{"id":22078,"date":"2023-07-13T15:09:57","date_gmt":"2023-07-13T13:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04038-83\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:58","slug":"04038-83","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04038-83\/","title":{"rendered":"Ran an die Sonne &#8211; Berufsbildende Schulen L\u00fcchow"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die BBS L\u00fcchow liegt im l\u00e4ndlichen Raum mit wenig Industrie, geringem gewerblichen Anteil und relativ hoher Arbeitslosigkeit. Die Solarenergie hat im Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung, aber auch bei Architekten und Handwerkern, wenig Bedeutung. Es gibt einige Solarpioniere. Um das Interesse an den umwelt-freundlichen Energien zu wecken und diese, wo es geht, in die Ausbildung zu integrieren, ist die Berufsschule der richtige Ort. Gerade Jugendliche sind, vor allem, wenn die neuen Technologien anfassbar gemacht werden, leichter f\u00fcr Alternativen zu gewinnen. Solartechnik muss zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gen\u00fcgt es nicht, kleine Demoanlagen zu betreiben. Den Sch\u00fclern soll an praktischen Beispielen vor Augen gef\u00fchrt werden, dass die Solartechnik einen nennenswerten Anteil der Energieversorgung decken kann. Dar\u00fcber hinaus sollen auch anderen Gruppen (Handwerker, Politiker, Bauplaner u.s.w.) die Anlagen zug\u00e4nglich sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie ins Auge gefassten drei Solaranlagen sollen mit den Sch\u00fclern geplant, beschafft, zum Teil gefertigt, montiert, betreut und \u00fcberwacht werden. Handlungsorientiertes Lernen ist an diesen Projekten in idealer Weise m\u00f6glich. Eine 12 kWp Photovoltaikanlage wird als erstes auf dem Flachdach der Metallwerkstatt errichtet. Die Aufst\u00e4nderung und das Tragegestell entwickelt und fertigt die Schule selbst. Dabei ist be-sonders zu ber\u00fccksichtigen, dass sich die Module bei Dachreparaturen leicht und schnell wegr\u00e4umen lassen. Sch\u00fcler werden die fertige Anlage computergest\u00fctzt \u00fcberwachen und die Ergebnisse dokumentieren. Eine Untersuchung der Anlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist geplant. Als zweiter Teil des Projekts wird eine kleine Thermieanlage mit unterschiedlichen Kollektoren (Aufdach-, Indach- und R\u00f6hrenkollektor) angeschafft. Daran sollen angehende Heizungsbauer, Installateure, Dachdecker und Zimmerleute die Montage und Inbetriebnahme einer Solaranlage \u00fcben. Eine thermische Solaranlage mit 15 Quadratmeter Kollektorfl\u00e4che wird im Jahr 2002 auf das 30\u00b0 geneigte und nach S\u00fcden ausgerichtete Dach des Standorts K\u00f6nigsberger Str. montiert. Dort ben\u00f6tigt die Schlachterei t\u00e4glich etwa 1400 l. Warmwasser. Die Solaranlage soll einen Deckungsgrad von ca. 20% aufweisen. Ein gr\u00f6\u00dferer Deckungsgrad ist wegen Leerlaufs in der Ferienzeit und an den Wochenenden nicht sinnvoll. Mit zus\u00e4tzlicher Messtechnik ausger\u00fcstet, kann der Ertrag und die Wirtschaftlichkeit der Anlage ermittelt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt Ran an die Sonne konnte im geplanten Umfang vollst\u00e4ndig umgesetzt und abgeschlossen werden. Die PV-Anlage speiste fristgerecht den ersten Strom schon im Jahr 2001 ein. Viele Sch\u00fcler konnten in den Bauprozess eingegliedert werden. In diesem Jahr konnten auch die Materialien f\u00fcr die thermische Demonstrationsanlage beschafft werden. Bei einer z\u00fcgigen Abwicklung von Projekten gibt es bei Schulen allerdings naturgem\u00e4\u00df gegen\u00fcber dem Gewerbe erhebliche Unterschiede. Sch\u00fcler haben einen anderen Ausbildungsstand als Fachkr\u00e4fte. Viele T\u00e4tigkeiten m\u00fcssen erst ge\u00fcbt werden. Au\u00dferdem stehen die Sch\u00fcler nur vormittags und nur an bestimmten Wochentagen zur Verf\u00fcgung. Au\u00dferdem darf der regul\u00e4re Lehrplan nicht aus den Augen verloren werden. Zus\u00e4tzlich unterbrechen die Ferien den Arbeitsfortschritt. Neben diesen Problemen ergaben sich durch Umstrukturierung der Schule und damit ver\u00e4nderter Raumnutzung Probleme bei der Festlegung des Standorts f\u00fcr die thermische \u00dcbungsanlage, die aber schlie\u00dflich \u00fcberwunden werden konnten. Ein weiteres Problem ergab sich f\u00fcr die thermische Solaranlage des Standorts K\u00f6nigsberger Str.. Ein Constructing Unternehmen sanierte dort die Heizungsanlage. Da unsere Solaranlage in den Heizkreislauf mit eingebunden werden musste, ergaben sich erhebliche Abstimmungsprobleme, die erst nach relativ langer Zeit endg\u00fcltig gekl\u00e4rt werden konnten. So verz\u00f6gerte sich der Abschluss unseres Projekts um rund 8 Monate gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Planung.