{"id":22101,"date":"2026-04-04T10:32:10","date_gmt":"2026-04-04T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/33281-01\/"},"modified":"2026-04-04T10:32:11","modified_gmt":"2026-04-04T08:32:11","slug":"33281-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/33281-01\/","title":{"rendered":"Bl\u00fchende Industriegebiete"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Industrie- und Gewerbegebiete bestehen oft aus architektonisch wenig ansprechenden Funktionsgeb\u00e4uden, gro\u00dfen Parkpl\u00e4tzen und Abstandsgr\u00fcn. Die Projektidee beabsichtigt Freiburgs gr\u00f6\u00dftes Industriegebiet Nord mit 300 ha Fl\u00e4che zum Erbl\u00fchen zu bringen. Das Pilotprojekt erkundet Wege, wie vorhandene Industrie- und Gewerbegebiete in Zusammenarbeit mit den Auszubildenden (Azubis) nachhaltig umgestaltet werden k\u00f6nnen, so dass sich vor Ort neben einer gr\u00f6\u00dferen biologischen Artenvielfalt auch eine Wohlf\u00fchl-Atmosph\u00e4re einstellen kann. Neben ihrer beruflichen Ausbildung lernen die Azubis zus\u00e4tzlich neue Inhalte kennen, wie wichtig z. B. der<br \/>\nBoden f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrungssicherheit ist, dass ohne die Bienen unsere Obstb\u00e4ume nicht best\u00e4ubt werden, dass generell die Sicherung der Artenvielfalt unserem allt\u00e4glichen Leben dient und dass kurzzeitige Erholung in einem naturnah gestalteten Betriebsgel\u00e4nde einen hohen Stellenwert hat.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in f\u00fcnf Phasen. Es startete mit der Vorplanungsphase, in der den beteiligten vier Unternehmen das Projekt zun\u00e4chst im Kreise der Ausbildungsleiter, Personalverantwortlichen, Umweltbeauftragte und Auszubildende vorgestellt wurde, mit dem Ziel sie alle f\u00fcr das Projekt zu begeistern. Fachbiologen wie Vogelkundler, Eidechsen- und Insektenexperten kartierten die Betriebsfl\u00e4chen, um eine Aussage zum Artenbestand machen zu k\u00f6nnen. Parallel wurde eine \u201eBIG\u201c Website f\u00fcr die Azubis erstellt mit Informationen zu den fachlichen Themen Parkpl\u00e4tze, Dach- und vertikale Begr\u00fcnung und f\u00fcr aktuelle Ank\u00fcndigungen. Au\u00dferdem ermittelte eine Potenzialstudie in den beteiligten Unternehmen Fl\u00e4chen, die sich f\u00fcr eine Begr\u00fcnung oder f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung der vorhandenen Gr\u00fcnanlagen eignen. In der folgenden Bildungsphase wurde die Auftaktveranstaltung am 8. Mai mit allen Azubis, Referent*innen, Ausbildungsleitern, Umweltbeauftragte und Presse durchgef\u00fchrt, um das Projekt mit einem offiziellen Start in der \u00d6ffentlichkeit bekannt zu machen. Von Mai bis September wurden drei Exkursionen f\u00fcr die Azubis angeboten, um die Potenziale wie Fassaden-<br \/>\nund Dachbegr\u00fcnungen, Regenwasserteiche, Urbanes G\u00e4rtnern, vogel-, insekten- und eidechsenfreundliche Lebensr\u00e4ume kennenzulernen.<br \/>\nIn der nachfolgenden Planungsphase f\u00fchrten zivilgesellschaftliche Akteure die folgenden eint\u00e4gigen Workshops mit den Azubis durch:<br \/>\n\uf0b7 V\u00f6gel &#8211; Lebensr\u00e4ume und Brutpl\u00e4tze schaffen, Mauereidechsen &#8211; Biotope gestalten (1x)<br \/>\n\uf0b7 Urban Gardening &#8211; Tomaten und Paprika in der Mittagspause? (2x)<br \/>\n\uf0b7 Gr\u00fcnd\u00e4cher, vertikale Begr\u00fcnung und Wohlf\u00fchlinseln gestalten (3x)<br \/>\n\uf0b7 Business Model Canvas als Vorbereitung f\u00fcr die \u201eH\u00f6hle des L\u00f6wens\u201c (1x)<br \/>\n\uf0b7 Wallpainting zum Thema Artenvielfalt (1x)<br \/>\nIn der Umsetzungsphase konnten f\u00fcnf Projekte im Jahr 2019 entwickelt und realisiert werden. Diese wurden den Belegschaften in zwei F\u00e4llen per Intranet und in einem Fall per Abstimmung zwischen zwei Versionen nahegebracht. Am 25. September 2020 wurden in der finalen \u00f6ffentlichen Veranstaltung \u201eBIG Event\u201c in der Messe Freiburg<br \/>\ndie Projekte der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Auftaktveranstaltung mit Presseecho machte das Projekt in der \u00d6ffentlichkeit bekannt. Die Exkursionen der Bildungsphase pr\u00e4sentierten den Azubis vorbildliche Projekte in Basel, Z\u00fcrich und Freiburg. Nahezu alle Veranstaltungen wurden per Video dokumentiert. Die Festlegung auf Workshops war ein langwieriger Prozess bis sich erausstellte, dass ein erheblicher Anteil der an den Exkursionen beteiligten Azubis sich bereits im letzten Ausbildungsjahr befand. Deshalb wurde die dritte Exkursion in den September<br \/>\n2018 verlegt, um der neuen Azubigeneration eine Einf\u00fchrung in das Projekt und eine Beteiligung zu erm\u00f6glichen. Jedes Unternehmen hat seine eigene Unternehmenskultur mit eigenen Vorstellungen und Pr\u00e4missen. Im ersten Unternehmen war der Ansprechpartner der Ausbildungsleiter, im zweiten Unternehmen die Umweltbeauftragte mit wechselnd verantwortlichen Azubis, im dritten Unternehmen eine Personalbeauftragte und nach deren Ausscheiden die Gesundheitsmanagerin und im vierten Unternehmen der Beauftragte f\u00fcr das Greencity Cluster. Eine Herausforderung war die Abstimmung von Terminen mit dual Studierenden, die im Turnus von drei Monaten im nternehmen arbeiten oder an der Hochschule studieren.