{"id":22043,"date":"2023-07-14T10:32:51","date_gmt":"2023-07-14T08:32:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18195-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:32:53","modified_gmt":"2023-07-14T08:32:53","slug":"18195-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18195-01\/","title":{"rendered":"Bauteiltemperierung mit Solarenergie zur Konservierung denkmalgesch\u00fctzter Bausubstanz des Klosters Plankstetten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Einsatz der Sonnenkollektoranlage zur Unterst\u00fctzung der Warmwasserbereitung f\u00fcr die Bibliothek und Wirtschaftsgeb\u00e4ude der Benediktinerabtei Plankstetten, in Verbindung mit der Nutzung der Sonnenenergie zur Betreibung der Bauteilheizung, um die denkmalgesch\u00fctzten W\u00e4nde des bestehenden Klostergeb\u00e4udes zu konservieren. Anlass f\u00fcr den Einbau der Kollektoranlage ist die Generalsanierung der Benediktinerabtei Plankstetten &#8211; Teil I, in den Jahren 1998 bis 2001.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAn der S\u00fcdfassade vom Wirtschaftsgeb\u00e4ude 1 kommen 26 Solarmodule mit einer Gesamtfl\u00e4che von ca. 57,2 m2 zur Ausf\u00fchrung. Da die Montage der Kollektoren auf dem Dach des Wirtschaftsgeb\u00e4udes aus denkmalpflegerischen Sicht nicht gestattet wurde, werden die Kollektoren an der S\u00fcdseite des Geb\u00e4udes in zwei Ebenen aufgebaut. Ebene 1 wird in einer H\u00f6he von ca. 50 cm &#8211; Ebene 2 in einer H\u00f6he von ca. 4 m \u00fcber der Gel\u00e4ndeoberkante montiert. Die beiden Ebenen werden an einer freistehenden Stahlkonstruktion befestigt. Die eingestrahlte Sonnenenergie wird prim\u00e4r zur Aufheizung des Warmwasserboilers mit einem Inhalt von 500 Liter, und sekund\u00e4r zur Speicherung der W\u00e4rme in den vorhandenen Pufferspeicher mit einem Volumen von 10.000 Liter genutzt. Die im Pufferspeicher eingebrachte Energie wird f\u00fcr den Betrieb der Bauteilheizung eingesetzt. Eine Bauteiltemperierung wurde im sanierten Geb\u00e4udekomplex des Kloster Plankstetten zur thermischen Sanierung des bestehenden Mauerwerkes eingesetzt. Beim Bestand handelt es sich um historische Bruchsteinmauerwerke, deren Erhalt die oberste Pr\u00e4misse bei der Sanierung des Geb\u00e4udes war. Zur Unterbindung der aufsteigenden Feuchtigkeit wurden hierzu am Fu\u00dfpunkt der Bruchsteinwand Heizleitungen in Form von zwei Kupferleitungen eingebaut. Die Kupferleitungen mit einem Durchmesser von 18 mm wurden unged\u00e4mmt in einem bauseitigen Mauerwerkssockel eingegossen. Die Bauteiltemperierung wird ganzj\u00e4hrig mit Vorlauftemperaturen zwischen 30\u00b0C und 50\u00b0C betrieben. Hierf\u00fcr wird eigens ein Wandf\u00fchler eingesetzt, welcher die ged\u00e4mpfte Au\u00dfentemperatur im Kern der Bruchsteinwand aufnimmt, und die Vorlauftemperatur des Heizkreises Bauteiltemperierung regelt. Durch die Erzeugung eines W\u00e4rmekernes um die Kupferleitungen wird die Kapillarwirkung im Mauerwerk unterbrochen, welche zum Eintrag der Feuchtigkeit f\u00fchrt<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die thermische Solaranlage wurde im September 2001 in Betrieb genommen. Da in der Anlaufphase umfangreiche Einregulierungsarbeiten durchgef\u00fchrt werden mussten, liegen eindeutige Messergebnisse \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum noch nicht vor. Die Einbindung des W\u00e4rmemengenz\u00e4hlers, der den Gesamtertrag der Sonnenkollektoranlage misst, konnte erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in die gesamte Geb\u00e4udeleittechnik des Klosterkomplexes eingebunden werden, da noch regeltechnische Abstimmungsarbeiten durchgef\u00fchrt werden mussten.