{"id":22140,"date":"2025-09-09T10:32:02","date_gmt":"2025-09-09T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07356-04\/"},"modified":"2025-09-09T10:32:03","modified_gmt":"2025-09-09T08:32:03","slug":"07356-04","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07356-04\/","title":{"rendered":"Weiterf\u00fchrung des Modellvorhabens Integration und bauliche Realisierung umweltrelevanter Anforderungen f\u00fcr die Instandsetzung der durch Umweltbelastungen gesch\u00e4digten Fachwerkfassade an Haus 8 &#8211; 13 der Franckeschen Stiftungen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist der Abschluss der denkmalgerechten Sanierung des durch Umweltbelastungen stark gesch\u00e4digten langen Hauses (Haus 8 bis 13), die bereits mit den Projekten 07356\/01 und 03 in wesentlichen Teilen angestrebt wurde. W\u00e4hrend in den Vorl\u00e4uferprojekten die Bauteile Haus 8 bis 11 fertiggestellt und den Nutzern \u00fcbergeben werden konnten, wird das Gesamtvorhaben mit der Sanierung der H\u00e4user 12 und 13 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAusgehend von den Erfahrungen bei der Sanierung der H\u00e4user 8 bis 11 erfolgt auf der Grundlage entsprechender holzschutztechnischer Gutachten die Reparatur der Holzkonstruktion, wobei auch hier hausschwamm-, nassf\u00e4ulepilz- und insektenfreies Altholz als Ersatz f\u00fcr zerst\u00f6rte oder unbrauchbare Fachwerkteile eingebaut wird. Die Ausfachungen werden mit einem Lehmputz versehen. Zur Innend\u00e4mmung wird ein W\u00e4rmed\u00e4mmputz eingesetzt. Aufgrund der gutachterlich festgestellten Fu\u00dfbodenverw\u00f6lbung sind bei den H\u00e4usern 12 und 13 der Abriss des alten Sockelmauerwerks und die Einbringung eines neuen Stahlbetonfundaments erforderlich.<br \/>\nDie S\u00fcdfassade wurde, wie schon bei Haus 8+9 und 10+11, als Sichtfachwerkfassade ausgebildet. Die durch die L\u00e4rmimmission der Hochstra\u00dfe extrem belastete Nordfassade ist mit Schilfd\u00e4mmmatten bekleidet und mit W\u00e4rmed\u00e4mmputz verputzt. Damit gelang eine bauphysikalisch optimierte Modifizierung des an den H\u00e4usern 8-11 gew\u00e4hlten Aufbaus. Anstatt der zweilagigen Schilfmatte wird auf die erste Lage Schilfrohr ein D\u00e4mmputz aufgebracht. Bei vergleichbarer D\u00e4mmwirkung wird der Schall- und Brandschutz im System verbessert und die Ausf\u00fchrung vereinfacht. Die Fenster im Fachwerk dem historischen Erscheinungsbild entsprechen als auch de geforderten W\u00e4rme- und Schallschutz erbringen. Diese Bedingung wird durch die eingesetzten Kastenfenster erf\u00fcllt. Das innere, zweifl\u00fcgelige Fenster besitzt eine spezielle Verglasung mit hoher W\u00e4rme- und Schalld\u00e4mmung, das \u00e4u\u00dfere Fenster entspricht in Gliederung und Ausf\u00fchrung dem historischen Erscheinungsbild.<br \/>\nEs erfolgt eine komplette Neuinstallation der Sanit\u00e4ranlage und die Erstausstattung des Geb\u00e4udes mit Zentralheizung sowie der Einbau einer L\u00fcftungsanlage f\u00fcr die Sanit\u00e4rzellen des Internates.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das DBU-Modellvorhaben Az. 07356\/04 ist der Abschluss eines langfristig angelegten und umfassenden Sanierungsprojektes, das sich \u00fcber mehrere Jahre von 1996 bis Ende 2004 erstreckte. Mit der \u00dcbergabe der oberen Etagen des Hauses 12\/13 an das Deutsche Jugendinstitut im Oktober 2003 und der beiden unteren Etagen an die Latina im April 2004 wurde die Sanierung des Langen Hauses dank der gro\u00dfz\u00fcgigen Unterst\u00fctzung der Deutsche Bundesstiftung Umwelt abgeschlossen.