{"id":21952,"date":"2024-11-27T10:36:18","date_gmt":"2024-11-27T09:36:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17982-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:22","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:22","slug":"17982-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17982-01\/","title":{"rendered":"Kirchliches Umweltmanagement"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Vorhabens ist die \u00dcberzeugung vieler kirchlicher Einrichtungen der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland, dass das Kirchliche Umweltmanagement eine grundlegende Form praktizierten Sch\u00f6pfungsglaubens ist und glaubw\u00fcrdig das eigene Handeln mit den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung verbunden werden kann. Zielsetzung des Vorhabens ist zum einen die breite Verankerung des Umweltschutzes im kirchlichen Alltag als auch eine Einsparung von Ressourcen und damit eine Umweltentlastung. Angestrebt sind eine Reduzierung des Energieverbrauchs um ca. 7 Prozent, des Wasser-\/Abwasserverbrauchs um 8 Prozent und des B\u00fcromaterials um 12 Prozent.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Vorhaben besteht aus zwei Bereichen. Zum einen der praktischen Einf\u00fchrung des Umweltmanagements (entsprechend EMAS-Verordnung) in 16 verschiedenartigen kirchlichen Institutionen und zum anderen einem Verbreitungskonzept, das weitere kirchliche Einrichtungen motiviert und unterst\u00fctzt. Zum Abschluss soll das Umweltmanagement strukturell und dauerhaft in den Kirchen verankert sein. Die 16 Modellprojekte werden nach den folgenden Kriterien ausgew\u00e4hlt:<br \/>\n&#8211;\tRegionale Verteilung in unterschiedlichen Di\u00f6zesen und Landeskirchen-\tBer\u00fccksichtigung der beiden Konfessionen<br \/>\n&#8211;\tRepr\u00e4sentative Einrichtungen mit hohem Multiplikatorpotenzial<br \/>\n&#8211;\tHohes Eigeninteresse der Einrichtung, Beteiligung kompetenter Schl\u00fcsselakteure<br \/>\nDas Verbreitungsprogramm umfasst<br \/>\n&#8211;\tKontaktgespr\u00e4che, Vortr\u00e4ge, Einf\u00fchrungsberatung vor Ort, Frage-Antwort-Dienst<br \/>\n&#8211;\tPresse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\n&#8211;\tInformationsmaterialien und Arbeitshilfen, insbes. Einrichtungs- und themenspezifische Leitf\u00e4den<br \/>\n&#8211;\tStudienprogramm f\u00fcr kirchliche Umweltauditoren, Tagungen, Erfahrungsaustausch<br \/>\n&#8211;\tVernetzung und strukturelle Verankerung in der Kirche<br \/>\nDas Kirchliche Umweltmanagement wird in einem Projektverbund katholischer und evangelischer Ak-teure verwirklicht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Validierungen der Modellprojekte nach EMASDas Projekt kann mit folgenden Ergebnissen erfolgreich abgeschlossen werden:<br \/>\nVon den 16 Modelleinrichtungen wurden 12 Einrichtungen nach EMAS II validiert, 4 Einrichtungen f\u00fchrten ein Umweltmanagementsystem ohne Validierung ein, davon haben 3 Einrichtungen einen Umweltbericht erstellt.<br \/>\nMultiplikatormodelle<br \/>\nAls besonders wirksame Modellprojekte mit hoher Multiplikatorwirkung k\u00f6nnen folgende Einrichtungen genannt werden:<br \/>\n\u00a7\tHaus Birkach: Impulsgeber f\u00fcr den Synodenbeschluss der Ev. Landeskirche W\u00fcrttemberg, in allen Gemeinden ein Umweltmanagementsystem einzuf\u00fchren (nach EMAS oder dem Gr\u00fcnen Gockel)<br \/>\n\u00a7\tDi\u00f6zese Eichst\u00e4tt: Multiplikatorenmodell mit kirchlichen UmweltauditorInnen<br \/>\n\u00a7\tCaritas W\u00fcrzburg: Einf\u00fchrung eines beispielhaften Integrierten Umwelt- und Qualit\u00e4tsmanagements mit hoher Beteiligung aller Besch\u00e4ftigten<br \/>\nDar\u00fcber hinaus haben viele weitere kirchliche Einrichtungen und Kirchengemeinden aufgrund des Pilotprojekts begonnen, ein Umweltmanagementsystem einzuf\u00fchren. Zum Zeitpunkt des Projektabschlusses befanden sich \u00fcber 100 kirchliche Einrichtungen im Prozess der Einf\u00fchrung des Umweltmanagements bzw. sind bereits validiert.