{"id":21917,"date":"2023-07-13T15:20:49","date_gmt":"2023-07-13T13:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17913-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:50","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:50","slug":"17913-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17913-01\/","title":{"rendered":"Identifikation, Pr\u00fcfung und Anwendung stofflicher Nachhaltigkeitsindikatoren in Wald\u00f6kosystemen &#8211; konzeptionelle Auswertung und praktische Umsetzung des Erkenntnisstandes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Leitbild der multifunktionalen Waldnutzung konzeptionell bereits umfassend formuliert ist (Beese 1996; Forstw. Centralbl. 115, 65-79), fehlen weitgehend noch qualifizierte und gepr\u00fcfte Indikatoren f\u00fcr seine Umsetzung. Arbeiten im forstwirtschaftlichen und naturschutzbezogenen Bereich sind angelaufen (F\u00f6rderkennzeichen Az 13508, Az 16418 und Az 15461 der DBU), f\u00fcr den sehr wichtigen Bereich der stofflichen Indikatoren stehen solche Arbeiten jedoch noch aus. Sie sollen mit diesem Projekt angegangen werden, um eine L\u00fccke in der Erarbeitung von Indikatoren zu schlie\u00dfen und der forstlichen Praxis m\u00f6glichst bald stoffhaushaltsbezogene Indikatorens\u00e4tze zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBei der Ermittlung geeigneter Indikatoren f\u00fcr den Stoffhaushalt von W\u00e4ldern konnte im Rahmen des Projekts auf umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten des Forschungszentrums Wald\u00f6kosysteme sowie weitere Literatur und ver\u00f6ffentlichte Datens\u00e4tze zur\u00fcckgegriffen werden. Die entsprechende Auswertung erfolgte in Phase 1.<br \/>\nDie aus diesem Kenntnisstand abgeleiteten Indikatorens\u00e4tze wurden einer strengen Auswahl im Hinblick auf die praktische Umsetzbarkeit im forstlichen Management unterworfen. Die Indikatoren wurden hierarchisch gestuft und verdichtet, so dass auf der obersten, anwendungsorientierten Ebene lediglich ein \u00fcberschaubarer Satz von Indikatoren verblieb, der jedoch untergeordnete Hierarchieebenen angemessen integriert und repr\u00e4sentiert (Phase 2).<br \/>\nDer in Phase 2 formulierte Indikatorensatz wurde anhand verschiedener Testgebiete mit besonders guter Datenlage \u00fcberpr\u00fcft (Westharz) und die Ergebnisse dieser Filterung wurden dann auf ein gr\u00f6\u00dferes Waldgebiet \u00fcbertragen (Nieders\u00e4chsische Daten der Bodenzustandserhebung im Walde, BZE).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der Identifikation und Pr\u00fcfung stofflicher Indikatoren wurden die oben angegebenen Testdatens\u00e4tze verwendet und Zusammenh\u00e4nge zwischen Schl\u00fcsselindikatoren und bodenkundlichen Informationen aus Standardinventurverfahren \u00fcberpr\u00fcft und bewertet.<br \/>\nAm Beispiel der Austauschkapazit\u00e4t (AKe) als einem zentralen quantitativen Indikator f\u00fcr die stand\u00f6rtliche stoffliche Ausstattung konnte deutlich gemacht werden, dass in Oberb\u00f6den (Datensatz: Nieders\u00e4chsische BZE) mit Hilfe der schrittweisen multiplen Regression maximal ca. 70 % der Variation durch die Variablen C- und Tongehalt erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend die Einzelregression in dem von einigen Sonderstandorten bereinigten Datensatz lediglich ein Bestimmtheitsma\u00df von 56 % liefert (Abb. 1), kann die multiple Regression durch Einbeziehung weiterer Variablen (Tongehalt) die Vorhersagegenauigkeit deutlich verbessern. Die Einbeziehung der Variable Tongehalt in das Modell verbessert die Vorhersagegenauigkeit um weitere 14 %, so dass ein Bestimmtheitsma\u00df von insgesamt 70 % auf Basis dieser beiden unabh\u00e4ngigen Variablen erreicht wurde. Die Einbeziehung weiterer Gr\u00f6\u00dfen in das Modell, wie in diesem Fall der Basens\u00e4ttigung als Ma\u00df f\u00fcr die Versauerung des Austauschers oder des pH-Wertes, trug nur noch wenig (2%) zur weiteren Erh\u00f6hung der Vorhersagegenauigkeit bei. Der geringe Einfluss des pH-Wertes lie\u00df sich aus der reduzierten Variabilit\u00e4t der Testdaten erkl\u00e4ren, da das Gros der Waldstandorte im pH-Bereich unter 5 lag.