{"id":21848,"date":"2023-07-13T15:20:43","date_gmt":"2023-07-13T13:20:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17786-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:45","slug":"17786-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17786-01\/","title":{"rendered":"Studie zur modellhaften Erfassung f\u00fcr die Bewahrung und Pflege von umweltbelastetem national wertvollem Kunstgut in denkmalgesch\u00fctzten Innenr\u00e4umen am Beispiel des Domschatzes zu Halberstadt (Sachsen-Anhalt)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung und Anla\u00df des Vorhabens ist die Erarbeitung einer langfristigen konzeptionellen Planungsgrundlage f\u00fcr die umfassende Sicherung, Pflege und Pr\u00e4sentation des Domschatzes in unter Denkmalschutz stehenden R\u00e4umen im Dom zu Halberstadt unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der extremen raumklimatischen Wechselbelastungen, denen die etwa 650 Objekte der unterschiedlichsten Kunstgattungen ausgesetzt sind. Angesichts der vorhandenen umweltrelevanten chemischen und mikrobiologischen Schadensbilder gilt das Hauptaugenmerk dabei der Verbesserung der Aufbewahrungsbedingun-gen, die als grundlegende Voraussetzung einer kontinuierlichen und nachhaltigen Vorsorge angesehen wird.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Bestandsaufnahme der Umweltbedingungen im Domschatzbereich sowie die Analyse und Definition der konservatorischen Rahmenbedingungen in den k\u00fcnftigen Ausstellungs- sowie Depotr\u00e4umen stellten die Grundlagen f\u00fcr die zu erarbeitende Neukonzeption dar. Ausgehend von einer umfassenden Bauaufnahme einschlie\u00dflich einer ausf\u00fchrlichen Beschreibung der baulichen Beschaffenheit der historischen R\u00e4umlichkeiten, die als planerische Basis f\u00fcr alle nachfolgenden \u00dcberlegungen heranzuziehen ist, stand zun\u00e4chst die Untersuchung der derzeitigen Umweltbedingungen im Vordergrund, die Schadstoffanalysen, die die Erfassung der Schadstoffquellen und die Analyse des Zusammenwirkens der Schadstoffe umfasste.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem zusammenfassenden Bericht Der Domschatz zu Halberstadt &#8211; Studie zur modellhaften Erforschung der Bedingungen f\u00fcr die Bewahrung und Pflege von umweltbelastetem national wertvollem Kunstgut in denkmalgesch\u00fctzten Innenr\u00e4umen liegt f\u00fcr diesen Kirchenschatz eine erstmals interdisziplin\u00e4r erarbeitete, wissenschaftlich fundierte, die derzeitigen Umweltbedingungen analysierende und daraus schlussfolgernd Verbesserungsma\u00dfnahmen benennende, dabei gleichzeitig die vorhandene Pr\u00e4sentations- und Depotsituation optimierende Planungsgrundlage f\u00fcr die \u00dcberarbeitung der gesamten Domschatzkonzeption vor. Sie tr\u00e4gt dem dringenden Handlungsbedarf Rechnung, charakterisiert die wesentlichen Arbeitsschritte zu ihrer Verwirklichung, ordnet diese in einen Zeitplan und eine Kostensch\u00e4tzung ein.<br \/>\nDie umfassende und systematische Besch\u00e4ftigung mit den Ausgangsbedingungen vor Ort in Halberstadt f\u00fchrte zu einer ausf\u00fchrlichen Bestandsaufnahme (baugeschichtlich, archivalisch und bautechnisch). In Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der naturwissenschaftlichen Untersuchungen (Schadstoff-, mikrobiologische und raumklimatische Untersuchungen) wurden raumklimatische und beleuchtungstechnische Zielgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die unterschiedlichen Materialkombinationen der Domschatzobjekte definiert und auf die \u00f6rtlichen Gegebenheiten abgestimmte Vitrinenkonstruktionen (z. B. Teppich- und Schatzkammervitrinen) vorgeschlagen.