{"id":21901,"date":"2023-07-14T10:32:48","date_gmt":"2023-07-14T08:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17869-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:32:51","modified_gmt":"2023-07-14T08:32:51","slug":"17869-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17869-01\/","title":{"rendered":"Beispielhafte Revitalisierung von Park und Gew\u00e4ssersystem Steinh\u00f6fel (Brandenburg)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Basierend auf der vorhergehenden und ebenfalls von der DBU finanzierten Studie `Revitalisierung der hydrologischen Zust\u00e4nde in sechs historischen Parkanlagen\u00b4 wird am Beispiel Steinh\u00f6fel das komplette Wassersystem saniert. Dar\u00fcber hinaus werden Umweltsch\u00e4den, die wesentlich auf die Sch\u00e4digung des Wassersystems in den letzten Jahrzehnten zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, hier vor allem Sch\u00e4den am bedeutenden Altbaumbestand, bearbeitet.<br \/>\nAufgrund der \u00f6kologischen Komplexit\u00e4t und herausragenden kulturgeschichtlichen Bedeutung der Anlage sollen grunds\u00e4tzliche Erkenntnisse zum nachhaltigen Umgang mit wassergepr\u00e4gten Parkanlagen erarbeitet werden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus haben die Flie\u00dfgew\u00e4sser im Park wichtige Funktionen hinsichtlich der \u00f6kologischen Durchl\u00e4ssigkeit f\u00fcr aquatisch gebundene Arten und somit f\u00fcr einen gro\u00dfr\u00e4umigen Biotopverbund.<br \/>\nMit der umweltgerechten Sanierung des Schlossparks Steinh\u00f6fel kann daher exemplarisch die Wechselwirkung zwischen \u00d6kologie und Gartendenkmalpflege aufgezeigt, umgesetzt und dauerhaft stabilisiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWesentliche Grundlage f\u00fcr das Projekt ist zun\u00e4chst die Wiederherstellung der historischen Wasseranlagen. Dazu geh\u00f6ren neben den Entschlammungsarbeiten auch die Sanierungsarbeiten an Br\u00fccken und Wehren, die zur Steuerung der Wasserst\u00e4nde eine gleicherma\u00dfen \u00e4sthetisch wie funktional wesentliche  Bedeutung haben. Baubegleitend finden pflanzensoziologische und limnologische Untersuchungen statt, um die Ver\u00e4nderungen, die sich aufgrund des wiederhergestellten Wasserhaushaltes ergeben, zu beobachten und R\u00fcckschl\u00fcsse auf die dauerhafte Pflege und Instandsetzung der Anlage mit standortgerechter Vegetation ziehen zu k\u00f6nnen. Diese Nachpflanzungen wurden inzwischen mit Erfolg durchgef\u00fchrt und abgeschlossen,<br \/>\nDar\u00fcber hinaus werden M\u00f6glichkeiten erarbeitet, wie die Wasserspende im Wassereinzugsgebiet verbessert und dem Park zugef\u00fchrt werden kann. Erste Ans\u00e4tze hierf\u00fcr wurden \u00fcber den \u00f6rtlichen Gew\u00e4s-serunterhaltungsverband schon umgesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In den sanierten Wasseranlagen zeigte schon kurze Zeit nach der schonend erfolgten Sanierung, dass sich wieder eine artenreiche Fauna und Flora einstellte. Dieses Ph\u00e4nomen \u00fcbertrug sich auch auf die angrenzenden B\u00f6schungen sowie Wiesen.<br \/>\nEbenso zeigten die Gro\u00dfgeh\u00f6lze nach den Baumpflegearbeiten und den sich wieder stabilisierten Wasserverh\u00e4ltnissen eine deutliche Vitalit\u00e4tsverbesserung. Das \u00f6kologische Klimaxstadium in allen Teilbereichen ist inzwischen (Jahr 2005) ann\u00e4hernd erreicht und baubedingte Eingriffe sind nicht mehr sichtbar.<br \/>\nDer Park wird zunehmend von Einzelbesuchern wie auch Gruppen und den im Schloss befindlichen Hotelg\u00e4sten besucht und angenommen.<br \/>\nEin wichtiger sozialer Aspekt zeigt sich bei der Bev\u00f6lkerung des Ortes. Durch das sanierte Schloss und besonders auch des Parks zeigt sich ein deutliche gesteigertes Selbstbewusstsein und eine offensichtlich zunehmende regionale Identifikation.<br \/>\nDer Park ist seit der Sanierung in ganz Brandenburg auf kultureller, politischer und naturschutzfachlicher Ebene bekannt geworden und gilt als gelungenes Beispiel f\u00fcr eine umfangreiche Sanierung mit verschiedenen Projektpartnern.<br \/>\nDiese Sanierung setzt sich in den n\u00e4chsten im Bereich der angrenzenden Ornamented Farm fort, mit dem Bestreben, die gesamte Anlage wiederherzustellen. Kulturgeschichtlich-denkmalpflegerische und naturschutzfachliche Bestrebungen werden dabei gleichberechtigt zu Grunde gelegt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Wesentlicher Teil des Projektes stellt die \u00d6ffentlichkeitsarbeit dar. Hierzu wurden verschieden F\u00fchrungen f\u00fcr unterschiedlichste Interessengruppen durchgef\u00fchrt (Fachpublikum, Sch\u00fclergruppen etc.). Dar\u00fcber hinaus ist das Projekt in wissenschaftlichen Aufs\u00e4tzen wie auch bei Tagungen vorgestellt worden. Weiterhin wurde im Eingangsbereich eine Hinweistafel angebracht, die sowohl die Kulturgeschichte wie auch die Sanierung unter dem Umweltaspekt beschreibt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In Steinh\u00f6fel zeigte sich besonders, wie dieses vor \u00fcber 200 Jahren weitestgehend k\u00fcnstlich und k\u00fcnstlerisch geschaffenen Objekt 180 Jahre perfekt funktionierte, durch einen geringen, aber in der Wirkung aber katastrophalen anthropogene Eingriffe, wie dem Zusch\u00fctten des Heinersdorfer Flie\u00dfes vor 25 Jahren, ein hochwertiges \u00d6kosystem und gleichzeitig bedeutendes Kulturdenkmal erheblich gesch\u00e4digt wurde.<br \/>\nDas Projekt hat nicht zuletzt aufgrund der Komplexit\u00e4t bei der Umsetzung gezeigt, welche Wirkungsgef\u00fcge zwischen kultur- und naturschutzfachlichen Aspekten bei der Sanierung historischer Parkanlage bestehen und das diese gemeinsam betrachtet und bewertet werden m\u00fcssen. Die Vorgehensweise wie auch die Arbeitsergebnisse lassen sich als Modellvorhaben auf andere Parkanlage \u00fcbertragen.<br \/>\nDer nachhaltige Erfolg der sehr aufw\u00e4ndigen und kostenintensiven Sanierung ist gew\u00e4hrleistet und sichergestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Basierend auf der vorhergehenden und ebenfalls von der DBU finanzierten Studie `Revitalisierung der hydrologischen Zust\u00e4nde in sechs historischen Parkanlagen\u00b4 wird am Beispiel Steinh\u00f6fel das komplette Wassersystem saniert. 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