{"id":22282,"date":"2023-07-24T10:32:05","date_gmt":"2023-07-24T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18665-01\/"},"modified":"2023-07-24T10:32:06","modified_gmt":"2023-07-24T08:32:06","slug":"18665-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18665-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung eines deutsch-polnisch-tschechischen Netzwerkes f\u00fcr eine nachhaltige Regionalentwicklung im Einzugsgebiet der Oder (Oder-Forum)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt Nachhaltige Regionalentwicklung im Einzugsgebiet der Oder (Oder-Forum) hatte die Etablierung eines Netzwerkes deutscher, polnischer und tschechischer Nichtregierungsorganisationen, Experten und interessierter Laien zum Ziel. Die Kontakte der Verb\u00e4nde sollten intensiviert, koordiniert, optimiert und unterst\u00fctzt werden. Durch die Vernetzung der verschiedenen Gruppen in den drei Anrainerstaaten sollten Sprachbarrieren \u00fcberwunden, Know-how-Potenziale genutzt, der Informationsaustausch verbessert und Synergieeffekte f\u00fcr gemeinsame Projekte erreicht werden. Dazu dienten verschiedene Aktivit\u00e4ten und Veranstaltungen, wie nationale und internationale Arbeitstreffen, Workshops, Fachexkursionen und eine umfassende Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Das internationale Netzwerk sollte \u00fcber den F\u00f6rderzeitraum hinaus eine dauerhafte, effiziente Struktur entwickelt haben, innerhalb derer weitere Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung des Odereinzugsgebietes erarbeitet, unterst\u00fctzt und begleitet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAnlass des Projektes war die zunehmende Verschlechterung der \u00f6kologischen Gesamtsituation im Odereinzugsgebiet u. a. durch den erh\u00f6hten Fl\u00e4chenverbrauch, den geplanten Ausbau der Oder f\u00fcr die Schifffahrt, ver\u00e4nderte Bedingungen in der Land- und Forstwirtschaft. Die in den vergangenen Jahren geschaffenen Grundlagen f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung in der Oderregion sowie beispielhafte Modellprojekte dienten als Basis f\u00fcr das Projekt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Oder-Forums wurde eine internationale Servicestelle eingerichtet, die vor allem f\u00fcr die Entwicklung, Organisation und Koordination von Ma\u00dfnahmen sowie die \u00fcberregionale Vernetzung verantwortlich war. Durch regelm\u00e4\u00dfige, inhaltlich fokussierte Netzwerktreffen, Workshops und Fachtagun-gen wurden Kompetenzen vermittelt, lokale und regionale Partnerschaften sowie Projekte initiiert und gef\u00f6rdert. Um eine optimale Kommunikation zu gew\u00e4hrleisten, wurde das Projekt zweisprachig (Deutsch und Polnisch) durchgef\u00fchrt und die im Rahmen des Projektes publizierten Materialien \u00fcberwiegend in beiden Sprachen ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDie \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde als eine der Hauptaufgaben der Servicestelle angesehen, um die Anliegen des internationalen Netzwerkes zu vermitteln. Dazu fanden eine Auftaktpressekonferenz sowie mehrere (internationale) Pressekonferenzen statt. Zudem wurde die Pr\u00e4senz im Internet erh\u00f6ht und mit Faltbl\u00e4ttern sowie vier Oder-Rundbriefen auf das Oder-Forum und seine Arbeit aufmerksam gemacht. Lobbygespr\u00e4che, verschiedene grenz\u00fcberschreitende Veranstaltungen sowie drei mehrt\u00e4gige internati-onale Radtouren steigerten ebenfalls den Bekanntheitsgrad des Netzwerks und der Oderregion. Zum Ende der Projektperiode fand eine internationale Konferenz mit \u00fcbergreifendem Themeninhalt zu Fl\u00fcsse in Mittel- und Osteuropa &#8211; \u00f6kologische Perspektiven f\u00fcr das Trans Europ\u00e4ische Verkehrsnetzwerk statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die internationale Servicestelle des Oder-Forums hat ma\u00dfgeblich zur Vernetzung der Umweltverb\u00e4nde in der Oderregion beigetragen. Das internationale B\u00fcndnis umfasst zu Projektende 33 Nichtregierungs-organisationen. Die Arbeitskontakte untereinander sind deutlich besser geworden und werden intensiver als vor zwei Jahren gepflegt. Zudem hat die fachliche Kompetenz der Partner erheblich zugenommen.<br \/>\nDie Netzwerkpartner haben sich zu Projektbeginn auf 7 inhaltliche Hauptziele festgelegt (vgl. Endbericht, Kap. 2) und zu folgenden Themen internationale Konferenzen veranstaltet: Hochwasserschutz, Wasserrahmenrichtlinie, Nachhaltige Regionalentwicklung sowie Fl\u00fcsse in Mittel- und Osteuropa. Dar\u00fcber hinaus wurden nationale Tagungen bzw. Workshops zu weiteren Oder-relevanten Themen, wie Natura 2000, Grenz\u00fcberg\u00e4nge zwischen Polen und Deutschland organisiert. Mehrere Fachexkursionen haben ebenfalls wesentlich zum Know-How-Transfer zwischen den Organisationen bzw. L\u00e4ndern und Regionen beigetragen. Au\u00dferdem wurde ein enger Austausch mit anderen Flussnetzwerken in Deutschland unterhalten.