{"id":22067,"date":"2025-04-10T10:32:13","date_gmt":"2025-04-10T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18186-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:15","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:15","slug":"18186-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18186-01\/","title":{"rendered":"Umweltverb\u00e4nde im deutsch-polnischen Dialog zum EU-Beitritt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Polen ist eines der f\u00fcnf L\u00e4nder, mit denen die Europ\u00e4ische Union in der ersten Runde die Beitrittsverhandlungen aufgenommen hat. Sowohl die EU als auch die am Beitrittsprozess beteiligten Staaten stellen fest, dass die mit dem Beitritt verbundenen Zielrealisierungen besser erreichbar sind, wenn die Diskussionen um L\u00f6sungen auf eine breite Basis gestellt sind.<br \/>\nDas Projekt Deutsch-polnischer Dialog Umwelt und Entwicklung will Vertretern aus polnischen Umweltverb\u00e4nden in Deutschland gemachte Erfahrung bei der Anpassung der Umweltgesetzgebung der DDR an die der Bundesrepublik Deutschland und die der Europ\u00e4ischen Union vermitteln, beispielhafte Vorgehensweisen im Natur- und Umweltschutz vor Ort erlebbar machen und die Grundlagen f\u00fcr einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und polnischen Umweltverb\u00e4nden schaffen. Das Projekt will einen Beitrag zur Vorbereitung der polnischen Umweltverb\u00e4nde auf einen konstruktiven nationalen und internationalen Dialog zur Europ\u00e4ischen Umweltunion leisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn der ersten Phase (Statusanalyse und Vor-Ort-Informationen) sollen Multiplikatoren aus polnischen und deutschen Umweltverb\u00e4nden sich gemeinsam in Polen und Deutschland \u00fcber die Ausgangssituation, die Zielvorstellungen und die praktizierten L\u00f6sungskonzepte an beispielhaften Projekten pers\u00f6nlich informieren.<br \/>\nIn einer zweiten Phase sollen in Workshops diese deutschen Erfahrungen bei der Mitgestaltung von Transformationsprozessen zur Angleichung von Umweltstandards zur Diskussion gestellt werden.<br \/>\nIn einer abschlie\u00dfenden dritten Phase sollen die Ergebnisse der Diskussionen in einzelnen Workshops in einer Weise ver\u00f6ffentlicht werden, dass sie den Umweltverb\u00e4nden Impulse f\u00fcr die Strukturierung eigener Aktivit\u00e4ten zur Unterst\u00fctzung des EU-Beitrittsprozesses geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Insgesamt fanden in Warschau vier Workshops zu den Themen Umweltvertr\u00e4gliche Landwirtschaft und Naturschutz, Rationelle Energienutzung, Gew\u00e4sserschutz &#038; Abwasserbehandlung sowie Abfallwirtschaftskonzepte statt. Als Referenten traten deutsche und polnische Fachleute auf, die den Transformationsprozess in der Vergangenheit in einzelnen Umweltbereichen politisch mitgestaltet, wirtschaftlich umgesetzt und administrativ begleitet haben und so den Teilnehmern aus erster Hand ihre konkrete Er-fahrungen vermitteln k\u00f6nnen. Im Ergebnis der Diskussion k\u00f6nnen folgende Empfehlungen gegeben werden:<br \/>\n\u00b7\tEmpfehlungen f\u00fcr den Naturschutz:<br \/>\nIn den NATURA 2000-Gebieten sind Investitionen zur Sicherstellung des Monitorings und von Ausgleichsma\u00dfnahmen dringend erforderlich. Die gegenw\u00e4rtigen Managementmethoden in der Landwirtschaft stellen eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr den nat\u00fcrlichen Artenreichtum dar. Landwirte sind potenzielle Partner der Umweltverb\u00e4nde, Ziel: Diversifizierung und Optimierung der Agrarproduktion.