{"id":22173,"date":"2023-07-13T15:21:14","date_gmt":"2023-07-13T13:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18414-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:14","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:14","slug":"18414-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18414-01\/","title":{"rendered":"Umweltausstellung: Arche Noah &#8211; Bewahrung der Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Naturkundemuseum Erfurt plante eine gr\u00f6\u00dfere Ausstellung \u00fcber die globalen Probleme des Artenschutzes und der Bedeutung des Erhaltes der Artenvielfalt. Nach Rekonstruktion eines Kellergew\u00f6lbes im Haus stand der entsprechende Raum zur Verf\u00fcgung. In Zusammenhang mit der Lage des Museums (Postanschrift Gro\u00dfe Arche) und der Versinnbildlichung der Arche Noah als biblisches Rettungsmittel f\u00fcr die Tierarten wurde die Darstellung in Form eines Schiffes gew\u00e4hlt, zumal hierbei dem Besucher die Assoziation zur Bedrohung (begrenzter Schiffsk\u00f6rper: Wir sitzen alle im selben Boot&#8230;) sehr anschaulich nahegebracht werden kann. Die Biodiversit\u00e4ts-Konferenz in Rio de Janeiro (1992) und die Ratifizierung durch die Bundesrepublik Deutschland waren und sind der Hintergrund f\u00fcr die Konzeption der Aus-stellung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Kellergew\u00f6lbe im Naturkundemuseum bot einen ausreichenden Raum f\u00fcr die Ausstellung und erm\u00f6glichte die Schaffung einer assoziativen Atmosph\u00e4re. Die erste Bauphase begann mit der Herstellung eines Schiffsk\u00f6rpers als tragendes Element der Ausstellung. Der Bau wurde im Januar 2003 abgeschlossen. Parallel dazu wurde die passgenaue Einarbeitung der Einbauten und das Lichtprojekt geplant. Die inhaltliche Fortschreibung und detaillierte Anpassung der Darstellungsvorhaben wurden noch bis zur Beendigung des Projektes pr\u00e4zisiert, ebenso die Ermittlungen m\u00f6glichst aktueller Daten zu Bedrohung, Biodiversit\u00e4tsverlust und weltweiten Schutzprojekten. Nach Fertigstellung des Schiffsk\u00f6rpers wurden ab Februar 2003 die technischen Inneneinbauten angefertigt und ausgef\u00fchrt. Ab April 2003 begann die eigentliche Ausstellungsgestaltung. Die Anfertigung der Tierpr\u00e4parate oder die Anpassung der angekauften Exponate wurde in schrittweisen Abstimmungsprozessen zwischen Innenarchitekt, Pr\u00e4paratoren und Projektleiter erm\u00f6glicht. Die begleitenden technischen Aufbauleistungen (Licht, PC-, Ton-, Bildtechnik) wurden objektspezifisch nach Planung durch entsprechende Firmen realisiert. Die inhaltliche didaktische Begleitung wurde flexibel an die schrittweise Realisierung angepasst. Der Abschluss der technischen Ausstellungsaufbauten und Beginn der Ausgestaltung mit tierischen Objekten gingen ineinander \u00fcber. Projektende war durch technische Verz\u00f6gerungen erst im Mai 2003 m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als Projektabschluss entstand eine attraktive, informative und multimediale Ausstellung, deren emotionaler Schwerpunkt in der gestalterischen zoologischen Pr\u00e4paration liegt. Die Wirkung dreidimensionaler ruhender Naturobjekte ist in der Ausstellung unmittelbar und ohne Abgrenzung zum Betrachter zu sp\u00fcren.<br \/>\nDas origin\u00e4res Holzschiff (15,5 x 7 m) symbolisiert die Arche Noah. Das Schiff als ganzes wird \u00fcber eine Hydraulik bewegt und erweckt den Eindruck, als l\u00e4ge es vor Anker. Au\u00dferhalb des Schiffsk\u00f6rpers wurde der Zutrittsraum bereits in die Gestaltung des Problems (Artenschutz) einbezogen. Hier werden Informa-tionen zur Faunenverf\u00e4lschung (unbewusst &#8211; Verschleppung durch Transportmittel, oder bewusst &#8211; Aussetzen von Tierarten auf Inseln) anhand von vier Tierarten gegeben, die weltweit mit den gr\u00f6\u00dften negativen Einfluss auf fremde Faunen haben (Ratte, Ziege, Dingo, Kaninchen). Eine gesonderte Vitrine ist dem Dodo als prim\u00e4res Beispiel des aktiven Ausrottens gewidmet. Sie ist von der Grundgestaltung des Projektes abweichend und mit wissenschaftlichen Hintergrundinformationen versehen.