{"id":22284,"date":"2024-11-27T10:36:27","date_gmt":"2024-11-27T09:36:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18669-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:28","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:28","slug":"18669-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18669-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Konzeptentwicklung zur Konservierung umweltgesch\u00e4digter Br\u00fcstungselemente der M\u00fcnster in Freiburg und Ulm (Baden-W\u00fcrttemberg)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>An den Br\u00fcstungselementen der M\u00fcnster Freiburg und Ulm lassen sich starke Verwitterungssch\u00e4den beobachten, die im erheblichen Ma\u00dfe auf die Umweltbelastungen und die exponierte Lage der beiden Bauwerke zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Einige Br\u00fcstungselemente sind so stark gesch\u00e4digt, so dass hier die Acrylharzvolltr\u00e4nkung als Schutzma\u00dfnahme angedacht werden muss. Hierzu m\u00fcssen sie aus dem Bauk\u00f6rper ausgebaut werden. Die heutigen Ausbautechniken f\u00fchren zu einem teilweisen Verlust der Originalsubstanz. Die Ausbautechnik ist daher zu verbessern, in dem man geeignete Maschinen und Verfahren ausprobiert, und wenn notwendig modifiziert. Hierzu sollte das verbaute Material in seinen Eigenschaften und der derzeitige Zustand der Elemente erfasst werden, um dann die jeweilige geeignete und nachhaltige Schutzma\u00dfnahme ausw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Arbeitsschritt wurde von beiden Bauh\u00fctten Freiburg und Ulm der Istzustand (verbaute Materialien, Schadensph\u00e4nomene) der Br\u00fcstungselemente aufgenommen und in die zu erstellenden Pl\u00e4ne eingetragen. Mit dieser Dokumentation als Grundlage wurden dann gemeinsam mit dem Fachbereich Denkmalschutz\/Materialkunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum repr\u00e4sentative Bereiche der Br\u00fcstungselemente zur Beprobung ausgew\u00e4hlt. Die Materialproben wurden als Bohrkerne entnommen. Die Bohrkerne wurden f\u00fcr die verschiedensten physikalischen und chemischen Untersuchungen eingesetzt, die von der Firma Jbach Steinkonservierung und dem Fachbereich Denkmalschutz\/Materialkunde durchgef\u00fchrt wurden. Die Materialien wurden in ihren petrografischen, mineralogischen und bauphysikalischen Eigenschaften beschrieben und ihr Schadensgrad erfasst. Literaturrecherchen zu bereits fr\u00fcher durchgef\u00fchrten Materialuntersuchungen flossen ebenfalls in das Projekt mit ein. Bei der Ausbautechnik zu den Br\u00fcstungselementen wurde vorrangig auf konventionelle S\u00e4geeinrichtun-gen zur\u00fcckgegriffen.<br \/>\nHierbei \u00fcbernahmen die beiden Bauh\u00fctten und die Firma Jbach mit den Maschinenherstellern die Testl\u00e4ufe, notwendige Modifizierungen und die Durchf\u00fchrung. Das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Baden W\u00fcrttemberg wurde f\u00fcr die gesamte Zeit des Projektes als beratende Institution mit einbezogen. Sie waren daher auch ein wichtiges Mitglied des Arbeitskreises, der die M\u00f6glichkeiten der Instandsetzung der Br\u00fcstungselemente, ihren schonenden Ausbau und die abschlie\u00dfende Konservierung erarbeitet hat.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Von Seiten der M\u00fcnsterbauh\u00fctten wurden von den einzelnen Ma\u00dfwerksbr\u00fcstungen photogrammetrische Pl\u00e4ne erstellt, die die Grundlage f\u00fcr die Material- und Schadensdokumentation darstellten. H\u00e4ufigste Schadensart an dem Br\u00fcstungselementen des Freiburger M\u00fcnsters waren R\u00fcckwitterungen und Absandungen, unabh\u00e4ngig von der Himmelsrichtung. Hierbei waren Materialverluste bis zu 5mm festzustellen. Die st\u00e4rksten Sch\u00e4den wiesen die Br\u00fcstungselemente auf, die aus Almendsberger Sandstein gearbeitet sind. Diese Elemente wurden 1923 eingebaut.<br \/>\nDie Auswertung der Schadensarten an den Br\u00fcstungselementen aus Schlaitdorfer Sandstein des Ulmer M\u00fcnster zeigt deutlich, dass die h\u00e4ufigsten Schadensarten bei allen Jochen Absanden und Krusten darstellten. Beim Ulmer M\u00fcnster ist die Schadensarten je nach Himmelsrichtung unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt. Die grafische Material- und Schadensdokumentation wurde in Anlehnung an VDI 3798 Blatt 3 durchgef\u00fchrt und f\u00fcr eine CD-Pr\u00e4sentation aufgearbeitet.