. Nach dem Ergebnis unserer Analyse sowie der Meinung der Experten ist ohne die Unterst\u00fctzung durch die Krankenhausf\u00fchrung kein nachhaltiger systematischer Umweltschutz m\u00f6glich. In all den F\u00e4llen, in denen es eine motivierte, hoch engagierte Person gibt, die den Umweltschutzgedanken im Krankenhaus aufgreift und fortf\u00fchrt, sind deutliche Erfolge der Umweltschutzma\u00dfnahmen zu verzeichnen. Je h\u00f6her diese Person in der Hierarchie angeordnet ist, umso erfolgreicher sind nat\u00fcrlich auch die entsprechenden Ma\u00dfnahmen.<br \/>\nDie Ergebnisse dieses Projektes stellen eine gute Grundlage f\u00fcr das beantragte Projekt Kommunikationskonzept Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Krankenhaus dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist es, systematisch zu untersuchen, welche Bedingungen in Krankenh\u00e4usern geschaffen werden m\u00fcssen, damit Umweltschutzma\u00dfnahmen nachhaltig implementiert werden k\u00f6nnen. 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