{"id":22038,"date":"2025-04-10T10:32:13","date_gmt":"2025-04-10T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18102-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:15","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:15","slug":"18102-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18102-01\/","title":{"rendered":"Integrierte Bek\u00e4mpfung von Phytophthora infestans an Kartoffeln"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Kraut- und Knollenf\u00e4ule, Phytophthora infestans, ist weltweit der bedeutendste Schaderreger der Kartoffel. Die Pflanzenkrankheit verursacht allj\u00e4hrlich auch in Deutschland Verluste in Millionenh\u00f6he. Ziel des Projektes war es, die Entwicklung der bereits in der Praxis eingesetzten Prognosemodelle zur Vorhersage dieser Krankheit (SIMPHYT 1 und 3) weiter voranzutreiben und eine schnelle, umfassende Bereitstellung der Ergebnisse in einem internetbasierten Phytophthora &#8211; Warndienst zu gew\u00e4hrleisten. Dazu soll-te ein umfangreiches Krautf\u00e4ule-Monitoring sowie Versuche zur Modelloptimierung und Demonstration der Leistungsf\u00e4higkeit des Systems durchgef\u00fchrt werden. Die Infrastruktur der Informations\u00fcbermittlung zur praktischen Landwirtschaft sollte durch Nutzung der M\u00f6glichkeiten des Internets wesentlich verbessert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Modell SIMPHYT 1 prognostiziert das Erstauftreten von Phytophthora im Bereich einer Wetterstation. Bisher wurde \u00fcberpr\u00fcft, ob der Pilz nicht bereits vor dem vom Modell berechneten Termin aufgetreten ist. \u00dcber die Ausbreitung der Epidemie nach dem festgestellten Erstauftreten in der Region lagen bis jetzt kaum Daten vor. Deshalb wurde der weitere Epidemieverlauf w\u00f6chentlich auf allen Kartoffelfeldern in ei-ner Region auf Befall untersucht (Teilprojekt 1).<br \/>\nDas Prognosemodell SIMPHYT 3 ist Grundlage f\u00fcr die Empfehlung von Spritzabst\u00e4nden. Die empfohlenen Spritzabst\u00e4nde k\u00f6nnen durch Anwendung einer interaktiven Tabelle schlagspezifisch angepasst werden.<br \/>\n\u00b7\tZur Validierung und Anpassung der SIMPHYT 3 &#8211; Fungizidtatik wurden Versuchen mit unterschiedlich anf\u00e4lligen Sorten angelegt und ausgewertet (Teilprojekt 2).<br \/>\n\u00b7\tZur Erfassung des Erstauftretens der Phytophthora in allen deutschen Kartoffelanbaugebieten wurde ein w\u00f6chentliches Monitoring auf besonders gef\u00e4hrdeten Fl\u00e4chen organisiert.<br \/>\n\u00b7\tIn allen Projektteilen wurden in dreij\u00e4hrigen Freilanduntersuchungen umfangreiche Daten gesammelt.<br \/>\nDie Ergebnisse der Prognosemodelle und die Daten der Freilanderhebungen wurden zur Optimierung des Pflanzenschutzsystems f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Krautf\u00e4ule der Kartoffel eingesetzt und w\u00e4hrend der Vegetationsperiode hochaktuell unter www.isip.de bereitgestellt. Dazu wurden umfangreiche Programmierungen im Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) zur Erstellung der Datenerfassungsmasken und der Ausgabeseiten sowie der Erstellung der n\u00f6tigen Datenbank durchgef\u00fchrt (Teilprojekt 3).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Teilprojekt 1<br \/>\nDie Krautf\u00e4uleepidemie breitet sich nicht, wie bisher angenommen, innerhalb k\u00fcrzester Zeit auf allen Kartoffelfl\u00e4chen eines Anbaugebietes aus. Es hat sich gezeigt, dass die Infektion in zeitlich abgrenzbaren Intervallen verl\u00e4uft.<br \/>\nUm die Erstauftretensprognose zu verbessern wurde das Prognosemodell SIMBLIGHT1 entwickelt. F\u00fcr die Parametrisierung von SIMBLIGHT1 wurden die im Projektzeitraum erhobenen Daten verwendet. Mit SIMBLIGHT1 kann das Risiko f\u00fcr einen Epidemiestart (Spritzbeginn) als t\u00e4glicher Wert abgelesen werden kann. Nach einer Validierungsphase ist vorgesehen, das Modell SIMPHYT1 im ISIP-Internetangebot durch SIMBLIGHT1 zu ersetzen.<br \/>\nDurch die verbesserte Prognose k\u00f6nnen Fungizideins\u00e4tze noch besser geplant werden. Vor Beginn der Epidemie k\u00f6nnen Versicherungsbehandlungen eingespart werden. Durch die Reduktion von F\u00e4llen mit zu sp\u00e4ten Fungizideins\u00e4tzen k\u00f6nnen intensive Stoppspritzungen mit doppelten Aufwandmengen reduziert werden. Beides wird letztlich die Umwelt entlasten.