{"id":22120,"date":"2023-07-13T15:21:06","date_gmt":"2023-07-13T13:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18278-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:07","slug":"18278-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18278-01\/","title":{"rendered":"Veranstaltung: Kooperationsmodelle zwischen Landwirtschaft und Wasserversorgung in der EU"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Workshop zielt darauf ab, die Ergebnisse des EU-Forschungsprojekts Kooperationsl\u00f6sungen zwischen Wasserversorgung und Landwirtschaft (EU-Kommission, Generaldirektion Forschung, Contract no: ENV4-CT98-0782) zu pr\u00e4sentieren und zur Diskussion zur stellen. Das Forschungsprojekt ist auf die Frage gerichtet, inwieweit freiwillige Vereinbarungen zwischen Landwirten und Wasserversorgungsun-ternehmen geeignet sind, die durch die intensive Landbewirtschaftung hervorgerufenen Gew\u00e4sserbelastungen zu reduzieren und zu nachhaltigeren Bewirtschaftungsweisen beizutragen. Vor dem Hintergrund der vielerorts noch hohen Schadstoffeintr\u00e4ge in B\u00f6den und Gew\u00e4sser werden Kooperationsmodelle darauf hin untersucht, inwieweit sie die Durchsetzung von Gew\u00e4sserschutzzielen unterst\u00fctzen. Seit rund 10 Jahren werden vor allem in Deutschland freiwillige Vereinbarungen von \u00f6ffentlichen Wasserversorgungsunternehmen im zunehmenden Ma\u00dfe als M\u00f6glichkeit angesehen, auf die Landbewirtschaftung Einfluss zu nehmen. Von besonderen Interesse ist die Frage, inwieweit sich solche Kooperationen auch in den anderen EU-Mitgliedsl\u00e4ndern finden. Untersucht werden die Gr\u00fcnde, weshalb in bestimmten Mitgliedsl\u00e4ndern Kooperationen kaum verbreitet sind, und welche Ma\u00dfnahmen getroffen werden k\u00f6nnen, um die Anwendung dieses L\u00f6sungsansatzes zu f\u00f6rdern. Schlie\u00dflich werden die Grenzen kooperativer Vereinbarungen gegen\u00fcber anderen Umweltma\u00dfnahmen (Ordnungsrecht, Umweltabgaben, Agrarumweltf\u00f6rderprogramme) aufgezeigt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErwartet werden mindestens 100 Teilnehmer aus den einzelnen EU-Mitgliedsl\u00e4ndern. Die an dem Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler stellen die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung vor. Als weitere Sprecher werden Vertreter von Umwelt- und Landwirtschaftsministerien, Landwirtschaftskammern und Wasserversorgungsunternehmen eingeladen. Die Ergebnisse ausgew\u00e4hlter Kooperationen werden beispielhaft vorgestellt. Zu den einzelnen Themenschwerpunkten (s. Tagungsprogramm) be-steht hinreichend Zeit f\u00fcr Diskussionen, um den Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen den Tagungsteilnehmern &#8211; eine wesentliche Zielsetzung der Veranstaltung &#8211; zu f\u00f6rdern. Dieses Ziel wird auch durch eine abschlie\u00dfende Podiumsdiskussion verfolgt, an der sich insbesondere Akteure der Wasserversorgungswirtschaft und Agrarumweltpolitik beteiligen. Im Rahmen einer Posterausstellung erfolgt die Pr\u00e4sentation einzelner Fallbeispiele. Am dritten Tag findet die Exkursion zu einer Kooperation statt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>An der Veranstaltung beteiligten sich \u00fcber 100 Wasser- und Landwirtschaftsexperten aus Belgien, D\u00e4nemark, Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Niederlande, \u00d6sterreich, Schweden sowie aus den USA. Der zweit\u00e4gige Workshop fand am 10. &#8211; 12. April 2002 im Harenberg City Center in Dortmund statt. Die r\u00e4umlichen Voraussetzungen lie\u00dfen es zu, dass die Vortr\u00e4ge und Diskussionsbeitr\u00e4ge simultan in Englisch bzw. Deutsch \u00fcbersetzt werden konnten. F\u00fcr den \u00fcberwiegenden Teil des Workshops liegt \u00fcberdies eine Videoaufzeichnung vor. Im Anschluss an den Workshop fand eine Exkursion zu dem Wasserversorgungsunternehmen Rheinisch-Westf\u00e4lische Wasserwerksgesellschaft mbH in M\u00fclheim an der Ruhr (RWW) statt, das in seinem Gewinnungsgebiet Holsterhausen\/\u00dcfter Mark eine Kooperation mit den dort ans\u00e4ssigen rund 360 Landwirten auf einer Fl\u00e4che von 10.000 ha eingerichtet hat (Gr\u00fcndungs-jahr 1992). Den Teilnehmern wurden anschaulich die hydrologischen und landwirtschaftlichen Merkmale des Kooperationsgebietes, die