{"id":21941,"date":"2023-07-13T15:09:57","date_gmt":"2023-07-13T13:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04038-82\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:58","slug":"04038-82","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04038-82\/","title":{"rendered":"Berufliche Qualifizierung und praxisnahe Umweltbildung im Bereich der thermischen Solarenergienutzung im Berufsf\u00f6rderungszentrum G\u00fctersloh"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Mit dem Projekt werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen die Installation eines solarthermischen \u00dcbungsdaches im Haus Osningstra\u00dfe f\u00fcr den praktischen Unterricht unserer Qualifizierungsma\u00dfnahme Solaranlagenmonteur und anderen Unterrichtsgruppen, zum anderen die Installation einer solarthermischen Anlage auf dem Dach des Hauses Kolpingstra\u00dfe zur anteiligen Warmwasserversorgung des dortigen Internats. Im Vordergrund steht dabei, langfristig die Vorz\u00fcge der Ressource Solarenergie sowohl intern als auch f\u00fcr andere schulische und au\u00dferschulische Einrichtungen darzustellen und zu verbreiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm fachtheoretische Inhalte im Bereich regenerative Energien mit praktischen \u00dcbungsm\u00f6glichkeiten zu verkn\u00fcpfen, entwarfen und bauten unsere Lehrgangsteilnehmer zun\u00e4chst einen solarthermischen Wasserkocher. Das f\u00fcnfteilige Lernfeld Planung und Installation einer Sonnenkollektoranlage zur Warmwasseraufbereitung unseres Curriculums bereitete sie darauf vor. Das neue \u00dcbungsdach bietet nun M\u00f6glichkeiten zur Innen- und Aufdachmontage von Flachkollektoren und Aufdachmontage von Vakuumr\u00f6hrenkollektoren. Unsere Teilnehmer fertigen das Treppengel\u00e4nder f\u00fcr den Aufgang zum Dach, bringen Dachlatten auf und decken es mit Pfannen ein. Geplant ist eine teilweise Versorgung des Hauses Osningstra\u00dfe durch diese Anlage. Im Haus Kolpingstra\u00dfe wird eine insgesamt 46 m\u00b2 gro\u00dfe, dreireihige Kollektorfl\u00e4che installiert, die einen Teil des Warmwasserbedarfs f\u00fcr das im Haus befindliche Internat mit ca. 76 TeilnehmerInnen und f\u00fcr die Gro\u00dfk\u00fcche produziert. Durchschnittlich rund 40% des j\u00e4hrlichen Warmwasserbedarfs kann durch die Solaranlage abgedeckt werden. Unsere Lehrgangsteilnehmer verlegen die Wasserleitungen und bereiten die Flachkollektoren f\u00fcr die Installation auf dem Dach vor. Sie verschrauben die Kollektorfl\u00e4chen in Aluminiumwannen, die mit Kies aufgesch\u00fcttet werden, das sich bereits auf dem Flachdach befindet. Im Berufsschulunterricht lernen die Teilnehmer die theoretischen Grundlagen der Solaranlagentechnik kennen. Die Sch\u00fcler werden bef\u00e4higt, selbstst\u00e4ndig Berechnungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage durchzuf\u00fchren und den langfristigen Nutzen dieser Form der Energiegewinnung einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Kolping Berufsf\u00f6rderungszentrum profitiert in vielf\u00e4ltiger Weise und nachhaltig von der Solaranlage im Geb\u00e4ude Kolpingstra\u00dfe. Planung, Zusammenarbeit und Durchf\u00fchrung haben die Teams gest\u00e4rkt, M\u00f6glichkeiten f\u00fcr zuk\u00fcnftige Kooperationen innerhalb des Hauses und auch mit den