{"id":22174,"date":"2023-07-13T15:21:14","date_gmt":"2023-07-13T13:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18427-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:14","slug":"18427-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18427-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Entwicklung einer innovativen Technologie zur komplexen Salzreduktion in Fugenbereichen und zur  Konsolidierung dieser Bereiche an stark umweltgesch\u00e4digtem Ziegelmauerwerk am Beispiel der Stadtkirche St. Johannis in Gera (Th\u00fcringen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei sondierenden Untersuchungen an der Kirche St.Johannis in Gera ( Baujahr 1885) waren extreme Salzbelastungen in den Fugenbereichen von Ziegel- und Natursteinmauerwerk festgestellt worden. Auch an anderen Objekten in Gera und Umgebung waren vergleichbare Situationen vorhanden.<br \/>\nDa die Sch\u00e4den nahezu immer von Fugenbereichen ausgehen, wurde der Schwerpunkt des Modellprojektes auf die Erarbeitung einer Technologie zur Reduzierung der Salzbelastung in den Fugenbereichen von Ziegelmauerwerk gelegt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitsschritte:<br \/>\n1.\tErfassung des Umfangs und der Verteilung von \u00e4u\u00dferlich sichtbaren Sch\u00e4den am Mauerwerk.<br \/>\n2.\tErmittlung der Feuchte- und Salzbelastung im Mauerwerk sowie Festlegung von Teilfl\u00e4chen am Objekt f\u00fcr die Erprobung von Technologien zur Salzreduktion<br \/>\n3.\tErprobung der trocknen Entfernung loser Partikel und Untersuchung der Schadstoffbelastung im Reinigungsgut mit Festlegungen zur Entsorgung<br \/>\n4.\tErprobung der trockenen Entfernung von gesch\u00e4digten M\u00f6rteloberfl\u00e4chen in Fugen<br \/>\n5.\tErprobung der Kompressenentsalzung \u00fcber Fugen im Ziegelmauerwerk an Probefl\u00e4chen mit Variation des Kompressenmaterials, der Einbringtechnologie und der Anzahl der Kompressenzyklen<br \/>\n6.\tAbleitung der Technologie f\u00fcr das Anlegen von Musterfl\u00e4chen am Ziegelmauerwerk<br \/>\n7.\tAnlegen der Musterfl\u00e4chen und Bewertung der Musterfl\u00e4chen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>An den Ziegelwandoberfl\u00e4chen der Kirche St. Johannis in Gera sind sehr stark variierende hohe bis extrem hohe Salzbelastungen mit heterogen zusammengesetzten Salzen vorhanden. Als Salzart dominierend ist Magnesiumsulfat. Daneben sind in Teilfl\u00e4chen zus\u00e4tzlich extrem hohe Belastungen mit Nitraten und Chloriden anzutreffen. Auch die Feuchtebelastungen variierten in einem breiten Spektrum. In den Fugenbereichen sind, in Vergleich zu den Ziegeln, deutlich h\u00f6here Belastungen festgestellt worden.<br \/>\nAls Ursachen f\u00fcr die Belastungen konnten Schadstoffe aus der Luft und Materialunvertr\u00e4glichkeiten zwischen Verfug- und Mauerm\u00f6rteln, die vor allem bei Feuchteeinwirkungen verst\u00e4rkt wurden, festgestellt werden.<br \/>\nBei Entsalzungsversuchen konnte die M\u00f6glichkeit der Salzreduktion mit verschiedenen Kompressenmaterialien nachgewiesen werden. Durch die vorherige trockene Entfernung von losen Material und der Verfugm\u00f6rtel kann die Effektivit\u00e4t der Kompressenentsalzung verbessert werden. Eine deutliche Reduktion der Salzbelastungen ist jedoch nur durch die Kompressenanwendung \u00fcber mehrere Zyklen und mit langer Standzeit m\u00f6glich. Diese Forderung ist h\u00e4ufig mit den \u00fcblichen Bauabl\u00e4ufen nicht in Einklang zu bringen. Mit verschiedenen Kompressenmaterialien waren vergleichbare Salzreduktionen erzielbar. F\u00fcr die Erprobung an Musterfl\u00e4chen wurde eines dieser Materialen nach den Verarbeitungseigenschaften ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nDa mit den Kompressen die Salzbelastung zwar deutlich reduziert, aber nicht restlos beseitigt werden kann, wurde f\u00fcr die Neuverfugung ein M\u00f6rtel mit hoher Porosit\u00e4t und ausreichender Witterungsbest\u00e4ndigkeit ausgew\u00e4hlt.