{"id":22283,"date":"2023-08-13T10:32:05","date_gmt":"2023-08-13T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18668-01\/"},"modified":"2023-08-13T10:32:05","modified_gmt":"2023-08-13T08:32:05","slug":"18668-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18668-01\/","title":{"rendered":"Veranstaltung Wildnis vor der Haust\u00fcr"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Nationalparke liegen typischerweise siedlungsfern. Das dazu komplement\u00e4re Konzept Siedlungsnahe Wildnisgebiete l\u00e4sst sich kennzeichnen, nat\u00fcrliche Dynamik auch in siedlungsnahen Gebieten und in St\u00e4dten zuzulassen und es den Menschen zugleich zu erm\u00f6glichen, alltagsnah sich als Teil der Natur erleben und freie Naturdynamik erfahren zu k\u00f6nnen. Zielsetzung des Vorhabens war es, die bisher zu diesem Konzept vorhandenen Ans\u00e4tze und Beispiele sowie die daf\u00fcr Interessierten und Akteure zusammenzubringen, die Ergebnisse des Erfahrungsaustauschs zu dokumentieren, zu verbreiten und zur Vernetzung der Aktivit\u00e4ten und ersten Initiativen beizutragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErster Schritt waren Vorgespr\u00e4che und ein Vorbereitungstreffen zur \u00dcberarbeitung und Pr\u00e4zisierung des Workshopprogramms (29.-30.6.2002, Zwieselerwaldhaus, Nationalpark Bayerischer Wald). Der zweite Schritt war die Vorbereitung und die Durchf\u00fchrung des Workshops Wildnis vor der Haust\u00fcr (4.-6.10. 2002, ebenfalls Zwieselerwaldhaus), in dem wichtige Beispiele des Konzepts Siedlungsnahe Wildnisgebiete vorgestellt, aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert und anhand der konkreten Erfahrungen der Exkursionen und dem Besuch des in Bau befindlichen Wildniscamps angereichert wurden. In der dritten Phase wurde die Dokumentation mit den \u00fcberarbeiteten Beitr\u00e4gen des Workshops erstellt. Weitere konkrete Fallbeispiele, Literatur, Adressen, Internetseiten etc. wurden erg\u00e4nzt. Weitere Gespr\u00e4che (IUCN, Commission on Protected Areas etc.) wurden gef\u00fchrt. Die Dokumentation wurde breit gestreut, um die Ergebnisse zu multiplizieren und zur Vernetzung der Aktivit\u00e4ten und Initiativen beizutragen. Wichtige Ergebnisse mit weiteren Hinweisen, links etc. wurden in die Internetseiten des Nationalparks und der Akademie gestellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Grundansatz des von uns entwickelten Konzepts Siedlungsnahe Wildnisgebiete wurde in der Gesamtausrichtung best\u00e4tigt: Der Ansatz ist zu den typischerweise eher fern der Ballungsgebiete und gro\u00dfen Siedlungszentren gelegenen Nationalparken und siedlungsfernen Wildnisgebieten komplement\u00e4r, d. h. nicht alternativ zu sehen. Die Bandbreite der Wildnis vor der Haust\u00fcr reicht von a) Siedlungsnahen Wildnisgebieten im Umfeld von St\u00e4dten \u00fcber b) Verwilderungsgebiete in Siedlungen bis hin zu c) Wilden Ecken in St\u00e4dten. Die Verkn\u00fcpfung der beiden Zielsetzungen, nat\u00fcrliche Dynamik im Sinne des Prozessschutzes zulassen und alltagsnahes Naturerleben zu erm\u00f6glichen, wurde von allen Beteiligten, die an die Thematik aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln herangehen, unterstrichen. Unterstrichen wurde, dass das Konzept sich gut in die Entwicklung des Naturschutzes im Sinne von Prozessschutz einf\u00fcgt.<br \/>\nDie Frage der Kategorien und Kriterien f\u00fcr siedlungsnahe Wildnisgebiete wurde ausf\u00fchrlich diskutiert. Die Diskussion kann wie folgt zusammengefasst werden: Es ist im Sinne der \u00fcbergeordneten Zielrichtung wichtig, das nicht zu stark zu fixieren, sondern zuf\u00e4llig entstehende Verwilderungsgebiete ebenso einzubeziehen wie geplante siedlungsnahe Wildnisgebiete und intendierte Verwilderungsfl\u00e4chen in Siedlungen, etwa auf vormaligen Brachfl\u00e4chen. Zugleich wurde pr\u00e4zisiert, dass f\u00fcr den Typ a) Siedlungsnahe Wildnisgebiete in Anlehnung an die Kategorien des IUCN f\u00fcr gesch\u00fctzte Gebiete Kriterien sinnvoll sein k\u00f6nnen (etwa Unterteilung in verschiedene Zonen etc.). Dies wurde am Beispiel des Sihlwalds diskutiert.