{"id":22258,"date":"2023-08-11T10:32:04","date_gmt":"2023-08-11T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18605-01\/"},"modified":"2023-08-11T10:32:05","modified_gmt":"2023-08-11T08:32:05","slug":"18605-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18605-01\/","title":{"rendered":"Vergleichende Untersuchungen an thermischen Solaranlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Thermische Solaranlagen f\u00fcr die Trinkwassererw\u00e4rmung und f\u00fcr die Heizungsunterst\u00fctzung (Kombianlagen) dringen zunehmend ein in das Bewusstsein von Verbrauchern, entsprechend nimmt die Marktbedeutung zu.<br \/>\nDen potenziellen Anwendern sollte eine umfassende Information \u00fcber die praxisbezogene Leistungsf\u00e4higkeit dieser Anlagen, sowie von Kollektoren, Speichern und Regelungen, gegeben werden. Erg\u00e4nzt wurde der Test durch Warenkunden und redaktionelle Beitr\u00e4ge \u00fcber thermische Solaranlagen und deren Komponenten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach intensiven Marktrecherchen sowie unter Ber\u00fccksichtigung der am Markt verf\u00fcgbaren Produkte wurden insgesamt 16 Solaranlagen zur Trinkwassererw\u00e4rmung und 10 Kombianlagen f\u00fcr Trinkwassererw\u00e4rmung und Heizungsunterst\u00fctzung einem vergleichenden Warentest unterzogen. F\u00fcr die Trinkwassererw\u00e4rmung wurde nach dem DST-Verfahren (Dynamischer Systemtest), entsprechend EN V 12976-2 und f\u00fcr die Kombianlagen nach dem CTSS- Verfahren (Komponentenorientiertes Testverfahren), entsprechend EN V 12977-2, vorgegangen. Referenzbedingungen f\u00fcr den Jahresenergiebedarf waren Wetterdaten W\u00fcrzburg und ein Vierpersonenhaushalt. Die Trinkwasseranlagen wurden als Komplettanlagen f\u00fcr jeweils mindestens einen Monat in einem praxisgerechten Versuchaufbau unter realen Bedingungen im Freifeld getestet. F\u00fcr die Kombianlagen wurden die Komponenten gemessen, mit den ermittelten Kennwerten der einzelnen Komponenten in Verbindung mit dem Simulationsprogramm TRYNSYS das Verhalten der gesamten Solaranlage nachgebildet und validiert.<br \/>\nDie Untersuchung der Anlagen wurde von der Universit\u00e4t Stuttgart, Institut f\u00fcr Thermodynamik und W\u00e4rmetechnik (ITW), durchgef\u00fchrt. Die Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung der Ergebnisse erfolgte in der Zeitschrift test, im Internet und in Sonderpublikationen der Stiftung Warentest.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde untersucht, welche Fortschritte beim technischen Stand von thermischen Solaranlagen gegen\u00fcber der Testver\u00f6ffentlichung von 3\/ 1998 erreicht wurden und welche anteiligen Energieeinsparungen f\u00fcr den Verbraucher heute zu erwarten sind. Die Untersuchungen bezogen sich auf Anlagen zur Trinkwassererw\u00e4rmung und auf Anlagen zur Heizungsunterst\u00fctzung.<br \/>\nF\u00fcr die Trinkwassererw\u00e4rmung und Heizungsunterst\u00fctzung sollte unter dem Begriff Einsparung am j\u00e4hrlichen Energiebedarf festgestellt werden, welche Brennstoffmengen gegen\u00fcber vergleichbaren konventionellen Anlagen eingespart werden k\u00f6nnen. Bei solaren Warmwasseranlagen wurden bis 62 % des Energieverbrauchs der Warmwassererzeugung und bei der solaren Heizungsunterst\u00fctzung bis 29 % des gesamten W\u00e4rmeverbrauchs eingespart.<br \/>\nDie Konkurrenz von Flachkollektor- und R\u00f6hrenanbietern konnte durch die gefundenen Ergebnisse ge-d\u00e4mpft werden, Anlagen mit beiden Kollektortypen lieferten ann\u00e4hernd vergleichbare Ergebnisse. Gegen\u00fcber Flachkollektoren liegen die Anschaffungskosten von Anlagen mit R\u00f6hrenkollektoren jedoch in der Regel h\u00f6her.