beteiligten Hand-werksbetrieben geschaffen und das Umweltbewusstsein sowohl der Lehrgangsteilnehmer als auch der Mitarbeiter gepr\u00e4gt. Die Anlage selbst ist dauerhaftes Anschauungs- und Schulungsobjekt und ein Beitrag zur Nutzung regenerativer Energien. In unserem Gebiet, also im n\u00f6rdlichen Ostwestfalen, kann man einen durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Ertrag von ca.340 kWh\/m\u00b2 Sonnenenergie erwirtschaften, was im bundesdeutschen Vergleich als durchschnittlich gelten kann. Das ergibt ca. 15.640 kWh pro Jahr.<br \/>\nHauptbestandteil unserer solarthermischen Anlage ist die insgesamt 46 m\u00b2 gro\u00dfe Kollektorfl\u00e4che, die aus drei Reihen mit je sieben Kollektoren besteht und sich auf einem ca. 200 m\u00b2 gro\u00dfen W\u00f6rmanndach in 11 m H\u00f6he befindet. Die Kollektoren sind durch drei Aluminiumwannen gesichert, die mit insgesamt ca. 6 t Kies bef\u00fcllt sind. Die Anlage verf\u00fcgt \u00fcber zwei Solarspeicher mit je 1500 l Heizungswasser, und einen weiteren Speicher mit 400 l Trinkwasser. Um W\u00e4rmeverluste zu vermeiden, befinden sich die Speicher in unmittelbarer N\u00e4he zum Heizkessel in einem daf\u00fcr neu hergerichteten Raum. Zwei Anzeigetafeln informieren \u00fcber die Anlage: An einer Au\u00dfenfassade befinden sich eine Anzeige der aktuellen Wassertemperatur und eine \u00dcbersicht \u00fcber die an Bau und Finanzierung Beteiligten, innen stellt eine noch im Bau befindliche Tafel schematisch den Kreislauf des Wassers in der Solaranlage dar. Schulungsteilnehmern und Besuchern kann auf diese Weise das Funktionieren der Anlage veranschaulicht werden; vorbereitend und erg\u00e4nzend haben wir Frageb\u00f6gen f\u00fcr die Teilnehmergruppen erstellt. Auch das 30 m\u00b2 gro\u00dfe \u00dcbungsdach ist ein unverzichtbares Element f\u00fcr den theoretischen und praktischen Unterricht vor allem der Teilnehmer im Bereich Solaranlagen, aber auch andere Werkst\u00e4tten werden davon profitieren. F\u00fcr sie bietet es eine anschauliche Erg\u00e4nzung zum theoretischen Unterricht zu den Themen Energiewirtschaft und Umweltpolitik. Der Bau der Anlage selbst verlief gr\u00f6\u00dftenteils nach Plan, also zufrieden stellend, wobei wir einige bauordnungsrechtliche Fragen gr\u00fcndlich kl\u00e4ren lassen mussten, bevor der Standort der Kessel und die Belastungsf\u00e4higkeit des Daches festgelegt werden konnten. Daher verl\u00e4ngerte die Deutsche Bundesstiftung f\u00fcr Umwelt auf unseren Antrag hin die Projektlaufzeit um zwei Monate.<br \/>\nUnsere Aufgabe f\u00fcr die Zukunft wird haupts\u00e4chlich die Ausarbeitung von Schulungskonzepten f\u00fcr die interessierte \u00d6ffentlichkeit, Mitglieder der Kolpingfamilien und f\u00fcr Fachkr\u00e4fte aus dem Bereich Heizungsbau sein. Organisation und Durchf\u00fchrung der Besichtigungen werden verst\u00e4rkt Personal fordern, was noch Gegenstand von \u00dcberlegungen ist. Weitere Aufgaben werden die Wartung der Anlage und die Absicherung der Besucher sein, die sich die Kollektoren auf dem Dach ansehen m\u00f6chten. Damit werden wir unserem im Projektantrag formulierten Vorsatz gerecht, dass alle Bestandteile der Anlage so installiert werden sollen, dass sie f\u00fcr Demonstrationszwecke zug\u00e4nglich sind. Gedacht ist an eine Umz\u00e4unung des Daches und an