<br \/>\nZu den Zielen der letzten Projektetappe geh\u00f6rte es, die in den Vorprojekten gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse bei der Entwicklung und Praktizierung umweltvertr\u00e4glicher Ma\u00dfnahmen des Holz-, Schall-, Feuchte-, W\u00e4rme- und Brandschutzes im denkmalgesch\u00fctzten Fachwerkgeb\u00e4ude zu vertiefen und gegebenenfalls weiter zu entwickeln. Folgende L\u00f6sungen sind beispielhaft zu nennen:<br \/>\nDer Fassadenaufbau an der Nordfassade wurde modifiziert. Die an den H\u00e4usern 8-11 verwendete zwei-lagige Schilfd\u00e4mmmatte wurde am Haus 12-13 durch ein System aus einer Lage D\u00e4mmputz und einer Lage Schilfrohr ersetzt. Das neue Verfahren zeichnet sich durch bessere Brandschutzwerte aus, ist technisch einfacher zu realisieren, verbessert das Schalld\u00e4mmma\u00df um 9 dB und sichert wie die Vorvariante den Schutz der Fassadenkonstruktion vor Witterungseinfl\u00fcssen. In anderen Bereichen, wie z. B. bei der Reparatur bzw. dem Ersatz schadhafter Teile der Fachwerkkonstruktion; bei der Anwendung traditioneller zimmermannsm\u00e4\u00dfiger Verbindungen von Fachwerkteilen; bei der Ausmauerung der Gefache in allen Fachwerkw\u00e4nden und bei der Sanierung der Dachkonstruktion wurde unver\u00e4ndert an den in den ersten Bauabschnitten bew\u00e4hrten L\u00f6sungen festgehalten.<br \/>\nAuch die zur Qualit\u00e4tssicherung auf der Baustelle in den Vorprojekten entwickelte Zusammenarbeit mit den Baufirmen, Gutachtern, Forschungseinrichtungen und Herstellern wurde in bew\u00e4hrter Weise fortge-f\u00fchrt. Gleiches gilt auch f\u00fcr die kooperative Zusammenarbeit mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege, wo viele grundlegende Probleme bereits in der Planungsphase und der praktischen Umsetzung der ersten Bauabschnitte unter Abw\u00e4gung unterschiedlicher und teilweise widerspr\u00fcchlicher Erfordernisse und Schutzanliegen gel\u00f6st worden waren.<br \/>\nParallel zur Sanierung des Langen Hauses hatte das F\u00f6rderprojekt ein weiteres Ziel: Grundlagen f\u00fcr ein langfristiges Instandhaltungskonzept f\u00fcr die Stiftungsgeb\u00e4ude zu entwickeln. Die in den Vorprojekten entwickelten Instrumentarien und Datenbanken konnten insbesondere in den letzten Monaten der Projektbearbeitung erheblich anwenderfreundlicher gestaltet werden. Durch das gewachsene Problembe-wusstsein der Mitarbeiter der Bauverwaltung der Franckeschen Stiftungen gelang eine deutlich effektivere Programmentwicklung und gezieltere Qualifizierung.<br \/>\nDie Sanierungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen am Gesamtgeb\u00e4ude f\u00fchrten zu einer Reduzierung des Heizenergieverbrauches auf ca. 1\/3 des Altzustandes. Die Prim\u00e4renergieeinsparung ist deutlich h\u00f6her, da ein Wechsel des Energietr\u00e4gers von Einzel\u00f6fen mit Braukohlebrikett auf Fernw\u00e4rme erfolgte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auch w\u00e4hrend der letzten Phase des Bauvorhabens Haus 8 &#8211; 13 kam der Weitergabe von Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Projektarbeit eine wichtige Rolle zu. Beispielhaft sind zu nennen:<br \/>\nVortr\u00e4ge auf Seminaren und Kolloquien<br \/>\n\u00a7\tVortrag auf der DBU-Sommerakademie in Marienthal im Juli 2003<br \/>\n\u00a7\tVorstellung IBIS in der Arbeitsgruppe Bauinstandhaltung , Bauhaus Dessau, Mai 2004<br \/>\nPublikation<br \/>\n\u00a7\tNachhaltiger Schutz des kulturellen Erbes &#8211; Umwelt und Kulturg\u00fcter, DBU Schriftenreihe Initiativen zum Umweltschutz Band 59, Berlin 2004<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Wiederherstellung des gr\u00f6\u00dften Fachwerkgeb\u00e4udes Europas (113m L\u00e4nge, 25m H\u00f6he) ist das bisher bedeutendste Bauvorhaben nach Wiedererrichtung der Franckeschen Stiftungen im Jahr 1992.<br \/>\nDer Wert der Bauleistungen beruht nicht allein auf den enormen Ausma\u00dfen des Geb\u00e4udes und den erheblichen finanziellen Aufwendungen. Beispielhaft ist die enge Zusammenarbeit aller Projektpartner mit der es gelang, unterschiedlichste nutzerspezifische Erfordernisse vom evangelischen Konvikt, Internat, Musikgymnasium bis zum Forschungsinstitut mit hohen denkmalpflegerischen Anforderungen auf eine wirtschaftlich, technisch und \u00f6kologisch \u00fcberzeugende Weise zu verbinden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist der Abschluss der denkmalgerechten Sanierung des durch Umweltbelastungen stark gesch\u00e4digten langen Hauses (Haus 8 bis 13), die bereits mit den Projekten 07356\/01 und 03 in wesentlichen Teilen angestrebt wurde. 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