{"id":21857,"date":"2023-07-13T15:20:26","date_gmt":"2023-07-13T13:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17399-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:26","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:26","slug":"17399-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17399-01\/","title":{"rendered":"Abluftbehandlungsanlage f\u00fcr Beh\u00e4lterreinigung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel dieses Projektes war, ein geeignetes Abluftbehandlungsverfahren f\u00fcr eine Reinigungsanlage f\u00fcr Eisenbahnkesselwagen zu entwickeln. Die ablufttechnische Problematik ist durch ein Vielstoffgemisch mit stark schwankenden Konzentrationen gekennzeichnet. Dies erschwert ebenso wie Kostenaspekte die Anwendung vieler im Industrieeinsatz bew\u00e4hrter Abluftbehandlungsverfahren. Es sollte speziell f\u00fcr den Anwendungsbereich Tankwagenreinigung eine deutliche Emissionsreduzierung und Umweltentlastung erreicht werden.<br \/>\nDie Reinigung von Tankfahrzeugen der chemischen Industrie oder der Mineral\u00f6lindustrie findet aus Gr\u00fcnden des Umweltschutzes und der Arbeitssicherheit immer gr\u00f6\u00dfere Beachtung. Gerade bei der Rei-nigung von Bahnkesselwagen bedeutet dieses den Umgang mit der gesamten Palette chemischer Produkte. Eine umfassende Kesselreinigung, die anschlie\u00dfend ein Begehen des Tanks erm\u00f6glicht, ist f\u00fcr die vierj\u00e4hrige Sicherheitspr\u00fcfung, f\u00fcr Wartungs- und Reparaturarbeiten und beim Wechseln des Ladeguts erforderlich. R\u00fcckst\u00e4nde der transportierten Chemikalien und Mineral\u00f6lprodukte f\u00fchren beim Reinigungsvorgang zur Belastung der Abluft und zu Schadstoffemissionen sowie Arbeitsplatzbelastungen in der Reinigungsanlage.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas L\u00f6sungskonzept basiert auf einer neuartigen Verfahrenskombination aus Tieftemperaturkondensation, Adsorptionseinheit und Luftw\u00e4scher mit katalytischer Oxidation. Die Anlage ist so aufge-baut, dass in einem geschlossenen System gearbeitet wird. Dabei wird zun\u00e4chst der Hauptteil der im Tankwagen nach einer Restentleerung verbliebenen Chemikalien ausgetrieben und in einer Kondensationsstufe einschlie\u00dflich verdampfter Anteile zur\u00fcckgehalten. In der anschlie\u00dfenden Reinigungsphase wird die Abluft \u00fcber einen Luftw\u00e4scher gef\u00fchrt, der die Abluftbelastung aus der Kesselreinigung zur\u00fcckh\u00e4lt und anschlie\u00dfend die Schadstoffe katalytisch oxidativ abbaut. Zus\u00e4tzlich gl\u00e4ttet eine mit einem Absorbens ausgestattete Behandlungseinheit eventuell auftretende Schadstoffspitzen. Es wird alternierend die aus den Tankkesseln abgesaugte, stark schadstoffhaltige Atmosph\u00e4re sowie die Raumluft der Reinigungshalle durch den Luftw\u00e4scher gef\u00fchrt. Eine kontinuierliche \u00dcberwachung der Anlage erfolgt \u00fcber einen Flammenionisationsdetektor (FID).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem Einsatz der Abluftanlage k\u00f6nnen Umweltbelastungen bei der Kesselwagenreinigung deutlich verringert werden. Die Zielsetzungen bzgl. der Umweltvertr\u00e4glichkeit wurden erf\u00fcllt. Aktuelle Emissionsgrenzwerte werden eingehalten oder sogar unterschritten. Bei hoher Auslastung der Anlage im emissionsintensiven Zweischichtbetrieb gibt es Probleme mit der Kapazit\u00e4t des eingesetzten Luftw\u00e4schers. Versuche mit einer photooxidativen Luftreinigungsanlage der Firma Bioclimatic als weitere Reinigungsstufe werden durchgef\u00fchrt.<br \/>\nIm Vergleich mit bisher angewendeten Verfahren bietet die Anlage folgende Vorteile:<br \/>\n\u00b7\tEs kommt ein komplett geschlossenes System bei der Reinigung von Stoffen mit h\u00f6heren Dampfdr\u00fccken zur Anwendung. Damit werden sowohl diffuse gasf\u00f6rmige Emissionen als auch Arbeits-platzbelastungen durch L\u00f6semitteld\u00e4mpfe vermieden.<br \/>\n\u00b7\tEs erfolgt ein Abbau der Schadstoffkonzentration w\u00e4hrend des Reinigungsvorganges durch katalytische Oxidation in der Luftwaschereinheit.<br \/>\n\u00b7\tEine Abwasserbelastung durch Schadstoffe wird vermieden. Die Einsatzmengen an Wasser und die anfallenden Abwassermengen sind vergleichsweise gering.<br \/>\n\u00b7\tIn der Kondensationsanlage fallen Restinhaltsstoffe aus den Tankkesseln in konzentrierter Form an. Dies vermeidet gro\u00dfe Mengen zu entsorgender Abw\u00e4sser und Abf\u00e4lle und vermindert Behandlungs- und Entsorgungskosten. Auch eine Aufbereitung und R\u00fcckgewinnung von L\u00f6semitteln und Chemikalien wird m\u00f6glich.