<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IUCN World Commission on Protected Areas konnte dieses Ergebnis des Vorbereitungsgespr\u00e4ches und des Workshops best\u00e4tigt und detailliert werden.<br \/>\nDurch das ganze Vorhaben zog sich die Erfahrung, dass die unterschiedlichen Zug\u00e4nge zur Thematik und Bereiche &#8211; etwa Nationalparke, Naturschutz, Wildnisp\u00e4dagogik, Planung, internationale Wildnisbewegung etc. &#8211; bisher nur wenig kommunizieren. Es findet nur ein gelegentlicher, jedoch bisher kaum ein  systematischer Austausch statt. Der Erfahrungsaustausch, die Diskussionen und der Austausch bei den Exkursionen waren dadurch bestimmt, diese verschiedenen Zug\u00e4nge und Blickwinkel miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Dementsprechend wurde in der anschlie\u00dfenden dritten Phase verst\u00e4rkt das Augenmerk auf Vernetzung und die Aufbereitung unterschiedlicher Beispiele und Zug\u00e4nge gelegt. Diese Zielsetzung wurde im Verlauf des Vorhabens noch st\u00e4rker gewichtet als in der urspr\u00fcnglichen Planung vorgesehen.<br \/>\nF\u00fcr die Frage der Tr\u00e4gerschaft entsprechender Verwilderungsgebiete in und in der N\u00e4he von St\u00e4dten wurde gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t empfohlen. Die Informationen zu den f\u00fcr die Dokumentation zus\u00e4tzlich recherchierten Beispiele, best\u00e4tigen diese Empfehlung des Workshops. Ein Erfahrungsaustausch und erste Vernetzungen sollen weitere Initiativen und Aktionen ansto\u00dfen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Multiplikation war so angelegt, dass bereits im Vorbereitungstreffen ausf\u00fchrlich Zeit auf m\u00f6gliche Ansprechpartner, interessante Initiativen und Zug\u00e4nge verwendet wurde. Die genannten Adressen wurden gezielt zum Workshop eingeladen.<br \/>\nDie Zusammensetzung im Workshop war dementsprechend breit zusammengesetzt (Nationalparke, Naturschutz von Bundes- bis kommunaler Ebene, Wildnisp\u00e4dagogik, Planungsbereich, Initiativen etc.). Dar\u00fcber konnte bereits eine Ausstrahlung des Zugangs erreicht werden (incl. Bericht im Lokalfernsehen etc.).<br \/>\nIn die Tagungsdokumentation wurden \u00fcber die Workshopbeitr\u00e4ge hinausgehend Kurzbeitr\u00e4ge mit vielen weiteren Beispielen und Zug\u00e4ngen, Adressen, Literaturtipps, Internetadressen etc. aufgenommen, um zur Vernetzung beizutragen. Die Dokumentation wurde in Richtung der Zielgruppen breit gestreut. Zus\u00e4tzlich wurde mit Werbezettel und Plakaten geworben. Die Dokumentation ist als Buch \u00fcber die Einrichtungen des Nationalparks ebenso wie \u00fcber die Akademie zu beziehen. Ins Internet der Nationalparkverwaltung ebenso wie der Akademie wurden Zusammenfassungen, Adressen und weitere links aufgenommen. Im neuen Wildniscamp des Nationalparks (Betrieb ab Juni 2002) werden Werbezettel ausgelegt. Fachbeitr\u00e4ge und Ver\u00f6ffentlichungen sind ebenso geplant wie eine Folgeveranstaltung, in der das Konzept weiter vertieft und verbreitet wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das von uns entwickelte Konzept Siedlungsnahe Wildnisgebiete wird von den Beteiligten als wichtiger Beitrag zur Orientierung des Naturschutzes in Richtung Prozessschutz angesehen. Das Konzept ist eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zu den gr\u00f6\u00dfer fl\u00e4chigen, aber typischerweise eher siedlungsfern gelegenen Nationalparken und Wildnisgebieten, das alltagsnahes Naturerleben erm\u00f6glicht. Bezogen auf eine Klassifikation und Kriterien wurde empfohlen, sehr flexibel zu sein und nur f\u00fcr relativ gr\u00f6\u00dfere, siedlungsnahe Wild-nisgebiete in N\u00e4he von St\u00e4dten und Agglomerationen (wie beim Sihlwald) entsprechende Kriterien zu erarbeiten. Daf\u00fcr k\u00f6nnen die bestehenden IUCN-Kriterien herangezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Nationalparke liegen typischerweise siedlungsfern. Das dazu komplement\u00e4re Konzept Siedlungsnahe Wildnisgebiete l\u00e4sst sich kennzeichnen, nat\u00fcrliche Dynamik auch in siedlungsnahen Gebieten und in St\u00e4dten zuzulassen und es den Menschen zugleich zu erm\u00f6glichen, alltagsnah sich als Teil der Natur erleben und freie Naturdynamik erfahren zu k\u00f6nnen. 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