<br \/>\nDer partizipative Anspruch des Projektes wurde in der Regel begr\u00fc\u00dft und als Chance erkannt, die Belegschaft f\u00fcr das Thema biologische Vielfalt zu interessieren. In den Jahren 2018 und 2020 konnten sieben Workshops durchgef\u00fchrt werden mit dem Ergebnis, dass ein Rasen in eine Bl\u00fchwiese umgewandelt, Gem\u00fcse-Hochbeete von Beetpaten angelegt, ein Lichthof bzw. Dach zu einem begr\u00fcnten Pausenraum umgestaltet, ein Kantinenau\u00dfenbereich durch eine gro\u00dfe Bauma\u00dfnahme erweitert und bepflanzt, eine Wand mit einem Wallpainting zum Thema biologische Vielfalt gesprayt, Vogelnistk\u00e4sten auf einem Betriebsgel\u00e4nde aufgeh\u00e4ngt und ein Innenhof bepflanzt werden konnte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u201eBl\u00fchende Industriegebiete\u201c wurde am 8. Mai 2018 mit einer Einf\u00fchrungsveranstaltung f\u00fcr die Azubis im Kundenzentrum des regionalen Energieunternehmens erfolgreich gestartet. Die eingeladene Presse berichtete \u00fcber die Auftaktveranstaltung. Zum Termin konnte die BIG-Website freigeschaltet werden, die aktuelle Themen zum Projekt ufbereitete und die Exkursionsprogramme ank\u00fcndigte. Nicht vorgesehen, aber sehr willkommen waren die Einladungen zu einer Pr\u00e4sentation des Projektes vor Unternehmer*innen des Green Industry Parks im Rahmen eines 3-min\u00fctigen Elevator Pitches am 8.Feb.2019 und im Rahmen einer Infoveranstaltung f\u00fcr Unternehmen der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein mit dem Titel \u201eGeb\u00e4udebegr\u00fcnung und naturnahe Gestaltung von Firmengel\u00e4nden\u201c am 1.Okt. 2019. Im Vorfeld der Abschlussveranstaltung<br \/>\nkonnte durch einen Pressetermin mit Redakteur*innen der regionalen Medien wie Badische Zeitung, Freiburger Wochenbericht, Kultur Joker aber auch durch einen M\u00fcnchner Umweltjournalisten des Magazins Natur das Projekt \u00f6ffentlich bekannt gemacht werden. Ein ausgeschriebener Foto-Wettbewerb im Industriegebiet<br \/>\nNord mit dem Titel \u201eGr\u00fcn statt grau\u201c lenkte ebenfalls die Aufmerksamkeit auf das Projekt. Der Einladung zum Big-Event in der Messe Freiburg folgten ca. 80 Teilnehmer*innen. Mit dem abschlie\u00dfenden moderierten Podiumsgespr\u00e4ch \u201eTransformation vom Industriegebiet zum Green Industry Park\u201c konnte das Thema inhaltlich erweitert werden. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Leitlinien, Vergabekriterien oder Anreize werden f\u00fcr eine 16ha gro\u00dfe frei gewordene Industriebrache in Zeiten des Klimawandels geschaffen. Daraus ergaben sich Interviews und Presseartikel, die in Onlinemagazinen und Printmedien im Oktober und November 2020 aber auch noch im Fr\u00fchjahr 2021 ver\u00f6ffentlich werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Interesse der Azubis fokussierte sich auf schnell umsetzbare und greifbare Projekte direkt im eigenen Unternehmen, wie die Gestaltung eines Lichthofes als Pausen-Treffpunkt, urbanes G\u00e4rtnern in Form von Gem\u00fcseanbau auf Hochbeeten, Schaffung von Nisthilfen f\u00fcr V\u00f6gel, Sprayen eines thematischen Wandbildes, Erweiterung bzw. Umgestaltung eines Kantinenau\u00dfenbereiches und Entwicklung einer Bl\u00fchwiese f\u00fcr Insekten. Die eingesetzten F\u00f6rdermittel konnten von den Investitionen der beteiligten Unternehmen \u00fcbertroffen werden. Mit der Potenzialanalyse und dem daraus abgeleiteten Masterplan erhalten die Unternehmen ein Ma\u00dfnahmenpaket an die Hand f\u00fcr die Umsetzung in einem Zeitrahmen von ca. f\u00fcnf Jahren. Das Podiumsgespr\u00e4ch \u201eTransformation vom Industriegebiet zum Green Industry Park\u201c zeigte wie gro\u00df die Herausforderungen sind, um in Zeiten des Klimawandels nachhaltige L\u00f6sungen zu etablieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Industrie- und Gewerbegebiete bestehen oft aus architektonisch wenig ansprechenden Funktionsgeb\u00e4uden, gro\u00dfen Parkpl\u00e4tzen und Abstandsgr\u00fcn. 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