<br \/>\nKonkrete Messergebnisse \u00fcber den Ertrag der Solaranlage liegen f\u00fcr den Zeitraum Februar 2002 bis Ap-ril 2002 vor. Innerhalb dieses Zeitraumes wurden 3.850 kWh Sonnenenergie in das System eingespeist.<br \/>\nNachdem neben der Solaranlage auch der Biomassekessel in den Pufferspeicher W\u00e4rme einspeist, ist darauf zu achten, dass vor allem in den Sommermonaten die Solaranlage als prim\u00e4rer W\u00e4rmeerzeuger eingesetzt wird, um die maximale Sonnenenergie nutzen zu k\u00f6nnen. Nur bei Unterschreitung einer Mindesttemperatur darf der Biomassekessel nachgeschaltet werden.<br \/>\nDie Messwerte der Sonnenkollektoranlage werden kontinuierlich weiterhin erfasst und dokumentiert, so dass im Jahr 2003 eine spezifische Betrachtung in Punkto Wirtschaftlichkeit m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Solaranlage ist im Klosterareal \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich und wird deshalb von vielen Interessierten Besuchern wahrgenommen und besichtigt. Bei den zunehmenden Klosterf\u00fchrungen von Besuchergruppen wird die Solaranlage mit in den Rundgang einbezogen und entsprechend erl\u00e4utert. Auf der Homepage des Klosters (www.kloster-plankstetten.de) soll unter den \u00dcberschriften \u00d6kologie &#8211; Energiekonzept die Bauteiltemperierung mit Sonnenenergie eigens dargestellt und erkl\u00e4rt werden. Dieser Internetbeitrag kann dann im Laufe der Zeit immer wieder mit den neuesten Erkenntnissen bzw. Messwerten aktualisiert werden. Nach Fertigstellung des \u00d6kologischen Informations- und Ausstellungszentrums in den Gew\u00f6lber\u00e4umen der Wirtschaftsgeb\u00e4ude soll dort auch die Bauteiltemperierung mit Solarenergie zur Konservierung der denkmalgesch\u00fctzten Bausubstanz dargestellt werden. An Hand eines PCs sollen die aktuellen Messwerte vom Besucher abgefragt werden k\u00f6nnen. Das Interesse der \u00d6ffentlichkeit, mit einer innovativen Energiequelle (Sonne) die historische und denkmalgesch\u00fctzte Bausubstanz des Klosters durch eine ganzj\u00e4hrig betriebene Bauteiltemperierung zu erhalten, ist sehr gro\u00df und st\u00f6\u00dft auf positive Resonanz. Konkret hat eine kirchliche Einrichtung sich vor Ort dar\u00fcber informiert und zieht in Erw\u00e4gung dieses System bei der anstehenden Sanierung ihrer Geb\u00e4ude umzusetzen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auch wenn bisher noch keine Messwerte \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum vorliegen, um definitiv die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage beurteilen zu k\u00f6nnen, zeigen doch die erzielten Wassertemperaturen bei Sonnenschein (im Winter ca. 60 \u00b0C; im Sommer ca. 100 \u00b0C), dass der gew\u00e4hlte Standort und die Art der Aufstellung der Kollektoren durchdacht und sinnvoll waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Einsatz der Sonnenkollektoranlage zur Unterst\u00fctzung der Warmwasserbereitung f\u00fcr die Bibliothek und Wirtschaftsgeb\u00e4ude der Benediktinerabtei Plankstetten, in Verbindung mit der Nutzung der Sonnenenergie zur Betreibung der Bauteilheizung, um die denkmalgesch\u00fctzten W\u00e4nde des bestehenden Klostergeb\u00e4udes zu konservieren. 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