{"id":22007,"date":"2023-07-13T15:20:57","date_gmt":"2023-07-13T13:20:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18088-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:57","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:57","slug":"18088-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18088-01\/","title":{"rendered":"Integrierte Bek\u00e4mpfung von Blattkrankheiten bei der Zuckerr\u00fcbe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Blattkrankheiten, insbesondere Cercospora beticola, sind von erheblicher Bedeutung im Zuckerr\u00fcbenanbau. Trotz der Entwicklung von schadensschwellenorientierten Bek\u00e4mpfungskonzepten erfolgt der Fungizideinsatz zur Ertrags- und Qualit\u00e4tssicherung (1-2 Behandlungen je Jahr) noch recht ungezielt und vielfach terminorientiert und nicht am epidemiologischen Geschehen ausgerichtet. Ziel des Projektes ist es, ein komplexes Pflanzenschutzsystem im Rahmen eines umweltvertr\u00e4glichen Zuckerr\u00fcbenanbaus zu entwickeln, welches die Komponenten Schadensschwellen, Prognose, Sortenanf\u00e4lligkeit und Fungizidwirkung integriert und die Bek\u00e4mpfung des Pilzkrankheitskomplexes in Zuckerr\u00fcben optimiert. Monitoringaufwand und Fungizideinsatz sollen dadurch deutlich reduziert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Teilprojekten werden folgende Fragestellungen bearbeitet:<br \/>\n&#8211;\tVergleich und Erweiterung verschiedener Bek\u00e4mpfungsschwellensysteme<br \/>\n&#8211;\tFeststellung des Einflusses Cercospora resistenter Zuckerr\u00fcbensorten auf Befallsverlauf der Blattkrankheiten und Bek\u00e4mpfungsstrategie (Schwellenwerte, Prognose)<br \/>\n&#8211;\tErmittlung der Effizienz (Wirkungsgrade, -dauer) moderner Fungizide (Funktionen)<br \/>\n&#8211;\tValidierung und Adaption der CERCBET-Modelle f\u00fcr die Cercospora-Prognose in allen Anbauregionen<br \/>\n&#8211;\tErweiterung existierender Prognosemodelle zum Erstauftreten f\u00fcr komplexe Befallssituationen<br \/>\n&#8211;\tNeu- bzw. Weiterentwicklung von Software, um die Prognosemodelle lauff\u00e4hig zu machen<br \/>\nZur Erreichung dieser Ziele ist es erforderlich, qualitativ hochwertige Befalls-, Ertrags- und Qualit\u00e4tsdaten aus umfangreichen, teilweise mehrfaktoriellen Feldversuchen und einem ausgedehnten, bundesweiten Monitoring zu gewinnen. Au\u00dferdem ist eine intensive Modellierarbeit (Modellprogrammierung, Simulationsrechnungen) unabdingbar. Da alle relevanten in der Zuckerr\u00fcbenberatung t\u00e4tigen Institutionen in das Projekt einbezogen sind, ist der Koordinationsbedarf erheblich.<br \/>\nDas zu entwickelnde Pflanzenschutzsystem soll nach Fertigstellung in das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) integriert und somit den landwirtschaftlichen Betrieben zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Von der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung des Pflanzenschutzsystems in die landwirtschaftliche Praxis wird eine erhebliche Reduktion des Fungizidaufwandes erwartet, der neben dem \u00f6konomischen Vorteil f\u00fcr die landwirtschaftlichen Betriebe auch eine deutliche umweltentlastende Wirkung zur Folge hat.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit den CERCBET &#8211; Modellen wurden Werkzeuge zur Prognose und Entscheidungsunterst\u00fctzung bei der Bek\u00e4mpfung von C. beticola entwickelt. Das Modell CERCBET 1 wurde im Rahmen des Projektes f\u00fcr drei weitere Vegetationsperioden bundesweit validiert. Das Erstauftreten der Krankheit kann regional mit ausreichender Sicherheit vorhergesagt werden. Ist das Erstauftreten signalisiert, kann das Monitoring durch die Beratungsinstitutionen gestartet werden. Prognostiziert CERCBET 1, dass 50 % der Zuckerr\u00fcbenfelder befallen sind, so sollten die Praktiker ihre Felder \u00fcberwachen bzw. ist in Starkbefallsgebieten die fr\u00fche Bek\u00e4mpfungsschwelle erreicht und erste Behandlungen k\u00f6nnen erforderlich werden. Die Trefferquoten von CERCBET 1 belegen die Praxiseignung des Modells.