{"id":22175,"date":"2023-07-13T15:21:14","date_gmt":"2023-07-13T13:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18432-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:14","slug":"18432-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18432-01\/","title":{"rendered":"Modellprojekt zur Entwicklung einer nachhaltig wirksamen Instandsetzungstechnologie f\u00fcr die schadstoffbelastete Au\u00dfenh\u00fclle des V\u00f6lkerschlachtdenkmals in Leipzig (Sachsen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer nachhaltig wirksamen Instandsetzungstechnologie f\u00fcr typische Fugensituationen an Bauwerken, die um die Jahrhundertwende in so genannter Verbundbauweise Stampfbeton\/Eisenbeton\/Naturstein errichtet wurden. Die wirksamen Instandsetzungstechnologien sollen modellhaft f\u00fcr die natursteinsichtige Au\u00dfenh\u00fclle am V\u00f6lkerschlachtdenkmal Leipzig entwickelt werden.<br \/>\nDie entwickelten L\u00f6sungen sollen auf andere Bauwerke, die in dieser Bauweise um die Jahrhundertwende 18. zum 19. Jahrhundert im Kaiserreich entstanden sind, angewendet werden. Mit einer nachhaltig wirksamen Instandsetzungstechnologie f\u00fcr die Fugen in den natursteinsichtigen Au\u00dfenh\u00fcllen sind wartungsarme L\u00f6sungen gemeint, die den Bauk\u00f6rper sicher vor Umwelteinwirkungen insbesondere vor Wasser sch\u00fctzen. Bei der Entwicklung sind die auf Grund unterschiedlicher exponierter Bewitterungslagen verschiedenen Schadzust\u00e4nde zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Arbeitsschritt wurde im Rahmen von Expertengespr\u00e4chen international vorliegende Erfahrung recherchiert und bei der nachfolgenden Projektbearbeitung ber\u00fccksichtigt. Dabei wurde herausgearbeitet, dass eine sinnvolle Grundlage f\u00fcr den Arbeitsschritt Materialauswahl\/Materialentwicklung die wissenschaftliche Nachauswertung von Instandsetzungen an besonders exponierten Bauwerken, insbe-sondere von Verfugungen nach l\u00e4ngerer Standzeit, sinnvoll ist. Die wichtigsten in nachfolgend erstellten Studien ber\u00fccksichtigten Bauwerke sind das Hermannsdenkmal in Detmold-Hiddesen, die Kirchen St. Laurentzen und Linseb\u00fchl in St. Gallen, das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach, die Stadtkirche St. Michael in Jena, der Glockenturm der Gedenkst\u00e4tte Weimar Buchenwald, die Stadtkirche St. Georg in Nebra. Ein weiterer wesentlicher Arbeitsschritt war die Erfassung der Bauzust\u00e4nde am V\u00f6lkerschlachtdenkmal. Projektbezogen werden sollten die Untersuchungen Erkenntnisse zu folgenden Sachverhalten liefern:<br \/>\n&#8211;\tthermisches Verhalten des Natursteins, besonders im Sommer-\tKenntnisse zum Temperaturprofil in der gesamten Au\u00dfenwandkonstruktion<br \/>\n&#8211;\tKenntnisse zur Haftzugfestigkeit der Natursteinfl\u00e4chen im Bereich der Fugenflanken<br \/>\n&#8211;\tAussagen zum Gef\u00fcge im Verbundbereich Stampfbeton\/Naturstein Au\u00dfenh\u00fclle<br \/>\nNach Auswertung der Erkenntnisse aus Bauzustandsuntersuchungen und den o. g. Studien wurden Modellversuche zur Bemusterung einzelner Werkstoffgruppen f\u00fcr die Verfugung geplant und ausgef\u00fchrt. Im abschlie\u00dfenden Arbeitsschritt wurden die an der Au\u00dfenh\u00fclle angelegten Modellfl\u00e4chen bewertet und Empfehlungen f\u00fcr die Instandsetzung abgeleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Erfassung der Bauzust\u00e4nde:Die detaillierten Erkenntnisse zum Bauzustand sind innerhalb der komplexen  Bauwerksdiagnostik im Teil 1 Au\u00dfenh\u00fclle dokumentiert und archiviert.<br \/>\nDie Untersuchungen zum konstruktiven Wandaufbau ergaben stark schwankende Dicken der Natursteinau\u00dfenh\u00fclle. Der Verbund von Naturstein und Stampfbeton ist nicht vollst\u00e4ndig gegeben. Mit den Durchfeuchtungs- und Austrocknungsprozessen ist eine unterschiedliche thermisch-hygrische Bewegung der Natursteinh\u00fclle und der Betonkonstruktion verbunden. Die Ermittlung der Feuchte- und Schadstoffbelastung ergab einen wesentlichen Zusammenhang zwischen Sch\u00e4den am Entw\u00e4sserungssystem und dem Durchfeuchtungsgrad der Au\u00dfenh\u00fclle. Eine starke Salzbelastung ist im Fugenbereich nachweisbar. Im Bereich der Sto\u00dffugen kommt es zu Ausdehnungen von bis zum 0,1 mm\/m bei einer Temperaturdifferenz von 10 K.