{"id":21874,"date":"2023-07-13T15:20:46","date_gmt":"2023-07-13T13:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17828-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:47","slug":"17828-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17828-01\/","title":{"rendered":"Aufbau eines vollbiologischen abwassertechnischen Entsorgungssystems am Christophorus-Heim Mixdorf in Verbindung mit einem Naturlehrpfad"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es wird eine vollbiologischen Kleinkl\u00e4ranlage f\u00fcr das Christophorus-Heim errichtet. Die derzeit vorhandenen sanit\u00e4ren Einrichtungen (Trockentoiletten) und die Abwasserentsorgung (Versickerung) entsprechen nicht dem geforderten Standard. Weiterhin soll das Grauwasser aus der K\u00fcche des Heimes gefasst werden, das derzeit ungereinigt in den Boden versickert.<br \/>\nDie  Kleinkl\u00e4ranlage wird in einen zu errichtenden Naturlehrpfad integriert. Dabei wird auf einer Lehrpfadtafel die Funktion dieser Anlage sowie deren Auswahlkriterien bez\u00fcglich der \u00f6kologischen Belange des Standortes erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Christophorus-Heim befindet sich in Einzellage mitten im Naturschutzgebiet Unteres Schlaubetal im Naturpark Schlaubetal. Ein Anschluss an die zentrale Abwasserentsorgung ist mit vertretbarem finanziellen Aufwand nicht m\u00f6glich. Eine Ableitung des gereinigten Abwassers kann, bedingt durch die \u00f6rtliche Gegebenheit, nur in eine Feuchtwiese erfolgen. Diese Feuchtwiese stellt ein gesetzlich gesch\u00fctztes Biotop dar, das durch Eutrophierung nicht zerst\u00f6rt werden darf. Hieraus ergeben sich \u00f6kologische Anforderungen, die zum einen die Einstellung der derzeitigen Versickerung von ungereinigtem Abwasser und zum anderen einen hohen Anspruch an die Reinigungsleistung und Funktionssicherheit einer zu errichtenden Kleinkl\u00e4ranlage fordern. Als vollbiologisches abwassertechnisches Entsorgungssystem wird deshalb eine SBR-Anlage (Sequencing- Batch-Reactor) mit zus\u00e4tzlich nachgeschalteter Pflanzenkl\u00e4ranlage zum Einsatz gebracht. Diese Kleinkl\u00e4ranlagen-Technologie gew\u00e4hrleistet eine hohe Funktionssicherheit und h\u00f6chste Reinigungswerte beim Abbau der Kohlenwasserstoffe, der Stickstoff- und Phosphorverbindungen sowie an hygienischen Keimen. Eine nachteilige Beeintr\u00e4chtigung der Feuchtwiese kann mit dieser Anlage daher ausgeschlossen werden.<br \/>\nMit den Bauleistungen f\u00fcr den Anbau und f\u00fcr die Installation der Sanit\u00e4ranlagen wird die IGP Eisenh\u00fcttenstadt beauftragt. Mit dem Bau der SBR-Anlage und der Pflanzenkl\u00e4ranlage sowie des Anschlusses f\u00fcr die Grauwasserentsorgung der K\u00fcche wird das Ing.-B\u00fcro Wittlich beauftragt.<br \/>\nUm das Vorhaben realisieren zu k\u00f6nnen, ist ein Bodenerwerb von 2.193,3 m2 Waldfl\u00e4che durch die Ev. Kirchengemeinde Mixdorf notwendig.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit der Waldschule Am Roggebusch (Einrichtung des Forstamtes M\u00fcllrose) wird ein Naturlehrpfad an der Ragower M\u00fchle konzipiert und errichtet, in welchem die Kl\u00e4ranlage integriert ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Teilprojekt: Sanierung\/Erweiterung Waschhaus und Bau einer Kleinkl\u00e4ranlage<br \/>\nAus sechs von verschiedenen Ingenieurb\u00fcros angebotenen Varianten zur L\u00f6sung des Abwasserproblems am Christophorusheim wurde das Angebot der Firma Wittlich SBR-Anlage mit nachgeschalteter Pflanzenkl\u00e4ranlage als Vorzugsvariante angenommen. Das hierbei zum Einsatz kommende Sequencing-Batch-Reactor-Verfahren gew\u00e4hrleistet auch bei dem durch die Heimbelegung bedingten unregelm\u00e4\u00dfigen Abwasseranfall eine hohe Reinigungsleistung. Zur baulichen Erweiterung des Waschhauses und zum Bau der Kleinkl\u00e4ranlage musste ein benachbartes Flurst\u00fcck durch die Kirchengemeinde Mixdorf k\u00e4uflich erworben werden. Infolge eines nicht korrekten Grundbucheintrages durch die zust\u00e4ndige Be-h\u00f6rde wurde die Erteilung der Baugenehmigungen erheblich verz\u00f6gert. Die Bauma\u00dfnahmen konnten am 02.03.2002 begonnen werden und wurden am 04.07.2002 mit der Bauherrenabnahme abgeschlossen. W\u00e4hrend der Bauphase selbst traten keine Verz\u00f6gerungen auf. In einem Pr\u00fcfbericht der UAF-Umweltanalytiklabor GmbH vom 27.11.2002 wird die einwandfreie Funktion der Kleinkl\u00e4ranlage best\u00e4tigt. Im Ablauf der Kl\u00e4ranlage wurden folgende Parameter gemessen: Nges= 0,380 mg\/l, Pges.