{"id":22199,"date":"2024-11-27T10:36:23","date_gmt":"2024-11-27T09:36:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18489-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:26","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:26","slug":"18489-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18489-01\/","title":{"rendered":"Offene Umfeldkommunikation f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Historisch bedingte Standorte von Unternehmen in direkter N\u00e4he zu Wohngebieten und die damit verbundenen Umweltrisiken und Emissionen f\u00fchren h\u00e4ufig zu Konflikten mit dem nachbarschaftlichen Umfeld. F\u00fcr Genehmigungs- und Aufsichtsbeh\u00f6rden ergeben sich schwierige Abw\u00e4gungsprozesse zwischen Umweltschutz, Nachbarschaftsschutz und Arbeitsplatzsicherung. Auch die Dachorganisationen von Industrie, Handel, Gewerbe und Handwerk sind an der Aufl\u00f6sung dieser Problemlagen interessiert. Hierf\u00fcr schaffen qualifizierte Strategien der offenen Umfeldkommunikation gute Voraussetzungen. Sie zielen auf eine methodische Kommunikation als Mittel zur einvernehmlichen Identifizierung von Problemen und Priorit\u00e4ten und zur Entwicklung realistischer L\u00f6sungen. Mit offener Umfeldkommunikation liegen positive Erfahrungen f\u00fcr Gro\u00dfunternehmen vor. Das Projekt will diese Erfahrungen auswerten und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bef\u00e4higen, mit ihren eigenen Ressourcen ebenfalls geeignete Varianten der Umfeldkommunikation zu entwickeln und einzuf\u00fchren. Die Tr\u00e4ger des Projektes &#8211; IHK Hannover, HWK Hannover und die Gewerbeaufsichts\u00e4mter Hannover, G\u00f6ttingen und Hildesheim &#8211; wollen mit dem Projekt ihre Beratungskompetenz f\u00fcr KMU in Standortsituationen mit Umweltkonflikten erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt beinhaltet drei Phasen \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren. In Phase 1 werden vorhandene Umfeldkommunikationsmodelle in Deutschland recherchiert und auf ihre Erfolgsfaktoren hin ausgewertet. Gleichzeitig findet eine Untersuchung der besonderen Umfeldsituation, Erwartungen und Kommunikationsressourcen der an dem Projekt teilnehmenden KMU statt. Kommunikationsexperten, Projekttr\u00e4ger und KMU erarbeiten eine erste Fassung des Basiskonzept Umfeldkommunikation f\u00fcr KMU.<br \/>\nIn der 2. Phase f\u00fchren die beteiligten KMU ihre individuellen Varianten der Umfeldkommunikation ein. Sie werden f\u00fcr die damit verbundenen Kommunikationsaufgaben gezielt qualifiziert und bei den ersten Veranstaltungen und deren Auswertung fachlich unterst\u00fctzt. Die 3. Phase f\u00fchrt zur Erstellung des endg\u00fcltigen Basiskonzept Umfeldkommunikation f\u00fcr KMU, in das die Projekterfahrungen einflie\u00dfen.<br \/>\nAuf Basis der Projekterfahrungen beabsichtigen die Projekttr\u00e4ger, eigene Beratungsfunktionen und einen ehrenamtlichen neutralen Moderatorenpool aufzubauen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00dcber die Vermittlung der Projekttr\u00e4ger nahmen acht KMU an der Hauptphase des Projektes teil. Sie wurden an insgesamt drei Trainingstagen in den Bereichen Kommunikation, Dialogaufbau, Konfliktmanagement, Moderation und Umgang mit Medien qualifiziert. Die Berater nahmen nach einer Bestandsaufnahme mit den teilnehmenden KMU Kontakt mit Umfeldakteuren auf, um Interessen und Teilnahme-Bereitschaft gegen\u00fcber Angeboten der offenen Umfeldkommunikation zu erkunden. Auf dieser Basis wurden individuelle Konzepte f\u00fcr die KMU entwickelt und mit diesen abgestimmt. Die KMU setzten die Dialogangebote anschlie\u00dfend mit Unterst\u00fctzung und Supervision der Berater eigenst\u00e4ndig um.<br \/>\nErgebnis des Projektes ist, dass auch KMU mit Bordmitteln Angebote der offenen Umfeldkommunikation erfolgreich einf\u00fchren und umsetzen k\u00f6nnen. Die Ma\u00dfnahmen reichen vom Aufbau informeller Kontakte \u00fcber ein gutes Beschwerdemanagement, Betriebsbesichtigungen und Informationsveranstaltungen bis hin zur Einrichtung kontinuierlicher Nachbarschaftsdialoge. Dabei konnten Unternehmen und Nachbarn auch Konfliktl\u00f6sungen aushandeln und vereinbaren.