{"id":22160,"date":"2025-06-25T10:32:14","date_gmt":"2025-06-25T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18383-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:17","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:17","slug":"18383-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18383-01\/","title":{"rendered":"Vorphase f\u00fcr ein Modellprojekt: Kooperative Ans\u00e4tze des Naturschutzes in FFH-Gebieten &#8211; exemplarische Entwicklung und Umsetzung von Akzeptanzstrategien durch Landschaftspflegeverb\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zentrale Herausforderung f\u00fcr den Naturschutz in Europa wird in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten die Umsetzung des europ\u00e4ischen Schutzgebietssystems Natura 2000 sein. Aus Sicht des Deutschen Verbandes f\u00fcr Landschaftspflege e.V. (DVL), des Dachverbandes der 134 Landschaftspflegeverb\u00e4nde in Deutschland, ist es hierbei zwingend, kooperative Strategien zur Umsetzung von Naturschutzzielen zusammen mit der Landnutzung zu entwickeln. Dies muss in sehr unterschiedlich strukturierten europ\u00e4ischen Schutzgebieten erfolgen, um so \u00fcbertragbare L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr eine Kooperation von Naturschutz und Landnutzung in Natura 2000-Gebieten zu bekommen. Hierzu hat der DVL zusammen mit sechs auf regionaler Ebene t\u00e4tigen Landschaftspflegeverb\u00e4nden und vergleichbaren Organisationen nach intensiver Diskussion eine Projektskizze Kooperative Ans\u00e4tze des Naturschutzes in FFH-Gebieten konzipiert, die grundlegende Aussagen zu Realisierungschancen, Perspektiven und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ein derartiges Vorhaben aufzeigt.<br \/>\nIn der von der DBU gef\u00f6rderten Vorphase wurde die vorliegende Projektskizze \u00fcberarbeitet und konkretisiert, mit allen relevanten Akteuren abgestimmt sowie eine Zeit- und Projektplanung entwickelt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEine intensive Abstimmung mit allen relevanten \u00f6rtlichen und regionalen Akteuren erfolgte in den folgenden sechs Gebieten:<br \/>\no\tMittleres Randowtal (Mecklenburg-Vorpommern)<br \/>\no\tLandgraben-Dumme-Niederung (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt<br \/>\no\tMittlere Oder (Brandenburg)<br \/>\no\tMedebacher Bucht (Nordrhein-Westfalen)<br \/>\no\tOberes Westerzgebirge (Sachsen)<br \/>\no\tBellheimer Wald und Queichtal (Rheinland-Pfalz)<\/p>\n<p>Dabei wurde die Ma\u00dfnahmen- und Zeitplanung deutlich konkretisiert. Die Vorphase diente auch der\u00dcberpr\u00fcfung der Tragf\u00e4higkeit der Vorhaben vor Ort. Schlie\u00dflich h\u00e4tte die fehlende Bereitschaft wichtiger Akteure zur Mitwirkung die Weiterarbeit im jeweils betroffenen Gebiet beendet.<br \/>\nZu allen sechs Gebieten erfolgten von Seiten des DVL sowie der regionalen Partner (Landschaftspflegeverb\u00e4nde, Biologische Station) intensive Gespr\u00e4che mit den Naturschutzbeh\u00f6rden, weiteren relevanten Verwaltungen, Kommunen, Naturschutzverb\u00e4nden und Nutzergruppen. Hierbei zeigte sich sowohl das erhebliche Konfliktpotenzial als auch ein sehr geringer Kenntnisstand zum Thema FFH- und Vogelschutzrichtlinie bei den betroffenen Nutzern und Gemeinden. So konnte in der Vorphase das Wissen zu den europ\u00e4ischen Schutzgebieten verbessert und bereits konstruktive Gespr\u00e4che zwischen Naturschutz, Nutzern und Kommunen vermittelt werden.<br \/>\nIn allen sechs Gebieten konnte bei den gef\u00fchrten Abstimmungsgespr\u00e4chen (im Durchschnitt erfolgten ca. 20 bis 30 Gespr\u00e4che pro Gebiet) erfreulicherweise ein Konsens \u00fcber jeweils naturschutzfachlich sinnvolle Ma\u00dfnahmen, bei denen eine hohe Kooperationsbereitschaft von allen Seiten vorhanden ist, erzielt werden. Somit haben bei allen Gebieten die f\u00fcr die Projektumsetzung zwingend erforderliche Partner ihre Zustimmung zu den geplanten Ma\u00dfnahmen gegeben. Neben diesen Ma\u00dfnahmen stellte es sich in allen Gebieten heraus, dass dringend auf eine intensive Kommunikation und Information zwischen allen wesentlichen Akteuren bei der Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen st\u00e4ndig zu achten ist.