{"id":22137,"date":"2024-11-27T10:36:23","date_gmt":"2024-11-27T09:36:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18321-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:24","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:24","slug":"18321-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18321-01\/","title":{"rendered":"Praxisorientierte Untersuchungen und Methoden zur Konservierung und modellhaften Restaurierung umweltgesch\u00e4digter bemalter Lederobjekte am Beispiel des Lederantependiums der alten Alexanderkirche in Wallenhorst sowie der Ledertapeten in Schloss Jever"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr Erhaltungsma\u00dfnahmen an umweltgesch\u00e4digten gefassten Lederobjekten sollen am Beispiel des Lederantependiums aus der St. Alexander-Kirche in Wallenhorst \/ Landkreis Osnabr\u00fcck und von Ledertapeten in Schloss Jever \/ Landkreis Friesland grundlegende Untersuchungen zur Konservierung und Restaurierung durchgef\u00fchrt werden. Ziel des Modellvorhabens ist die Entwicklung einer kostensparenden Instandsetzungssystematik f\u00fcr die Behandlung, die Aufbewahrung und Pr\u00e4sentation von umweltgesch\u00e4digten historischen Lederobjekten. Um die notwendige Praxisn\u00e4he zu erreichen und den Wissenstransfer zu unterst\u00fctzen, wird die Fachhochschule Hildesheim mit der dortigen Restauratorenausbildung im Verbund mit Forschung und kompetenten mittelst\u00e4ndischen Restauratorenbetrieben (Fa. Th\u00f6nes, Fa. Ochsenfarth) in die Methodenentwicklung und die praktische Durchf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmenkette integriert. VertreterInnen des Lehrk\u00f6rpers der Fachhochschule K\u00f6ln werden als ExpertenInnen in das Projekt mit eingebunden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Universit\u00e4t Oldenburg mit dem Fachbereich Physik und das Ingenieurb\u00fcro Berling, Braunschweig werden in interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit die Schadensursachen durch Klimaschwankungen erarbeiten. Das Lederinstitut Gerberschule Reutlingen u.a. werden auf naturwissenschaftlichen Untersuchungen zum chemischen Ist-Zustand des Leders (Salz-, S\u00e4ure-, Fettgehalte, Pigment-, Firnismaterialien etc.) weitere Grundlagen f\u00fcr ein Leder-Konservierungskonzept in Schloss Jever schaffen. Neue Wege werden bei der Rahmung und Aufspannung des Lederantependium aus der Alten Kirche St. Alexander in Wallenhorst beschritten. Nach l\u00e4ngeren Vorversuchen wird eine neu konzipierte Rahmenkonstruktion, hergestellt durch die Fa. Ochsenfarth, das Antependium halten. Im Kirchenraum (Ausstellungsraum) wird es mit Hilfe von Klimamessungen zur Raumfeuchte, Raumtemperatur und mittels des Langzeitmonitorings \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Modellvorhaben sollten langfristig wirksame Konservierungsmethoden entwickelt und ausgetestet, in diesem Zusammenhang positive Umweltbedingungen sowie neuartige Verfahren der schonenden Applikation und Pr\u00e4sentation abgeleitet werden. Wegen des analytisch nachgewiesenen positiven Zustandes der Tr\u00e4germaterialien (Ledertapeten in Schloss Jever \/ Ldkr. Friesland, Altarantependium in der Alten Alexanderkirche in Wallenhorst \/ Ldkr. Osnabr\u00fcck) durch WOUTERS und PETERSEN mussten einzelne Fragekomplexe (Eignungspr\u00fcfung von Pflegemitteln und herk\u00f6mmlicher Neutralisierungsverfahren) durch notwendige andere ersetzt werden (Dehnungsverhalten von Leder mit historischen und restauratorischen N\u00e4hten, Vorort-Einflussfaktoren). &#8211; In Jever wurden auf Basis der intensiven Bestands- und Zustandserfassung (TH\u00d6NES) und qualifizierter Klimamessungen (BERLING) drei optische Verfahren experimentell eingesetzt: Die Tauglichkeit solcher ber\u00fchrungslos arbeitender Systeme f\u00fcr die denkmal-pflegerische Praxis konnten HINSCH in situ mit Verformungsmessungen durch digitale Bildkorrelation und Laservibrometer, HINRICHS mit Laserspecklekorrelation in der Klimakammer belegen. Bei systematischer Anwendung k\u00f6nnten sie zur Kontrolle der Wirksamkeit von Restaurierungsma\u00dfnahmen sachdienlich eingesetzt werden. Mit Hilfe der digitalen Bildkorrelation konnten kurzfristig eintretende erhebliche Bewegungen der Tapete durch die Klimaeinfl\u00fcsse, mit den Vibrometermessungen die mechanische Beanspruchung der Tapete bei pl\u00f6tzlichen Luftdruckschwankungen deutlich erfasst werden. Die Pr\u00fcfung von Probek\u00f6rpern in der Klimakammer mittels Laserspecklebelegte einerseits die hohe Reaktivit\u00e4t auch gealterter Leder auf Feuchte\u00e4nderungen, andererseits konnten keine Dekorrelationen der Oberfl\u00e4chen festgestellt werden. Die Untersuchungen im Klimaschrank durch MEIER nach hydrolytisch