<br \/>\nBei Nachkontrollen an Probefl\u00e4chen konnte die Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen best\u00e4tigt werden. Die Anwendung erfordert eine exakte zeitlich Planung der Entsalzungsma\u00dfnahmen, da eine effektive Anwendung vor allem von der Dauer und den vorbereitenden Arbeiten abh\u00e4ngig ist.<br \/>\nDa unter baupraktischen Bedingungen eine restlose Entfernung der Salze nicht m\u00f6glich ist, m\u00fcssen die Ma\u00dfnahmen auch in Abh\u00e4ngigkeit von der erforderlichen Standzeit der Verfugung geplant werden. Lange Standzeiten der sp\u00e4teren Verfugung erfordern eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Kompressenanwendungen.<br \/>\nEin Verzicht auf Entsalzungsma\u00dfnahmen f\u00fchrt zu einer sehr schnellen Sch\u00e4digung der Neuverfugung.<br \/>\nAn einer gut zug\u00e4nglichen Stelle am Kirchenschiff ist eine Versuchsfl\u00e4che auf einer heterogen belasteten Wandfl\u00e4che angelegt worden. Hier k\u00f6nnen \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige Nachkontrollen Ver\u00e4nderungen an der Verfugm\u00f6rteln beobachtet und untersucht werden. Auf diese Weise kann die Haltbarkeit abgesch\u00e4tzt werden und zuk\u00fcnftige Sanierungserfordernisse lassen sich rechtzeitig einplanen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden auf einem Kolloquium des Projektes am 06.07.2005 im Rathaussaal in Gera vorgestellt und w\u00e4hrend einer Objektbegehung vorgestellt.<br \/>\nIm Jahre 2004 informierten sich Sch\u00fcler von zwei Schulen (aus Husum und Berlin) in Gera \u00fcber das Projekt und die Inhalte.<br \/>\nDie Ergebnisse sind in einem Abschlussbericht (Oktober 2005) dokumentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurde nachgewiesen, dass eine Reduktion von Salzbelastungen \u00fcber Mauerwerksfugen realisierbar ist. Eine \u00dcbertragung der Ergebnisse auf andere Objekte ist m\u00f6glich, erfordert aber Kenntnisse zur jeweils konkreten Belastungssituation.<br \/>\nErfolge k\u00f6nnen nur durch eine komplexe Betrachtung aller notwendigen und m\u00f6glichen Arbeiten erzielt werden. Aufwendige und abgestimmte Reinigungsarbeiten und Vorbereitungen der Fugenbereiche erleichtern sp\u00e4tere Entsalzungs- und Verfugarbeiten.<br \/>\nOhne die Anwendung der hier erprobten Technologie m\u00fcsste mit einer erheblich verk\u00fcrzten Lebensdauer der Verfugung an der Kirche gerechnet werden. Eventuelle Mehrkosten bei der jetzt durchgef\u00fchrten aufwendigeren Sanierung werden somit durch l\u00e4ngere Standzeiten bis zur n\u00e4chsten Sanierung kompensiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei sondierenden Untersuchungen an der Kirche St.Johannis in Gera ( Baujahr 1885) waren extreme Salzbelastungen in den Fugenbereichen von Ziegel- und Natursteinmauerwerk festgestellt worden. Auch an anderen Objekten in Gera und Umgebung waren vergleichbare Situationen vorhanden. 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