<br \/>\nAuch die beteiligten Naturschutzministerien von Bund und L\u00e4ndern haben das Projekt ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dft und intensiv bei der Konzeption mitgewirkt. Hierbei war nur in einem Bundesland anfangs erhebliche Skepsis vorhanden. In zahlreichen Gespr\u00e4chen konnte jedoch in allen L\u00e4ndern eine sehr konstruktive Mitarbeit der Naturschutzverwaltungen erzielt werden. Die Mitwirkung der Ministerien f\u00fchrte auch dazu, dass wichtige Unterlagen f\u00fcr das Projekt (z.B. Meldeb\u00f6gen, Kartierungen, vorhandene Pflegekonzepte, etc.) zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Einige Ministerien haben auch eine finanzielle Unterst\u00fctzung des Projektes bereits zugesagt.<br \/>\nEine regional spezifische Modifikation von Agrarumweltprogrammen, wie dies f\u00fcr das Projekt w\u00fcnschenswert w\u00e4re, wurde von allen L\u00e4ndern wegen sehr massiver verwaltungstechnischer Schwierigkeiten abgelehnt. Als einzige, sehr sinnvolle M\u00f6glichkeit blieb ein Vorschlag des Ministeriums f\u00fcr Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz: Hier wurde eine Pr\u00e4mie vorgeschlagen, die Landwirte, die an Agrarumweltprogrammen teilnehmen, zus\u00e4tzlich gew\u00e4hrt wird, sofern sie \u00fcber die Agrarumweltprogramme hinaus spezifische Vogelschutzaspekte integrieren. Eine derartige Pr\u00e4mie wird deshalb in einem Projektgebiet erprobt.<br \/>\nBesonders erfreulich ist die Mitwirkung des Bundesumweltministeriums im Projekt. Hierbei besteht die Hoffnung, dass \u00fcber ein F+E-Vorhaben des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz eine qualifizierte Betreuung des Projektes im Sinne einer Supervision und externen Beratung erfolgt, die zudem eine neutrale Evalu-ierung der Projektergebnisse sichert. Zu diesem Thema erfolgte eine kontinuierliche Abstimmung mit dem BfN.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die geschilderten Arbeitschritte waren die Grundlage, um in der Vorphase einen Projektantrag an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zu erarbeiten, in dem die angedachten Ma\u00dfnahmen der Akzeptanzstrategien f\u00fcr FFH- und Vogelschutzgebiete umgesetzt und damit eine praktische Erprobung durchgef\u00fchrt werden kann. Ziel ist es dabei, auf andere FFH- und Vogelschutzgebiete \u00fcbertragbare Erfahrungen zu sammeln, um zusammen mit allen betroffenen Akteuren gemeinsam die hohen fachlichen Anspr\u00fcche der EU-Naturschutzgesetzgebung zu erf\u00fcllen.<br \/>\nTrotz sehr unterschiedlicher naturr\u00e4umlicher Konstellationen und sehr unterschiedlicher Akteure vor Ort konnte dabei in allen sechs beteiligten Regionen eine sehr erfreuliche Entwicklung erreicht werden:<br \/>\n \u00b7\tDie jeweils wichtigsten Beh\u00f6rden und Schl\u00fcsselpersonen sind zu einer Projektmitarbeit bereit. Der Grad der Mitwirkungsbereitschaft ist dabei von der Akzeptanz des Projektes bis hin zur aktiven Unterst\u00fctzung und der \u00dcbernahme von Aufgaben sehr unterschiedlich.<br \/>\n\u00b7\tIn allen Regionen hat der Beteiligungsprozess deutlich l\u00e4nger als geplant ben\u00f6tigt. Dies ist nur teilweise mit dem Beginn des Projekts im Juni und der daran anschlie\u00dfenden Sommerpause begr\u00fcndet. Wichtiger scheint die Erfahrung, dass durch die Beteiligung zahlreicher unterschiedlicher Akteure diekritische Diskussion von geplanten Ma\u00dfnahmen und die damit erforderlichen R\u00fcckkoppelungsschleifen ein erheblich gr\u00f6\u00dferer Zeitbedarf als anfangs kalkuliert erforderlich war. Andererseits h\u00e4tte gerade angesichts der meist sehr konfliktbeladenen Naturschutzdiskussionen in den sechs Regionen ein Zeitdruck die Akzeptanz f\u00fcr das Projekt deutlich reduziert.