{"id":21884,"date":"2023-09-21T10:32:02","date_gmt":"2023-09-21T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17850-01\/"},"modified":"2023-09-21T10:32:05","modified_gmt":"2023-09-21T08:32:05","slug":"17850-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17850-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im gummiverarbeitenden Gewerbe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt stellt ein praxisbezogenes FuE-Thema zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Gummiindustrie dar. Ziel des Vorhabens ist das werkstoffliche Recycling hochwertiger Produktionsabf\u00e4lle aus technischem Gummi. Dazu m\u00fcssen die Voraussetzungen f\u00fcr die Verarbeitung von Devulkanisaten auf herk\u00f6mmlichen Spritzgussmaschinen zur Herstellung von hochwertigen Produkten geschaffen werden.<br \/>\nAlle Gummiverarbeiter sollen in die Lage versetzt werden, das mit innovativer Technologie hergestellte DeVulkanisatCompound &#8211; (Recycling) Material auf eigenen Maschinen ohne zus\u00e4tzlichen apparativen Aufwand zu verarbeiten. Der Stoffkreislauf von der Quelle bis zur Senke soll geschlossen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm die o. g. Ziele zu erreichen, m\u00fcssen zun\u00e4chst die anfallenden Abfallmengen erfasst und qualifiziert zugeordnet werden. Dies bedeutete im einzelnen:<br \/>\n1.\tL\u00f6sung der Sammellogistik f\u00fcr Mindermengen ausgew\u00e4hlter Basispolymertypen<br \/>\n2.\tKlassifizierung durch Analyse der Elastomere, Identit\u00e4tspr\u00fcfungen (Ermittlung Kautschukanteil)<br \/>\n3.\tUntersuchungen zur Konfektionierung und Optimierung der Verarbeitungstechnologie f\u00fcr das Spritzgie\u00dfen von DVC auf herk\u00f6mmlichen Maschinen: Herstellung F\u00fcllerband\/-streifen o. Gummirohlinge<br \/>\nDie Bearbeitung der Themenschwerpunkte wird im Verbund von IG KURIS, FARU Dresden, EBF GmbH Dresden und KET Liegau-Augustusbad erfolgen.<br \/>\nDas Projektmanagement, die Koordinierung der einzelnen Aktivit\u00e4ten und die Unterst\u00fctzung der Projektpartner bei den angestrebten Zielstellungen wird durch die IG KURIS wahrgenommen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bearbeitung des Projektes f\u00fchrte zu dem Ergebnis, dass ein werkstoffliches Recycling hochwertiger Produktionsabf\u00e4lle aus technischem Gummi \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoll und vorteilhaft sein kann, wenn bestimmte Rahmenbedingungen hinsichtlich verwertungsgerechter Erfassung und Logistik, Analytik und Stoffstromkontrolle sowie angewandter Technologie erf\u00fcllt werden.<br \/>\nDie logistische L\u00f6sung besteht aus der Gestaltung kleiner Kreisl\u00e4ufe  aus gummiverarbeitenden Unternehmen, bei denen bestimmte Produktionsabf\u00e4lle anfallen, sowie Verarbeitern von Gummiabf\u00e4llen. Diese Kooperation stellt eine Vertrauensbeziehung im Sinne der Qualit\u00e4tssicherung dar. Entsorgungsunternehmen entfallen als Quelle von Abf\u00e4llen ausgew\u00e4hlter Gummiprodukte auf Grund der gro\u00dfen Vielfalt der Produkte und der Tatsache, dass die f\u00fcr eine Verwertung erforderlichen Qualit\u00e4ten nicht erreicht werden k\u00f6nnen. Regionalisierung der Beziehungen zwischen Abfallerzeuger und Abfallverwerter f\u00fchrt zu weiteren Vorteilen hinsichtlich Qualit\u00e4t sowie Wirtschaftlichkeit und Umweltentlastung.<br \/>\nDie technologischen Versuche zeigten, dass f\u00fcr Devulkanisate (DV) und Devulkanisat-Compounds (DVC) eine hohes Ma\u00df an werkstofflicher Qualit\u00e4t erreicht werden kann. Der analytische Aufwand f\u00fcr die Identifizierung, Pr\u00fcfung und Qualit\u00e4tssicherung ist hoch. Die Untersuchungen im Rahmen dieses Projektes f\u00fchrten jedoch zu dem Schluss, dass mit einiger Erfahrung sichere Ergebnisse erreichbar sind, wo-bei sich die Thermogravimetrie als Standard-Analysenmethode empfiehlt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektfortschritte wurden in f\u00fcnf Workshops unter Beteiligung externer Spezialisten &#8211; Gummiverarbeiter, Polymerwissenschaftler, Logistiker &#8211; vorgestellt und diskutiert. Au\u00dferdem