{"id":22111,"date":"2023-08-11T10:32:04","date_gmt":"2023-08-11T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18266-01\/"},"modified":"2023-08-11T10:32:04","modified_gmt":"2023-08-11T08:32:04","slug":"18266-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18266-01\/","title":{"rendered":"Die Umstellungs-Initiative &#8211; Informationsvermittlung zum Einsatz von Pestiziden beim Baumwollanbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Umweltbelastung, Gesundheitsgef\u00e4hrdung, soziale Missst\u00e4nde auf Produzentenseite sowie fehlende Informationen und mangelnde Transparenz bez\u00fcglich bestehender Probleme und im Bezug auf m\u00f6gliche Alternativen auf Konsumentenseite sind Anlass f\u00fcr die Umstellungs-Initiative. Hierbei soll speziell die Verwendung von Textilien aus kontrolliert \u00f6kologischer Baumwolle propagiert werden. Der Fokus des Projekts ist auf Institutionen als eine wichtige und bislang vernachl\u00e4ssigte Konsumentengruppe gerichtet, d. h. Gro\u00dfabnehmer von Textilien, wie private Unternehmen, Beh\u00f6rden, Vereine, kirchliche und soziale Einrichtungen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm das Ziel zu erreichen, m\u00f6glichst viele Institutionen \u00fcber die beschriebene Problematik zu informieren und zu einem nachhaltigen Konsum zu animieren, sind folgende Aktivit\u00e4ten geplant:<br \/>\nIn einer ersten Phase werden Informationsmaterialien erstellt, die jeweils die verschiedenen Schritte von der Kenntnisnahme der Umstellungs-Initiative, \u00fcber den Umstellungsprozess bis zur vollzogenen Umstellung unterst\u00fctzen und begleiten. Weiterhin sollen Informationen \u00fcber Anbieter und Produkte aufbereitet werden.<br \/>\nMit geeigneten Institutionen wird Kontakt aufgenommen, sie werden mit den Informationsmaterialien versorgt und zum Mitmachen oder zur weiteren Verbreitung der Initiative animiert. Ein zweit\u00e4giger Workshop soll interessierte Institutionen, die in sich in unterschiedlichen Phasen des Umstellungsprozesses befinden, zu einem Erfahrungsaustausch zusammenf\u00fchren.<br \/>\nDiejenigen Institutionen, die sich f\u00fcr eine Umstellung entschieden haben, werden vom Projekt unterst\u00fctzt, indem Informationen \u00fcber geeignete Anbieter eingeholt und zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Hierf\u00fcr wird auch das aktuelle Marktgeschehen im \u00d6kotextilbereich verfolgt.<br \/>\nUm weitere Institutionen \u00fcber Hintergr\u00fcnde und Ablauf der Umstellungs-Initiative zu informieren, wird zielgruppenorientierte \u00d6ffentlichkeitsarbeit betrieben, z. B. durch Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen.<br \/>\nUm das Projekt auch \u00fcber den Projektzeitraum hinaus nach au\u00dfen wirken zu lassen und weitere Institutionen zum Mitmachen anzuregen, ist eine geeignete Dokumentation geplant.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die in der Projektplanung vorgesehenen Phasen der Informationsaufbereitung und -verbreitung, die Ansprache von potenziellen Umstellungsinstitutionen und die darauf folgende Beratung und Begleitung im Umstellungsprozess, sowie die erforderliche Kommunikation nach au\u00dfen konnten wie vorgesehen realisiert werden.<br \/>\nBesonders wichtig f\u00fcr den Verlauf der Umstellungs-Initiative waren der Kick-off-Workshop im November 2001 und das Kooperations-Fachgespr\u00e4ch mit Hauswirtschaftsleiterinnen und anderen ausgew\u00e4hlten Personen im Dezember 2002. Kontakte, die bei diesen Veranstaltungen gekn\u00fcpft wurden, konnten im weiteren Projektverlauf genutzt werden und f\u00fchrten zu konkreten Umstellungsvorhaben. Von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr den Umstellungsprozess waren pers\u00f6nliche Kontakte. Dabei war es notwendig, sowohl die mit der Beschaffung von Textilien betreuten Personen von der Idee zu \u00fcberzeugen, wie auch das h\u00f6here Management, das \u00fcber die Finanzvolumen f\u00fcr Neuanschaffungen entscheidet.