<br \/>\nDer finanzielle Rahmen konnte gegen\u00fcber den Planungen im Wesentlichen eingehalten werden. Ein deutlicher Unterschied ergab sich in der Gr\u00f6\u00dfe der Eigenleistungen. Diese liegen erheblich \u00fcber der Planung. Das h\u00e4ngt vor allem mit einem unterschiedlichen Rechenansatz zusammen. Bei der Planung wurde von den eingesparten Kosten gegen\u00fcber gewerblichen Preisen ausgegangen. Tats\u00e4chlich werden aber die geleisteten Arbeitsstunden zu Grunde gelegt. Dies wirkt sich z. B. bei der Fertigung des Unter-gestells f\u00fcr die PV-Anlage erheblich aus. Die Materialkosten f\u00fcr die Fertigung des Gestells sind sehr gering. Die Einzelfertigung aber wesentlich zeitaufw\u00e4ndiger als bei einem industriell gefertigten Serienprodukt. In einer Schule steht aber nicht der Preis im Vordergrund, sondern der p\u00e4dagogische Ansatz. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Projekt ein voller Erfolg. Die Motivation der Sch\u00fcler und auch der Lehrer, an einem sinnvollen Projekt mitzuarbeiten, ist gro\u00df. Das zeigte sich bei diesem Projekt immer wieder.<br \/>\nMit den verschiedenen Solaranlagen werden pro Jahr rund 15.000 kWh Solarenergie (Strom und W\u00e4rme) erzeugt. Daraus ergeben sich rund 12.000 kg CO2 Entlastung pro Jahr. Die Umweltentlastung wird sich im Lauf der Zeit aber noch weiter erh\u00f6hen, da die Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr den Solarstrom zu 70% der Schule f\u00fcr Projekte der Energieeinsparung und f\u00fcr den Ausbau alternativer Energien zur Verf\u00fcgung gestellt wird. So ist eine nachhaltige Entwicklung zum Wohle aller Beteiligten sichergestellt. Rund 20 Firmen, Institutionen und Beh\u00f6rden konnten an dem Projekt beteiligt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Infowand mit Gro\u00dfdisplay in unserer Schule informiert alle Interessierten \u00fcber unsere Anlage und Themen rund um erneuerbare Energien. Mehrere Berichte \u00fcber das Projekt wurden in der Regionalpresse ver\u00f6ffentlicht. Ein zweiseitiger, von Sch\u00fclern verfasster Bericht mit Bildern \u00fcber den Bau der PV-Anlage erschien in der Zeitschrift Photon. Das Projekt wurde als Beitrag zu der Aktion Umweltschule von Europa eingereicht und pr\u00e4miert. W\u00e4hrend der Pr\u00e4mierungsfeier wurde das Projekt mit Hilfe einer Schautafel vorgestellt. Unsere Schulwebsite beschreibt das Projekt mit viel Bildmaterial und laufend fortgef\u00fchrter Ertragsstatistik.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Solarenergie ist in unserer Schule durch dieses Projekt zu einem festen Bestandteil des Schullebens geworden. Die gesammelten Daten werden im Unterricht ausgewertet und dokumentiert und sind dadurch Bildungsinhalt. Au\u00dfenstehende k\u00f6nnen sich \u00fcber Solartechnik informieren. Die Schule ist zum Kompetenzzentrum f\u00fcr solare Energiegewinnung aufgestiegen. Die Vorgehensweise, mit viel Eigenleistung die Projekte zu verwirklichen, f\u00fchrt zu einer starken Identifikation der Sch\u00fcler und Lehrer mit den Anlagen. Darum kann man den teilweise durch Sachzw\u00e4nge schleppenden Projektfortschritt verschmerzen. Die Idee, nicht kleine Demonstrationsanlagen anzuschaffen, sondern markt\u00fcbliche, nutzbringende Gr\u00f6\u00dfenordnungen zu bevorzugen, ist ein Beispiel f\u00fcr die Machbarkeit dieser Technik und hat somit Vorbildfunktion. Mit Hilfe der Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr den von unserer Anlage erzeugten Solarstrom ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf den Gebieten alternative Energien und Energieeffizienz gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die BBS L\u00fcchow liegt im l\u00e4ndlichen Raum mit wenig Industrie, geringem gewerblichen Anteil und relativ hoher Arbeitslosigkeit. Die Solarenergie hat im Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung, aber auch bei Architekten und Handwerkern, wenig Bedeutung. Es gibt einige Solarpioniere. 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