<br \/>\nErprobung:<br \/>\nBei den modellhaften Untersuchungen an Probefl\u00e4chen erwies sich Epoxidharzm\u00f6rtel als optimale L\u00f6sung f\u00fcr die Instandsetzung der gesch\u00e4digten Fugen in der Natursteinau\u00dfenh\u00fclle am V\u00f6lkerschlachtdenkmal. Dieses Ergebnis best\u00e4tigt die Langzeiterfahrungen, die an anderen untersuchten Bauwerken gesammelt wurden. Die sorgf\u00e4ltige Vorbereitung der Fugenflanken und das intensive Einarbeiten des Fugenm\u00f6rtels in die Fuge sind f\u00fcr die Nachhaltigkeit von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Eine Fugenverbreiterung bzw. Angleichung der Fugenbreiten kann zu einer Verbesserung des Haftverbundes Fugenm\u00f6rtel\/Fugenflanke f\u00fchren. Zur Absicherung der Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t ist ein erh\u00f6hter qualit\u00e4tssichernder \u00dcberwachungsaufwand erforderlich. Die Detailergebnisse sind im beiliegenden Abschlussbericht doku-mentiert und diskutiert (Anlage).<br \/>\nSinnvoll ist die Erfassung der Ver\u00e4nderungen in der Au\u00dfenh\u00fclle \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume im Zusammenhang mit der Ausf\u00fchrung der Instandsetzung der Au\u00dfenh\u00fclle. Diese Erkenntnisse sind Voraussetzung f\u00fcr Langzeitprognosen und die Planung von Vorsorgema\u00dfnahmen im Rahmen der Wartung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Projektverlauf und die Ergebnisse des Projektes wurden der Fach\u00f6ffentlichkeit im Rahmen der 2001 und 2002 durchgef\u00fchrten Expertengespr\u00e4che zug\u00e4nglich gemacht. Das Projekt fand und findet das kontinuierliche Interesse der regionalen und \u00fcberregionalen Medien. Beleg des \u00f6ffentlichen Interesses ist das aktuelle breite Engagement der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Erhaltung des V\u00f6lkerschlachtdenkmals. Eine wesentliche Rolle \u00fcbernimmt dabei der F\u00f6rderverein V\u00f6lkerschlachtdenkmal e. V.. Das Kuratorium des F\u00f6rdervereins und der Vorstand der Stiftung V\u00f6lkerschlachtdenkmal wurden und werden \u00fcber die Projektergebnisse informiert. Im Rahmen der Denkmalmesse 2004 in Leipzig sind ein Fachkolloquium zur Instandsetzung des V\u00f6lkerschlachtdenkmals und ein Vortrag zu den Projektergebnissen angemeldet. Im Anschluss ist ein Beitrag in den Arbeitsheften des S\u00e4chsischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt ist ein geeignetes Beispiel f\u00fcr erfolgreiche Arbeit durch fr\u00fchzeitiges Einbinden \u00fcberregionaler Erfahrung und interdisziplin\u00e4ren Wissens. Wesentliche verallgemeinerbare Voraussetzungen f\u00fcr den Projekterfolg sind die Formulierung eindeutiger Zielstellungen, die komplexe Bauzustandserfassung als Bestandteil der Planung und die bauwerkskonkrete \u00dcberpr\u00fcfung der vorausgew\u00e4hlten Materialien und Technologien an Probefl\u00e4chen.<br \/>\nW\u00fcnschenswerte Ans\u00e4tze f\u00fcr weitere Projektschritte sind die Verifizierung der Erkenntnisse in den geplanten Bauabschnitten bei Einsatz geeigneter Monitoringsysteme zur \u00dcberwachung der Langzeitbest\u00e4ndigkeit sowie zur Unterst\u00fctzung der Planung und Optimierung von Ma\u00dfnahmen im Bauunterhalt. (Vorsorgema\u00dfnahmen statt Ma\u00dfnahmen zur Schadensbeseitigung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer nachhaltig wirksamen Instandsetzungstechnologie f\u00fcr typische Fugensituationen an Bauwerken, die um die Jahrhundertwende in so genannter Verbundbauweise Stampfbeton\/Eisenbeton\/Naturstein errichtet wurden. Die wirksamen Instandsetzungstechnologien sollen modellhaft f\u00fcr die natursteinsichtige Au\u00dfenh\u00fclle am V\u00f6lkerschlachtdenkmal Leipzig entwickelt werden. 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