{"id":22273,"date":"2023-07-13T15:21:24","date_gmt":"2023-07-13T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18636-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:24","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:24","slug":"18636-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18636-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Wirkung von Schutzbauten (Vorsorgema\u00dfnahmen) auf die umweltschadensbedingten Verwitterungen von Sandsteinen am Beispiel des Nordportals der Benediktinerabtei Tholey (Saarland)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist einerseits, die Funktionalit\u00e4t des Schutzbaus am Portal in Tholey sicherzustellen, andererseits den Verwitterungsfortschritt des Sandsteins nachhaltig zu unterbinden.<br \/>\nGrundlage des Vorhabens bildet die langfristig angelegte Erfassung von klimatologischen und schadstoffrelevanten Daten. Aufgrund dieser Daten sollen L\u00f6sungen f\u00fcr die klimatechnische Ert\u00fcchtigung des Schutzbaus entwickelt.<br \/>\n\u00dcberdies soll ein konservatorisches Konzept erstellt und umgesetzt werden, dass unter den Konditionen des ert\u00fcchtigten Schutzbaus bzw. im Rahmen der erhobenen Daten eine langfristige Stabilisierung des Sandsteingef\u00fcges sicherstellt und den Verwitterungsprozess verlangsamt bzw. stoppt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUntersuchung des Zustandes des Portals: Das Portal muss eingehend auf seinen Erhaltungszustand hin untersucht werden. Die Sch\u00e4den sollen in einer Schadenskartierung erfasst werden. Das Gef\u00fcge, die Gef\u00fcgesch\u00e4den, die Verteilung der Mineralphasen der Sandsteine sowie bindemittelspezifische Aspekte sind detailliert aufzunehmen. Die Salzverteilung ist im H\u00f6hen- und Tiefenprofil zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen durch nasschemische, r\u00f6ntgendiffraktometrische und ionenspektrometrische Untersuchungsmethoden ermittelt werden. Erg\u00e4nzend kommen rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen und D\u00fcnnschliffauswertungen zum Einsatz.<br \/>\nHandels\u00fcbliche als auch neu entwickelte Konservierungsstoffe sollen im Labor getestet und f\u00fcr die Erprobung an Musterfl\u00e4chen optimiert werden.<br \/>\nKlimamessung \/ Monitoring<br \/>\nIm Projekt soll die kontrollierte Klimamessung sowie die Langzeitkontrolle von konservatorischen Ma\u00dfnahmen durch Monitoring gew\u00e4hrleistet werden<br \/>\nLaufende Klimamessungen und die Beobachtung der Schadensentwicklung im klimatisierten Raum sind die Voraussetzung f\u00fcr gezielte Eingriffe zur Korrektur des Klimas.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Portal wurde photographisch erfasst. Die Sch\u00e4den wurden einzeln aufgenommen und kartiert. Eine graphische Darstellung liegt vor.<br \/>\nEs wurden Proben entnommen und auf die Salzverteilung im H\u00f6hen- und Tiefenprofil untersucht. Die Ergebnisse liegen im Zwischenbericht 1, IFS Mainz vor. Weitere Proben wurden auf ihre petrographischen, sowie hygrischen Parameter untersucht. Die Untersuchungsergebnisse sind im 2. Zwischenbereich aufgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Einrichtung der Klimamessung ist erfolgt und die Messungen sind gestartet. Im 1. Zwischenbericht wird die Messtechnik erl\u00e4utert. Die ersten Ergebnisse liegen im 2. Zwischenbericht vor.<br \/>\nIm 3. Zwischenbericht erfolgt die Bewertung der angelegten Musterfl\u00e4chen. Hierbei wurde eine Festigung mit Calciumhydroxid-Sol versucht. Erste Untersuchungsergebnisse liegen vor. Labortechnisch, als auch am Portal wurden konventionelle Kiesels\u00e4ureestertr\u00e4nkungen vorgenommen untersucht. Beide Verfahren zeigen noch keine befriedigenden Ergebnisse.