<br \/>\nObwohl die fachliche Qualifizierung der teilnehmenden Gruppen im B\u00fcndnis und die Vernetzung der Verb\u00e4nde Hauptziele des Projektes waren, konnten auch konkrete inhaltliche Ergebnisse f\u00fcr den Schutz der Oderregion erreicht werden. So haben beispielsweise Einw\u00e4nde des Oder-Forums zu einer erneuten \u00dcberpr\u00fcfung eines Planungsvorhabens zum Ausbau des Grenz\u00fcbergangs Mescherin\/Gryfino beigetragen &#8211; ein Bauvorhaben, das direkt durch den Nationalpark Unteres Odertal f\u00fchrt und der Einhaltung von europ\u00e4ischen Gesetzesvorgaben widersprechen w\u00fcrde.<br \/>\nEin weiterer gro\u00dfer Erfolg war das Erreichen des Beobachterstatus bei der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder vor Verunreinigung (IKSO).<br \/>\nMehrere Umweltverb\u00e4nde aus den drei Oder-Anrainerstaaten haben mittlerweile neue grenz\u00fcberschreitende Kooperationen begonnen, aus denen sich qualifizierte Folgeprojekte ergeben werden. Dies deutet auf eine langfristige, \u00fcber die F\u00f6rderperiode hinausgehende Zusammenarbeit hin.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Bereich \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurden mehrere Pressekonferenzen durchgef\u00fchrt sowie bestehende Internetseiten aktualisiert und erweitert. Mit Faltbl\u00e4ttern, einer Serie von 6 Poster in Deutsch\/Polnisch und Polnisch\/Tschechisch sowie vier Ausgaben des Oder-Rundbriefs wurde auf das Netzwerk und seine Arbeitsinhalte aufmerksam gemacht. Dar\u00fcber hinaus pr\u00e4sentierte sich das Projekt auf Konferenzen, Messen und Treffen anderer Flussnetzwerke.<br \/>\nEine mehrsprachige Publikation mit Beispielen nachhaltiger Regionalentwicklung in der Oder-Region trug ebenfalls zur Intensivierung der Kontakte der Verb\u00e4nde in der Oderregion bei.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Innerhalb der Projektperiode konnte ein funktionierendes Netzwerk aus 33 Organisationen der drei Anrainerstaaten der Oder aufgebaut werden. Die Arbeit der internationalen Servicestelle hat wesentlich dazu beigetragen.<br \/>\nDer Kenntnisstand der Organisationen konnte durch die vielen unterschiedlichen Aktivit\u00e4ten, wie Konferenzen, Workshops und Fachexkursionen deutlich verbessert werden. In diesen Veranstaltungen wurden auch die inhaltlichen Themenschwerpunkte des Netzwerkes behandelt.<br \/>\nNeben der Organisation von Veranstaltungen hat sich das Oder-Forum auch politisch engagiert und auf unterschiedlichen Ebenen Lobby-Arbeit geleistet. Dadurch konnten wichtige Grundvoraussetzungen, wie die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung oder Expertenkontakte, geschaffen werden. Auf dieser Basis lassen sich in Zukunft weiterf\u00fchrende konkrete Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung umsetzen. Erste Konzepte und Projektantr\u00e4ge wurden schon w\u00e4hrend der Projektperiode gestellt.<br \/>\nLangfristig, v. a. durch den Beitritt Polens und der Tschechischen Republik in die Europ\u00e4ische Union werden sich die Regionen immer weiter ann\u00e4hern. Dadurch wird der Druck besonders auf die noch naturnahen, l\u00e4ndlichen Gebiete wachsen. Der Ausbau von Stra\u00dfen und Schifffahrtswegen sowie europ\u00e4ische Gesetzesvorgaben u. a. im Naturschutz, in der Landwirtschaft und Wasserwirtschaft stellen die Umweltorganisationen in den Anrainerstaaten vor neue Herausforderungen.<br \/>\nDurch die zweij\u00e4hrige Anschubfinanzierung konnten dazu erste Schritte im Vorfeld realisiert werden, um so die Oderregion f\u00fcr die Zukunft als ein Fluss in Mitteleuropa fit zu machen. Die internationale Servicestelle hat daf\u00fcr eine Plattform geschaffen, die \u00fcber den Projektzeitraum hinaus den Informations- und Wissensaustausch sowie ein Denken in internationalen Strukturen m\u00f6glich macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt Nachhaltige Regionalentwicklung im Einzugsgebiet der Oder (Oder-Forum) hatte die Etablierung eines Netzwerkes deutscher, polnischer und tschechischer Nichtregierungsorganisationen, Experten und interessierter Laien zum Ziel. Die Kontakte der Verb\u00e4nde sollten intensiviert, koordiniert, optimiert und unterst\u00fctzt werden. 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