Bewirtschaftungsmethoden sowie die positiven Auswirkungen der Kooperationsvereinbarungen f\u00fcr den pr\u00e4ventiven Grundwasserschutz dargelegt. Das Wasserversorgungsunternehmen beteiligte sich an den Kosten f\u00fcr die Simultan\u00fcbersetzung w\u00e4hrend der Exkursion. Wie aus dem Tagungsprogramm hervorgeht, referierten auf dem Workshop Vertreter von Ministerien, Fachbeh\u00f6rden, Wasserversorgungsunternehmen und Forschungseinrichtungen aus verschiedenen L\u00e4ndern. Da auch in den USA Kooperationen zunehmend zur Bek\u00e4mpfung diffuser Gew\u00e4sserbelastungen Anwendung finden, wurden zwei Referenten aus diesem Land eingeladen. Zu jedem Vortrag bestand Gelegenheit zur Diskussion. Vorrangiges Ziel der Veranstaltung war der Erfahrungsaustausch zwischen den anwesenden Experten. Deutschland spielte nicht nur als Gastgeber eine Sonderrolle, sondern konnte sich als das EU-Mitgliedsland mit der gr\u00f6\u00dften Anzahl an Kooperationen und den reichhaltigsten Erfahrungen auf diesem Gebiet darstellen. Dementsprechend waren die verschiedenen Varianten besonders des deutschen Kooperationsmodells von gro\u00dfem Interesse, insbesondere f\u00fcr Vertreter solcher L\u00e4nder, die diesen L\u00f6sungsansatz noch wenig kennen (wie z. B. Gro\u00dfbritannien). Die Vortr\u00e4ge behandelten im wesentlichen die folgenden Fragestellungen: Ursachen und Hemmnisse f\u00fcr die Gr\u00fcndung von Kooperationen, Kosten-Wirksamkeit von Kooperationen, Unterschiede zu anderen agrarumweltpolitischen Instrumenten, Finanzierung von Kooperationen und ihre Bedeutung f\u00fcr die EU-Wasser- und Agrarpolitik. Fallbeispiele aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, \u00d6sterreich und den USA wurden vorgestellt. Zum Abschluss des Workshops fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von Umwelt- bzw. Landwirtschaftsministerien aus Deutschland und Gro\u00dfbritannien statt. Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Posterausstellung. Als wesentliche Schlussfolgerungen k\u00f6nnen festgehalten werden: Kooperationen sollten von politischer Seite unterst\u00fctzt und bestehende Anwendungshemmnisse beseitigt werden; Kooperationen und ordnungsrechtliche Ma\u00dfnahmen schlie\u00dfen sich nicht aus, sondern erg\u00e4nzen sich; schlie\u00dflich, Kooperationen k\u00f6nnen wesentlich zur Durchsetzung agrarumweltpolitischer Ziele der EU beitragen. Ingesamt war die Veranstaltung von gro\u00dfem Nutzen, da sie Wasserversorgungsunternehmen, Landwirten und Beh\u00f6rden wichtige Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr den Gew\u00e4sserschutz vermittelte. Die Be-deutung des Workshops \u00e4u\u00dferte sich auch darin, dass eine Reihe von Ministerien und Wasserversorgungsunternehmen im In- und Ausland sich an ihren Kosten beteiligte. Zusammen mit der F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und den Eigenleistungen des Veranstalters war somit die Finanzierung des Vorhabens sichergestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentationen und der zusammenfassende Tagungsbericht (Workshop Report) finden sich zusammen mit den Untersuchungsberichten zum gleichlautenden EU-Forschungsvorhaben auf der Homepage http:\/\/www.infu.uni-dortmund.de\/Links (Benutzername: workshop; Passwort: harenberg). Den gleichen Inhalt enth\u00e4lt eine CD, die vom Veranstalter der Tagung bezogen werden kann.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Akteure aus den Bereichen Wasserversorgung, Landwirtschaft und Umweltbeh\u00f6rden zusammenzuf\u00fchren, um die Vorteile von Kooperationen, die das (manchmal nur begrenzt wirksame) ordnungsrechtliche Instrumentarium erg\u00e4nzen k\u00f6nnen, zu veranschaulichen. Vertreter aus Bundesl\u00e4ndern und EU-Mitgliedsl\u00e4ndern, in denen Kooperationen noch wenig verbreitet sind, hatten die Gelegenheit, die aus diesem L\u00f6sungsansatz gewonnenen positiven Erfahrungen n\u00e4her kennen zu lernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Workshop zielt darauf ab, die Ergebnisse des EU-Forschungsprojekts Kooperationsl\u00f6sungen zwischen Wasserversorgung und Landwirtschaft (EU-Kommission, Generaldirektion Forschung, Contract no: ENV4-CT98-0782) zu pr\u00e4sentieren und zur Diskussion zur stellen. 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