<br \/>\nDie Gestaltung im Schiff selbst richtet sich nach den tiergeographischen Regionen der Erde. Die Besucher werden mittels einer Graphik auf die jeweils abgehandelte Region hingewiesen. Bei der Auswahl der Tiere wurde versucht, m\u00f6glichst charakteristische Arten der Region zu pr\u00e4sentieren. Die Tiere sind ausnahmslos in nat\u00fcrlicher lebensnaher Haltung pr\u00e4sentiert, um den Eindruck einer statischen Momentaufnahme zu gew\u00e4hrleisten. Zu 100 auf dem Schiff gezeigten Tierarten sind mittels Audioguide zus\u00e4tzliche Informationen \u00fcber Herkunft, Lebensweise, \u00f6kologische oder biologische Besonderheiten, Bedro-hung und\/oder Schutzma\u00dfnahmen abrufbar.<br \/>\nDer Einsatz von medialer Technik ist auf den Bugteil (Br\u00fccke und Umgebung) konzentriert. Auf der Schiffsbr\u00fccke kann der Besucher interaktiv kurze Filmsequenzen (max. 3 min.) zu zehn verschiedenen weltweit verteilten Gro\u00dflebensr\u00e4umen abrufen. Die Informationen sind gegliedert in: Lage und Vorkommen, \u00f6kologische Charakteristik, typische Habitate, Pflanzen und Tiere und Gef\u00e4hrdung bzw. Schutz.<br \/>\nEine kleine Kammer im linken Bugteil konfrontiert den Betrachter direkt mit den Folgen von Wilderei, Schmuggel, Jagd und Tourismus \u00fcber einen Spiegeleffekt.<br \/>\nF\u00fcr die j\u00fcngsten Besucher ist der separate Raum unter der Schiffsbr\u00fccke eine Attraktion. Hier erl\u00e4utert ihnen die Schiffsratte Rainer per Endlosvideo die wahre Geschichte der Arche (also die tierische, nicht die menschliche bzw. biblische Darstellung).<br \/>\nDie gesamte Installation der Ausstellung wird abgerundet durch akustische Umrahmung mit typischen Ger\u00e4uschen eines vor Anker liegenden Holzbootes (Knarren, Wellenschlag, M\u00f6wenrufe).<br \/>\nIm Ergebnis des Projektes entstand eine in sich geschlossenen aussagekr\u00e4ftige und emotionale wie didaktisch wirksame Ausstellung, die sofort mit Er\u00f6ffnung zur Attraktion der kulturellen Einrichtungen in Erfurt wurde. Die sprunghaft gestiegenen Besucherzahlen geben ein beredtes Bild von der Wirkung der Pr\u00e4sentation.<br \/>\nDas Ziel des Projektes, Museumsbesucher f\u00fcr die Probleme des weltweiten Artenschutzes zu sensibilisieren, wird vollst\u00e4ndig erreicht. Die dargebotene F\u00fclle an Informationen und die M\u00f6glichkeit die \u00e4sthetische Wirkung der Tierpr\u00e4parate emotional zu erfassen, macht diese Ausstellung zu einem einzigartigen Erlebnis.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit wurde vom Zeitpunkt der Ideenfindung bis zur Fertigstellung laufend \u00fcber die Tagespresse informiert. Zur Er\u00f6ffnung am 27.5. waren 560 geladene G\u00e4ste aus ganz Deutschland anwesend. Das Presseecho zur laufenden Ausstellung ist sehr gut. Ein zur Ausstellung entwickeltes Faltblatt wird laufend zu Werbezwecken eingesetzt. \u00dcber den Aufbau und zeitlichen Ablauf des Projektes wurde eine DVD\/Video produziert (Pressespiegel, Faltblatt und DVD s. Anlage Abschlu\u00dfbericht).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch Kombination der museumsspezifischen M\u00f6glichkeiten (Tierpr\u00e4parate, Ausstellungsdekoration) und medialer Technik (Video-, Tontechnik) gelang eine in Mitteleuropa einzigartige Pr\u00e4sentation zum Artenschutz. Die Emotionalit\u00e4t und die bei aller Bedrohung positive Grundstimmung wirken auf den Besu-cher zielf\u00fchrend. Damit ist die Absicht der Projektleitung, die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Erhaltung der Artenvielfalt (also der Biodiversit\u00e4t) zu erh\u00f6hen, bzw. diese beim Betrachter herzustellen, erreicht worden. Die Ausstellung wird ausnahmslos positiv aufgenommen. Dem Naturkundemuseum Erfurt gelang damit auch die Attraktivit\u00e4t des Hauses zu erh\u00f6hen und die gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr naturwissenschaftliche Ausstellungen auszuweiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Naturkundemuseum Erfurt plante eine gr\u00f6\u00dfere Ausstellung \u00fcber die globalen Probleme des Artenschutzes und der Bedeutung des Erhaltes der Artenvielfalt. Nach Rekonstruktion eines Kellergew\u00f6lbes im Haus stand der entsprechende Raum zur Verf\u00fcgung. 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