<br \/>\nDer Prozess bis zur Beteiligung einer Institution an der Umstellungs-Initiative hat sich zum Teil \u00fcber einen relativ langen Zeitraum hingezogen. Oftmals wurde die Idee f\u00fcr gut befunden, es bestand aber kein konkreter Textilbedarf. In solchen F\u00e4llen mussten die Kontakte \u00fcber einen langen Zeitraum gepflegt werden, um die Idee f\u00fcr eine Umstellung auf Biobaumwoll-Textilien wach zu halten. Ein anderes Problem stellte der Wechsel von Ansprechpersonen in den Umstellungsinstitutionen dar: Personalwechsel brachten teilweise einen Neubeginn bei der \u00dcberzeugung zum Mitwirken bei der Umstellung mit. Eine weitere H\u00fcrde, die sich im Projektverlauf herauskristallisierte, betraf insbesondere soziale\/sozial enga-gierte Einrichtungen. Sie f\u00fcrchteten, sich angesichts stetig gek\u00fcrzten Haushaltsetats gegen\u00fcber Mitarbeitern, Hilfeempf\u00e4ngern und der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit unter Rechtfertigungsdruck f\u00fcr den Luxus Biobaumwoll-Textil zu geraten. Im Tagungshausbereich offenbarte sich ein weiteres Hindernis. Die Qualit\u00e4t der angebotenen Bettw\u00e4sche entsprach zum Teil nicht den hohen Anspr\u00fcchen. Zusammen mit den h\u00f6heren Kosten, sind dies Hindernisse, die im Projektverlauf nicht ausger\u00e4umt werden konnten. Dennoch stellten die Auseinandersetzung mit ihnen wichtige Erfahrungen dar, die an interessierte Einrichtungen weitergegeben wurden.<br \/>\nDie im Rahmen des Johannesburg-Gipfels eingeschlagene Strategie, ein konkretes Produkt anzubieten, zeigte sich als ein sehr erfolgversprechender Weg. In einem relativ kurzen Zeitraum konnte eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Einrichtungen und Organisationen f\u00fcr eine Beteiligung an der Aktion gewonnen werden.<br \/>\nAbschlie\u00dfend ist mit dem Bio-Baumwoll-Wegweiser im Internet sichergestellt, dass Institutionen ein wichtiges Instrument f\u00fcr die Beschaffung von Textilien aus Biobaumwolle zur Verf\u00fcgung steht. Die Idee der Umstellungs-Initiative wirkt so \u00fcber den F\u00f6rderzeitraum hinaus.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit ergaben sich zahlreiche M\u00f6glichkeiten, die Umstellungs-Initiative der Fach- und allgemeinen \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Insgesamt wurden 12 Vortr\u00e4ge gehalten, 8 In-formationsst\u00e4nde, eine Poster- und eine m\u00fcndliche Kurzpr\u00e4sentation durchgef\u00fchrt. Mit vier Presseinformationen wurde auf unterschiedliche Teilaspekte der Umstellungs-Initiative hingewiesen. Weiterhin wurden im Projektkontext verschiedene Informationsmaterialien, wie Faltbl\u00e4tter, Flyer, Postkarten, Brosch\u00fc-ren, Poster und eine umfangreiche Informationsmappe erstellt. Diese Ma\u00dfnahmen und die Bereitstellung eigener Artikel f\u00fchrte zu einer Reihe an Ver\u00f6ffentlichungen in Printmedien und im Internet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Kontakte und das individuelle Engagement der Ansprechpartner f\u00fcr Textilien aus Biobaumwolle stellten die entscheidenden Faktoren f\u00fcr eine erfolgreiche Umstellungs-Initiative dar. Die Anzahl der umgestellten Institutionen und auch der aufgekauften Mengen von Textilien aus Biobaumwolle haben sicher keinen Einfluss auf die Situation am Weltmarkt f\u00fcr Bio-Baumwolle. Dennoch hat die Umstellungs-Initiative eine bisher nicht beachtete Verbraucherschaft f\u00fcr das Thema Biobaumwolle sensibilisiert und eigene Handlungsm\u00f6glichkeiten aufgezeigt. In diesem Sinne haben die beteiligten Institutionen einen Vorbildcharakter und beweisen, dass ein nachhaltiger Konsum im Bereich Textilien auch f\u00fcr Gro\u00dfverbraucher realisierbar ist.<br \/>\nEs ist positiv zu bemerken, dass das Konzept der Umstellungs-Initiative bei vielen NGOs auf Interesse gesto\u00dfen ist. Mit PAN UK und der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas sind Gespr\u00e4che gef\u00fchrt worden, wie die Idee der Umstellungs-Initiative auf Gro\u00dfbritannien bzw. die Schweiz zu \u00fcbertragen sei. \u00c4hnliche Konzepte, die die Umstellung von gr\u00f6\u00dferen Unternehmen zum Ziel haben, sind geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umweltbelastung, Gesundheitsgef\u00e4hrdung, soziale Missst\u00e4nde auf Produzentenseite sowie fehlende Informationen und mangelnde Transparenz bez\u00fcglich bestehender Probleme und im Bezug auf m\u00f6gliche Alternativen auf Konsumentenseite sind Anlass f\u00fcr die Umstellungs-Initiative. Hierbei soll speziell die Verwendung von Textilien aus kontrolliert \u00f6kologischer Baumwolle propagiert werden. 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