<br \/>\nEinsparung von Ressourcen<br \/>\nDurchschnittlich konnten 10% Energie (Strom und Wasser), Wasser und Verbrauchsmaterialien eingespart werden, in Einzelf\u00e4llen wurden signifikante Einsparungen in erheblich gr\u00f6\u00dferem Umfang erzielt.<br \/>\nInnovationen<br \/>\nIm Rahmen des Projekts wurde ein formal vereinfachtes System &#8211; der Gr\u00fcne Gockel &#8211; in Anlehnung an EMAS entwickelt. Der Gr\u00fcne Gockel ist ein Umweltmanagementsystem, welches besonders auf die Belange von Kirchengemeinden abgestimmt ist &#8211; er basiert auf ehrenamtlichen Strukturen, legt gro\u00dfen Wert auf die Umweltkommunikation und allgemein die indirekten Umweltauswirkungen. Urspr\u00fcnglich wurde er als Vorstufe zu EMAS entwickelt, mittlerweile werden aber alle Anspr\u00fcche an EMAS erf\u00fcllt. Die Begutachtung wird aufgrund von Kostengr\u00fcnden von ehrenamtlichen kirchlichen Umweltgutachtern vorgenommen. Die Ev. Landeskirche W\u00fcrttemberg hat nach der Erprobungsphase im Jahre 2002 beschlossen, die Einf\u00fchrung in allen 1400 Kirchengemeinden bis zum Jahre 2008 vorzusehen. Die da-durch entstehenden externen Gutachterkosten w\u00fcrden die Umsetzung verhindern. Darum wurde das Konzept von ehrenamtlichen Kirchlichen Umweltgutachtern entwickelt und mittlerweile erfolgreich erprobt. F\u00fcr sie wurde ein spezifisches Ausbildungskonzept entwickelt, das sich nah an der Praxisbegleitung orientiert.<br \/>\nMit dem BMU wurde diesbez\u00fcglich ein Dialogprozess begonnen, um \u00fcber eine Vereinfachung des EMAS-Systems und die Reduzierung der Gutachterkosten zu diskutieren.<br \/>\nVerbreitung: Tagungen, Pr\u00e4sentationen und eine bundesweite Abschlussveranstaltung<br \/>\nDas Projekt wurde auf vielerlei kirchlichen Tagungen und dem Kirchentag, in Gremien und Seminaren pr\u00e4sentiert. Abschluss und H\u00f6hepunkt war der EMAS-Gipfel in Stuttgart, der j\u00e4hrlich in einem anderen Bundesland wiederholt werden soll. Der Gipfel endete mit der Verabschiedung der Stuttgarter Thesen zum Kirchlichen Umweltmanagement, die dazu beitragen wollen, dass sich die in den letzten drei Jahren gesammelten Erfahrungen und unterschiedlichen Wege im KirUm zu einer koh\u00e4renten Perspektive f\u00fcr die weitere Entwicklung und Verbreitung des \u00d6ko-Audits in den Kirchen verdichten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durch eine Brosch\u00fcre wurde breitenwirksam Werbung f\u00fcr das Kirchliche Umweltmanagement gemacht. Au\u00dferdem wurde eine eigene Homepage (www.kirum.kate-stuttgart.org) erstellt, auf der alle Informationen zum Projekt, Arbeitsmaterialien und -hilfen, etc. zu finden sind.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Innerhalb der drei Jahre wurden \u00fcbertragbare Referenzmodelle geschaffen, bereits in der Pilotphase ist das Programm \u00fcber sich hinausgewachsen: Au\u00dfer den 16 Modelleinrichtungen waren bis zum Abschluss bereits \u00fcber 100 Kirchengemeinden und Einrichtungen aktiv bei der Einf\u00fchrung eines UM-Systems dabei.<br \/>\nDie Ev. Landeskirche W\u00fcrttemberg und die Di\u00f6zese Eichst\u00e4tt haben beschlossen fl\u00e4chendeckend in allen Kirchengemeinden ein Umweltmanagement einzuf\u00fchren. Ein Netzwerk besteht \u00fcber das Projekt hinaus fort; die weitere Verbreitung des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements ist absehbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Vorhabens ist die \u00dcberzeugung vieler kirchlicher Einrichtungen der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland, dass das Kirchliche Umweltmanagement eine grundlegende Form praktizierten Sch\u00f6pfungsglaubens ist und glaubw\u00fcrdig das eigene Handeln mit den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung verbunden werden kann. 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