<br \/>\n\u00b7\tEmpfehlungen f\u00fcr die Landwirtschaft:<br \/>\nKonzentration des Einsatzes knapper \u00f6ffentlicher Mittel auf Fonds zur Entwicklung l\u00e4ndlicher Regionen, zur Unterst\u00fctzung der \u00f6kologischen Landwirtschaft und des Agrar-Umwelt-Programms. Vorausschauende Landentwicklungspolitik kann soziale Kosten von Migration und Arbeitslosigkeit d\u00e4mpfen.<br \/>\n\u00b7\tEmpfehlungen zur rationellen Energienutzung im kommunalen Bereich:<br \/>\nEnergie-Einspar-Programme erfordern die Mobilisierung \u00f6ffentlicher und privater Finanzmittel. Modelle im Rahmen einer Public-Private Partnership sollten sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft und vorbereitet werden.<br \/>\n\u00b7\tEmpfehlungen zum Wasser- und Abwassermanagement:<br \/>\nNur das Zusammengehen von Umweltverb\u00e4nden, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Interesse einer nachhaltige Wasserwirtschaft sichert die notwendige politische Unterst\u00fctzung. Flussgebietsmanagement: Natur- und Hochwasserschutz sind als Einheit zu betrachten. Sorgf\u00e4ltige Planung ist mit realistischen Konzepten zur Leistungsf\u00e4higkeit der Gesellschaft zu verbinden. Public-Private Partnerships erfordern eine wirksame Kontrolle seitens der \u00f6ffentlichen Verwaltung.<br \/>\n\u00b7\tEmpfehlungen f\u00fcr die Abfallwirtschaft:<br \/>\nWeitere Modernisierung und Spezifizierung der polnischen Abfallgesetzgebung. Verst\u00e4rkung der \u00dcberwachung und Kontrolle der Umsetzung des bestehenden Rechts. Inventarisierung aller bestehenden M\u00fclldeponien Abfallmanagementpl\u00e4ne erfordern gemeinsames Agieren von Kommunen. NGOs unterst\u00fctzen Kommunen bei \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Kontrolle.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Workshops und die daraus abgeleiteten Empfehlungen f\u00fcr das Handeln der polnischen Umweltverb\u00e4nde bei der Gestaltung des Transformationsprozesses im Zuge des EU-Beitritts werden als Brosch\u00fcre in deutscher und polnischer Sprache ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Am Projekt haben sich neben polnischen Umweltverb\u00e4nden auch Vertreter von Umweltverwaltungen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen, von Unternehmen und Dienstleistern im Umweltbereich am Projekt beteiligt. Damit konnte auch ein Dialog zwischen Akteuren in Polen angeschoben werden, Aktualit\u00e4t und Bedeutung der er\u00f6rterten Themen wurden damit best\u00e4tigt. Im Ergebnis der Workshops wurde eine Reihe von Empfehlungen zur Arbeit der polnischen Umweltverb\u00e4nde erarbeitet. Sie basieren auf den Erfahrungen, die sich aus dem Transformationsprozess der letzten zehn Jahre in den neuen Bundesl\u00e4ndern ableiten lassen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Informations- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu den Auswirkungen eines EU-Beitritts Polens im Umweltbereich auch in der gegenw\u00e4rtigen Phase noch weiter verbessert werden. Die Ans\u00e4tze der Umweltverb\u00e4nde, \u00f6kologische, wirtschaftliche und soziale Fragen vernetzt zu betrachten, m\u00fcssen wesentlich intensiviert werden. Die Zersplitterung der polnischen Umweltverb\u00e4nde muss \u00fcberwunden werden, neben der rein projektorientierten muss auch die programmatische Arbeit zur Umsetzung des Umwelt-Acquis ein st\u00e4rkeres Gewicht erhalten. Die deutschen Umweltverb\u00e4nde k\u00f6nnen Ihre polnischen Partner in dem Ma\u00dfe erfolgreich unterst\u00fctzen, wie sie die Bedeutung Polens f\u00fcr eine eu-rop\u00e4ische Umweltunion wahrnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Polen ist eines der f\u00fcnf L\u00e4nder, mit denen die Europ\u00e4ische Union in der ersten Runde die Beitrittsverhandlungen aufgenommen hat. 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