wirkender Hitzealterung (ohne zus\u00e4tzlich oxidativ wirkende Begasung mit SO2 und NO2) grenzten die Verwendbarkeit von Nahtsystemen auf den R\u00fcckstich ein, der dem Leder in seiner nat\u00fcrlichen Ausdehnung folgen kann. Nur angerissen werden konnten Fragen zur objektbezogenen Auswahl geeigneter Materialien und Methoden, z.B. zu Lederersatz, Klebstoffen sowie optimaleren Montagem\u00f6glichkeiten (RITTMEIER, ENGEL). Hierzu w\u00e4ren tiefgreifendere Untersuchungen notwendig, die sich im zeitlich und finanziell beschr\u00e4nkten Modellvorhabens nicht durchf\u00fchren lie\u00dfen. Die Lattenkonstruktion als historische Aufh\u00e4ngungsmethode hat sich in Jever bew\u00e4hrt. Die Zusammenstellung und Auswertung von in der Restaurierung verwendeten Montagesystemen durch WEIDRINGER belegt allerdings, dass grunds\u00e4tzlich unter langfristiger zu betrachtenden klimatologischen Aspekten eine Keilrahmenl\u00f6sung optimaler wirken w\u00fcrde. Gro\u00dfe Spannvorrichtungen, die die gesamten Wandfl\u00e4chen \u00fcberspannen und sich in die vorhandenen Paneele integrieren, sind vorstellbar. In Jever ist eine Beibehaltung des Lattensystems v.a. unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten unabdingbar. Um die Minimierung klimatischer und bauphysikalischer Einfl\u00fcsse auf die Ledertapeten auszutesten, wurde die Montage in einer Probeachse optimiert. &#8211; In Wallenhorst stand die Entwicklung und Durchf\u00fchrung pragmatischer Restaurierungsma\u00dfnahmen (KRUPA) mit Vorbildfunktion f\u00fcr die Denkmalpflege im Zentrum. Hauptkriterien waren die Bestandssicherung, die Vermeidung negativer Nebenwirkungen und eine ausreichende Alterungsbest\u00e4ndigkeit. Eine Teilerg\u00e4nzung mit neuem Leder war f\u00fcr eine bessere optische Pr\u00e4sentation und die liturgische Nutzung notwendig. Die Lederteile wurden je gesondert auf h\u00f6lzerne Schraubrahmen mit r\u00fcckw\u00e4rtigem Schwingschutz aufgezogen. &#8211; Kontinuierliche Wartung und ein weiteres Monitoring sind in beiden F\u00e4llen notwendig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\t16.10.2001 Pressekonferenz Im Schlossmuseum Jever mit Beitr\u00e4gen in der Lokalpresse<br \/>\n\u00b7\t21.10.2001 Fernsehbeitrag in N3 (Sendezeit vor 20.00)<br \/>\n\u00b7\t06.12.2001 Workshop in FH Hildesheim mit Dr. J. Wouters (Br\u00fcssel) und Dipl.-Rest. A. Schulze (LDA Dresden). Hinweis im Veranstaltungskalender der AdR. Teilnehmerzahl 37<br \/>\n\u00b7\t19.\/20.10.2002 Posterpr\u00e4sentation mit 8 Schautafeln auf der IADA in Leipzig<br \/>\n\u00b7\tDezember 2002 Beitr\u00e4ge in Fachzeitschrift Restauro 08\/2002 und in Denkmalschutzinformationen des DNK<br \/>\n\u00b7\t27.\/28.02.2003 Vortrag auf der Fachtagung der Lederrestauratoren im VDR<br \/>\n\u00b7\t18.\/19.10.2003 Pr\u00e4sentation mit Vortrag und F\u00fchrung in Jever f\u00fcr L\u00e4ndergruppe Niedersachsen im VDR<br \/>\n\u00b7\t20.\/21.11.2003 Vortrag auf Symposium Ledertapeten-Best\u00e4nde, Erhaltung, Restaurierung auf der Moritzburg (Publikation f\u00fcr 2004 Vorbereitung durch LDA Sachsen und Staatl. Schl\u00f6sser, Burgen und G\u00e4rten Sachsen)<br \/>\n\u00b7\t30.06.2004 Posterpr\u00e4sentation auf VDR-Tagung Mehr als Papier &#8230; in Mannheim<br \/>\n\u00b7\t2004 Publikation der Projektergebnisse in Restauro (in Vorbereitung)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Als wesentliche Anforderung an die Erhaltung von historischen Lederobjekten in R\u00e4umen ergibt sich aus den Untersuchungen die Notwendigkeit der strikten Einhaltung einer restauratorischen Bearbeitungssystematik, wie sie im Modellvorhaben im interdisziplin\u00e4ren Verbund realisiert worden ist. Nicht alle Fragen, die sich bei der Erhaltung historischer Lederobjekte mit Fassung stellen, konnten im Modellvorhaben beantwortet werden. Einerseits gab es verschiedene, f\u00fcr Ledertapeten sonst \u00fcbliche Schadens- und Zerfallsph\u00e4nomene an den beiden Untersuchungsobjekten in Bezug auf das Tr\u00e4germaterial nicht in entsprechend gravierender Auspr\u00e4gung, andererseits war das Projekt in seiner zeitlichen Anlage und finan-ziellen Ausstattung nicht ausreichend, um die \u00fcberaus komplexen Probleme vertieft zu untersuchen und notwendige L\u00f6sungen zu erarbeiten. Es bleiben daher offene Fragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr Erhaltungsma\u00dfnahmen an umweltgesch\u00e4digten gefassten Lederobjekten sollen am Beispiel des Lederantependiums aus der St. Alexander-Kirche in Wallenhorst \/ Landkreis Osnabr\u00fcck und von Ledertapeten in Schloss Jever \/ Landkreis Friesland grundlegende Untersuchungen zur Konservierung und Restaurierung durchgef\u00fchrt werden. 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