{"id":21847,"date":"2023-08-11T10:32:04","date_gmt":"2023-08-11T08:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17785-01\/"},"modified":"2023-08-11T10:32:04","modified_gmt":"2023-08-11T08:32:04","slug":"17785-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17785-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung der Walausstellung im Multimar Wattforum"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Multimar Wattforum T\u00f6nning hat mit den hohen Besucherzahlen in den ersten 1 \u00bd Betriebsjahren seine Kapazit\u00e4tsgrenze erreicht, eine Erweiterung des Geb\u00e4udes ist notwendig. Aufgrund vermehrter Strandungen von Pottwalen, der Einrichtung eines Walschutzgebietes f\u00fcr Schweinswale im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und einer hohen emotionalen Bedeutung von Meeress\u00e4ugern (Wale und Robben) f\u00fcr den Menschen bietet sich das Thema Wale, Watt und Weltmeere als themati-sche Erweiterung an. Ein bei einer Massenstrandung geborgenes Pottwalskelett von ca.18 Metern L\u00e4nge bildet den Einstieg und gibt den Raumbedarf vor.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBereits im 1. Bauabschnitt war die M\u00f6glichkeit der modularen Erweiterung des Geb\u00e4udes vorgesehen. Durch den Anbau eines zentralen Ausstellungsraumes als 4. Kubus an drei bereits bestehende wird das vorhandene Erscheinungsbild des Multimar Wattforum konsequent weiterentwickelt. Der 4. Kubus ist ebenerdig an die vorhandene Ausstellung \u00fcber einen Verbindungsraum angeschlossen. Die aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Exponates (Walskelett) notwendige Raumh\u00f6he wird durch ein Untergeschoss erreicht. Die Erweiterung des Geb\u00e4udes ist im November 2002 abgeschlossen worden. Parallel zur Geb\u00e4udeerstellung hat eine Arbeitsgruppe das Ausstellungskonzept erarbeitet. Vom Ph\u00e4nomen der Walstrandung ausgehend (Exponat im zentralen Ausstellungsraum), sind Themen wie die Orientierung und das Wanderverhalten, Anatomie und Biologie sowie Gef\u00e4hrdung und Schutz von Walen in der Nordsee und welt-weit nach bew\u00e4hrter Ausstellungsdidaktik in einzelnen Themenkammern aufbereitet und pr\u00e4sentiert. Dabei stehen interaktive, spielerische Themenzug\u00e4nge, unterst\u00fctzt von Multimediaeinheiten im Vordergrund. Das Skelett des Pottwals, anderer gestrandeter Wale sowie von Schweinswalen bilden Ankn\u00fcpfungspunkte zu den biologischen Themen. Der Walfang der Nordfriesen und die wirtschaftliche Bedeutung in historischer Zeit bilden den Auftakt zur Darstellung der Gef\u00e4hrdung mariner S\u00e4ugetiere. Die aktuellen Gef\u00e4hrdungen durch Jagd, Beifang und Schifffahrt und Industrieanlagen zeigen die globale Dimension der Bedrohung. Bei der Gestaltung der Ausstellung konnten gro\u00dfe Umweltverb\u00e4nde als Partner gewonnen werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am 9.1.2003 wurde die Ausstellung Wale, Watt und Weltmeere im Beisein des Generalsekret\u00e4rs der Deutschen Bundes Stiftung Umwelt durch den Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein er\u00f6ffnet. Bereits w\u00e4hrend der Bauphase konnten Besucher des Multimar Wattforums den Fortgang der Aufbauarbeiten, speziell die Pr\u00e4paration des Pottwals von einer Empore aus miterleben. In der Planungs- und Bauphase hat sich gezeigt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachwissenschaftler, Didaktiker, Mitarbeitern des Nationalparkamtes und der Pr\u00e4paratoren auf der einen Seite und von Architekten und Designern auf der anderen Seite, wesentlich f\u00fcr das Gelingen des Vorhabens war.<br \/>\nDie Konzeption sieht vor, die Besucher in die Unterwasserwelt der Wale zu f\u00fchren. Um dies zu erreichen ist der Ausstellungsraum verdunkelt und in blaues Licht getaucht. Die BesucherInnen erreichen die Aus-stellung \u00fcber eine Treppe (Aufzug) und tauchen so in die Tiefe der Meere ab. Um neben der Darstellung der Objekte in Dunkelheit und Ruhe, M\u00f6glichkeiten zur audiovisuellen Darstellung einzelner Sachthemen zu schaffen, wurden Themenkammern eingerichtet. Diese erstrecken sich entlang der Au\u00dfenw\u00e4nde und bieten kleinen Gruppen die M\u00f6glichkeit einer ungest\u00f6rten Besch\u00e4ftigung mit den Inhalten.<br \/>\nErste Besuchererhebungen haben gezeigt, dass sich die Ausstellung nahtlos in das Konzept des Multimar Wattforums eingliedert. Die aus der Hauptausstellung bekannten interaktiven Elemente, Spielstationen und durch Informationstechnologie gest\u00fctzten Vertiefungseinheiten werden sehr gut genutzt. Die zus\u00e4tzlich hinzugekommene Inszenierung durch Lichteffekte und die Darstellung von Originalen (Skelett, Z\u00e4hne, Ambraklumpen, Ger\u00e4te zum Walfang, etc.) wird als zus\u00e4tzliches didaktisches Element von den BesucherInnen angenommen. Neben einer hohen inhaltlichen Informationsdichte ist in besonderem Ma\u00df die emotionale Ansprache der Ausstellung geeignet, die Besucher zu einer kritischen Betrachtung des Verh\u00e4ltnisses Mensch &#8211; Wal anzuregen. Durch die Zusammenarbeit mit Umweltverb\u00e4nden (greenpeace, WWF, Schutzstation Wattenmeer) besteht die M\u00f6glichkeit, direkt aus der Ausstellung heraus z.B. \u00fcber Postkartenaktionen Einfluss auf politische Entscheidungen im Zusammenhang mit Schutzbem\u00fchungen zu nehmen. Die in der Ausstellung dargestellten Sachinformationen in Verbindung mit einer emotionalen \u00d6ffnung kann so direkt in eigenes Handeln umgesetzt werden und \u00f6ffnet ein Ventil zum Umgang mit der eigenen Betroffenheit.