{"id":22277,"date":"2023-07-13T15:21:24","date_gmt":"2023-07-13T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18662-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:25","slug":"18662-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18662-01\/","title":{"rendered":"Kl\u00e4rschlammproblematik im Hochgebirge: 1. Phase des Projektes\nUntersuchung und Optimierung der Verwertung bzw. Beseitigung von Abf\u00e4llen aus der Abwasserbehandlung im Bereich alpiner H\u00fctten des Deutschen Alpenvereins"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit der Projektstudie wurde das Ziel verfolgt, in einer Grundlagenermittlung die allgemeinen Kenndaten von H\u00fctten des Deutschen Alpenvereins (DAV) f\u00fcr eine weitergehende Betrachtung zusammenzufassen. Dabei wurden Daten zur geografischen und topografischen Lage der H\u00fctten, zur H\u00fcttenauslastung (Tagesg\u00e4ste, \u00dcbernachtungen pro Jahr), zur Anzahl der \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten, usw. zusammengestellt. Des Weiteren sollte ein \u00dcberblick \u00fcber die gesetzlichen Regelungen zur Kl\u00e4rschlammausbringung in den L\u00e4ndern bzw. Bundesl\u00e4ndern gegeben werden. Ein weiteres Ziel war die Darstellung der derzeit angewandten Abwasserreinigungs- und Kl\u00e4rschlammbehandlungssysteme auf H\u00fctten des DAV und der verwendeten Systeme in Skandinavien.<br \/>\nDie f\u00fcr die Vererdung von Kl\u00e4rschlamm geeigneten Pflanzen f\u00fcr alpine Regionen sollten ermittelt und dargestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm die gesetzlichen Bestimmungen zusammenzutragen, wurde mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden Kontakt aufgenommen und die jeweiligen Regelungen mit eventuellen Ausnahmeregelungen besprochen.<br \/>\nZur Ermittlung der H\u00fcttendaten wurde der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen vom DAV die Datenbank mit den H\u00fctten, den Standorten, der H\u00f6henlage, usw. zur Verf\u00fcgung gestellt. Gemeinsam mit dem Vertreter des DAV sollten die Abwasserreinigungssysteme und die Art Entsorgung des Kl\u00e4rschlamms der H\u00fctten ermittelt werden.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t Innsbruck wurden die derzeit angewandten Systeme beschrieben und aufgelistet.<br \/>\nBei der Suche nach geeigneten Pflanzen zur Vererdung kam es zu einer Er\u00f6rterung mit einer Botanikprofessorin der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien, mit der eine Auswahl an evtl. geeigneten Pflanzen getrof-fen wurde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Deutsche Alpenverein (DAV) ist im Besitz von 323 allgemein zug\u00e4nglichen H\u00fctten, die sich in vier L\u00e4ndern (\u00d6sterreich, Deutschland, Frankreich, Schweiz) befinden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der 323 allgemein zug\u00e4nglichen H\u00fctten des DAV steht auf \u00f6sterreichischen Staatsgrund (184 H\u00fctten).<br \/>\nIn vielen Projekten wurde versucht, die H\u00fctten schrittweise auf einen h\u00f6heren umwelttechnischen Standard zu bringen. Dabei ersetzte bzw. erg\u00e4nzte der DAV auf vielen H\u00fctten die Dieselaggregate durch umweltfreundliche regenerative Energiesysteme (Wasserkraft, Photovoltaik, Wind). Ebenso wurden zur Abwasserreinigung viele neue Anlagen installiert. Zu Beginn lag der Schwerpunkt der Abwasserreinigung auf einer mechanischen Abtrennung der Festsstoffe (Mehrkammergruben). Aufgrund der weiteren Entwicklung der Abwassertechnik im Bereich von Kleinkl\u00e4ranlagen sind in den letzten Jahren sowohl ver-besserte mechanische Reinigungsanlagen zur Feststoffabtrennung (Siebsack, Siebpressen, usw.), biologische Reinigungsanlagen als auch Komposttoilettensysteme mit Grauwasserbehandlung errichtet worden, die zur Verbesserung der Abwasserablaufwerte und damit verbunden zur Schonung der Vorfluter und des Grundwasser beitragen. Durch sinkende Preise und weiterentwickelte Kanalisationstechnik entsorgen heute 88 DAV-H\u00fctten das Abwasser mittels einer Kanalableitung zu einer kommunalen Kl\u00e4ranla-ge. Dadurch kann die gesichertste Abwasserreinigung erreicht werden, die allerdings unter Ber\u00fccksichtigung aller \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Gesichtspunkte nicht immer praktikabel ist. F\u00fcr jene H\u00fctten, die mit einem \u00e4lteren Reinigungssystem (z. B. Mehrkammergruben) ausgestattet sind, welches nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, bem\u00fcht sich der DAV diese den neuen Anforderungen (vollbiologische Kl\u00e4ranlagen) anzupassen.