{"id":21951,"date":"2025-06-25T10:32:14","date_gmt":"2025-06-25T08:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17976-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:16","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:16","slug":"17976-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17976-01\/","title":{"rendered":"Beeinflussung der N-Mineralisation aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden im Gem\u00fcsebau durch den Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen mit dem Ziel Vermeidung\/Verminderung des Nitrateintrages in das Grundwasser und Reduzierung des N-D\u00fcngereinsatzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Konservierung des in Ernter\u00fcckst\u00e4nden (vornehmlich Gem\u00fcse) organisch gebundenen Stickstoffs \u00fcber den Zeitraum Herbst\/ Winter mittels Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren (prim\u00e4r) sowie der N- Freisetzung aus organischer Bodensubstanz (sekund\u00e4r) und damit einhergehender Verbesserung der N-Effizienz (weniger Minerald\u00fcngereinsatz) bei gleichzeitiger Verminderung der Nitratauswaschung (Grundwasser- und damit auch Trinkwasserschutz)<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden6 Inkubations- und 7 Gef\u00e4\u00dfversuche zum Einfluss verschiedener Nitrifikationsinhibitoren in unterschiedlichen Anwendungskonzentrationen auf die N- Freisetzung aus organischem Material mit der Zielstellung Erhalt des organisch gebundenen Stickstoffs bzw. Verhinderung seiner Umwandlung von Ammonium in Nitrat. 9 Feldversuche an mehreren Standorten (Praxisbedingungen) im Herbst\/ Fr\u00fchjahr<br \/>\nPr\u00fcffaktoren: verschiedene Inhibitoren, mehrere Anwendungskonzentrationen, Art und Menge der Ernter\u00fcckst\u00e4nde, Temperatur (Modellversuche).<br \/>\nErfassung von Nitrat- und Ammonium- Gehalten im Boden \u00fcber unterschiedlich lange Zeitr\u00e4ume nach Zufuhr einer definierten N- Menge aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden.<br \/>\nAbleitung von Empfehlungen f\u00fcr die Nutzung der Ergebnisse unter Praxisbedingungen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Trotz teilweise geringer Freisetzung der organisch gebundenen N- Anteile wird aus Inkubations- Gef\u00e4\u00df- und Feldversuchen deutlich, dass der Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren effektiv die Nitratbildung aus mineralisierten Ernter\u00fcckst\u00e4nden sowie aus der organischen Bodensubstanz senkt.<br \/>\nGeringe Mineralisationsraten bei gleichzeitig hoher N- Immobilisierung in einigen Untersuchungen sind weitestgehend auf das weite C:N Verh\u00e4ltnis im Pflanzenmaterial zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die in der Literatur ausgewiesenen Werte f\u00fcr Herbstmineralisation werden nur zum Teil best\u00e4tigt. Es ist in Abh\u00e4ngigkeit vom C:N Verh\u00e4ltnis mit deutlichen Unterschieden zu rechnen. Bei der Bewertung der N- Mineralisation im Sp\u00e4therbst sollte dieser Aspekt mehr als bisher Ber\u00fccksichtigung finden. Bei Ernter\u00fcckst\u00e4nden mit weitem C:N- Verh\u00e4ltnis erscheint die Anwendung von Nitrifikationshemmstoffen zur Konservierung des Stickstoffs \u00fcber den Zeitraum Herbst\/ Winter nicht zwingend notwendig. Hier ist es ausreichend, das Material m\u00f6glichst wenig zu zerkleinern und sp\u00e4t im Herbst einzuarbeiten um die nat\u00fcrliche Konservierung der Frischmasse durch niedrige Temperaturen zu nutzen. Allerdings ist bei der Unvorhersehbarkeit der Witterungsverl\u00e4ufe (milder Winter mit hohen Temperaturen) prognostisch an eine Vorsorgebehandlung zu denken, deren N- konservierende Wirkung dann erst im Fr\u00fchjahr zum Tragen k\u00e4me. F\u00fcr die praktische Nutzung der Ergebnisse, bezogen auf die zweifelsfrei \u00f6konomisch und \u00f6kologisch vorhandene Bedeutung bedarf es noch weiteren Untersuchungen. Dies betrifft vornehmlich die  Optimierung der Anwendungsbedingungen f\u00fcr den effektiven Einsatz der Nitrifikationsinhibitoren als auch die Selektion der effektiven Aufwandsmenge sowie M\u00f6glichkeiten des Findens von optimierten Behandlungs- \/Bearbeitungsverfahren der Gr\u00fcnmasse.