{"id":22002,"date":"2023-09-02T10:32:02","date_gmt":"2023-09-02T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18071-01\/"},"modified":"2023-09-02T10:32:02","modified_gmt":"2023-09-02T08:32:02","slug":"18071-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18071-01\/","title":{"rendered":"Das voll\u00f6kologische K\u00f6lner Holzhaus der 2. Generation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Unter der Pr\u00e4misse einer \u00f6kologischen Grundkonzeption, die aber auch die \u00f6konomischen Belange explizit ber\u00fccksichtigt, wurde das K\u00f6lner Holzhaus, ein Geb\u00e4udetyp als Passivhaus in ein- und zweigeschossiger Bauweise als Einzel-, Doppel-\/Mehrfamilien- sowie Reihenhaus entwickelt und gebaut. Aufbauend auf dem vorhandenen innovativen Konzept und den jetzigen Erfahrungen soll nun das K\u00f6lner Holzhaus der zweiten Generation entwickelt werden. Zielsetzung ist es, das Konzept von Grund auf hinsichtlich Energieverbrauch und \u00d6kologie zu \u00fcberarbeiten. Au\u00dferdem soll ein hohes Ma\u00df an Standardisierung und eine Ablaufoptimierung erreicht werden, damit das Haus preiswert angeboten werden kann und damit auch f\u00fcr junge Familien erschwinglich ist.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErst wenn Passivh\u00e4user durch integrale Planung auch preislich eine Alternative f\u00fcr Bauherren aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten darstellen, k\u00f6nnen die Markanteile deutlich gesteigert werden. Im Mittelpunkt des integralen Planungsansatzes dieses Projektes stehen folgende Arbeitsgebiete:<br \/>\n\u00b7\tEntwicklung eines standardisierten Haustechnikkonzeptes<br \/>\n\u00b7\t\u00dcberpr\u00fcfung und Optimierung des Geb\u00e4udekonzeptes<br \/>\n\u00b7\tAblaufoptimierung der Umsetzung\u00b7\tBegleitung und Evaluierung der Umsetzung<br \/>\n\u00b7\tKostenoptimierung<br \/>\nDabei bilden die Phasen 3-5 den Schwerpunkt der Arbeiten. Die ersten beiden Phasen sind jedoch unerl\u00e4sslich, um die Grundlagen f\u00fcr eine ganzheitliche Betrachtung zu legen. Dabei wird aber z. B. auf verf\u00fcgbare Haustechnik-Komponenten zur\u00fcckgegriffen, die optimal in das Gesamtkonzept integriert werden.<br \/>\nAlle Planungsphasen werden von einer neutralen Institution, die nicht an der Vermarktung des Produktes beteiligt ist, begleitet. Dadurch k\u00f6nnen auch Erfahrungen und Entwicklungen anderer Projekte und Produkte in die Arbeit einflie\u00dfen und es wird gew\u00e4hrleistet, dass alle Entscheidungen kritisch hinterfragt werden und in die Neuentwicklung verschiedenste Betrachtungsweisen einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im einzelnen wurde durch die Optimierung der Grundrisse ein Haustechnikraum in zentraler Lage geschaffen, in dem der kombinierte Solarspeicher (Speicherung der Energie aus Solarkollektoren und Pelletofen im Wohnzimmer f\u00fcr Warmwasser und Nachheizung) sowie weitere Haustechnikkomponenten und alle erforderlichen Versorgungsanschl\u00fcsse untergebracht sind. Badezimmer, Toiletten und K\u00fcche befinden sich in direktem Wandkontakt zur eigens entwickelten Haustechnikwand, ebenso wie die L\u00fcftungsanlage, die in einem kleinen Mehrzweckraum direkt \u00fcber dem Haustechnikraum untergebracht ist. Durch die Standardisierung und Vorfertigung der Installationswand, die in allen Haustypen anwendbar ist und nahezu die komplette Haustechnikinstallation enth\u00e4lt, wurde der Montageaufwand auf der Baustelle deutlich reduziert und eine h\u00f6here Qualit\u00e4t zu geringeren Kosten erzielt. Die Haustechnikwand selbst l\u00e4sst sich innerhalb des Hauses rasterweise verschieben, wodurch eine hohe Flexibilit\u00e4t bei der gew\u00fcnschten Raumaufteilung und -anordnung gew\u00e4hrleistet bleibt.<br \/>\nZus\u00e4tzlich wurden durch die Standardisierung des Bauablaufs die Arbeiten auf der Baustelle klar strukturiert und Zeitverz\u00f6gerungen vermieden, insbesondere dadurch, dass sich der erarbeitete Leitfaden an den Schnittstellen zwischen den Gewerken und nicht wie gew\u00f6hnliche Bauzeitenpl\u00e4ne haupts\u00e4chlich an der zeitlichen Abfolge orientiert. Dies f\u00fchrte zu einem reibungslosen Bauablauf und dar\u00fcber hinaus starker Identifikation der beteiligten Handwerker.