einen sicheren Treppenaufgang; momentan ist das Dach nur \u00fcber eine ausziehbare Holzleiter begehbar. Umz\u00e4unung und Treppe werden in Kooperation mit einem Fachbetrieb von den Auszubildenden aus unserer Metallabteilung hergestellt und von Teilnehmern der Berufsvorbereitung, Abteilung Bau, angebracht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am 18.11.2002 stellten wir unsere Solaranlage zwei lokalen Zeitungen vor, die ausf\u00fchrliche Artikel ver\u00f6ffentlichten. Im Fr\u00fchling 2003 werden wir einen solchen Termin in gr\u00f6\u00dferem Stil &#8211; verbunden mit einem Fest &#8211; wiederholen, zu dem auch die beteiligten Firmen und Kolpingfamilien aus der Region geladen werden. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden f\u00fchren wir Sch\u00fcler- und Mitarbeitergruppen durch das Geb\u00e4ude, die einen Fragebogen ausf\u00fcllen und sich die Anlage ansehen und erkl\u00e4ren lassen. Geplant sind Schulungen f\u00fcr Fachkr\u00e4fte und Informationsveranstaltungen f\u00fcr Mitglieder der Kolpingfamilien des Kreises G\u00fctersloh.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Anreiz zur Zusammenarbeit, den die Lehrgangsteilnehmer der Qualifizierungsma\u00dfnahme Solaranlagenmonteure und alle beteiligten AusbilderInnen durch die Planung und Installation der Solaranlage erfahren haben, ist eine der positivsten Auswirkungen des Projekts. Die Beteiligten kennen einander nun besser, so dass ein Eindruck von Zusammengeh\u00f6rigkeit und Vertrautheit entstanden ist. Auch der Stolz der Lehrgangsteilnehmer darauf, gemeinsam etwas Bleibendes und f\u00fcr viele Menschen N\u00fctzliches ge-schaffen zu haben, ist allgegenw\u00e4rtig und verbindet die Jugendlichen und Mitarbeiter. Die Internatsbewohner des Hauses Kolpingstra\u00dfe freuen sich \u00fcber die Aufmerksamkeit, die ihre Wohnst\u00e4tte nun ver-st\u00e4rkt erh\u00e4lt und sind ebenfalls interessiert an allen mit der Anlage verbundenen Arbeitsschritten. F\u00fcr die o.g. Folgeprojekte haben sich bereits Arbeitsgruppen in den Werkst\u00e4tten gebildet. Diese p\u00e4dagogisch \u00e4u\u00dferst erfreulichen Auswirkungen best\u00e4tigen uns in unserem urspr\u00fcnglichen Gedanken, ein Projekt so-wohl mit Au\u00dfen- als auch mit Innenwirkung durchzuf\u00fchren. Die Solaranlage war das ideale Projekt f\u00fcr diese selbst gesetzten Vorgaben und spart zudem j\u00e4hrlich die betr\u00e4chtliche Menge von ca. 5,3 t CO2 ein. Unsere im Projektantrag formulierten Hauptziele Handlungsorientierte Umweltbildung, Aufkl\u00e4rungs- bzw. \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Nutzung von Sonnenenergie haben wir somit in allen Unterpunkten er-f\u00fcllt, so dass wir mit Verlauf und Ergebnis des Projekts vollkommen zufrieden sein k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Mit dem Projekt werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen die Installation eines solarthermischen \u00dcbungsdaches im Haus Osningstra\u00dfe f\u00fcr den praktischen Unterricht unserer Qualifizierungsma\u00dfnahme Solaranlagenmonteur und anderen Unterrichtsgruppen, zum anderen die Installation einer solarthermischen Anlage auf dem Dach des Hauses Kolpingstra\u00dfe zur anteiligen Warmwasserversorgung des dortigen Internats. 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