<br \/>\nEs erschlie\u00dft sich die M\u00f6glichkeit, aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden stammende N- Mengen in Form  von NH4-N durch Anwendung von Nitrifikationshemmstoffen vor Verlustprozessen  bei Kulturen mit engem C:N Verh\u00e4ltnis zu sch\u00fctzen. Andererseits ist der aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden mit weitem C:N- Verh\u00e4ltnis mineralisier-bare Stickstoff nicht automatisch durch die auf diesem Verh\u00e4ltnis beruhende und verst\u00e4rkte N- Immobilisation gesch\u00fctzt. Auch hier gilt es noch mehr Erkenntnisse und damit Sicherheit zu gewinnen. Vorder-gr\u00fcndig auf die vom C:N Verh\u00e4ltnis abh\u00e4ngige N- Freisetzung ist in zuk\u00fcnftigen Arbeiten auf Pflanzenarten bzw. deren Ernter\u00fcckst\u00e4nde zu orientieren, die eine schnelle Umsetzung bedingen. F\u00fcr Gr\u00fcnd\u00fcn-gung, Zwischenfr\u00fcchte verschiedener Art sowie R\u00fcbenblatt trifft dies nicht nur wegen des vergleichsweise engen C:N Verh\u00e4ltnisses, sondern auch wegen der hohen Wassergehalte und damit schnelleren Zersetzbarkeit zu. Generell gewinnt diese M\u00f6glichkeit der N- Konservierung zudem f\u00fcr Standorte mit leichten B\u00f6den Bedeutung, da hier die Gefahr einer Auswaschung des Nitrats in das Grundwasser deutlich gr\u00f6\u00dfer ist als auf mittleren bis schweren B\u00f6den. Betrachtungen zur Feldkapazit\u00e4t und zu Nieder-schlagsmengen (Bilanzbetrachtung Wasser) sind f\u00fcr leichte B\u00f6den besonders dann bedeutsam, wenn es zur Bildung gr\u00f6\u00dferer Mengen Sickerwasser und damit verbundener Auswaschung kommt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits get\u00e4tigt wurde die Ver\u00f6ffentlichung erster Ergebnisse der Modellversuche anl\u00e4sslich des 115.VDLUFA- Kongresses in Saarbr\u00fccken vom 15 -19.09.2003 in Form eines Poster zur Problematik. Au\u00dferdem erfolgte eine Publikation im Tagungsband des VDLUFA- Kongresses.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>N- Verluste aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden k\u00f6nnen unabh\u00e4ngig vom C:N- Verh\u00e4ltnis durch Nitrifikationsinhibitoren minimiert werden. Durch eine weitestgehende Konservierung des mineralisierten Stickstoffs \u00fcber einen durch die Anwendungskonzentration des eingesetzten Nitrifikationsinhibitors steuerbaren Zeitraum in der Ammoniumform sollte es gelingen, die Nitratauswaschung \u00fcber Sickerwasserbildung ins Grundwasser aber auch die Senkung der Emission umweltrelevanter N- Oxide auf dieses Einsatzgebiet erfolg-reich zu mindern. Daneben ist durch den Erhalt von aus Pflanzenr\u00fcckst\u00e4nden stammenden Stickstoffanteilen im Boden eine reduzierte Zud\u00fcngung in Form von organischen oder mineralischen D\u00fcnger m\u00f6glich, was gleicherma\u00dfen erfolgreich zu einer Entlastung der Umwelt f\u00fchrt. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass unter Bedingungen der Sickerwasserbildung und des damit verbundenen potentiellen Nitrataustrags eine Minderung der N- Mineralisation aus Ernter\u00fcckst\u00e4nden bzw. Gr\u00fcnd\u00fcngung durch Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren sinnvoll ist. Dies betrifft vornehmlich leichte bis mittlere B\u00f6den aber auch f\u00fcr \u00f6kologisch bedeutsame Gegebenheiten (z. B. Wasserschutzgebiete) zu. Neben \u00f6konomischen Vorteilen (N-Minerald\u00fcngereinsparung) wird somit der Vorsorgepflicht mehr als bisher entsprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Konservierung des in Ernter\u00fcckst\u00e4nden (vornehmlich Gem\u00fcse) organisch gebundenen Stickstoffs \u00fcber den Zeitraum Herbst\/ Winter mittels Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren (prim\u00e4r) sowie der N- Freisetzung aus organischer Bodensubstanz (sekund\u00e4r) und damit einhergehender Verbesserung der N-Effizienz (weniger Minerald\u00fcngereinsatz) bei gleichzeitiger Verminderung der Nitratauswaschung (Grundwasser- und damit auch Trinkwasserschutz) Darstellung der Arbeitsschritte und der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,71],"class_list":["post-21951","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-thueringen"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17976\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-17976.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"51.171,11","dbu_projektdatenbank_firma":"Fachhochschule Erfurt\nFB Gartenbau\nFG Pflanzenern\u00e4hrung und Bodenkunde","dbu_projektdatenbank_strasse":"Leipziger Str. 77","dbu_projektdatenbank_plz_str":"99085","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Erfurt","dbu_projektdatenbank_p_von":"2002-04-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2003-09-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0361\/6700266","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Th\u00fcringen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"39","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21951\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34954,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21951\/revisions\/34954"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}