<br \/>\nDurch die ver\u00e4nderten und sich \u00e4ndernden gesetzlichen Regelungen bez\u00fcglich der Kl\u00e4rschlammverwertung in Deutschland und einzelnen \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4ndern wird die Kl\u00e4rschlammverwertung und -entsorgung auf den Alpenvereinsh\u00fctten kritischer und aufwendiger. Derzeit sind drei Varianten der Kl\u00e4rschlammverwertung bzw. Abwasserentsorgung in Anwendung:<br \/>\n\tAbleitung des Abwassers in einem Kanal ins Tal<br \/>\n\tSpeicherung des Kl\u00e4rschlamms und Abtransport zu Saisonende ins Tal<br \/>\n\tVerwertung des Kl\u00e4rschlamms vor Ort<br \/>\nNach den derzeitigen gesetzlichen Regelungen gibt es kein absolutes Ausbringungsverbot f\u00fcr Kl\u00e4rschl\u00e4mme in Deutschland und in den Bundesl\u00e4ndern mit Alpenanteil in \u00d6sterreich, jedoch m\u00fcssen rechtliche Vorgaben wie Qualit\u00e4tskriterien des Kl\u00e4rschlamms und der Aufbringungsfl\u00e4chen ber\u00fccksichtigt werden. In Tirol gibt es sehr eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten zur Kl\u00e4rschlammausbringung im Bereich von H\u00fctten. Die Anforderungen einer Kl\u00e4rschlammausbringung sind dort, dass die Fl\u00e4chen als \u00d6dland gelten m\u00fcssen und der Kl\u00e4rschlamm den Bestimmungen der \u00d6sterreichischen Kompostverordnung entsprechen muss. In Nieder\u00f6sterreich wird f\u00fcr die Ausbringung des Kl\u00e4rschlamms u. a. ein G\u00fctesystem mit Qualit\u00e4tsklassen zugrunde gelegt. Die ATV-DVWK schl\u00e4gt auch in Deutschland ein solches System mit G\u00fctesiegel vor.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf einer Infotour des DAV (13.-15.Sep. 2002) wurden die Ergebnisse der Studie in einem Kurzvortrag vorgestellt.<br \/>\nIm November wird an der Universit\u00e4t der Bundeswehr eine Ausstellung zum Jahr der Berge er\u00f6ffnet. Bei dieser Ausstellung wird ein Poster zu diesem Projekt pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Derzeit wird der Kl\u00e4rschlamm aus vielen Abwasserreinigungsanlagen der DAV-H\u00fctten vor Ort entsorgt. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind zum einen die gro\u00dfe Zahl an Abwasserreinigungsanlagen, die Nassschlamm produzieren und andererseits die oft schlechten Transportm\u00f6glichkeiten ins Tal.<br \/>\nDurch den Einsatz neuer Systeme zur Entw\u00e4sserung und Herstellung eines hygienisch unbedenklichen Produkts sollen die Verwertungs- und Entsorgungsm\u00f6glichkeiten von Kl\u00e4rschl\u00e4mmen aus dem H\u00fcttenbetrieb verbessert werden. Alleine durch die Entw\u00e4sserung des Kl\u00e4rschlamms kann es zu einer erheblichen Volumenreduzierung kommen, wodurch die zu entsorgenden bzw. zu verwertenden Massen deutlich verringert werden. Mit dem Einsatz von neuen Systemen kann der DAV auf evtl. neue gesetzliche Regelungen reagieren und den im Volumen stark reduzierten Kl\u00e4rschlamm abtransportieren.<br \/>\nUm diese Ziele zu erreichen sind weitere Untersuchungen und Verfahrensentwicklungen f\u00fcr H\u00fctten erforderlich. Aufgrund der Randbedingungen von Alpenvereinsh\u00fctten (Klima, Schlammanfall, Qualit\u00e4t, usw.) in Gebirgsregionen k\u00f6nnen Systeme aus der Ebenenstufe nicht allgemein ohne Anpassung auf die Standorte der H\u00fctten \u00fcbertragen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit der Projektstudie wurde das Ziel verfolgt, in einer Grundlagenermittlung die allgemeinen Kenndaten von H\u00fctten des Deutschen Alpenvereins (DAV) f\u00fcr eine weitergehende Betrachtung zusammenzufassen. Dabei wurden Daten zur geografischen und topografischen Lage der H\u00fctten, zur H\u00fcttenauslastung (Tagesg\u00e4ste, \u00dcbernachtungen pro Jahr), zur Anzahl der \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten, usw. zusammengestellt. Des Weiteren sollte ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[57,51,53],"class_list":["post-22277","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-bayern","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"18662\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"18662-01.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"20.307,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen\nSiedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik","dbu_projektdatenbank_strasse":"Werner-Heisenberg-Weg 39","dbu_projektdatenbank_plz_str":"85577","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Neubiberg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2001-11-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"","dbu_projektdatenbank_telefon":"089\/6004-2156","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Bayern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"77","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-18662_01.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35280,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22277\/revisions\/35280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}