<br \/>\nGleichzeitig gilt es, die Arbeitsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Pflege- und Konservierungsma\u00dfnahmen zu verbessern. Nach intensiver Diskussion und reiflicher \u00dcberlegung wurde als einzig ad\u00e4quate L\u00f6sung die Errichtung eines modernen Funktionsanbaus entwickelt, der gleichzeitig zu Verbesserungen im Verwaltungsbereich f\u00fchrt.<br \/>\nDie Optimierung der konservatorischen Rahmenbedingungen erfolgte in engem Zusammenhang mit der \u00dcberarbeitung der inhaltlichen Neukonzeption der Domschatzpr\u00e4sentation. Die Grund\u00fcberlegung dabei war, den Charakter des Kirchenschatzes zu wahren und gleichsam seine Exklusivit\u00e4t durch die Fortf\u00fchrung der Pr\u00e4sentation in den historisch angestammten R\u00e4umen zu unterstreichen. Angestrebt wird eine zeitgem\u00e4\u00dfe, kunsthistorisch wie museumsdidaktisch in sich schl\u00fcssige, sich dem historischen Raumkontext anpassende Ausstellungsgestaltung, die die bisherige thematische bzw. gattungs- und funktionsbedingte Zuordnung der Objekte im Wesentlichen beibeh\u00e4lt, allerdings durch die Hinzugewinnung von Ausstellungsfl\u00e4chen und die Wiederherstellung r\u00e4umlicher Zusammenh\u00e4nge (z.B. Kapitelsaal, untere und obere Bischofskapelle) modifiziert und akzentuiert wird und dadurch an Aussagekraft gewinnen wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um die Arbeitsergebnisse der interessierten \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung zu stellen, wird die Studie auf CD gespeichert. Zus\u00e4tzlich erarbeiten die Domstiftung und die Domschatzverwaltung gemeinsam eine Informationsbrosch\u00fcre, die den Domschatz n\u00e4her vorstellt und auf die Dringlichkeit des in der Studie formulierten Ma\u00dfnahmenkataloges eingeht. Zur Konkretisierung des Vorhabens wird dieser Publikation die oben genannte CD beigelegt. Diese kann auf Anfrage bei der Domstiftung abgefordert werden. Dar\u00fcber hinaus wird die Studie im PDF-Format \u00fcber die Internetadresse http:\/\/www.domschatz-halberstadt.de abrufbar sein. Weiterf\u00fchrende Anfragen k\u00f6nnen an die Domstiftung des Landes Sachsen-Anhalt gerichtet werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In beispielhafter interdisziplin\u00e4rer Zusammenarbeit ist von den Mitgliedern der Projektgruppe Domschatz Halberstadt und den Projektpartnern eine umfassende Bestandsaufnahme der Umweltbedingungen in den denkmalgesch\u00fctzten Innenr\u00e4umen des Halberst\u00e4dter Domschatzes vorgenommen worden. Daraus ableitend wurde ein auf die konservatorischen Erfordernisse abgestimmter Ma\u00dfnahmeplan zur nachhalti-gen Verbesserung der Sicherung, Pflege und Pr\u00e4sentation dieses Kirchenschatzes, der zu den bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Kunst, die in Deutschland bei einer Kirche erhalten blieben, z\u00e4hlt, entwickelt und dessen Verwirklichung mittels eines Bauablaufplanes und einer Kostensch\u00e4tzung konkretisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung und Anla\u00df des Vorhabens ist die Erarbeitung einer langfristigen konzeptionellen Planungsgrundlage f\u00fcr die umfassende Sicherung, Pflege und Pr\u00e4sentation des Domschatzes in unter Denkmalschutz stehenden R\u00e4umen im Dom zu Halberstadt unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der extremen raumklimatischen Wechselbelastungen, denen die etwa 650 Objekte der unterschiedlichsten Kunstgattungen ausgesetzt sind. 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