<br \/>\nEs wurden Vorort an den Br\u00fcstungselementen in Freiburg und Ulm zerst\u00f6rungsfreie Messungen durchgef\u00fchrt um die Materialsch\u00e4digungen beurteilen zu k\u00f6nnen. Betrachtet man die Schallgeschwindigkeiten beim Almendsberger Sandstein in Abh\u00e4ngigkeit von den Schadensarten, so ist eine Tendenz der Abnahme in den Schallgeschwindigkeiten zu erkennen. Die Messungen am Schlaitdorfer Sandstein lassen deutlichere Unterschiede in den Schallgeschwindigkeiten in Abh\u00e4ngigkeit von den Schadensarten erkennen.<br \/>\nIn Absprache mit dem Landesdenkmalamt Baden W\u00fcrttemberg konnten einige wenige repr\u00e4sentative Bohrkern- und Bohrmehlproben an den Br\u00fcstungselementen der beiden M\u00fcnster entnommen werden. Die Untersuchungen sollten die jeweiligen Materialeigenschaften beschreiben, die f\u00fcr die Acrylharzvolltr\u00e4nkung wichtig sind. Es konnte z. B. beim Schlaitdorfer Sandstein am Ulmer M\u00fcnster festgestellt werden, dass er bereits innerhalb eines Br\u00fcstungselementes Gef\u00fcgeunterschiede aufweist.<br \/>\nParallel dazu konnten die Bauh\u00fctten in Zusammenarbeit mit einer S\u00e4geherstellfirma ein Ger\u00e4t modifizieren, so dass es m\u00f6glich wurde die Bauteile nur im Fugenbereich ohne Sch\u00e4digung der Originalsubstanz herauszutrennen. Mit den erarbeiteten S\u00e4getechniken konnten schwer zug\u00e4ngliche architektonische Bauteile zerst\u00f6rungsfrei ausgebaut werden. Die Technik ist sowohl zum Ausbau der Br\u00fcstungselemente geeignet, die f\u00fcr die Acrylharzvolltr\u00e4nkung vorgesehen sind und kann aber auch dann eingesetzt werden, wenn die Br\u00fcstungselemente f\u00fcr eine herk\u00f6mmlicher Restaurierung in die Werkstatt gebracht werden m\u00fcssen.<br \/>\nMit Hilfe der Schadensdokumentationen und Materialuntersuchungen wurden die f\u00fcr die Acrylharzvolltr\u00e4nkung geeigneten Br\u00fcstungselemente ausgew\u00e4hlt. Die hier ausgew\u00e4hlten Elemente k\u00f6nnen langfristig nur durch die Acrylharzvolltr\u00e4nkung im Originalzustand erhalten werden. Im Vergleich dazu wurden zwei etwas weniger gesch\u00e4digte Br\u00fcstungselemente mit herk\u00f6mmlichen Restaurierungsarbeiten instand gesetzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es ist geplant die Projektergebnisse im Rahmen eines kleinen Workshops bei der n\u00e4chsten Dombaumeistertagung 2005 vorzutragen. Des weiteren werden wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt in den Forschungsberichten des Deutschen Bergbaumuseums der Zeitschrift METALLA ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nUm die Projektergebnisse anschaulich darzustellen, wurden die Material- und Schadenskartierungen f\u00fcr eine CD-Pr\u00e4sentation aufgearbeitet. Dar\u00fcber hinaus ist angedacht, sie in einer Internetplattform aus-zugsweise zu pr\u00e4sentieren, um darzustellen wie notwendig Voruntersuchungen zu Restaurierungsma\u00dfnahmen sind.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das durchgef\u00fchrte Projekt stellt sich in zweifacher Hinsicht modellhaft dar:<br \/>\n&#8211;\tes konnten M\u00f6glichkeiten aufgezeigt werden, wie man schwer zug\u00e4ngliche Bauteile f\u00fcr eine Restaurierung ohne Sch\u00e4digung der Originalsubstanz aus dem Bauwerk entnehmen kann.<br \/>\n&#8211;\tdie Arbeiten haben gezeigt, dass es sich lohnt, f\u00fcr spezielle Anwendungen herk\u00f6mmliche Maschinen mit Hilfe des Herstellers zu modifizieren, um sie dann im denkmalpflegerischen Bereich einsetzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus soll das Projekt einmal mehr deutlich machen, wie wichtig und notwendig gezielte Voruntersuchungen f\u00fcr eine anschlie\u00dfende ausgew\u00e4hlte Restaurierungsma\u00dfnahme sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens An den Br\u00fcstungselementen der M\u00fcnster Freiburg und Ulm lassen sich starke Verwitterungssch\u00e4den beobachten, die im erheblichen Ma\u00dfe auf die Umweltbelastungen und die exponierte Lage der beiden Bauwerke zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. 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