<br \/>\nBei den Warmwasseranlagen wurde der gemittelte t\u00e4gliche Warmwasserbedarf einer vierk\u00f6pfigen Normalfamilie mit 200 Litern, bei 45 \u00b0C, angenommen. Das entspricht einem Energiebedarf von etwa 4200 kWh pro Jahr beziehungsweise 420 Litern Heiz\u00f6l oder 420 m\u00b3 Gas. Die sechzehn untersuchten Anlagen mit einer wirksamen Kollektorfl\u00e4che von 3,2 bis 5,7 m\u00b2 und nutzbarem Speichervolumen von 270 bis 420 Litern ersparten von dieser Brennstoffmenge zwischen 55 und 62 %. Bei gr\u00f6\u00dfer werdenden Kollektorfl\u00e4chen wurde jedoch der Nutzungsgrad der Anlagen reduziert.<br \/>\nUnter dem Gruppenurteil der Haupteigenschaft Leistungsf\u00e4higkeit wurde neben der Ermittlung der prozentualen Einsparung des j\u00e4hrlichen Energiebedarfs zus\u00e4tzlich der Nutzungsgrad und die nutzbare Warmwassermenge ber\u00fccksichtigt. Viermal wurde hier das Urteil sehr gut, elf mal gut und einmal befriedigend vergeben. Elf Solaranlagen wurden als Kombianlagen untersucht, sie k\u00f6nnen neben der Warmwasserbereitung die Raumheizung unterst\u00fctzen und leisteten besonders in der \u00dcbergangszeit von M\u00e4rz bis Mai und von September bis Oktober einen merklichen Anteil zur Raumheizung. Es werden bei einem von vier Personen bewohnten Musterhaus Brennstoffeinsparungen zwischen 11 und 29 % erzielt. Die Wohnfl\u00e4che des Modellhauses betr\u00e4gt 130 m\u00b2 und entspricht dem Standard eines Niedrigenergiehauses, entsprechend der aktuellen Energieeinsparverordnung. Der j\u00e4hrliche Brennstoffverbrauch betr\u00e4gt 1.500 Liter \u00d6l oder 1.500 m\u00b3 Gas, wovon die untersuchten Solaranlagen 165 bis 435 Liter \u00d6l oder m\u00b3 Gas einsparen konnten.<br \/>\nDie Fl\u00e4chen der Kollektoren betrugen zwischen 5,7 und 14,2 m\u00b2, wobei die Fl\u00e4chen unter 10 m\u00b2 vorwiegend durch R\u00f6hrenkollektoren repr\u00e4sentiert wurden. Die Speichergr\u00f6\u00dfen f\u00fcr Warmwasser und Hei-zungsunterst\u00fctzung lagen zwischen 447 und 977 Litern. Jede der getesteten Kombianlagen war in Bezug auf Anlagen- und Regeltechnik unterschiedlich konzipiert. Gemeinsamkeiten waren trotzdem sicht-bar: Sieben Anlagen arbeiteten mit R\u00fccklaufanhebung im Heiznetz und vier Anlagen mit Puffervolumen, dabei ist ein Puffervolumen vorteilhafter da l\u00e4ngere Kessellaufzeiten erreicht werden, und eine R\u00fccklaufanhebung ist energetisch g\u00fcnstiger, weil nicht st\u00e4ndig der komplette Speicherinhalt aufgeheizt wer-den muss. Weiterhin arbeiteten drei Anlagen mit im Speicher integrierten (Gas-) Heizkessel.<br \/>\nAnalog zu den Warmwasseranlagen war auch bei den Kombianlagen die Haupteigenschaft die Leistungsf\u00e4higkeit, dreimal wurde hier das Urteil sehr gut, siebenmal gut und einmal befriedigend vergeben.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden ausf\u00fchrlich in den Ver\u00f6ffentlichungen der Stiftung Warentest dargestellt, insbesondere in den Heften test 4\/2002 (Solaranlagen f\u00fcr Warmwasser) und 4\/2003 (Kombi-Solaranlagen). Zus\u00e4tzlich wurden komplette Tests oder Teile davon in Tageszeitungen und, Fachpublikationen ver\u00f6ffentlicht sowie in Rundfunk und Fernsehinterviews vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen den Stand der Technik von Anlagen, besonders f\u00fcr Ein- und Zweifamilienh\u00e4user, die mittlerweile technisch ausgereift sind. Einem wirtschaftlichen Betrieb sollte nichts mehr im Wege ste-hen, wenn zus\u00e4tzlich F\u00f6rderma\u00dfnahmen des Bundes und der L\u00e4nder ausgesch\u00f6pft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Thermische Solaranlagen f\u00fcr die Trinkwassererw\u00e4rmung und f\u00fcr die Heizungsunterst\u00fctzung (Kombianlagen) dringen zunehmend ein in das Bewusstsein von Verbrauchern, entsprechend nimmt die Marktbedeutung zu. 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