<br \/>\nDas Abluftbehandlungsverfahren ist erweiterbar. Es bietet sich die Kombinationsm\u00f6glichkeit verschiedener Verfahren in einer Anlage. Dies steigert die Flexibilit\u00e4t, da eine Vielzahl zu reinigender Stoffe ber\u00fccksichtigt und individuell behandelt werden kann. Ein hoher Wasseranteil in den Tankkesseln ist zu ber\u00fccksichtigen, um St\u00f6rungen durch Ausfrieren bis hin zur Gefahr des Verstopfens der Tieftemperaturkondensationsanlage zu vermeiden.<br \/>\nMit dem eingesetzten Luftw\u00e4scher der Fa. Nilltech wird auf oxidativ-katalytischem Wege ein Schadstoffabbau auch f\u00fcr schwer abbaubare organische Verbindungen erreicht. Das Konzept eines rund um die Uhr-Betriebs sichert einen hohen Luftwechsel in der Behandlungshalle, verringert diffuse Emissionen und dient zur Regeneration des W\u00e4schers. Auch f\u00fcr chlorierte Aromaten werden hohe Abbauraten erreicht, wobei \u00fcber den Langzeitabbau das gesamte Chlor in mineralischer Form als Salzs\u00e4ure ausgeschleust werden kann.<br \/>\nF\u00fcr die errichtete Anlage besteht weiterer Optimierungsbedarf. Erst danach kann die urspr\u00fcngliche Zielsetzung, eine solche Abluftanlage auch anderen Anwendern anzubieten, umgesetzt werden. F\u00fcr einen Vertrieb muss ein st\u00f6rungsfreier Dauerbetrieb mit geringem Betreuungsaufwand sichergestellt werden. Die Emissionswerte m\u00fcssen sicher eingehalten werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Verbreitung der Projektergebnisse erfolgt vor allem branchenspezifisch \u00fcber Kundenkontakte. Zu-dem sind Fachver\u00f6ffentlichungen geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Kombination einer Tieftemperatur-Kondensationsanlage, einer Adsorptionseinheit zur Gl\u00e4ttung von Emissionsspitzen und eines Luftw\u00e4schers mit katalytischer Oxidation stellt ein innovatives Verfahrenskonzept zur Behandlung von Emissionen aus der Kesselwagenreinigung dar. Das Konzept einer vollst\u00e4ndig geschlossenen Behandlungsanlage vermeidet Emissionen. Durch Absaugma\u00dfnahmen am Arbeitsplatz werden die Belastungen f\u00fcr Mitarbeiter und Umwelt zus\u00e4tzlich vermindert. Der modulare Auf-bau erlaubt bei Bedarf eine Erweiterung um zus\u00e4tzliche Behandlungsverfahren und verbessert die universelle Einsetzbarkeit. Es besteht weiterer Optimierungsbedarf, um die Betriebssicherheit der Anlage zu steigern und Emissions\u00fcberschreitungen bei Spitzenbelastungen zu vermeiden. Auf Basis umfangreicher Betriebserfahrungen soll die neue Technologie bei der Kesselwagenreinigung weiter optimiert und verbreitet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel dieses Projektes war, ein geeignetes Abluftbehandlungsverfahren f\u00fcr eine Reinigungsanlage f\u00fcr Eisenbahnkesselwagen zu entwickeln. Die ablufttechnische Problematik ist durch ein Vielstoffgemisch mit stark schwankenden Konzentrationen gekennzeichnet. Dies erschwert ebenso wie Kostenaspekte die Anwendung vieler im Industrieeinsatz bew\u00e4hrter Abluftbehandlungsverfahren. Es sollte speziell f\u00fcr den Anwendungsbereich Tankwagenreinigung eine deutliche Emissionsreduzierung und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,64,51,52,53],"class_list":["post-21857","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17399\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-17399.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"94.589,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Franz KaminskiWaggonbau GmbH","dbu_projektdatenbank_strasse":"Kuhbr\u00fcckenstr. 25","dbu_projektdatenbank_plz_str":"31785","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Hameln","dbu_projektdatenbank_p_von":"2000-11-15 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2004-03-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 5 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"05151\/4008-30","dbu_projektdatenbank_inet":"www.kaminski-hameln.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Niedersachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"27","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34860,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21857\/revisions\/34860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}