<br \/>\nEin weiterer elementarer quantitativer Indikator, die prozentuale Belegung des Austauschers mit Mb-Kationen (Basens\u00e4ttigung), gibt Auskunft \u00fcber die N\u00e4hrstoffausstattung eines Standorts und konnte \u00fcber den pH-Wert mit Hilfe einer nichtlinearen Funktion, modifiziert nach van Genuchten, relativ gut abgesch\u00e4tzt werden. In den Oberb\u00f6den der Nieders\u00e4chsischen BZE lie\u00dfen sich bis zu 86% der Variabilit\u00e4t in der Basens\u00e4ttigung durch diejenige des pH-Werts erkl\u00e4ren.<br \/>\nWeitere Auswertungen aus dem Datensatz BZE 1 zeigten dagegen unerwartet schwache Korrelationen, insbesondere was den Zusammenhang von Nadelspiegelwerten und entsprechenden Vorr\u00e4ten einzelner Elemente im Humus und Mineralboden betrifft.Die zum Schluss vollzogene Differenzierung stofflicher Indikatoren mit Hilfe der vier Kritikalit\u00e4tsbereiche Eintr\u00e4ge, Eingriffe, Zust\u00e4nde und Austr\u00e4ge, bildet im Grunde eine feinere Spezifizierung zu den Helsinki-Kriterien Gesundheit und Vitalit\u00e4t und Schutzfunktionen.<br \/>\nDie zus\u00e4tzlich erfolgte hierarchische Gliederung von Einzelindikatoren kann zur Aufstellung eines wissenschaftlich qualifizierten und praktisch umsetzbaren Indikatorensystems f\u00fcr die stofflichen Aspekte des forstlichen Wald\u00f6kosystemmanagements dienen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Michael Bredemeier und Friedrich O. Beese: Sustainability of the regulation function in forest ecosystems: soil conditions and water supply. Pr\u00e4sentation auf dem EU-Life Workshop Demonstration von Methoden zur Erfassung der Nachhaltigkeit, 08.05 &#8211; 09.05.2001 in Dassel (Solling).<br \/>\nHubert Schulte-Bisping, Michael Bredemeier und Friedrich O. Beese (2001): Nachhaltigkeit der Regelungsfunktion von Wald\u00f6kosystemen: Bodeneigenschaften und Stoffhaushalt. In: Forst und Holz Jhg. 56, Nr. 15, S. 479-482.<br \/>\nMichael Bredemeier and Hubert Schulte-Bisping (2002) Sustainability of the regulation function in forest ecosystems: soil conditions and element cycles. Presentations of the 5th International Workshop of the EU-Life-Project: Demonstration of methods to monitor sustainable forestry (H. Spellmann, ed.), pp. 38-44. Cuvillier, G\u00f6ttingen.<br \/>\nDie Ergebnisse wurden als Vortrag unter dem Titel Grenzen der Nachhaltigkeit bei der Ressource Boden auf der DBU-Veranstaltung Steuerungs- und Kommunikationsinstrumente f\u00fcr eine nachhaltige Forstwirtschaft am 11.03.2003 in Osnabr\u00fcck vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zur Verbesserung der quantitativen Sch\u00e4tzung von stofflichen Indikatoren sollte (1) die Standortkartierung in allen Waldbesitzarten durchgef\u00fchrt werden und (2) ein Mindestsatz an quantitativen Indikatoren in die fl\u00e4chendeckenden forstlichen Standortaufnahmeverfahren (C, Textur, pH &#8230;; regionale Harmonisierung) aufgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens W\u00e4hrend das Leitbild der multifunktionalen Waldnutzung konzeptionell bereits umfassend formuliert ist (Beese 1996; Forstw. 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