<br \/>\nTeilprojekt 2<br \/>\nDie Einsparungsm\u00f6glichkeiten von Fungizideins\u00e4tzen durch die konsequente Nutzung der Empfehlung des SIMPHYT3-Modells gegen\u00fcber routinem\u00e4\u00dfigen Spritzungen wurde in den durchgef\u00fchrten Versuchen best\u00e4tigt. Durch die SIMPHYT3-Variante konnten gegen\u00fcber der Standard-Variante durchschnittlich zwei Behandlungen eingespart werden. Die maximale Einsparung war 55% gegen\u00fcber der Routinebehandlung. Die Befallsverl\u00e4ufe der Phytophthora-Epidemien aller behandelten Varianten verliefen nahezu auf gleichem Niveau und der Endbefall war ebenfalls ann\u00e4hernd gleich stark.<br \/>\nEs wurde deutlich, dass mit den vom Modell SIMPHYT3 empfohlenen Spritzabst\u00e4nden das Optimum zwischen m\u00f6glichen Fungizideinsparungen und Bestandesschutz erreicht wird. Die im Modell SIMPHYT3 implementierten Behandlungsintervalle f\u00fcr die Folgebehandlungen behalten ihre G\u00fcltigkeit.<br \/>\nTeilprojekt III: Phytophthora Warndienst im Internet<br \/>\nDer seit dem Jahr 2004 zur Verf\u00fcgung stehende Phytophthora-Warndienst im Internet (www.isip.de) ist in der Lage, Monitoringdaten, Prognosedaten und regionale Beraterhinweise benutzerfreundlich darzu-stellen. Durch die gemeinsame Entwicklung der Nutzeroberfl\u00e4che und der Datenbankkomponenten konn-te das bisher bestehende Angebot der Offizialberatung ausgebaut und erheblich verbessert werden. Folgende Ergebnisse wurden erreicht<br \/>\n:-\tReduktion des manuellen Aufwandes bei der Bereitstellung des Phytophthora-Warndienstes<br \/>\n&#8211;\tAbbau von Fehlerquellen<br \/>\n&#8211;\t\u00dcbertragbarkeit der Methode und der Darstellung auf andere Warndienste<br \/>\n&#8211;\tDirekte Eingabe der Beobachtungs-, Monitoring-, Schlagdaten und Hinweistexte ins Internet<br \/>\n&#8211;\tErzeugung und Darstellung hochaktueller Daten<br \/>\n&#8211;\tDirekte Gegen\u00fcberstellung von Monitoring- und Prognosedaten<br \/>\n&#8211;\tInteraktive Pr\u00e4senz (zum Beispiel schlagspezifische Berechnungen)<br \/>\n&#8211;\tDetaillierte Darstellungen und Integration von Hilfefunktionen<br \/>\n&#8211;\tEinbindung von Zusatzinformationen wie Schlagdaten oder Informationen zur Erregerbiologie<br \/>\n&#8211;\tLeichte Bedienbarkeit und individuelle Seitenanwahl<br \/>\n&#8211;\tPlausibilit\u00e4tspr\u00fcfung<br \/>\nDurch die enge Zusammenarbeit zwischen den Pflanzenschutzdiensten der L\u00e4nder sowie ISIP e.V. und der ZEPP ist es m\u00f6glich, einen hochqualitativen Phytophthora-Warndienst bereitzustellen. Die j\u00e4hrlich eingehenden Daten bildeten auch zuk\u00fcnftig eine wichtige Grundlage die Weiterentwicklung der SIMPHYT-Modelle.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentationen erfolgten bisher im Rahmen der Berichterstattung (Statusseminar am 19.5.2003, Osnabr\u00fcck). Des weiteren wurden die Projektergebnisse auf der 54. Deutschen Pflanzenschutztagung vorgestellt (20.-23.09.2004, Hamburg). Die Ergebnisse wurden anl\u00e4sslich der j\u00e4hrlichen Tagungen der ZEPP-Arbeitsgruppe (jeweils im Januar 2003, 2004, 2005) vorgestellt und intensiv diskutiert. W\u00e4hrend des Eighth Workshop of an European network for development of an integrated control strategy of potato late blight, in Jersey, England wurden Ergebnisse zum Erstauftreten dargestellt. In mehreren Beitr\u00e4gen in Zeitschriften f\u00fcr die praktische Landwirtschaft wurden die Prognosemodelle und der Inter-netwarndienst vorgestellt (Hessenbauer, Rheinische Bauernzeitung, Der Kartoffelbau etc.). In je einem Seminar an der Universit\u00e4t Bonn und der Universit\u00e4t Hohenheim wurden Studenten mit den SIMPHYT-Prognosemodellen vertraut gemacht.<br \/>\n\u00dcber www.isip.de kann der Krautf\u00e4ule-Warndienst online abgerufen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Zielsetzungen dieses Projektes konnten im vollen Umfang erreicht werden. Die Prognosemodelle SIMPHYT 1 und SIMPHYT 3 haben ihre Leistungsf\u00e4higkeit gezeigt und stehen der landwirtschaftlichen Praxis online zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr die Erstauftretensprognose der Phytophthora konnte eine neues verbessertes Modell entwickelt werden (SIMBLIGHT1), das ab 2006 praxistauglich sein wird. Durch die Nutzung der Prognosemodelle und des online Warndienstes sind wesentliche Einsparungen von Fungiziden bei der Phytophthora-Bek\u00e4mpfung m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Kraut- und Knollenf\u00e4ule, Phytophthora infestans, ist weltweit der bedeutendste Schaderreger der Kartoffel. Die Pflanzenkrankheit verursacht allj\u00e4hrlich auch in Deutschland Verluste in Millionenh\u00f6he. 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