<br \/>\nWeitere Musterfl\u00e4chen wurden angelegt. Die Ergebnisse sind dem Abschlussbericht zu entnehmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vortr\u00e4ge: 6th international Conference on Materials Science and Restoration MSR VI, University of Karlsruhe, Sept. 16-18, 2003H. Garrecht und J. Huber<br \/>\nEinsatz rechnergest\u00fctzter Mess- und Regelsysteme zur Qualit\u00e4tssteigerung von Bauwerksanalyse und denkmalgerechter Instandsetzung<br \/>\nH. Garrecht und J. Huber<br \/>\nKlimatische Auswirkungen eines Schutzbaus auf die Verwitterung von Sandsteinen<br \/>\nH. Garrecht und J. Huber<br \/>\nNordportal der Benediktinerabtei Tholey &#8211; Untersuchungen zur Klimatischen Wirkung eines Schutzbaus auf die Verwitterung von Sandsteinen; &#8211; STEIN Zerfall und Konservierung, Edition Leipzig<br \/>\nK. Sch\u00f6nhofer<br \/>\nStabilisierung schuppender Bereiche an Naturstein mit Calciumhydroxid-Sol; Chemie-Semesterarbeit SS 2005, K\u00f6ln<br \/>\nNach Abschuss des Projekts soll in der Abteikirche eine Tagung veranstaltet werden, welche die Ergebnisse der Untersuchungskampagnen darstellen. Diese ausf\u00fchrlichen Ergebnisse sollen in einem Tagungsband ver\u00f6ffentlicht werden. Weitere Ver\u00f6ffentlichungen in Fachjournalen, z. B. Restauro, Bautenschutz und Bausanierung, usw. sind vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der 1961 errichtete Schutzbau, welcher das Portal vor weiteren Sch\u00e4den sch\u00fctzen sollte, hat seine Aufgabe nicht erf\u00fcllt. Der Schadensprozess ist trotz der Einhausung weiter fortschreitend. Ziel des DBU &#8211; Forschungsprojekts war es, zu kl\u00e4ren, ob eine positive Wirkung von Schutzbauten auf die umweltbedingten Verwitterungen von Sandsteinen erreicht werden kann.<br \/>\nEntsprechend der Erkenntnisse des Modellvorhabens sollte auch k\u00fcnftig der kontrollierte Betrieb eines L\u00fcfters im Schutzbau vorgenommen werden, da gerade w\u00e4hrend der Nachtstunden wie auch den weniger stark frequentierten Wochentagen im Winter eine nachhaltige Verbesserung der Raumluftverh\u00e4ltnisse erzielt werden kann. Im Vergleich zum Modellvorhaben muss aber das zur Bewertung der Klima bedingten Beanspruchung der Sandsteinoberfl\u00e4chen erforderliche Messnetz erheblich reduziert werden, um die Investitions- und Betriebskosten der erforderlichen Mess- und Regelkomponenten zu begrenzen.<br \/>\nDie Untersuchungen zur Materialentwicklung zur Festigung von schuppenden Sandsteinoberfl\u00e4chen haben gezeigt, dass es m\u00f6glich ist, ein v\u00f6llig neues Konservierungskonzept auf Basis von Kalk und Kiesels\u00e4ureester zu entwickeln. Der Kalk, welcher als Calciumhydroxid-Sol auf die Gesteinsoberfl\u00e4che aufgebracht wird, erm\u00f6glicht, durch die Anlagerung in den Hohlr\u00e4umen des Gesteins die kapillare \u00dcberbr\u00fcckung der schuppenden Bereiche. Die anschlie\u00dfende Kiesels\u00e4ureesterfestigung bewirkt die strukturelle Festigung des neuen Gef\u00fcges. Es muss darauf geachtet werden, dass die behandelte Gesteinsoberfl\u00e4che durch den Auftrag der Festigungsmittel nicht verdichtet wird. Aus diesem Grund ist es notwendig die Verbrauchsmengen der Mittel st\u00e4ndig zu kontrollieren. Bedingt durch das extrem aufgelockerte Gef\u00fcge des Sandsteins k\u00f6nnen die Kombination aus Kalk und Kiesels\u00e4ureester nur mittels Spritztechnik aufgebracht werden. Kompressen oder andere Applikationstechniken sind f\u00fcr dieses Verwitterungsbild nicht geeignet<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist einerseits, die Funktionalit\u00e4t des Schutzbaus am Portal in Tholey sicherzustellen, andererseits den Verwitterungsfortschritt des Sandsteins nachhaltig zu unterbinden. Grundlage des Vorhabens bildet die langfristig angelegte Erfassung von klimatologischen und schadstoffrelevanten Daten. 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