= 0,064 mg\/l, CSB = 19,5 0 mg\/l, BSB5  =  < 3,0 mg\/l\nDer finanzielle Gesamtaufwand f\u00fcr das Teilprojekt betr\u00e4gt 73.613,94 \u0080 (143.976,35 DM). Der eingeplante, dem F\u00f6rdermittelantrag zu Grunde gelegte Gesamtaufwand betrug 59.401,89 \u0080 (116.180,00 DM). Der Mehraufwand von 14.212,05 \u0080 (27.796,35 DM) wurden einerseits durch Erh\u00f6hung der geldwerten Eigenleistungen in H\u00f6he von 6.855,23 \u0080 (13.407,67 DM) und zum anderen durch finanzielle Unterst\u00fctzung sei-tens des Bautr\u00e4gers, der Kirchengemeinde M\u00fcllrose, in H\u00f6he von weiteren 7.356,82 \u0080 (14.388,68 DM) getragen.\nTeilprojekt: Naturerlebnis- und Lehrpfad Christophorus\nIn Abstimmung mit Vertretern des Forstamtes, der Naturparkverwaltung Schlaubetal, des Amtsdirektors und der Waldschule M\u00fcllrose wurde eine Konzept erarbeitet, welches neben der Errichtung von Wegweisern und Aufstellern f\u00fcr aktives Lernen ein Baumlabyrinth vorsieht, welches auch von gehbehinderten Personen (Rollstuhlfahrer) benutzt werden kann. Mit den Bauarbeiten wurde im April 2002 begonnen. Im weiteren Verlauf ergaben sich Verz\u00f6gerungen beim Bau des ungeahnt arbeitsintensiven Labyrinths, wobei insgesamt ca. 1300 Baumst\u00e4mme in die Erde eingebaut werden mussten. Da das Labyrinth auf einer Sandfl\u00e4che steht, wurde als rollstuhltauglicher Bodenbelag eine 10 cm dicke Unterschicht aus \u00f6kologisch zertifizierter Z0-Schlacke mit einer K\u00f6rnung 0,22 (grob) und eine Deckschicht mit der K\u00f6rnung 0,08 (fein) eingetragen. Die Ursache f\u00fcr die lange Bauphase ist haupts\u00e4chlich darin zu finden, dass die finanzielle Basis erst im Verlauf der Projektphase geschaffen werden musste.\nDie Gesamtkosten f\u00fcr die Errichtung des Lehrpfades belaufen sich auf 20.000,00 \u0080. Die Finanzierung konnte in H\u00f6he von ca. 15.000 \u0080 durch Spenden und F\u00f6rdermittel abgedeckt werden.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nIn der Regionalzeitung M\u00e4rkische Oderzeitung wurden zwei Berichte \u00fcber den Bau des Naturerlebnis- und Lehrpfades ver\u00f6ffentlicht. Am 30.06.2002 wurde eine Einweihungsfeier f\u00fcr die Kleinkl\u00e4ranlage und ein Richtfest f\u00fcr den Naturerlebnis- und Lehrpfad Christophorusheim ausgerichtet, an dem ca. 200 G\u00e4ste teilnahmen.\n\n\nFazit\n\nDas Christophorusheim verf\u00fcgt nunmehr \u00fcber eine leistungsf\u00e4hige Anlage zur schadlosen Beseitigung des anfallenden Abwassers. An die Leistungsf\u00e4higkeit der installierten Kleinkl\u00e4ranlage wurden hohe Anforderungen gestellt, da sich das Objekt inmitten des NSG\/FFH-Gebietes Unteres Schlaubetal befindet. Mit der SBR-Anlage (Sequencing- Batch Reactor) wurde eine Kleinkl\u00e4rtechnik nach neustem technologischen Stand errichtet, der zudem noch eine Pflanzenkl\u00e4ranlage nachgeschaltet wurde. Es ist nun davon auszugehen, dass der Betrieb des Heimes hinsichtlich des Eintrages von \u00fcberm\u00e4\u00dfigen N\u00e4hrstoffen keine nachteilige Wirkungen auf den Erhaltungszustand des europ\u00e4ischen Schutzgebiets haben wird. Dieses verfolgte Ziel wird in anschaulicher Weise in einen teilweise auch f\u00fcr Rollstuhlfahrer zug\u00e4nglichen Naturerlebnis- und Lehrpfad eingebunden.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es wird eine vollbiologischen Kleinkl\u00e4ranlage f\u00fcr das Christophorus-Heim errichtet. Die derzeit vorhandenen sanit\u00e4ren Einrichtungen (Trockentoiletten) und die Abwasserentsorgung (Versickerung) entsprechen nicht dem geforderten Standard. Weiterhin soll das Grauwasser aus der K\u00fcche des Heimes gefasst werden, das derzeit ungereinigt in den Boden versickert. 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