hielten Projektbearbeitern Vortr\u00e4ge zu speziellen Fragestellungen auf Fachseminaren und Tagungen<br \/>\nIm Sinne der Verminderung und des Abbaus der sogenannten nichttechnischen, d. h. kommunikativen Defizite soll der Gedanke des Unternehmens KET Liegau, ein Demonstrationszentrum zur F\u00f6rderung des Transfers der entwickelten technologischen L\u00f6sung zu gestalten, konsequent verfolgt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die bei KET Liegau angewandten Methoden zur Herstellung verarbeitungsf\u00e4higer Devulkanisate und Devulkanisat-Compounds k\u00f6nnen jetzt vom Labor- in den industriellen Ma\u00dfstab \u00fcberf\u00fchrt werden.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes wurde aber nicht nur das Ziel verfolgt, die technisch-technologische Machbarkeit des Gummirecyclings mittels DV und DVC zu belegen. Es sollte f\u00fcr einen speziellen Fall auch eine \u00f6konomisch-\u00f6kologische Bewertung vorgenommen werden. Die Bewertung der Herstellung und des Le-bensweges von EPDM-Gummibauteilen f\u00fcr den Automobilbereich ergab deutliche \u00f6kologische (Kumulierter Energieaufwand, CO2, CH4, N2O, Treibhauseffekt, Abfall) und geringe \u00f6konomische (Kosten, Ge-wichtsreduktion) Vorteile f\u00fcr das DVC-Recycling-Material gegen\u00fcber Neuware. Dabei wird vorausgesetzt, dass das Produkt ohne Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen gegen\u00fcber Neuware f\u00fcr dieselbe Anwendung eingesetzt werden kann.<br \/>\nF\u00fcr die positive Bewertung des Einsatzes von EPDM-Devulkanisat-Compounds stellt die Aussage, dass ein Mehrfachrecycling m\u00f6glich ist, ein zus\u00e4tzliches wichtiges Argument dar.<br \/>\nEs kann davon ausgegangen werden, dass sich das Interesse an der Verwertungs-Technologie erh\u00f6hen wird. Daf\u00fcr sprechen neben den sicherlich weiter wachsenden Erfahrungen hinsichtlich der Verarbeitung von DV und DVC auch besonders die sich abzeichnenden \u00f6konomischen Vorteile, die mit der Verteuerung von Frischmaterial noch steigen wird.<br \/>\nDie Verarbeitung spritzgie\u00dff\u00e4higer Devulkanisat-Compounds zur Herstellung neuer Produkte im Kundenauftrag wird beim Projektpartner KET Liegau gegenw\u00e4rtig auf der Basis eigener Produktionsabf\u00e4lle vorbereitet. KET Liegau plant die Schaffung eines Demonstrationszentrums zur Unterst\u00fctzung des Technologietransfers. Das Ziel besteht darin, Gummiverarbeiter in die Lage zu versetzen, auf eigenen Spritzgie\u00dfmaschinen das DVC-Recyclingmaterial zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten.<br \/>\nKundenspezifisch sollen die \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Vorteile demonstriert werden. Eine auf der Grundlage der Optimierungsversuche entstandene Datenbank kann den Kunden helfen, die richtigen Spezifikationen der Recycling-Mischungen zu finden und nicht zuletzt auch das Anwendungsspektrum verbreitern und den Kundenkreis vergr\u00f6\u00dfern.<br \/>\nSomit wurde mit den Ergebnissen des F\u00f6rderprojektes ein Beleg daf\u00fcr geschaffen, dass werkstoffliches Recycling von Abf\u00e4llen hochwertiger technischer Gummi-Produkte auf Grund \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Vorteile durchaus eine m\u00f6gliche Alternative zur energetischen Verwertung sein kann. Im Sinne der Nachhaltigkeit sprechen Ressourcenschonung und Minderung des anthropogenen Treibhauseffek-tes durchaus f\u00fcr die Variante werkstoffliches Recycling.<br \/>\nEs konnte in einem kleinen Unternehmen eine exemplarische L\u00f6sung vorgestellt werden, die universell nachnutzbar ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt stellt ein praxisbezogenes FuE-Thema zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Gummiindustrie dar. Ziel des Vorhabens ist das werkstoffliche Recycling hochwertiger Produktionsabf\u00e4lle aus technischem Gummi. Dazu m\u00fcssen die Voraussetzungen f\u00fcr die Verarbeitung von Devulkanisaten auf herk\u00f6mmlichen Spritzgussmaschinen zur Herstellung von hochwertigen Produkten geschaffen werden. 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