<br \/>\nEine sehr wichtige Erfahrung wurde in allen sechs Projektgebieten (einzig im Bereich Medebacher Bucht in deutlich abgeschw\u00e4chter Form auf Grund der langen Vorgeschichte) gesammelt: Der Kenntnisstand \u00fcber die Auswirkungen der Meldung von FFH- und Vogelschutzgebieten ist in allen betroffenen Regionen sehr gering. Bei beinahe allen Nutzern und Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern bestehen erhebliche Unsicherheiten, die in massiven Widerstand gegen den Naturschutz umschlagen k\u00f6nnen und werden, sofern zuk\u00fcnftig nicht eine intensive Information und Kommunikation zwischen diesen Gruppen und dem Naturschutz betrieben wird. Es besteht die Gefahr, dass \u00e4hnlich wie bei der Meldung der Schutzgebiete an die EU auch bei der Umsetzung der erforderlichen Ma\u00dfnahmen in den Gebieten erhebliche Konflikte dadurch entstehen, dass die Integration der Nutzer durch die Naturschutzbeh\u00f6rden auf Grund unterschiedlicher Gr\u00fcnde (personelle Unterbesetzung, teilweise geringes Verst\u00e4ndnis, Zeitdruck) vernachl\u00e4ssigt wird. Hier gilt es von Seiten des geplanten Projektes aufzuzeigen, dass ein kooperativer Naturschutzansatz nicht nur eine verst\u00e4rkte Akzeptanz des Naturschutzes erf\u00e4hrt, sondern auch die naturschutzfachlichen Ergebnisse deutlich verbessert.<br \/>\nInsbesondere auch Vertreter aus den Naturschutzbeh\u00f6rden gaben bei zahlreichen Gespr\u00e4chen an, dass der Projektschwerpunkt im Bereich von Kommunikation und Information gesetzt werden sollte. Es besteht bei den Beh\u00f6rden ein gro\u00dfes Interesse, erzielte Ergebnisse in diesem Bereich auf andere Europ\u00e4ische Schutzgebiete zu \u00fcbertragen. Auf der anderen Seite wurde darauf hingewiesen, dass Kommunikation als quasi Trocken\u00fcbung, d.h. ohne Umsetzung von konkreten Naturschutzma\u00dfnahmen, keine Relevanz besitzt. Die Koppelung zwischen Kommunikation und Information auf der einen Seite mit der Umsetzung von fachlich dringlichen und von Nutzergruppen wenigstens einigerma\u00dfen akzeptablen Ma\u00dfnahmen sollte deshalb im Vordergrund f\u00fcr das Projekt stehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In allen sechs beteiligten Gebieten erfolgte eine intensive Informationsarbeit. F\u00fcr den Projektforschritt war dabei die \u00d6ffentlichkeitsarbeit von relativ geringer Bedeutung, da diese eine erhebliche Gefahr beinhaltet h\u00e4tte. Schlie\u00dflich wollen in den Regionen die Schl\u00fcsselakteure im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch und nicht \u00fcber die Zeitung von den geplanten Aktivit\u00e4ten erfahren. Deshalb lag der Schwerpunkt jeweils auf intensiven Gespr\u00e4chen mit einzelnen Akteuren sowie Gespr\u00e4chen mit allen beteiligten Gruppen. Darauf aufbauend wurde das angedachte Projekt in einigen Regionen in der Presse vorgestellt. Auf mehreren Veranstaltungen und Fachtagungen wurde vom DVL der Projektansatz zur Diskussion gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Vorphase konnte aus Sicht des DVL eine sehr gute und erfolgversprechende Grundlage f\u00fcr die praktische Erprobung von Akzeptanzstrategien f\u00fcr FFH- und Vogelschutzgebieten geschaffen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zentrale Herausforderung f\u00fcr den Naturschutz in Europa wird in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten die Umsetzung des europ\u00e4ischen Schutzgebietssystems Natura 2000 sein. Aus Sicht des Deutschen Verbandes f\u00fcr Landschaftspflege e.V. 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