<br \/>\nDie Hemmschwellen gegen\u00fcber einer Kontaktaufnahme mit dem Umfeld und der damit verbundenen Zeit waren h\u00f6her als erwartet &#8211; sie sind jedoch \u00fcberwindbar. F\u00fcr den Aufbau von Dialogangeboten wird daher in der Anfangsphase eine externe Beratung von KMU empfohlen. Unternehmen brauchen insbesondere in der Aufbauphase Unterst\u00fctzung, um<br \/>\n&#8211; Risiken fr\u00fchzeitig zu identifizieren und Dialogangebote pr\u00e4ventiv aufzubauen zu k\u00f6nnen<br \/>\n&#8211; damit sie ihr Umfeld nicht erst in der Krise als wichtigen Akteur wahrnehmen und dann zun\u00e4chst nur aus der Defensive agieren k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211; die langfristigen Chancen und Dynamiken von Dialogprozessen richtig einsch\u00e4tzen zu lernen und gegen\u00fcber anderen Strategien und Risiken der Konflikteskalation abw\u00e4gen zu k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211; mit ihren Dialogpartnern kompetent, auf gleicher Augenh\u00f6he und mit der Bereitschaft zum Perspektivenwechsel kommunizieren zu k\u00f6nnen,<br \/>\n&#8211; eine geeignete Auswahl von Dialogangeboten und Instrumenten der Nachbarschaftskommunikation treffen zu k\u00f6nnen und<br \/>\n&#8211; eine Begleitung und Supervision bei der Umsetzung eigener Ma\u00dfnahmen zu erhalten.<br \/>\nIm Projekt zeigte sich, dass Veranstaltungen von Vertretern der Unternehmen selbst moderiert werden k\u00f6nnen, sofern keine eskalierten Konflikte vorliegen und die Moderatoren ihre Doppelrolle fair und gegen\u00fcber allen Beteiligten transparent wahrnehmen.<br \/>\nDie teilnehmenden KMU f\u00fchren begonnene Dialogangebote fort und wollen weitere Ma\u00dfnahmen umsetzen. Um zus\u00e4tzliche Unternehmen beraten und auch die projektteilnehmenden KMU noch \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus begleiten zu k\u00f6nnen, richteten die Projekttr\u00e4ger einen Beraterpool ein. Die Projekttr\u00e4ger pr\u00fcfen dar\u00fcber hinaus welche M\u00f6glichkeiten bestehen, die Projektergebnisse in ihre Arbeit zu integrieren. U. a. soll eine Gruppe von Mitarbeitern der zehn nieders\u00e4chsischen Gewerbeaufsichts\u00e4mter als Berater f\u00fcr Offene Umfeldkommunikation qualifiziert werden.<br \/>\nEine Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse auf europ\u00e4ischer Ebene im Rahmen des IMPEL(Implementation and Enforcement of Environmental Law)-Netzwerkes f\u00fchrt m\u00f6glicherweise zu einem Projekt Umweltrisikodialog in den Jahren 2004 und 2005. Es soll die Vorgehensweisen der EU-Mitgliedsstaaten im Umgang mit Umwelt- und Nachbarschaftskonflikten vergleichen und M\u00f6glichkeiten zur Einf\u00fchrung von Strategien der offenen Umfeldkommunikation eruieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um Unternehmen, Beh\u00f6rdenvertreter und andere Personen bei der Initiierung von Nachbarschaftsdialogen zu unterst\u00fctzen, wurden die Ergebnisse aufbereitet und u. a.<br \/>\n&#8211; spezifische Trainingsmodule und ein umfangreiches Skript entwickelt,<br \/>\n&#8211; 12 Schritte und 6 Erfolgsfaktoren f\u00fcr den Aufbau einer guten Nachbarschaft identifiziert und in einer 16seitigen Brosch\u00fcre Betriebe und ihre Nachbarn: Vertrauen aufbauen &#8211; Konflikte l\u00f6sen (deutsche und englische Fassungen) beschrieben,<br \/>\n&#8211; in einem Basiskonzept weitere Empfehlungen f\u00fcr den Aufbau zusammengefasst und<br \/>\n&#8211; eine Posterpr\u00e4sentation Nachbarschaftsdialog (deutsche und englische Fassungen) erstellt.<br \/>\nBrosch\u00fcre und Basiskonzept stehen als Download im Internet u. a. unter www.gewerbeaufsicht.niedersachsen.de zur Verf\u00fcgung. Dar\u00fcber hinaus werden Projekttr\u00e4ger und Berater die Ergebnisse weiter pers\u00f6nlich und \u00fcber Medien an interessierte Zielgruppen kommunizieren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>KMU k\u00f6nnen Instrumente und Vorgehen der offenen Umfeldkommunikation erfolgreich nutzen, um im Dialog mit Anwohner(gruppe)n und Beh\u00f6rden Vertrauen aufzubauen. Auf dieser Basis lassen sich Konflikte konstruktiv l\u00f6sen und Krisen und Eskalationen vermeiden. Materialien und Berater des neu gegr\u00fcndeten Beraterpools unterst\u00fctzen Unternehmen praxisnah beim Aufbau eines Nachbarschaftsdialogs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Historisch bedingte Standorte von Unternehmen in direkter N\u00e4he zu Wohngebieten und die damit verbundenen Umweltrisiken und Emissionen f\u00fchren h\u00e4ufig zu Konflikten mit dem nachbarschaftlichen Umfeld. 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