<br \/>\nDie \u00f6kologische Qualit\u00e4t des K\u00f6lner Holzhauses st\u00fctzt sich auf die Kombination von Reduktion des Energiebedarfs w\u00e4hrend der Nutzung, Einsatz erneuerbarer Energien und Auswahl von \u00f6kologischen Baumaterialen, wodurch der kumulierte Energieverbrauch KEV \u00fcber den Lebenszyklus im Vergleich zu einem konventionellen Neubau ohne Keller um 87,5% reduziert werden konnte. Die errechneten Energieverbrauchskennwerte wurden durch die messtechnische Erfassung s\u00e4mtlicher Energiestr\u00f6me in einem Reiheneckhaus nachgewiesen. Das K\u00f6lner Holzhaus ben\u00f6tigt mit einem Heizw\u00e4rmebedarf von 15.4 kWh\/(m\u00b2*a) und einem Prim\u00e4renergiekennwert (PE-Kennwert) von 83 kWh\/(m\u00b2*a) im Vergleich zum Geb\u00e4udebestand nur einen Bruchteil an Energie.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurde durch eine Reihe von Aktivit\u00e4ten und Ver\u00f6ffentlichen verbreitet, die im folgenden detaillierter dargestellt sind:<br \/>\n&#8211;\tAuf den Webseiten: www.koelner-holzhaus.de und www.ecofys.de wird das Konzept des K\u00f6lner Holzhauses der zweiten Generation mit den Ergebnissen des hier vorgestellten Projektes dargestellt<br \/>\n&#8211;\tUm das Konzept des K\u00f6lner Holzhauses und die Ergebnisse des Projektes \u00fcber die Landesgrenzen hinaus zu verbreiten, hat am 05.11.2004 eine Besichtigung des K\u00f6lner Holzhauses mit einer Gruppe von Bautr\u00e4gern aus den Niederlanden stattgefunden.<br \/>\n&#8211;\tZur Darstellung der Ergebnisse auf nationaler Ebene haben die Projektpartner die Ergebnisse des Projektes als Posterbeitrag auf der 9. Passivhaustagung 2005 in Ludwigshafen pr\u00e4sentiert.<br \/>\n&#8211;\tRegionale Vortr\u00e4ge: Zur regionalen Verbreitung des Konzeptes ist das Konzept auf vielen lokalen Veranstaltungen vorgestellt worden.<br \/>\n&#8211;\tIn einem Artikel zu vorgefertigten Hautechnikinstallationen in Die neue Quadriga, ist unter anderem die Haustechnikwand des K\u00f6lner Holzhauses vorgestellt worden<br \/>\n&#8211;\tGeplant ist ein weiterer Artikel zum Projektabschluss in Die neue Quadriga<br \/>\n&#8211;\tIn Zusammenarbeit mit einem DBU Projekt in Schulen ist ein Artikel im K\u00f6lner Stadt Anzeiger erschienen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass sich durch die integrierte Planung sowie ein hohes Ma\u00df an Standardisierung zahlreiche Fehlerquellen im Bauablauf und kostenintensive Vor-Ort-Planung vermeiden und die Herstellkosten f\u00fcr Passivh\u00e4user erheblich reduzieren lassen. Wenn in Zukunft die St\u00fcckzahl des K\u00f6lner Holzhauses steigen wird, werden sich die durch das Projekt erzielten Einsparungen deutlich bemerkbar machen und zur Verbreitung des \u00f6kologischen Passivhauskonzeptes K\u00f6lner Holzhaus in einem wachsenden Kundenkreis beitragen. Insbesondere der niedrige Prim\u00e4renergiekennwert f\u00fcr Heizung und Warmwasser von 16.7 kWh\/a hat im Rahmen dieser Evaluierung die \u00f6kologische Ausrichtung des Haustechnikkonzeptes des K\u00f6lner Holzhauses gezeigt: Der Energiebedarf wird \u00fcberwiegend regenerativ gedeckt, bei guter Abstimmung der Haustechnikkomponenten untereinander.<br \/>\nDas K\u00f6lner Holzhaus erweist sich als energetisch g\u00fcnstig und erm\u00f6glicht einen hohen Wohnkomfort, der von den Bewohnern auch subjektiv best\u00e4tigt wird. Es handelt sich bei dem K\u00f6lner Holzhaus um ein besonders zukunftsweisendes Hauskonzept, das die Entwicklung der Nachhaltigkeit und \u00d6kologie im Ge-b\u00e4udesektor unterstreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Unter der Pr\u00e4misse einer \u00f6kologischen Grundkonzeption, die aber auch die \u00f6konomischen Belange explizit ber\u00fccksichtigt, wurde das K\u00f6lner Holzhaus, ein Geb\u00e4udetyp als Passivhaus in ein- und zweigeschossiger Bauweise als Einzel-, Doppel-\/Mehrfamilien- sowie Reihenhaus entwickelt und gebaut. 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