<br \/>\nBegleitend zur Ausstellung sind Unterrichtsmaterialien f\u00fcr unterschiedliche Schulstufen entwickelt worden und befinden sich z. Z. in der Erprobung. Bei einer Gesamtzahl von mehr als 25.000 Schulkindern bedeutet dies einen substantiellen Beitrag zur schulischen Bildung in Schleswig-Holstein an einem au\u00dferschulischen Lernort. Eine spezielle Veranstaltungsreihe Lesungen unter dem Wal wurde etabliert. Die bisher zum Themengebiet Wale, Watt und Weltmeere durchgef\u00fchrten Lesungen, Theaterauff\u00fchrungen und Musikabende waren sehr erfolgreich und werden in lockerer Folge fortgesetzt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits vor der eigentlichen Ausstellungser\u00f6ffnung wurde die Ausstellung als Werkausstellung sowohl den BesucherInnen des Multimar Wattforums als auch der Presse vorgestellt. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden wurde in Funk, Fernsehen und Presse vom Fortgang der Pr\u00e4paration des Wals berichtet. Mit der Er\u00f6ffnung und auch danach wurden einzelne Aspekte um das Thema Wale, Watt und Weltmeere in der regionalen sowie \u00fcberregionalen Presse verbreitet. Spezielle Informationsbl\u00e4tter mit Hinweisen zum neuen Angebot wurden ebenso erstellt und verteilt, wie Plakate zur Ausstellung selbst oder zu Sonderveranstaltungen im Zusammenhang mit dem Walhaus.<br \/>\nDas Multimar Wattforum ist verst\u00e4rkt mit einem eigenen Messestand auf Bildungs- und Tourismusmessen im gesamten deutschsprachigen Raum vertreten. Im Rahmen dieser Aktivit\u00e4ten leistete das Multimar Wattforum auch einen Beitrag zum Auftritt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt auf der Bildungsmesse N\u00fcrnberg im April 2003.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Erweiterung der Ausstellung im Multimar Wattforum ist das Ziel, \u00fcber ein zus\u00e4tzliches Angebot f\u00fcr BesucherInnen eine Diskussion zur Gef\u00e4hrdung und zu Schutzbem\u00fchungen anzuregen in vollem Umfang gelungen. Die architektonische Erweiterung f\u00fcgt sich harmonisch in das Gesamtbild des Hauses ein, die Ausstellung ist entsprechend der bew\u00e4hrten didaktischen Leitlinien (s. dazu Beitrag in: Faszination Ausstellung. Praxisbuch f\u00fcr Umweltthemen, DBU, 2003) umgesetzt worden. Die Besucherresonanz ist positiv und die erhoffte Erh\u00f6hung in der Besucherzahl hat sich eingestellt. Durch die Zusammenarbeit mit Umweltverb\u00e4nden wird die Ausstellung auf breiter Front getragen. F\u00fcr das Jahr 2004 ist eine umf\u00e4ngliche Evaluation der Ausstellung vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Multimar Wattforum T\u00f6nning hat mit den hohen Besucherzahlen in den ersten 1 \u00bd Betriebsjahren seine Kapazit\u00e4tsgrenze erreicht, eine Erweiterung des Geb\u00e4udes ist notwendig. Aufgrund vermehrter Strandungen von Pottwalen, der Einrichtung eines Walschutzgebietes f\u00fcr Schweinswale im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und einer hohen emotionalen Bedeutung von Meeress\u00e4ugern (Wale und Robben) f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[50,70,2423],"class_list":["post-21847","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-naturschutz","tag-schleswig-holstein","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17785\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-17785.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"320.753,85","dbu_projektdatenbank_firma":"Multimar Wattforum\nT\u00f6nning in der NationalparkService gGmbH","dbu_projektdatenbank_strasse":"Am Robbenberg","dbu_projektdatenbank_plz_str":"25832","dbu_projektdatenbank_ort_str":"T\u00f6nning","dbu_projektdatenbank_p_von":"2000-12-14 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2003-03-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 4 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"04861\/9620-0","dbu_projektdatenbank_inet":"http:\/\/cgi.multimar-wattforum.com\/cgi-bin\/index.ph","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Schleswig-Holstein","dbu_projektdatenbank_foerderber":"56","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34850,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/21847\/revisions\/34850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}