<br \/>\nW\u00e4hrend des Projektes wurde mit CERCBET 3 eine schlagspezifische Entscheidungshilfe entwickelt. Das Modell ben\u00f6tigt als Eingabegr\u00f6\u00dfen neben den \u00fcblichen Wetterparametern eine grobe, aber einfache Einstufung des Cercospora &#8211; Risikos f\u00fcr einen bestimmten Zuckerr\u00fcbenschlag und das Ergebnis einer einmaligen Befallsh\u00e4ufigkeitsbonitur. CERCBET 3 simuliert die wetterabh\u00e4ngige Befallsentwicklung und meldet das \u00dcberschreiten der jeweils aktuellen Bek\u00e4mpfungsschwellenwerte. Zu diesen Terminen sind dann Fungizideins\u00e4tze (Erstbehandlungen) angebracht. Wird dem Modell der Einsatztermin und das eingesetzte Fungizid mitgeteilt, so berechnet CERCBET 3 die weitere Befallsentwicklung unter Einfluss der Fungizidwirkung. Es ist somit m\u00f6glich, die Notwendigkeit weiterer Fungizideins\u00e4tze abzusch\u00e4tzen und die Applikationstermine zu berechnen.<br \/>\nDurch die Einbindung in das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) erm\u00f6glichen die CERCBET &#8211; Modelle eine Bestandes\u00fcberwachung und die Planung schlagspezifischer Fungizidstrategien in praktisch allen deutschen Zuckerr\u00fcbenanbaugebieten. Hauptnutzen der Modelle sind die Einspaung von Arbeitszeit f\u00fcr Monitoring und Bestandes\u00fcberwachungen sowie die Beschr\u00e4nkung des Fungizideinsatzes auf das notwendige Ma\u00df. Die Einbeziehung der Sortenanf\u00e4lligkeiten gegen C. beticola ist das n\u00e4chste Ziel der Modellweiterentwicklung f\u00fcr CERCBET 3.<br \/>\nDie krankheitsspezifischen Schwellenwerte f\u00fcr Cercospora beticola, Ramularia beticola, Erysiphe betae und Uromyces betae des IPS-Modells Zuckerr\u00fcbe k\u00f6nnen summarisch als Anzahl befallener Bl\u00e4tter zusammengef\u00fchrt werden. Die an der Cercospora-Epidemie orientierten Schwellenwerte werden somit sensibler. Aufgrund der abnehmenden Schadwirkung bei Cercospora-Epidemien ab Anfang August kann der bisherige Wechsel der Bek\u00e4mpfungsschwelle von 5 % auf 45 % Befallsh\u00e4ufigkeit (Mitte August) durch Einf\u00fcgung einer Bek\u00e4mpfungsschwelle f\u00fcr die erste Augusth\u00e4lfte von 15 % Befallsh\u00e4ufigkeit bei summarischer Erfassung der Krankheiten weiter entwickelt werden.<br \/>\nBei starkem Befall nutzten die weniger anf\u00e4lligen Sorten die Ertragsf\u00e4higkeit des Standortes besser als die Standardsorte. In einem integrierten Konzept zur Regulierung von Blattkrankheiten sollten geringere Anf\u00e4lligkeit und Fungizideinsatz zur Ertragssicherung kombiniert werden. Aufgrund der verhalteneren Zunahme der Befallsst\u00e4rke bei diesen Sorten sind h\u00f6here Schwellenwerte und damit eine Reduktion des Fungizideinsatzes bei Aussch\u00f6pfung der standorttypischen Ertragsf\u00e4higkeit m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\t9 Beitr\u00e4ge in Zeitschriften (Gesunde Pflanze, DLG-Mitteilungen, dzz, dlz, top agrar, Bauernblatt Rheinland-Pfalz, Zuckerindustrie)<br \/>\n&#8211;\t3 Berichte \u00fcber Einzelversuche (2001, 2002, 2003)<br \/>\n&#8211;\t3 Poster (IIRB-Kongress, DPG)<br \/>\n&#8211;\t3 Statusseminare (G\u00f6ttingen) zu j\u00e4hrlichem Ergebnisstand<br \/>\n&#8211;\t13 Vortr\u00e4ge auf Tagungen (11 in Deutschland, 1 in Slowenien, 1 in Belgien)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Schwellenwert orientierte Fungizideinsatz ist eine unverzichtbare Komponente des integrierten Pflanzenschutzes im Produktionsverfahren Zuckerr\u00fcbe. Damit kann auch entsprechend politischer Forderungen weiterhin der Wirkstoffeinsatz auf das notwendige Ma\u00df beschr\u00e4nkt und das Risiko der Fungizidapplikation gemindert werden. Die Ber\u00fccksichtigung von Sortenresistenz, Entwicklung von sicheren Prognosemodellen und flexiblen, epidemiologisch angepassten Bek\u00e4mpfungsschwellen d\u00fcrfte zuk\u00fcnftig die Kontrolle von Blattkrankheiten bei Zuckerr\u00fcben sowohl in \u00f6konomischer als auch \u00f6kologischer Hinsicht optimieren. Es ist mit einer Reduktion des Fungizideinsatzes zu rechnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Blattkrankheiten, insbesondere Cercospora beticola, sind von erheblicher Bedeutung im Zuckerr\u00fcbenanbau. 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